• Lieber Imkers,
    beim Umstellen der Völker (in Segeberger 1 1/2er mit Deckel und Boden) war ich doch eher unangenehm überrascht wie leicht die Beuten doch sind und fürchte um ausreichende Vorräte. Hat jemand einen Daumenwert für mich wie schwer die um diese Zeit noch sein sollten?


    Danke!


    Melanie

  • Mit 1 1/2 kenn ich mich nicht aus. Aber meine Einzarger hatten nur noch um die ~18 Kg, bin auch noch am füttern. Das WE soll es ja nochmal warm werden, dann kann man auf alle Fälle nochmal was reinbringen in die Völker.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Sorry, aber: Hört auf jetzt Beuten zu wiegen oder zu glauben, die Bienen könnten verhungern! Laßt die Völker jetzt in Ruhe (außer Varroa-Behandlung im Dezember). Wenn ihr zu wenig eingefüttert habt, könnt ihr bei den jetzigen Temperaturen sowieso nix mehr machen! Und die verhungerten Völker werden euren Geist schärfen, so dass ihr in Zukunft anders handeln werdet bei der Einfütterung.!


    Ansonsten gilt: In der brutfreien Zeit wird wenig gezehrt. Erst im Frühjahr, wenn wieder größere Mengen Brut in den Völkern ist ,sollte man das Futter kontrollieren und eventuelll (wenn es warm genug ist!), nachfüttern.
    Im Winter verhungern keine Völker, erst im Frühjahr ("Durchlenzung" ist die kritischste Zeit im Bienenjahr).

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Melanie,


    meine DN 1,5 wiegen so um 31 Kg zur Zeit.
    Die Bienen brauchen Moment wenig Futter, gefährlich wird es erst im Frühjahr, wenn wieder Brut gepflegt wird.
    Lass die Bienen jetzt erst mal in Ruhe.

  • Hallo Melanie,


    das eine Volk hat 9 Waben DN 1,5 + leere Futtertasche, und wiegt 31 kg Gesamtgewicht.
    Das andere hat 10 Waben, Gewicht ist mir aber nicht bekannt, beim anheben ist die Kiste schwer genug.


    Ich wintere die 1,5 nur noch mit 10 Waben ein.

  • Moin Imkers, Moin Melanie, Moin Gerold, Moin Michael2 Moin ...


    wir kriegen hier 17°C am WE und da werden hungrige Völker sicher noch Futter abnehmen. Sie fliegen ja auch jetzt noch nach Pollen und Wasser. Die Gewichtsabnahme war bei meinen Völkern auch recht üppig, aber ich hatte ja wegen später Ernte auch über üppig eingefüttert, teilweise bis 45kg. Das Aussetzten einer Futterzarge geht schnell und wenn die Aufstiege futterbesudelt sind oder man ein Glas Honig (pro Stand) opfert zur Spurlegung, dann gehen sie auch sehr schnell ran, ans Futter. Es ist ja nicht nur ein einziger warmer Tag, sondern hier ist es schon seit gestern immer über 10°C. Futter jetzt in die Völker zu bringen ist auf alle Fälle sinnvoller als das im Frühjahr irgendwie zu versuchen. Das verhindert ja auch, daß die Bienen zu früh (also vor der Abkotmöglichkeit) an Honig gelangen.


    Auf meinen Einzargern sind die FZ noch immer drauf und wenn's mich sackt, dann kriegen die auch noch was. Die Zweizarger haben alle über 35kg jetzt und der Winter ist ja schon einen 3/4 November kürzer geworden. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Also ich füttere lieber jetzt noch und lass meinen Verstand stumpf :lol: als dass meine Völker den Hungertod sterben.
    Wir müssen uns nun mal damit abfinden, dass das Wetter sich verändert und das man eben auch noch im November füttern muss, auch wenn in den "alten" Lehrbüchern was anderes steht.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Hallo Henry, hallo Christian,
    was passiert denn, wenn die Bienen vor Kälteeinbruch das Futter nicht mehr eingelagert bekommen? Sie müssen es ja invertieren und die Zellen verdeckeln, oder???
    Wird es dann zu Gammelfutter?
    Gar nix, weil es viel zu kalt ist?
    Schimmel all over?

    LG
    Elke


    Bienen seit April 06, Carnica in Heroldbeute auf DNM , Gartenbienen

  • Gartenfreak schrieb:

    Hallo Henry, hallo Christian,
    was passiert denn, wenn die Bienen vor Kälteeinbruch das Futter nicht mehr eingelagert bekommen?

    Dann bleibt es in der Futterzarge und wird vom Imker runtergenommen, sobald er glaubt, daß sie nix mehr abnehmen werden.

    Zitat

    Sie müssen es ja invertieren und die Zellen verdeckeln, oder???

    Kein Zuckerwasser füttern, wenn's irgend geht, sonder Invertzuckersirup. Invertieren wäre eine Aufgabe für die Winterbienen, die man ihnen ersparen kann und sollte.

    Zitat

    Wird es dann zu Gammelfutter?

    Invertzucker (und besonders Honig) zieht in der Futterzarge Wasser und zwar aus der Stockfeuchte. Honig gammelt dann tatsächlich recht schnell und wird ungenießbar für die Bienen. Das passiert allerdings hauptsächlich beim Nachfüttern im Frühjahr, wenn nichts anderes da ist außer Honig und der von den Bienen nicht schnell genug abgenommen wird. Invertzucker kann deutlich länger stehen.

    Zitat

    Gar nix, weil es viel zu kalt ist?

    Wenn's auch bei Kälte langsamer gammelt, gammelt es aber doch.

    Zitat

    Schimmel all over?

    Eher Hefepilze und Verschleimung. Schimmel gibt's eher dann auf den Futterzargenböden.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Und im absoluten Notfall, wenn nix anderes mehr hilft, erwärmten Honig in ausgebaute Wabe gießen, gut horizontal rütteln, daß nix mehr raustropft und direkt ans Brutnest hängen.
    Aber wirklich nur, wenn gar nichts anderes mehr geht.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen