Wann sind sie brutfrei?

  • Hallo zusammen,


    ich war heute bei den Bienen und habe mal unter den Deckel geschaut.
    Unter der Folie ist alles nass und die dicken Tropfen fallen auf die Oberträger. Im Gemüll liegt ordentlich geschrotetes Wachs.
    Es scheint mir, als wären sie wieder verstärkt in die Brut gegangen.


    Wie ist Eure Erfahrung?


    Durch den Bruteinschlag verzögert sich ja die Winterbehandlung. Heißt es jetzt abwarten und Tee trinken, oder gibt es Alternativen?


    Viele Grüße


    Peter

  • Hallo Peter,


    eine Winterbehandlung sollte jetzt auf jeden Fall erfolgen.
    Brut haben die Völker schon lange nicht mehr, ich konnte bei mir keine Brut feststellen.


    Meine Völker habe ich vor einer Woche mit Milchsäure behandelt, der Befall war bis auf ein Volk und einen Ableger gering.


    So gesehen wirkt meine Behandlung auch.


    Ich konnte vor gut 5 Wochen die Völker noch mal mit AS behandeln, da war das Wetter noch sehr mild.


    Wer jetzt nicht behandelt hat nach meiner Sicht keine Chance mehr für eine Winterbehandlung, der Winter kommt mit Sicherheit, dann ist eine Winterbehandlung unmöglich.


    Im Januar kann eine Winterbehandlung wegen zu kaltem Wetter unmöglich sein.
    Warum sollte man noch länger warten, und dann ist es zu spät, es sollte jeder selbst wissen, die Behandlung sollte jetzt auf jeden fall erfolgen.


    Wasser unter der Folie hat nicht immer gleich Brut zur Folge, Wachskrümel auf der Unterlage ist ein Zeichen das die Völker noch leben und Futter verbrauchen.

  • Moin Wuz, Moin Michael2,


    es ist ein Irrtum, daß Anwendungen, die bei Brutfreiheit einen hohen Wirkungsgrad erreichen, irgendwie schädlich seien, falls die Völker nicht oder nicht ganz brutfrei sind. Es ist aber definitiv so, daß derzeit die Bienen noch draußen rum fliegen. Hier in Westsachsen jedenfalls. Es kann also zu Reinvasion kommen und ganz offensichtlich kommt es auch dazu. Es gibt sogar noch Räuberei, an Völkern die schattig stehen.


    Ich würde also nicht jetzt behandeln, sondern erst, wenn wirklich nichts mehr fliegt.


    Es ist auch so, daß Winterbrut wesentlich weniger parasitiert ist, als Brut in einem sommerlichen oder einem großen aufstrebendem Brutnest. Die Brutfreiheit, soll aber ausschließlich deshalb herrschen, damit nicht Varroen sich der "Heilbehandlung" in den Zellen entziehen. Seht doch aber mal nach, wieviele Zellen es in so einem Winternest gibt und seht da mal tatsächlich rein! Da müßten doch zig Milben in den paar wenigen Zellen sitzen. Tun sie aber nicht. Ganz im Gegenteil. Es sind dort kaum Milben zu finden. Selbst in den abgeflogenen verdeckelten Waben im Herbst und in den Zellen im Winter eingegangener Völker, findet man eher wenig oder keine Milben.


    Die vollständige Brutfreiheit - also nicht mal einen Handteller oder weniger - ist po mojemu nicht so entscheidend, wie immer angegeben und vorgebetet. Ich halte die möglichst späte Entmilbung, auch mit dem Risiko, daß da schon genz wenig Brut da sein könnte, für wesentlicher.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hi Henry !
    Wenn ich Dich richtig verstehe sollte ich mit der OS-Behandlung noch ein paar Wochen warten.
    Was meinen denn die anderen hier im Forum dazu ? ...

  • Hallo,
    ich werde zum jetzigen Zeitpunkt sicher noch nicht behandeln und erst einmal eine längere Frost/Winterphase abwarten. Ich hoffe sie kommt jetzt auch bald. Behandeln werde ich dann mit einer OS-träufel.
    Gruß an alle ImkerInnen

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Henry,


    bei mir ist kaum Bienenflug.
    Reinvasion ist bei Temperaturen um 8-9 Grad sehr unwahrscheinlich, wärmer war es hier in letzter Zeit kaum, warum soll man noch mit der Winterbehandlung warten.


    Bei einem Imkerkollegen wurde letzte Woche auch mit MS behandelt, bei zwei Völkern lagen über 300 Milben nach der Behandlung auf der Schublade.


    Was bringt es diese Biester noch paar Wochen zu verschonen, für deine Antwort habe ich kein Verständnis.


    Der Winter kommt Henry, dann wo du aber behandeln willst, ab Weihnachten kommt die Kälte mit Eis und Schnee.


    Meine Bienen feiern ein Milbenfreies Fest. :D

  • Grüß Gott,


    habe die letzten 15 Jahre immer den Zeitpunkt des ersten Frostes notiert, dann 3- 4 Wochen gewartet, ein starkes Jungvolk als erstes geöffnet, nachgeschaut ob Brut da ist und dann mit MS oder OS behandelt.
    Brut war übrigens nie mehr da, deswegen werde ich in Zukunft gar kein Volk mehr aufreissen sondern nur noch den Frosteinbruch notieren.
    Habe letzte Woche meine Völker mit OS behandelt, obwohl noch reger Betrieb mit Polleneintrag zu beobachten war.
    Nachschau im Kontrollvolk ergab aber völlige Brutfreiheit.


    Gruß


    xare


    aus dem Land der Berge, Schlösser und Seen.......und gelegentlichen Nachtfrösten auch im Herbst 2006

    Die Praxis sollte das Ergebnis des Nachdenkens sein, nicht umgekehrt (H. Hesse).

  • Mal wieder Anfängerfrage von mir---
    warum eigentlich im Winter den Milbenfall kontrollieren wenn ich sowieso nur einmal die Winterbienen behandeln darf?

  • Hi,


    die dicke Erfahrung habe ich noch nicht. Aber in den letzten beiden Jahren habe ich mit der OS-Behandlung um Weihnachten nicht schlecht gelegen.

  • Michael2 schrieb:

    Reinvasion ist bei Temperaturen um 8-9 Grad sehr unwahrscheinlich, wärmer war es hier in letzter Zeit kaum, warum soll man noch mit der Winterbehandlung warten.


    Moin Michael2,


    ich komme gerade von draußen. Die Bienen flogen wie im Sommer. Die tiefstehende Sonne hatte hier soviel Kraft, daß es zu 14°C im Schatten (Nordwand Holzhaus) reichte. Mein Gesicht ist knallrot. Soviel zum Thema: es ist unwahrscheinlich, daß es Reinvasion gibt. Was unwahrscheinlich ist, ist Brutfreiheit. Mach Dir die Mühe und klicke mal hier http://www.wetteronline.de/Sachsen/Grimma.htm da siehst Du, daß ich nich flunkere. Bei den Rückblickdaten siehst Du, daß am Freitag wenigstens Frost war. Zuletz war leichter Frost am 17. Oktober und 2. November. Danach waren hier die nächtlichen Tiefsttemperaturen nicht mehr unter 2 Grad und das bei Tages-Höchstwerten von 24°, 18° und 16°C. Zuletzt also ab Freitag haten wird täglich mehr als 6 Sonnenstunden.


    In drei Wochen wird also hier behandelt. Eher nich.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Sonne! Peter, Sonne!


    So tief, dassde keene Changse hast midd Huhd oder so. Es brennd noch immer.


    PS: Die Baumschützer sind fertig geworden und die Benjeshecke hat die gesamten verfügbaren Buschruten aufgenommen. Kannst bestimmt aus'm Weltall sehen. Guck ma!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder