Rutschleiste in Liebigbeute

  • Hallo Zusammen und ein gesundes Neues Jahr !


    Beim Bauen der Einfachbeute drängt sich mir die Frage auf, warum die Rutschleiste aus Hartholz sein soll. Einfacher kommt es mir vor, wenn man die Stirnbretter gleich beim Verleimen entsprechend "hängen" lässt und somit die Rutschleiste spart. Die Ecken könnte man mit dem Stecheisen etwas einkürzen, damit sie sich bei Stapeln nicht verklemmen.
    Bin gespannt auf Eure Erfahrungen.


    Gruesse


    seb

  • :lol: Warum überhaupt sowas kompliziertes?
    Meine Zargen bestehen aus 4 Leimholzbrettern, exakt geschnitten, plus Griffstücken und gut ist....
    Sollte ich das Sabi(e)ne's EinfachST-Baumarkt-Billigst-Beute nennen? :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Kompliziert ist die Beute sicher nicht. (gibts kein Pisa-Smiley?)


    Seb, die Rutschleisten kannst du,
    a) weglassen,
    b) evtl. auf die Ecken beschränken (Ersatz durch Schrauben)?


    Beim Wandern können die Leisten machmal hilfreich sein, sind aber nicht immer notwendig.


    Gruß
    Simon

  • Hallo!


    Die Rutschleiste ist absolut unnötig und manchmal sogar störend.


    Bei der Kippkontrolle kann man den oberen Brutraum auch einfach ein paar Zentimeter zurückziehen, damit die Holzkante auf dem unteren Raum guten Halt findet und dann aufkippen. Die Rutschleiste ist da also völlig entbehrlich.


    Störend wird die Rutschleiste, wenn man Plastik-Absperrgitter verwendet. Bei komplett falzlosen Beuten kann man die Gitter einfach zwischen rein legen, ohne sie vorher exakt zuschneiden zu müssen. Bei Rutschleisten kann man nur Absperrgitter verwenden, die exakt in die Zarge passen.


    Schöne Grüße, Reinhard

    Wanderimkerei, Nebenerwerb mit derzeit ca. 50 Wirtschaftsvölkern, mehr oder weniger Carnica-Landmädels, nur Standbegattung, Langstroth-Flachzargen in Brut- und Honigraum. imkere seit 1987.

  • Hallo Reinhard,
    das sehe ich etwas anders. Ich imkerei auch in der Liebig Beute (von Bienenweber/Holtermann/Bergwinkel-Werkstätten). Die Rutschleisten sind ja sehr dünn, helfen aber doch bei den regelmäßigen Schwarmkontrollen im Frühjahr das Verrutschen der Zargen zu verhindern. Insbesondere bei honigschweren Zargen sind mir diese ohne Rutschleisten schon mal weggerutscht. Außerdem helfen die Rutschleisten (plus Spanngurt) beim Transport der Beuten ein Verrutschen der Zargen zu verhindern. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass bei Absperrgittern aus Kunststoff die Rutschleisten stören können, aber nur dann, wenn sie zu dick sind. Ich benutze Absperrgitter mit einem schmalen Holzrahmen (von Bienenweber).


    Viele Grüße,
    Vorgebirge

    (seit 2002 Carnica, Standbegattung; Löwenzahn, Obstblüte, Sommerblüte, Robinie, Linde; Zander, Zeidlermagazin (Heroldbeute), Hohenheimer Einfachbeute; Neutralgläser, eigene Etiketten; Honig, Propolis, Met, Bärenfang)

  • Hallo zusammen,


    also diese Beute ist übrigens nicht die Erfindung von Liebig selbst sondern von Dr. Sachs! Er war wie Liebig Wissenschaftler in Hohenheim!


    Damals hatte Hohenheim noch diese teuren Wanderbeuten mit dem Kippbeschläg und Verreigelungsschlösser wie man sie von Doppelfenstern her kennt!


    Die von dr. Sachs entwickelte "Einfach Beute" war so zu sagen das Nachfolgemodel und mußte die hoch gelobte Kippfähigkeit mit hinüber bringen!


    Dr. Sachs verwendete auch keine seperate Rutschleiste, sonder hatte lediglich das Stirnbrett versetzt und erreichet somit das gewünschte Ziel auch einen 4 Zarger voll mit Honig im untersten Magazin zu kippen!


    Für mich stellt sich diese Anforderung nicht, da dieses Kippen die aller beste Methode ist seinen Rücken zu ruinieren! Und ich verstehe auch gar nicht, daß man sowas überhaupt weiter empfehlen kann!


    Diese Rutschleisten können nicht nur beim Absperrgitter mehr als hinderlich sein! Transportieren von Honigwaben und auch Honigfeuchten Waben stellt sich, wenn nicht spezielle Böden vorhanden sind, mit unter als riesen Problem in Punkto räuberei!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Vielen Dank für Eure Erfahrungen / Hinweise !


