Kältestarre

  • Hallo,
    super, es gibt ein eigenes Forum zur Bienenbiologie...find ich gut!
    Also als ich vorgestern die Winter-Varroabehandlung bei meinen Bienen gemacht habe, sind leider ein paar Bienen aufgeflogen und ziemlich gleich in die Kältestarre verfallen! Ich habe natürlich versucht möglichst viele wieder zurückzubucksieren...einige hat es wohl aber erwischt!
    Jetzt habe ich ein bischen gegoogelt und leider nur allgemeine Informationen gefunden...in meinen Tierphysiologie-Büchern konnte ich auch nix finden! Wisst ihr einen Link zu wissenschaftlichen Publikationen o. ä. zu diesem Thema (bezogen auf Bienen)! Würde mich sehr interessieren!
    Viele Grüße
    :-) Paul

  • Hi Bienenbehandler,
    mit die Summis ins Wohnzimmer is nich schlecht, aba denkt drann uffn Rückweg in den Stock verklammse nochma.
    So nun im Ernst, die Klammis in einer Schachtel in ein warmes Zimmer, wenns summt unter den Pulli und raustragen. Keine weiten Strecken fliegen lassen sonst wars vergebens.
    Ich frag mich immernoch: Isses das wert? - Störung der Wintertraube, zusätzliche Feuchtigkeit im Stock, und das Bissel Wärme in der Umgebung der Bienies ist raus aus der Kiste, bei Hinterbehandlern geht es sowiso nicht ohne die Kiste total auszuräumen -
    Kiste zulassen und im Herbst ne Langzeitbehandlung mit Tymol o.ä., oder wer auf OxS nicht verzichten will- Verdampfer rein und gut -ups was machen bei Styropurbeuten???
    Kalt überwintern und ne gute Vorbehandlung, im Winter ab Ende Oktober -> nach der Stachelbeerblüte bleiben die Kisten zu!!!! Wenn was eingeht dann in d.R. ein Schwächling. Also im Sommer lieber einige Ableger mehr machen, die erstarken lassen, gut einwintern, es sollten die Starken überleben!!!
    Knäcke

  • Moin Imkers,


    dem Verklammen und vor allem dem Abfliegen beugt man vor, wenn man auf paar wenige Punkte achtet:


    1. Nur behandeln, wenn es paar Tage kalt war und wieder warm wird. Dann sitzen die Bienen flugunfähig fest in der Traube und fliegen nicht auf.
    2. Nur wenig oder keinen Rauch geben. Der treibt die Bienen zur eigenen Wärmeentwicklung und zur übermäßigen Futteraufnahme und die warmen Bienen, die das sinnlos aufgenommene Futter abnehmen fliegen dann auf Trachtsuche ab und kommen nicht mehr wieder.
    3. Träufelbrühe handwarm oder wärmer aufträufeln. Das geht ganz gut, wenn die bereits warm angesetzte Träufellösung in einem mit heißem Wasser gefüllten Eimer von Stock zu Stock transportiert wird. Warme Träufelbrühe verhindert das Verklammen im Stock und das sinnlose Abfliegen. Außerdem wird warme Träufelbrühe sehr schnell in die Traube aufgenommen, weil die Bienen sich nicht schuppenartig dagegen sperren.
    4. Zucker bzw. Honig in der Träufellösung einsetzen. Das führt dazu, daß beträufelte Bienen schnell wieder abgeputzt werden und nicht verkleben und dann verklammen, weil sie die Flügel nicht bewegen können oder ersticken.


    Thema Feuchtigkeit: Die Betrachtung der Feuchtebilanz im Bienenstock ist hier dringend angebracht. Immer wieder wird an den max. 40ml Träufelflüssigkeit kritisiert, daß damit Nässe in den Stock getragen würde. Wer sowas raushaut muß sich mal überlegen wieviel Feuchtigkeit alleine durch das Öffnen des Beutendeckels während der Behandlung abdampft und wieviel Wasser bei der biologischen Verbrennung von nur einem Kilo Zucker zu CO2 und H2O entsteht.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder