Raps & Völkerzahl

  • Nachdem ich im Bauernblatt gelesen habe, daß für 2007 1,5 Millionen Hektar Raps angebaut wurden, komme ich bei 4 Völkern pro ha auf einen Bedarf von 6 Millionen Bienenvölkern, falls das alles gleichzeitig blühte....
    Es gibt aber nur ca. 800.000 Völker in D und wie viele davon wandern überhaupt?
    Was das für ungenutzte Ressourcen an Pollen und Honig noch sind....


    Und wenn man den Faden weiterspinnt, welches Potential steckt dann wohl noch in allen anderen Trachten?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin Sabi(e)ne,


    das Problem ist lediglich, daß die Felder nicht zu den Bienen wandern. :wink: Gerade auch in meinem Verein, wissen fast alle Imker, daß Wandern nicht nur Müllerslust, sonder auch Imkerslust sein sollte. Dennoch wandern sie nicht, weil ja vielleicht nächstes Jahr das Rapsfeld direkt am Stand ist und da wär' der Aufwand eben viel zu hoch und was soll man außerdem mit all dem Rapshonig. Bei Wanderung denken die meisten Imker immer zuerst an Raps.


    Wer sein Bienenjahr am 15 Juli beendet, für den sind spätere anwanderbare Trachten sowieso kein Wandergrund und daß sich Bienen in Voll-Trachten besser entwickeln, als im Bienenhaus wird der Standimker eben nie erfahren oder nur nicht glauben. Der will seine Bienen schonen, während ich meine verschleiße.


    Natürlich wäre noch viel zu hohlen und es wäre auch wünschenswert, die Landwirtschaftskammern würden solchen Trachtinformationen gezielt an die Imkerschaft leiten. Doch ich glaube, daß man sich bereits auf das Aussterben der Imker eingestellt hat. Scheinbar ja die Imkerschaft auch.


    Wer von den Imkern, die ich so persönlich kenne und hier aus dem Forum wandert denn überhaupt? Gerade mit kleinen Einheiten macht das kaum einer. Gerold fällt mir da ein, viel mehr nicht. Dabei ist die PKW-Lösung mit 6 oder 8 Völkern eine durchaus schlagkräftige Einheit. Schnell hin, schnell weg. Und immer in der Tracht. Das geht ausgesprochen gut und bringt ordentliche Erträge bei geringsten Kosten. Und dann wären auch blühende Friedhofsakazien und Linden am Waldsee eine sinnvolle Wanderung. Genauso wie die Tagebaue mit der Goldrute usw. Es müssen nicht immer die 48 Völker mitten im Kleefeld sein, die sich nur per LKW oder Schlepper bewegen lassen und die vom Bestand immer viel zu groß sind, sobald es nur läppert.


    Wandert mit kleinen Einheiten! Das bringt Ertrag, Sortenvielfalt und gesunde Bienen. Und Abenteuer ist auch noch dabei. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry schrieb:


    Wer von den Imkern, die ich so persönlich kenne und hier aus dem Forum wandert denn überhaupt? Gerade mit kleinen Einheiten macht das kaum einer. Gerold fällt mir da ein, viel mehr nicht. Dabei ist die PKW-Lösung mit 6 oder 8 Völkern eine durchaus schlagkräftige Einheit.


    Wandert mit kleinen Einheiten! Das bringt Ertrag, Sortenvielfalt und gesunde Bienen. Und Abenteuer ist auch noch dabei. :wink:


    Doch IIich!


    Aber meist auch nur in den Raps oder Ahornblüte!


    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • IIIIICH bin auch dabei :wink: 
    Und wie man sieht, gibts bei mir in der Nähe genug "gelbe" Felder ;)








    Henry schrieb:

    Natürlich wäre noch viel zu hohlen und es wäre auch wünschenswert, die Landwirtschaftskammern würden solchen Trachtinformationen gezielt an die Imkerschaft leiten. Doch ich glaube, daß man sich bereits auf das Aussterben der Imker eingestellt hat. Scheinbar ja die Imkerschaft auch.


