Met brauen - wie bekomme ich das feinste Honigaroma

  • Hallo Metfreunde


    Ich braue, immer wieder einige Liter Met. Insbesondere mit angegorenem Honig, bzw. B-Honig.
    Da bei dem Brauprozess eh Hefe zugesetzt wird, ist das das beste, was man mit altem Honig tun kann.
    Bisher waren die Ergebnisse bis auf einen Fehlschlag auch relativ gut.
    Letzte Woche wurde mir ein Probierpacket mit drei Metsorten zugeschickt.
    Der Lindenblütenmet hatte ein so intensives und authentisches Aroma, dass ich das nun unbedingt auch erreichen möchte.
    Meiner Meinung nach kann das Aroma nur so intensiv sein, wenn der Lindenhonig nochmals nach der Gärung zugesetzt wird.
    Hat jemand Erfahrung, ob das einen Unterschied macht? Bisher habe ich die Maische immer mit dem ganzen Honig angesetzt.
    Mischungsverhältnis 100 liter Quellwasser weich, 40 Kilo Honig, Portwein oder Madeira Hefe. Ergebnis ist meist halbtrocken mit ca. 13 %.


    Grüße Musikus 'Hicks

  • Manfred Gerber schrieb:


    Hat jemand Erfahrung, ob das einen Unterschied macht? Bisher habe ich die Maische immer mit dem ganzen Honig angesetzt.


    Hallo Manfred,


    beim Obstwein - vor allem bei größeren Mengen - wird Zucker auch fraktioniert zugesetzt. Kannst also ohne weiteres den Honig splitten und jeweils, wenn die Gärung zurückgeht erneut zusetzen.
    Langsame Gärung ist für das Aroma besser.
    Auf jeden Fall würde ich aber einen Hefeansatz machen (ich mache ihn in Apfelsaft mit relativ viel Trockenhefe).

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Hardy
    das mit der Vorkultur mache ich in der Regel auch.
    Ich habe da gerade 80 Liter am blubbern (30l davon ist Apfelweinmet). Da ist die Hefe gut vermehrt. Meinst Du mit Trockenhefe Backhefe?


    Gruß Musikus

  • Hallo Manfred,


    keine Backhefe sondern getrocknete Weinhefe. Nennt sich "Aktivhefe 3".
    Vorteil: Trocken aufbewahrt hält sie sich mehrere Jahre.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Ich nehme doch lieber die Portweinhefe.
    Irgendwo habe ich gelesen dass Honigwein, wenn man ihn veräußern will ein Honig/Wasser-verhältnis von 1 zu 2 haben muß. Bevormundungsschwachssinn)
    Bisher hatte ich die besten Ergebnisse mit 40 zu 100 und das bei über 14 %. Wenn ich nun noch mehr Honig verwende, wird mir das Zeug zu süß, insbesondere, wenn der Alkoholgrad bei 12 bis 12,5 % stehen bleibt.
    Die Portweinhefe dagegen geht bis 15 % hoch.
    Wie schmeckt eigentlich Kastanienhonigmet?


    Grüße Musikus

  • Manfred Gerber schrieb:

    Irgendwo habe ich gelesen dass Honigwein, wenn man ihn veräußern will ein Honig/Wasser-verhältnis von 1 zu 2 haben muß. Bevormundungsschwachssinn)


    Moin Manfred,


    das glaube ich nicht. Wo soll dieser Schwachsinn stehen?
    In der Wein- und Obstweinverordnung jedenfalls nicht!


    Experimentiere doch mal mit Kräuterzusätzen. Da sind noch Potenziale...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Radix
    Das steht im Kitzinger Weinbuch und ein Methändler hat mir ähnliches gesagt.
    Ich habe bereits Versuche mit Kräuterzusätzen gemacht. Am besten fand ich Eberesche von Sorbus Moravica(edulis). Das ist mein Lieblingsmet.
    Verkaufen tue ich jedoch meist den puren herben Met.
    Jetzt will ich erst mal mit Sorten experimentieren.
    Habe gehört, dass Heidehonigmet ein echter Knaller sein soll.