    Beim Bauen ist mir schon aufgefallen, dass die Einfachbeute keine Einfachstbeute ist. Zumindest die Masshaltigkeit beim Zusammenfügen ist "nicht ohne". Manchmal verdrehen sich die Zargen geringfügig, dass was man beim Fahrrad eine 8 nennt, entsteht und die Zarge leicht kippelt. Das Interessante ist, dass das Kippeln immer in die gleichen Ecken betrifft. Im Unterschied zu Liebigs Methode mit unzähligen Schraubzwingen montier ich erst die Abtropf- und Griffleiste am Stinbrett und verschraube dann alle 4 Seiten. Wenn ich mir jedoch dass Möbelmodell von Weber danebenstelle, habe ich keine Ahnung, wie die diese Wohnzimmerqualität zu dem Preis hinbekommen. Baut denn Weber die selbst oder handelt er "nur" damit?

  • Du sprichst mir aus der Seele.
    Bin auch gerade beim Beutenbau.(Liebig)
    Ich bin gelernter Schreiner arbeite aber nicht auf dem Beruf. Hab also auch nicht die besten Maschinen zur Verfügung.
    Ich bau zwei mit Rauspund-Fichte Brettern- da entfällt gleich die Holzauswahl- ist komplett beschi...
    Mann muß immer 3 zusammen Leimen. Das heißt mit meinen paar Schraubzwingen täglich 3 Brettchen und gut ist.
    Ich bau auch noch eine einfachst Beute nach Dr. Sabine.
    Bin gespannt was zuerst auseinander fällt.
    Befriedigung verspüre ich als Schreiner zwar in keiner Bauweise aber ohne entsprechendes Zubehör und Holz hat man einfach keine Möglichkeit und freut sich über das was man hat.
    Ja und die Preise für die Fertigbeuten kommen einem auch viel günstiger vor.
    Ich werd zusätzlich noch Lamellos in die Seiten einfräsen(Flachholzdübel oder Federn sind das glaube ich). Die bringen doch ganzenorme Stabilität auch gegen verziehen.
    Die Baumarktprofiegeräte gibt schon für kleines Geld(20-30€) und beim Schreiner um die Ecke gibts die Federn günstig.

  • :lol: Moin, sebbele,
    die Billigleimholzbeuten mit 5 Schrauben pro Ecke verziehen sich fast gar nicht, eben weil die Stäbchen so klein sind, da wirken nicht so starke Kräfte wie bei größeren Teilen. Außerdem sind die maschinengeleimt und -gepreßt, diese Drücke kriege ich hier nicht hin.
    Meine halbhohen HR aus Glattkantbrettern am Stück sind dagegen die Hölle, was das Verziehen angeht, trotz sehr sorgfältiger Auswahl.
    Die baue ich auch nicht nochmal, dann lieber Leimholzbretter der Länge nach auf die Höhe zusägen :roll:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • kurze Frage@Sabine
    Leimholz ist nicht Wasserfest geleimt. Resorzinharz verleimtes(dunkle Klebefuge) schon aber das bekomm ich nichtmal beim größten mainzer Holzhändler bestellt.
    Deine Kisten stehen alle überdacht?

  • Nein, meine Kisten stehen überhaupt nicht überdacht, aber auseinanderfallen tut da bisher nix. Ich hab auch nur helle Folie auf den Deckeln, Dachpappe wollte ich nicht, weil ich keine Isolierung drunter habe und befürchtete, daß es dann zu warm unterm Deckel werden könnte.
    Definition:
    B/D 3: Einsatz bei temporär hoher Feuchtigkeit, spritz- und kaltwasserfest (u.a. Feuchtraum)
    B/D 4: Einsatz bei hoher Feuchtigkeit, Außenbereich


    Bisher scheint D3 aber gereicht zu haben....Es trocknet ja immer wieder.
    Und ich denke mal, daß die Innenbeheizung durch die Bienen und das Nichtbehandeln der Oberfläche auch was ausmachen, es ist ja nicht so, daß die Kisten unter oder im Wasser stünden...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hi,
    ich hab auch die Einfachbeute aus Hohenheim gebaut, und dazu einfach die Seitenbretter beim zusammenbau um ca. 5mm nach unten verschoben.
    Mit verziehen und verdrehen hatte ich zum Teil auch schon Probleme, aber das Holz ist so weich, da kann man auch mal mit dem Stockmeisel bisle rum schnitzen, und wenn mal wo ein Spalt ist, ist das auch nicht so tragisch.
    Ich würde die Rutschleiste aber auf jeden Fall einbauen, bei einer Zarge hatte ich das vergessen, beim Transport ist diese dann verrutscht.
    MfG Jeffrey