Vor - und Nachteile verschiedener Honigschleudern

  • Grüß Gott,


    habe mich als langjährigem "Zaungast" dieses Forums nun doch zum "einloggen"entschlossen und würde gerne von euren Erfahrungen im Umgang mit den verschiedenen Arten von Honigschleudern etwas hören:


    Ich will meine alte, noch ererbte, Tangentialschleuder mit Handbetrieb ausmustern und mir eine neue, elektrisch angetreibene Schleuder zulegen (man wird ja nicht jünger).
    Geht mal als Größenordnung von 25 Ertragsvölkern aus.


    Soll ich eine (teurere) Selbstwendeschleuder erwerben oder tut eine (günstigere) Radialschleuder den gleichen Dienst?


    Ab welchem Kesseldurchmesser haut die radiale Schleuderung mit Zanderwaben hin? Muss dies eine Pendelschleuder sein?


    Wie schaut es mit Wabenbruch aus?


    Kennt jemand Radialschleudern mit liegender Welle und aufklappbarer Abdeckung. Anbieter hierfür gibst wohl in den neuen Bundesländern. Bei uns im tiefen Süden sind diese Schleudern aber nicht verbreitet.


    Welche Fabrikate bieten ein günstiges Preis-Leistungsverhältnis bei vernünftiger Qualität?


    Wer weiß günstige Bezugsadressen und gibt es Alternativen zum deutschen Markt?


    Mit Dank für eure Bemühungen


    xare


    [size=36]aus dem land der berge, schlösser und seen

    Die Praxis sollte das Ergebnis des Nachdenkens sein, nicht umgekehrt (H. Hesse).

  • Hallo,


    Henry hat ja mal ausgiebig und nachvollziehbar von dieser aufrechten Sturm-Schleuder geschwärmt. Irgend jemand hatte dann später mal gepostet, die Qualität sei aber schlecht. Auf meine Frage an die Firma, ob es das Gerät auch für andere Rähmchengrößen als DN gibt, kam nie eine Antwortmail.


    Bei den Selbstwendeschleudern gibt es auch gigantische Preisunterschiede; Weber hat 1 oder 2 günstige im Katalog (wie ist die Qualität?), verliert dort aber kaum ein Wort und bewirbt stattdessen mit den liebevollsten Worten seine Radialschleudern.


    Ich bin sehr interessiert an den verschiedensten Erfahrungen.


    Viele Grüße, Johannes

  • Hi, Johannes,
    fährst du nach Münster, die haben so eine Sturmschleuder.
    Was ich live gesehen habe: du mußt beim Beladen sehr auf gleichmäßig volle Waben achten, es gibt öfters mal Bruch, das hört man dann und verstopft auch den Ausfluss, minedestens einmal pro Schleudergang, und es dauert lange (10-20min), was für den Hobbyisten, der mit Entdeckeln eh nicht nachkommt, nicht unbedingt von Nachteil sein muß.
    Gefallen an dem Ding hat mir, daß du nix mehr machen mußt, sie rotiert so vor sich hin, und du kannst anderes machen.; sie neigt nicht zum Wandern im Gegensatz zu anderen, braucht wenig Standfläche, auch bei großem Kesseldurchmesser, die Körbe sind austauschbar, gibt es also auch in anderen Maßen, und sie ist nett leise im Vergleich.
    Mir hat sie insgesamt sehr gut gefallen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Johannes Haller schrieb:

    Hallo,


    Auf meine Frage an die Firma, ob es das Gerät auch für andere Rähmchengrößen als DN gibt, kam nie eine Antwortmail.


    Viele Grüße, Johannes


    Hallo Johannes, schau hier: http://www.imkerzentrale.de/shop.htm


    Zitat:" Der Wabenkorb ist für alle Rähmchengrößen lieferbar."


    Im übrigen funktionieren ja die Schleudern bei den großen Schleuderstraßen nach dem gleichen Prinzip.


    Beim letzten Apisicus Tag in Münster stand so ein Teil.
    Und hier ist ein Film von einer Seite aus Kanada, da gibt es so eine Schleuderstraße in Aktion zu sehen.
    Interessant ist auch das Entdeckelungsgerät zu Beginn.


    http://frenchbeefarm.com/videointegrale.html



    Gruß Hubert

  • Zitat

    Was ich live gesehen habe: du mußt beim Beladen sehr auf gleichmäßig volle Waben achten, es gibt öfters mal Bruch, das hört man dann und verstopft auch den Ausfluss,


    Das gleichmäßige Beladen kann ich nicht bestätigen. Aus meiner Sicht ist das fast egal, bei anderen Schleudern (tangential) aber schon wichtig.
    Oft Bruch gibt es nur bei anfänglich zu hoher Schleuderdrehzahl. Mit meinen Heidehonigwaben hatte ich da bislang immer Probleme. In diesem Jahr habe ich mir eine "Schleuderhexe" geleistet die sich stufenlos in der Drehzahl regeln läßt. Damit habe ich das Problem von Wabenbruch minimieren können.
    Geht doch mal eine kaputt, ist das sehr wohl zu hören :-( 
    Um das Verstopfen des Auslaufes zu vermeiden baut der Hersteller heute ordentlich große Quetschhähne ein. Da kommt dann schon einiges an Wabenbruch mit durch bzw. man kann mit einem entsprechendem Werkzeug größere Teile durchziehen.
    Bei meiner jetzigen Schleuder ist das leider noch nicht so.
    Schon auf Grund der geringen Aufstellgröße ist die Schleuder spitze und ich möchte keine andere mehr haben.
    Was ich noch erwähnen möchte, die ausgeschleuderten Waben sind nicht so trocken wie bei Tangentialschleudern, alles ist mehr oder weniger "Honigfeucht". Für mich stellt das aber keinen Nachteil dar. Wenn die Waben ins Volk zurück kommen freuen sich die Bienen und in kürzester Zeit ist alles wieder blitzeblank.


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Hallo Vorredner,


    so eine "Sturmsche Schleuder" steht auf meiner Agenda auch ganz weit oben.
    Seit ich vor Jahren in Rostock eine selbstgebaute Radschleuder in einem Wanderwagen in Aktion gesehen habe, hat mich das Prinzip beeindruckt.
    Obwohl diese in Rostock aus allen möglichen Resten zusammengeschustert war (klar: wo bekam man damals gutes Material her) und mit einem relativ großen Schwungrad versehen war, tat sie ihren Dienst ohne Probleme.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • :lol: Damit als Beispiel hab ich sogar Männe meinen Wunsch, daß die nächste Waschmaschine ein Toplader sein möge, verständlich machen können.
    Das Argument der weniger strapazierten Lager bei waagerechter Welle war sehr überzeugend :lol:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • sabi(e)ne schrieb:

    und es dauert lange (10-20min), was für den Hobbyisten, der mit Entdeckeln eh nicht nachkommt,


    Ganz im Gegentum, Sabi(e)ne,


    der Profi hat seinen Saisonarbeiter an zwei Schleudern stehen. Schleuder 1 wird befüllt und auf kleiner Stufe gestartet. Die zweite Schleuder wird hochgedreht. Dann wird weiter entdeckelt und auf dem Entdeckelungstisch gelagert. Bei Wabe 11 wird die zweite Schleuder ausgeschaltet und trudelt aus. Und die erste wird hochgedreht. Anschließend wird diese zweite Schleuder entladen und neu gefüllt und auf kleiner Stufe gestartet und die andere Schleuder wird wider höher gedreht. Dann wird wieder entdeckelt. Bei Wabe 11, wird nun die erste Schleuder ausgeschaltet und die zweite hochgedreht usw.


    Auf diese Weise wird der HiWi nicht für's Zugucken beim Schleudern bezahlt und der 12-Waben-Zyklus ist auch nicht so brutal, wie 30 Waben am Stück zu entdeckeln und dann innerhalb von 8 Minuten auszuschleudern. Außerdem ist es durchaus möglich die Schleuder auch 30 Minuten oder noch länger laufen zu lassen aber eben relativ langsam. So kann man sogar nur herzförmig ausgebaute Baurahmen schleudern. man muß sich eben jeglicher Eile entledigen. Sonst rumpelts in der Tonne.


    Die Arbeit auf zwei Schleudern, mit geringer Schleudertour aber langer Laufzeit ist wesentlich wabenschonender und effektiver als die Arbeit auf eine große Sternschleuder.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • :lol: Jo, Henry, aber in MS mußte das arme Mädel auch alleine malochen, und der normale Hobbyist wird sich ganz gewiß auch keine zwei Schleudern kaufen, ergo paßt das dann mit dem Entdeckeln schon, glaube ich mal so. :wink:

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