Widersprüche bez. Rückstände beim OS verdampfen

  • Ich hab nicht nur die Suchfunktion des Forums durchforstet, sondern das gesamte Web! Fazit: Lauter widersprüchliche Behauptungen.
    Deshalb meine wichtigste Frage:
    Gibt es gesicherte Erkenntnisse bezüglich der OS-Rückstände nach dem Verdampfen?


    Hintergrund: Um nicht Perizin einsetzen zu müssen, möchte ich auf OS ausweichen.
    Ich denke vor allem ans OS-Verdampfen mit dem Varrox. Mein Imkerpate aber meint, das wäre das Letzte, was er anwenden würde, weil Rückstände ewig im Volk (Rähmchen, Beutenteile) bleiben und der Imker sie dann einatmet, wenn er etwa die Rähmchen abkratzt.
    In folgendem Bericht heißt es, die Rückstände würden sich ganz schnell abbauen:
    http://www.mellifera.de/oxneu.htm#sicherheit
    Hier wird aber aber vor der Verdampfung gewarnt, weil es eben noch unsicher sei, ob sich OS wirklich verflüchtigt:
    http://www.imkereizentrum.at/netautor/napro4/appl/na_professional/parse.php3?mlay_id=10120&mdoc_id=1028281&xmlval_PARENT_KEY[]=10&xmlval_ID_DOC[]=1021982&xmlval_ID_KEY[]=54&netautor_bienen=3ff2c245852c2d66115eea0550255ded


    Auch beim OS-Träufeln, das bei zeiräumiger Überwinterung unpraktisch ist, gibt es Widersprüche. Vor allem im Forum die Meinung vertreten, jede Menge Bienen würden dabei elendig sterben.
    Sabi(e)ne schreibt in diesem neueren Beitrag, der Chitinpanzer würde aufgeweicht werden:
    http://imkerforum.de/viewtopic.php?t=5384&postdays=0&postorder=asc&start=45
    In diesem älteren Beitrag meint (eine andere?) Sabine dagegen, es würde nix passieren:
    http://imkerforum.de/viewtopic.php?t=672&postdays=0&postorder=asc&highlight=oxals%E4ure+staub&start=15


    Ist es jetzt gesicherte Forschungserkenntnis, dass beträufelte Beinen sterben, oder nicht?


    Auch wird immer wieder gesagt, Ameisensäurebehandlung (Schwammtuch) würde offene Brut schädigen. Ich imkere noch nicht lange genug, um das bestätigen zu können, und hab auch noch nichts darüber gelesen (außer hier im Forum). Vereinskollegen meinten aber, ihnen sei noch nicht aufgefallen, dass sich nach einer AS-Behandlung weniger offene Brut im Volk befindet.


    Gibt es hier gesicherte Erkenntnisse?


    Für mich steht fest, die ganzen Behandlungsmittel sind Mist. Leider ist es noch viel schlimmer, gar nicht zu behandeln.
    Außerdem scheint es mit der Imkerlobby nicht weit her zu sein, sonst wäre die Forschung bestimmt schon einige Schritte weiter.


    Liebe Grüße,
    Hannes

  • Bergschrat schrieb:


    Hintergrund: Um nicht Perizin einsetzen zu müssen, möchte ich auf OS ausweichen.
    Ich denke vor allem ans OS-Verdampfen mit dem Varrox.



    Hallo Hannes,
    nachfolgender Link der Schweizerischen Bienenversuchanstalt, den du auch gefunden hast, erscheint mir am glaubwürdigsten.
    Dass die Verdamfung nicht unproblematisch ist, ist unumstritten. Besonders in einem Bienenhaus würde ich mir das nicht antun! Aber auch in Freien kann es schnell passieren, dass ein kurzer Windstoß die Reste von Os Rückständen aus dem Pfännchen dir ins Gesicht bläst!
    http://www.mellifera.de/oxneu.htm


    Bergschrat schrieb:


    Sabi(e)ne schreibt in diesem neueren Beitrag, der Chitinpanzer würde aufgeweicht werden:
    http://imkerforum.de/viewtopic.php?t=5384&postdays=0&postorder=asc&start=45
    In diesem älteren Beitrag meint (eine andere?) Sabine dagegen, es würde nix passieren:
    http://imkerforum.de/viewtopic.php?t=672&postdays=0&postorder=asc&highlight=oxals%E4ure+staub&start=15


    Ja es ist halt mal so, ein Jahr stellt man sich als "Nichtbehandler" dann wieder als Behandler oder dann wieder als Träufler oder Bedampfer :lol::lol::lol:

  • :roll: OS flüssig ist chitinaufweichend, nicht Dampf oder Nebel.
    Ich bin aufs Nebeln umgestiegen, weil weniger imkerschädlich ist bei gleicher Varroa-Schädlichkeit.
    Und ich habe immer noch völlig unbehandelte Völker....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Hannes,


    das verdampfen von OS ist in der erstens nicht zugelassen.
    Und zweites für den Anwender nicht ungefährlich.


    Ich persönlich halte von OS verdampfen sehr wenig weil das Ganze für mich nicht optimal und zu risikoreich ist.


    Wenn man alle Behandlungsformen vergleicht hat die Ameisensäure die geringste Rückstandsbildung, bei der Behandlung kommen nur Dämpfe zum Einsatz die sich wieder
    verflüchtigen.


    Das bei der AS Behandlung Brutschäden entstehen ist nicht ausgeschlossen, offene Brut die in der nähe der Säure ist wird sicher geschädigt, die Schädigungen halten sich meist in Grenzen.


    Mein Behandlungskonzept besteht aus AS und MS.
    Alle anderen Mittel lehne ich ab.


    Jeder sollte selbst entscheiden mit was er rum hantiert, mir ist OS in der Verdampfungsform zu heikel.

  • Sabine,
    woher hast Du die Infos über Aufweichung des Chitinpanzers? Würd mich mal interessieren insbes. wie signifikant das ist.


    Bergschrad!
    gut gemeinter Tipp von mir, OS läßt sich mittlerweile mit recht gut abschätzbarem Risiko (für Bienen und Imker) sehr schnell und einfach auf anderen Wegen ins Volk bringen. Warum willst Du es mit der anwenderfeindlichsten, umständlichsten und zeitraubensten Methode tun?
    Ich trete sicherlich einigen damit auf dem Schlips, aber ich halte OS verdampfen für einen Irrweg. Leute die bestimmte Systheme Vertreiben und anpreisen als ginge es hier um Wasserdampf (selbst life erlebt) gehören in den Knast! Hauptsache der Honig ist Bio, den Imker können wir dann ja entsorgen:)


    Gruß Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • :lol: Ich hab jetzt anderthalb Stunden gesucht und nicht wiedergefunden, entweder DBJ oder die Schweizer, es war auf jeden Fall auf deutsch. (sorry, ich hab in den Favoriten um die 2000 Links :roll: )
    Was ich gefunden habe, war:
    http://www.imkerforum.de/viewtopic.php?t=4554, ziemlich unten, 1. Seite, Simon Angerpointner.
    Vielleicht kann er uns die Quelle benennen, ich WEISS, ich hab es irgendwo....*grummel*

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  • Hallo Franz-Xaver,

    honigmayerhofer schrieb:

    Aber auch in Freien kann es schnell passieren, dass ein kurzer Windstoß die Reste von Os Rückständen aus dem Pfännchen dir ins Gesicht bläst!


    dass man beim Verdampfen mit Raumausrüstung ran muss, ist mir klar. Aber wabern die Rückstände später auch noch rum?


    Hallo Sabine,

    sabi(e)ne schrieb:

    OS flüssig ist chitinaufweichend, nicht Dampf oder Nebel.


    wieso muss ich als mordsdrum Mensch in voller Schutzausrüstung verdampfen und den kleinen Bienen soll das nicht oder weniger schaden als beträufeln?


    Hallo Bienenmichel,

    Michael2 schrieb:

    Mein Behandlungskonzept besteht aus AS und MS.


    Klingt gut, mach ich auch. Aber was machst Du bei der Winerbehandlung? Gar nichts? Volk zerlegen, um MS zu sprühen, möchte ich nicht machen.


    Hallo Simon,

    Bumblebee schrieb:

    Wo kann man mehr über die Wirkung der OS auf das Chitin des Exoskelets nachlesen?


    Das würde mich auch interessieren?


    Hallo Heidjer,

    heidjer schrieb:

    OS läßt sich mittlerweile mit recht gut abschätzbarem Risiko (für Bienen und Imker) sehr schnell und einfach auf anderen Wegen ins Volk bringen. Warum willst Du es mit der anwenderfeindlichsten, umständlichsten und zeitraubensten Methode tun?


    Ich suche ja nach dem besten Weg. Verunsichert hat mich, dass beim Beträufeln so viele Bienen sterben sollen und beim Verdampfen halt nicht - falls das überhaupt stimmt.
    Welche andere Wege meinst du denn?


    Liebe Grüße,
    Hannes

  • :o Weil flüssige Säuren im Wasser dissoziiert sind, sich in ihre Ionen spalten, und damit sich leichter mit allem verbinden, was da ist?
    Und weil du Nierenkrebs und schlimmere Sachen bekommen kannst als ein Insekt mit Lebensdauer unter einem Jahr? Frisch inhaliert, mußt du nur husten, wie ein Kettenraucher, aber OS ist hochgefährlich, weil sie unlösliche Calciumverbindungen bildet, und die sind nicht nur als Nierensteine gefährlich, sondern in organischen Verbindungen hochkarzinogen.
    Beim Beträufeln ist das Volk im Frühjahr derbe kleiner als beim Verdampfen oder Benebeln, wobei ich ja bekennenderweise lieber nebele als dampfe, weil 3,5%Lösung weniger gefährlich sind für den Imker als 100%, aber bei den Varroen und Mädels keinen Unterschied zu machen scheinen.

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  • Zitat

    Beim Beträufeln ist das Volk im Frühjahr derbe kleiner als beim Verdampfen oder Benebeln,...(schnibblabdenRest...)


    Wo hassn das wieder här?
    Fragt Zaphod Beeblebrox der nach 42 Jahren intergalaktischer Google V3454 Räschärschä keine Antwort bekommen hat.

  • Bergschrat schrieb:

    Hallo Franz-Xaver,

    honigmayerhofer schrieb:

    Aber auch in Freien kann es schnell passieren, dass ein kurzer Windstoß die Reste von Os Rückständen aus dem Pfännchen dir ins Gesicht bläst!


    dass man beim Verdampfen mit Raumausrüstung ran muss, ist mir klar. Aber wabern die Rückstände später auch noch rum?
    Liebe Grüße,
    Hannes


    Hallo Hannes,
    ich habe in früheren Dossiers von der Fischermühle gelesen, dass man, die nächsten Male beim Öffnen der Beute Handschuhe tragen muss. Diese ist für mich völlig nachvollziehbar, denn man sieht ja den weißen Nebel der Ossäure noch lange am Rähmchenholz. Ausserdem wird empfohlen auch dabei eine Staubschutzmaske zu tragen.
    Bei der Winterbehandlung ist es ja nicht problematisch, aber wenn ich nur die Methode des Bedampfens anwende, dann muss ich nach dem Abschleudern d.h. bei mir im Juli eine 3 x ige Blockbehandlung machen und bir zur Winterbehandlung bedampfe ich noch ca. 2 - 3 x, um den entsprechenden Erfolg zu haben. Das ist dann eben das Problem, dass ich nach solchen "Sommerbehandlungen" immer wieder an die Beuten bzw. an die Rähmchen muss, wogegen nach der Winterbehandlung die Beute und die Rähmchen monatelang sich selbst überlassen sind und ein gewisser Abbau inzwischen erfolgte.

  • sabi(e)ne schrieb:

    :lol: ask-the-all-knowing-mayrhofer.....ich bin bloß Imker.


    Meinst du vielleicht mich (mayrhofer) ? - Kannst zwar meinen Namen nicht schreiben, aber dass ich das wieder mal weiß, da hast du ausnahmsweise wieder einmal Recht :D:D:D:D 
    Musst auch deswegen nicht gleich zynisch sein, was man nicht ändern kann, muss man aktzeptieren - ist eben so :D:D


    Hallo Bumblebee, lies dir den folgenden Link durch. Hier sind die schwächeren Auswinterungszahlen durch OS Beträufeln gegenüber Bedampfen untersucht worden:


    http://www.mellifera.de/oxneu.htm#vert