    Kann ich bei der Landwirtschaftskammer als Imker nachfragen wo, was angebaut wird und kriege ich dann auch Auskunft darüber ?
    Hab dieses Jahr ein Phacelia-Feld erst durch Zufall entdeckt, da war es aber schon zu spät zum Wandern :(

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Hi Imkers,


    kann Henry nur bestätigen. Ich bring jedes Jahr 6 - 8 Völker in den Schwäbischen Wald. Hat sich in den letzten Jahren immer gelohnt und abenteuerlich ging es auch schon öfters zu. Ich denke dabei u.a. an eine heisse Nacht in 2003, als ein 4-Stöcker beim Transport in der Mitte auseinanderbrach. Es war wie gesagt heiss in der Nacht (glaube, so 28 °C gegen 23.00 h) d.h. wir waren (anfangs) leicht bekleidet. Aua.


    zlautz

  • sabi(e)ne schrieb:

    Nachdem ich im Bauernblatt gelesen habe, daß für 2007 1,5 Millionen Hektar Raps angebaut wurden, komme ich bei 4 Völkern pro ha auf einen Bedarf von 6 Millionen Bienenvölkern, falls das alles gleichzeitig blühte....


    ...leider honigt der Raps nicht immer..... den letzten Rapshonig hatte ich 2002 (und im anschließenden Herbst keine Völker mehr :x ).
    Die Bauern schwören, sie würden die Sorten anbauen, die sie schon immer angebaut hätten...... am Wetter und am Boden kann es nicht liegen, entweder an Chemie im Feld ,dass die Insekten den Raps meiden oder an den Sorten, dass kein Nektar gebildet wird....


    ..und immer wieder hört man von den Bauern: Bienen werden nicht mehr zum Bestäuben gebraucht, die Erträge der Schläge ohne Bienen würden sich von denen mit Bienen nicht unterscheiden......

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Moin Gerold,


    ich kann das ganze Gegenteil behaupten. Glücklicherweise. Ich hatte noch nicht ein Jahr in dem der Raps versagt hätte. Es kommt zwar mal vor, daß er nicht gigantisch honigt oder das Wetter halt bescheiden ist, aber auch dann bringt er noch viel Honig. Manchmal reichen hier wenige Sonnentage und die Kisten sind brechend voll und die Mädels schalten um auf Schwarm. Der Raps macht sie ganz mischugge.


    Da kann es mir nebenbei eigentlich sogar egal sein, ob der Raps die Bienen noch braucht oder es sich lieber selbst ... also sich befruchtet halt. :wink: Solange die Bienen was davon haben isses OK.


    Aber schon wieder rückt der Raps in den Vordergrund. Wie aber isses mit anderen Feldtrachten? Raps ist ja schon fast ein Grund nicht zu wandern, weil er ja ohnehin irgendwo im Flugkreis blüht. Natürlich sind die Erträge deutlich andere, wenn man mitten im Felde steht, aber wer von den Standimkern weiß das schon. Ich suche immer Wanderplätze die auf dem Weg zum nächsten liegen, um mir Fahrerrei mit den Honig-Waben zu sparen. Das geht erstaunlich gut. Vom Winterplatz mit Weiden, Wasser und Kirschen in den Raps, in die Akazie, dann kommt ein Loch mit Sommerblüte, ab in die Linde, das nächste Loch überstehen, Goldrute und Tschüß. Das ist bei mir weitgehen alles ein Weg. Die Linde hab' ich zu Hause und der Rest liegt auf dem Weg zum Muldental. Nur die Löcher muß ich immer irgendwie abdecken. Gerade das Loch nach der Linde ist ärgerlich. Denn da ist im Auwald auch tote Hose. Zu später Phacelia hab' ich keinen rechten Mut, aber ich weiß, daß man sich so selbst nach einer Goldrutenernte das Einfüttern sparen könnte, dann allerding aufgefüttert Wandern muß und da stoß ich andie Grenzen meines Hängers.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Christian ,


    Du hättest bestimmt allen Lesern einen Gefallen getan, wenn Dein interessantes Bild mit 1024 Pixeln in der Breite etwa der Bildbreite des
    Bildes von Rainer Schwarz mit 640 Pixeln entsprochen hätte.
    Es ist immer sehr gewöhnungsbedürftig, wenn man neben dem senkrechten Scrollbalken auch noch den waagerechten benutzen muss.
    Ich fühle mich in diesem Forum nicht als Polizist sondern bin nur ein
    interessierter Teilnehmer dieses wertvollen Forums. Vielleicht kann
    Hartmut eine Empfehlung für die max. Pixelbreite eines eingestellten Bildes angeben. Wenn dafür keine Notwendigkeit besteht, dann vergesst
    diese Zeilen.

  • Das Bild mit 1024 Pixel Breite entspricht zwar der Auflösung eines 17" Monitors wenn er mit 1024x768 betrieben wird.
    Jedoch sollte man beachten, daß für bestimmte Elemente wie z.B. Navigationen etc. auch noch Platz benötigt wird.
    Eine Bildgröße von 500-600 Pixel Breite sollte ausreichend sein. Hier müßte dann nur noch derjenige scrollen der eine Auflösung von 800x600 Pixel fährt.
    Mich würde bei dieser Gelegenheit interessieren welche Auflösungen von Euch genutzt werden.
    Ich habe diesbezüglich eine Umfrage erstellt.


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Ich habe die Auflösung geändert, kein Problem. Soll ja keiner wegen mir einen Krampf in der Hand bekommen :wink:


    Aber könnte mir wer evtl sagen, wo man Infos darüber bekommt, wo, welcher Bauer was anbaut ? Kann man da als Imker bei der Landiwrtschaftskammer anrufen(mailen) oder geben die diese Infos nicht her, bzw. haben sie die gar nicht ?

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Mir hat jemand erzählt, dass der Glanzkäfer keine Chance hat, wenn genug Bienen im Raps auf Suche sind. Wenn diese in der Blüte summen, kommen die Käfer nicht den Stengel hoch weil sie immer wieder abrutschen. So könnte doch der Bauer Spritzung sparen und die Kohle als Bestäubungs oder Rüttelprämie auszahlen. Ist das ein Märchen oder nicht?

  • :lol: Leider nicht ganz so.
    Die Käfer lassen sich fallen, wenn etwas die Blüte berührt, und brauchen recht lange, um wieder hochzukommen.
    Wenn dann die nächste Biene kommt...*platsch* und wieder hoch.
    Nur: erstens ist das Wetter oft zu schlecht für guten Bienenflug, zweitens sind meist viel zuwenig Bienis unterwegs, und drittens nagen die Käfer auch nachts, wenn die Bienen nicht fliegen. So mancher Bauer mit Blumen vom Feld hatte dadurch auch schon Totalverluste, weil der Käfer auch hemmungslos an anderen Blüten als Raps frißt.


    Eigentlich schlechte Aussichten, ABER:

    Zitat

    Der Raps hat eine geniale Veranlagung: er hat nach Verlust der ersten Blüten durch den Käfer noch genug Knospenmaterial gehabt, um uns immerhin einen Ertrag zwischen 38 und 42 dt/ha je nach Bodenqualität zu bringen.


    Das von einer Landwirtin aus S-H, die sich letztes Jahr nach viel Rechnerei gegen den Einsatz der §11-Mittel entschieden hat, weil viel zu teuer.
    Könnten wir überall 6 Völker/Hektar hinstellen, wäre der Rapsglanzkäfer nicht mehr so ein ganz großes Problem.
    Eichen haben auch einen Johannistrieb, wenn vorher die Wickler alles abgefressen haben.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hi Leute,
    mit Bauern der Umgebung Kontakt aufnehmen (etwas Honig als Schmiermittel) und man erhält rechtzeitig die Bestellinfos zur Wanderplanug. 2. Könnte man ja auch ne Stilllegungsfläche abstauben und ne Blühmischung einbringen lassen. Wenn sich 2-5 Imkers zusammentun mit dem Bauern, kann man sich die Kosten teilen. die Imkers das Saatgut, der Bauer die Bearbeitungskosten. VORTEIL - die Fläche ist bunt und verunkrautet nicht UND wir haben ne Trachtlückenüberbrückungsfläche!!!!!! Es muss nicht unbedingt die Stuttgarter Mischung sein, es soll bei "Wildacker" & anderen Abietern Jägermischungen geben. Steinklee.......... :lol: und mehrjährige Kräuter mit 30-50€ je ha Saatgutkosten rechnen sich gut in Honig um :P 
    Knäcke

  • :lol: Jo, nur gehen die meisten Kräuter auf den fett gedüngten Böden gar nicht auf oder werden von schneller wachsendem Zeugs unterdrückt.
    Den Versuch hab ich schon hinter mir, hat sich nicht gerechnet.
    Entweder Vielfalt auf Magerböden und wenig Nektar, oder Monokultur und viel Nektar; beides ist gleichzeitig schwer zu kriegen.
    Und man sollte sich bitte nicht bei solchen Gesprächen mit einem oder zwei Gläsern Honig lächerlich machen, auch hier gilt: Geiz ist NICHT geil!
    Großzügigkeit lohnt sich meistens.... :wink:

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    Bruce Springsteen