Nach Winterbehandlung alles OK

  • Moin Imkers,


    gestern habe ich bei moderatem Bienenflug die behandelten Völker kontrolliert. Der Milbenfall war sehr unterschiedlich. Totenfall war wegen der Meisen und Mäuse nicht exakt feststellbar. Vor einigen Kisten lagen Chitinreste, aber die können auch von Bienen stammen, die beim Behandeln und Abnehmen der vereinzelten Futterzargen abgefallen sind.


    Erwartungsgemäß hatten die gänzlich unbehandelten Völker und Ableger die meisten Milben auf der Windel, nur etwas weniger die, die nach der Linde mit Ameisensäure behandelt wurden. Erstaunlicherweise waren die Windeln der Völker, die erst nach dem Auffüttern ein einziges Mal AS-Schwammtuch bekommen haben, fast weiß. Dort wurden max. 30 Milben gezählt.


    Wenn ich also unterstelle, was keinesfalls sicher ist, daß die sommerliche AS und das winterliche Perizin in allen Völkern die gleiche Wirksamkeit entfallten, dann haben die früh behandelten Völker sich die deutlichen Milbenmengen nach dem Juli eingefangen. Also in einer Zeit in der meine Nachbarimker allesamt ihre Nassenheider am Laufen haben. Wo kommen die bloß her. Die unbehandelten Völker waren zu der Zeit auf Wanderschaft.


    In 2 Wochen werde ich die Windeln für 10 Tage einschieben und den nat. Fall ermitteln. Bis dahin sind die Böden wieder offen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,
    es sind wohl "Deine" Milben, die sich seit dem Sommer noch so stark vermehrt haben.
    Sie hatten ja noch über drei Monate Zeit, sich weiter zu vermehren.
    Und warum sollte die Regel "Jeden Monat doppelt soviele Milben" nach der Sommerbehandlung nicht gelten?
    Wenn Du eine Reinvasion ausschließen kannst, weil alle Dir bekannten Imkers nach Dir behandeln, wo sollten sie sonst her sein?
    Oder gibt es "wilde" Imkers bei Dir ?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Zum Auszählen des natürlichen Milbenfalls müssen aber auch die Gitterböden frei von Bienen sein. Zur Zeit haben sich trotz des milden Winters schon einige tote Bienen und anderes Gemüll angesammelt, die das Durchfallen der Milben verhindern.
    Der Milbenfall bei Oxalsäure träufeln erfolgt sehr lange, ca 5 Wochen lange, wobei in den ersten zwei Wochen ca. 80% der durch die Oxalsäure getöteten Milben fallen. Also kann man erst nach ca. 5 Wochen den natürlichen Milbenfall ermitteln. Und davor müsste man die Gitterboden reinigen.
    Grüße Klaus

  • Ich kann das mit den "Massen" von Milben von meinen Bienen bestätigen und das gleiche habe ich von einem Bekannten gehört, der ein Imkerfachgeschäft betreibt. Dort sagen die Kunden auch, dass erschreckend viele Milben nach der Winterbehandlung gefallen sind.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Alles Gute für das Jahr 2007!


    ...ich hatte mir letztes Jahr die Mühe gemacht und den Milbenfall von einem Volk seit dem 10.11.06 bis 29.12.06 täglich ausgezählt.


    Dieses Volk hatte eine durchschnittliche Honigernte, ihm wurden am 11.05. eine Zarge Brut (9 Brutwaben) entnommen (Schwarmverhinderung) und nach der letzten Ernte wurde es ab 02.07.06 mit 130 ml 60%iger Ameisensäure von oben (Verdunster FAM Liebefeld) behandelt. Dabei fielen ca. 100 Milben.
    Am 04.09.06 habe ich gesehen, dass das Volk umgeweiselt hatte, also war noch eine Brutpause zwischen Juli und September.
    Im September bin ich mit diesem Volk ca. 15 km gewandert, dabei sollten auch nicht wenige Milben von den Bienen gefallen sein.
    Das Volk überwintert auf Honig, den es sich vom Juli bis September gesammelt hat (dürfte in erster Linie Goldrute sein).