    Grüße Musikus

  • :lol: Jo-ho. Kauf dir mal "Meine Betriebsweise" von BrAdam, das lohnt sich schon wegen der Metrezepte, und bei ihm war es ja fast immer Heidehonig als Basis.
    Er beschreibt auch sehr schön, welche Hefe, was mit wenig Honig für ein Ergebnis kommt, und was mit mehr, usw.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Versuch's auch mal hier:


    Imkereiprudukte
    Met - Honigweinbereitung


    Im wesentlichen wird in den Büchern die Metherstellung beschrieben, wie sie an der Imkerschule Warth (Österreich) praktiziert wird: Honig - Wasser - Hefe - (Hefenährsalze) ... und sonst nichts. Das Ergebnis hat mich umgehauen. Als ich das erste Mal ein Glas Met von dort kostete, dachte ich, ich hätte Gewürzmet im Glas. Tja, so kann man sich irren, es handelte sich um ganz simplen Met ohne Zusätze.
    Die Anleitung im ersten Buch ist für die Herstellung kleinerer Mengen ausreichend. Wer's ganz genau wissen möchte, kann auch noch das zweite zu Gemüte führen.


    lg, Stefan

  • gazdin schrieb:

    Versuch's auch mal hier:


    wie sie an der Imkerschule Warth (Österreich) praktiziert wird: Honig - Wasser - Hefe - (Hefenährsalze) ... und sonst nichts.


    Genau so machen wir überaus wohlschmeckenden Met bereits seit vielen Jahren.


    Hier ein Link von der Imkerschule Warth:


    http://www.lfs-warth.ac.at/page.asp/index.htm


    Hr. Ing. Stücker sendet Dir sehr gerne diesesn mittlerweile zum Klassiker geworden Buches zu.


    LG Josef[url][/url]

  • sabi(e)ne  
    Aus dem Buch von Bruder Adam habe ich das Metrezept, nachdem ich die letzten Jahre braue. Der MET ist gut, vor allem selbst in der 40Kilo-Variante nicht zu süß und bis zu 8 Jahre haltbar, länger habe ich's noch nicht versucht. In ein paar Jahren weiß ich da mehr.
    Aber den Honiggeschmack, den ich bei dem Met der Firma YX im Buquet hatte, den hat meiner nicht.
    Vielleicht geht durch das Aufkochen zuviel Aroma flöten.
    Da wird doch nur ein bißchen Eiweiß ausgefällt. dafür geht alles, was beim Kochen abduftet verloren.
    Hat jemand mal Met ohne Kochen zubereitet?


    Grüße Musikus

  • Hallo Manfred,


    ja ich. Ein paarmal habe ich bisher Met gemacht, aber nie gekocht.
    Gärzeit ist immer sehr lange, weil langsam = Aromaschutz.
    Aber immer nur Kleinmengen, so 10 - 25L für Eigenbedarf und zum Verschenken.


    Einmal hatte ich auch nicht ausgegorenen Met auf Flaschen gezogen.
    Daraus wurde ein köstlicher Sekt. Gekühlt mmmmm...:roll:


    Aber sehr gefährlich, die Weinflaschengärung. Nie wieder!
    Nur noch in Sektflaschen.


    Normalerweise mache ich Obstwein.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hardy : trockener, bzw. nur leicht süßer durchgegorener Honigsekt OHNE Schwefel mit ganz viel Aroma? :D
    Oder Obstwein mit Honig statt Zuckerzusatz?
    Da müssen wir mal drüber reden.....Auge-in-Auge. 8):wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • sabi(e)ne schrieb:

    Da müssen wir mal drüber reden.....Auge-in-Auge.



    :D:D Hi Sabine,


    ich muß Dich ein wenig enttäuschen :cry: 
    "Trocken" zieht`s mir immer die Kronen von den Zähnen :roll: 
    Ich steh` mehr auf fruchtig-süffig... :P


    Ohne Schwefel (0,1g Kaliumdisulfitpulver/Ltr) is nich. Ich möchte einen Wein ohne Oxidierung. Außer, ich mach `nen Sherry aus Bananen.
    Der "dicke Kopp" kommt ja meistens von der Wein- und nicht der Schwefelmenge... :lol: 
    Allergie wäre dann ein anderes Thema.


    Meinen Obstwein mache ich noch mit Zucker.
    1. Hatte ich noch nicht genug Honig.
    2. Muß ich da noch dran arbeiten. Ist schwierig.


    Im Augenblick gärt ein "Obst" still vor sich hin.
    Abgezogen ist er schon. Wenn er im Dezember ruhig wird, geht eine Probe an`s Weinlabor. Vom Ergebnis (evtl. noch Schönung) hängt es dann ab, ob ich davon im Februar schon was mitbringen kann :-?


    Ansonsten trinken wir Kranenberger Tiefquell, Lage Erdloch 7, garantiert Schwefel- und Zucker- (aber auch Geschmacks-)frei... :wink:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.