    Die Winterbehandlung wurde am 16.12.06 vorgenommen (Oxalsäure geträufelt).


    Und so sieht das Ergebnis aus:



    Der natürliche Milbenfall lag bei ca. 10 Milben pro Tag, eine Winterbehandlung war also angezeigt und sie hat enorm viel Milben "zu Tage gebracht".
    Ab dem 29.12.06 habe ich die Windel weg gelassen, weil die Feuchtigkeit in der Beute mir zu viel wurde (brüten die wieder?????), nun können die Milben wieder ins Gras fallen.
    Was mich am Träufeln stört, ist der enorme Totenfall von Bienen (im Gegensatz zur Verdampfung ,die ich die Jahre vorher praktiziert hatte). Ich hatte doch mindestens eine Handvoll toter Bienen vom Boden eines jeden behandelten Volkes gefegt.


    Wer glaubte, letztes Jahr wären nicht viele Milben in den Völkern, weil während der Sommerbehandlung sehr viel weniger Milben auf den Windeln zu finden waren, als in anderen Jahren, hatte zwar für den Frühling/Sommer Recht, aber im Herbst haben sich die Viecher wieder munter vermehrt.


    Die anderen Völker habe ich nur stichprobenmäßig aller eine Woche kontrolliert und dort sahen die Ergebnisse ähnlich aus....

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Moin Gerold,


    man könnte also sagen: Ein ganz normales Milbenjahr? :wink:


    Ich denke das jedenfalls. Die Nassenheider wirken wie immer und die Völker geben während der Behandlung Milben ab. Auch wie immer. Starke Völker locken diese Milbenträger an und infizieren sich ordentlich. Auch wie immer. Und nach OS-Träufeln gibt es bißchen mehr Totenfall als nach Perizin. Also auch da nichts Neues. Allerdings stehen meine Völker dicker im Futter als sonst (ich hatte auch dicker eingefüttert) und sie werden auch alle noch oder wieder oder durchgehend Brut haben. Kondenswasser hatte jedenfalls fast alle. Ich bin also sehr gespannt, ob es wieder so trübe Verluste gibt und vor allem wann, denn derzeit leben ja noch sehr viel mehr Völker, als letzten Winter. Auch wenn es vereinzelt schon Totmeldungen gibt. Bei meinen Patenkindern und mir jedenfalls lebt wohl noch alles auch die dreizargigen Mini-Pluse und das ist gut so. Auch die Rückmeldungen der Verkauften und Verschenkten ist durchweg positiv. Michaels Arbeit wird sich da auszahlen. (Ich hab die ja nur vermehrt) Die grüne 25 war eben eine hinreißende Mutter mit sehr stabilen Kindern.


    Wünschen wir uns, daß es nun endlich mal kalt wird und daß unsere Bienen, den Winter ordentlich überstehen und daß bei den weißen Königinnen wieder so eine erfolgreiche dabei ist. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ich weiß auch nicht genau warum das so ist, man weiß ja eh nicht, wie genau die Oxalsäure funktioniert. Nur dass sie funktioniert. Entweder hängt das damit zusammen, dass die Oxalsäure bei den Milben was schädigt, bei den einen schneller, bei den anderen langsamer, so dass sie daran zu Grunde gehen. oder es liegt an der Wintertraube, die, wenn die Völker eng sitzen, bewirkt, dass die getöteten Milben eine gewisse Weile brauchen, bis sie in der Windel auftauchen. An Silvester war ja noch mal Flugwetter bei uns. Das hat dem Milbenfall bei mir noch mal einen schönen Schub gegeben, obwohl die Behandlung schon zwei Wochen vorher erfolgt ist. Die Bienentraube lockerte sich und die Milben konnten fallen. Das ist eine Vermutung.
    Gruss Klaus