Bienensterben schon jetzt - Ursachenforschung

  • Moin Imkers,


    ich habe schon wieder Anfragen nach Bienen. Es gibt Imker denen sind bereits jetzt Völker komplett abgeflogen und liegen zu Resten tot im Boden. Manchmal ist noch 'ne alte Königin da und drei Bienen.


    Doch es zieht sich wie ein roter Faden. Bislang sind es allesamt Standimker. Alle von ihnen machen nach der Linde, also Mitte, Ende Juli Langzeitbehandlungen und füttern die Völker in kleinen Räumen, also unten oder auf ein Magazin ein. Hinterbehandler "erwischt" es 90% :wink: häufiger als Magazinimker.


    Und ich bin mir sehr sicher, woran das liegt: Das Bienengemisch vorm Winter stimmt nicht, weil die Völker im August, September und Oktober keinen Jungbienenüberschuß mehr haben, der nie Brut pflegen muß. Der Brutknick kommt zu früh und nicht abruppt genug. Diese Völker haben ab Juli noch handtellergroße Brutflächen und mehr nicht. Der Rest der Bienen altert. Also muß das Häufchen geschlüpfte auch immer weiter Brut pflegen. Desweiteren reagieren alte Königinnen nicht mehr auf den Futterreiz nach der AS-bedingten Bruteinschränkung. Die Bienen füttern die Alte wie blöde, aber die legt einfach nicht mehr. Irgendwann verlieren die die Nerven und weiseln Ende August um, was natürlitzsch in die Hose geht. Seht mal nach Umweiselungszellen in den jetzt schon toten Völkern! Früher konnte man vielleicht mit wenigen Bienen durch den Winter kommen, jetzt wegen der Varroa eben nicht mehr. Außerdem rückt die Trachtlücke nach der Linde auch immer mehr Richtung Januar. Daß die am Ende der Linde Brut ausfressen hab' ich anderswo schon dargelegt.


    Es muß also Ziel sein, die Völker immer und eben auch bis zum Schluß in der Tracht zu halten oder denen wenigstens eine Tracht zu simulieren. langsames bzw. sehr langsames dünnes Einfüttern auf großen Räumen hilft da und Wandern und Ernten natürlich auch.


    Bei aller Beobachtung und Konzentration auf die Milbe, dürfen wir die Bienenbiologie nicht aus dem Auge verlieren. Das Ziel müssen junge große Völker milbenfrei sein, nicht milbenfreie Völker so früh wie möglich.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry, Hallo Zusammen,
    die Behandlung der Völker nach der Tracht ist anscheinend zu spät.
    Während der Tracht müsste eine Behandlung gemacht werden.
    Unmöglich, wegen Rückstandsgefahren im Honig!
    Richtig, aber eine Brutlücke , nach der die Varroen aus der Brut sind und die Bienen keine Brut mehr haben, so gelegt, das man an deren Ende aberntet und danach die Völker behandelt, das birgt wenig Risiko.
    Wenn gleichzeitig die Völker umgeweiselt werden, hat sich das Problem, alte Königin kommt nicht mehr in die Puschen, auch erledigt.
    Die junge Königin schafft sicherlich ein ordentliches Wintervolk.
    Wenn nicht - Auslese!
    Das frühzeitige Erstellen von Jungvölkern und diese varroaarm aufbauen zu Vollvölkern, außerhalb des Standes, ist noch eine Möglichkeit.
    Nur, man muss sich von den "Varroa-Mutterschiffen", den Altvölkern, trennen.
    Leider Schwefellappen statt Schwammtuch.
    Harter Schritt- aber es sind die Völker, die mit verbrauchter Königin, die schon ein zweites Jahr einen überhohen Varroadruck erleiden - , die dann zsammenbrechen und ihre Milben in der Umgebung verteilen.
    Dann lieber "kontrolliert" entledigen.
    Ein Trost verbleibt ja: die Freude übe die Jungvölker.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,


    du mußt dich sicherlich von den Altvölkern trennen, aber doch nur von deren Bau!
    Die Bienen als Kunstschwarm abgefegt und mit Milchsäure behandelt, gehen dann mit Varroabelastung von fast Null an den Start.
    Und sind beim Wiederaufbau ein enormer Schub für das neue Volk.
    Durch die enstehende Brutlücke bis zum nächsten Schlupf wird auch die Varroa klein gehalten.
    Dazu kommt aber, wie Henry sehr richtig schreibt, die Völker müssen "beschäftigt" werden.
    Z. B. durch kleinere, stetige Futtergaben oder Wanderungen.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Moin Lothar,

    Lothar schrieb:

    die Behandlung der Völker nach der Tracht ist anscheinend zu spät.

    Nur manchmal ist das wirklich so.

    Zitat

    Während der Tracht müsste eine Behandlung gemacht werden.
    Unmöglich, wegen Rückstandsgefahren im Honig!

    Tracht heißt, daß was von draußen rein kommt, nicht, daß Du das essen mußt. Natürlich darf man mit den Bienen in die Goldrute oder in die Phacelia wandern und die sich ihr Winterfutter selbst einsammeln lassen. Ganz praktisch dürfen da dann die Völker die's nötig haben behandelt werden und die geben dann Futter-Honig-Waben für die andern ab, die härter beerntet werden können. Wahrscheinlich wurd man aber eher einen Stand als Ganzes betrachten und eventuell auf das vermilbte Volk, nicht aber auf den Honig verzichten.

    Zitat

    Richtig, aber eine Brutlücke , nach der die Varroen aus der Brut sind und die Bienen keine Brut mehr haben, so gelegt, das man an deren Ende aberntet und danach die Völker behandelt, das birgt wenig Risiko.

    Brutlücke, Trachtlücke, Jungbienenlücke, Pflegelücke, Winterbienenlücke - welcher Begriff ist der Positive?

    Zitat

    Leider Schwefellappen statt Schwammtuch.

    Versteh' ich nicht. Schwammtuch rechtzeitig! Schwefellappen gar nicht!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    das ist der entscheidende Punkt, der richtige Aufbau der Völker.
    Ich denke das einige Imker dafür nicht in der Lage sind, das richtig ein zu schätzen


    Eine Langzeitbehandlung mit AS ist für die Brut eine Bremse deshalb lehne ich diese Behandlungsforum auch ab, weil die Brut dadurch stark eingeschränkt ist und zu wenige Winterbienen entstehen.


    Ich lege viel Wert auf junge Königinnen, alles was für die Zucht nicht gebraucht wird fliegt raus egal ob die Königin von 2005 war, 99 % meiner Völker haben eine Königin von 2006.


    Ein Austausch der Königin Juli/August hat den Vorteil das dieses Volk 200% Brutleistung bringt, weil eine junge Königin ein größeres Brutnest aufbaut als eine alte Schachtel von 2005.


    Ich wintere nur Völker auf eine Zarge 11 DN ein, so ein Volk muss min 5-6 Brutwaben haben, bei weniger muss verstärkt werden oder Vereinigung mit eine Ableger, oder tausch der Königin.


    Ich wintere schon lange keine Völker mehr auf zwei Zargen ein.
    DN 1,5 oder DN 11 normal.


    Das Ganze wird lange zeit beobachtet das diese Brutleistung auch lange anhält, Winterbienen unterscheiden sich zu normalen Wintern, ab August/September durch hier kräftigere Farbe, dicker als normal Bienen, hat so ein Volk viele solche Bienen ist eine Winter Probleme möglich.


    Die Brutmenge erreicht man durch gleichmäßige und lange Fütterung, die bei mir früh beginnt und oft spät endet.


    Ab Mitte, ende September sollte das Futter nur in der Form von Apiinvert gegeben werden.


    Hat ein Volk, viele dunkle, von der Farbe her verblasste Bienen, sind das meist nur Atltbienen, diese sterben bis zum Winter reihenweise weg und das Volk wird schwächer, die Folgen kann man sich denken.


    Der Völkeraufbau im Herbst ist der wichtigste Teil in einer Imkerei, da ist die Honigfreigabe unwichtiger.


    In dem Aufbau der Völker liegt der Schlüssel für das kommende Jahr, was im Herbst nicht in der Kiste hat man im Frühjahr auch nicht.


    Ich Verein gibt es einige Leute die einen Aufbau falsch oder sehr ungenau durchführen, die Folgen sind ja bekannt, am ende wird man bestraft.


    Wer erfolgreich imkern will muss sich echt mal ernste Gedanken machen über den erfolgreichen Aufbau der Völker, da werden sehr oft Fehler gemacht, sei es Faulheit oder Unwissenheit.


    Wer kein Plan für seine Betriebsweise hat, soll sich nächstes Jahr darum mal echte Gedanken machen.

  • :o

    Zitat

    weil eine junge Königin ein größeres
    Brutnest aufbaut als eine alte Schachtel von 2005.


    Na, dann hätteste mal die "alten Schachteln" in den zugeflogenen Schwärmen sehen sollen!
    Da kommt kein Ableger und kein KS hinterher.....


    Ich bin übrigens unter heftigem Nachdenken und den Bienen zuschauen zu der Erkenntnis gekommen, daß die Nummer mit den diesjährigen Königinnen gar nicht so erstrebenswert ist.
    Die Methode von Karl Kehrle, die Jungköniginnen erst mal im Begattungsableger zu überwintern, als Vorprüfung, hat den großen Vorteil, daß man bei Fehlbegattungen nicht gleich das ganze Volk ruiniert hat.
    Regulär finden Jungköniginnen bei natürlicher Geburt aus Schwarmzellen nur noch ein halbes Volk vor, mit abnehmender Tendenz, weil ja schon tagelang nicht mehr gelegt wurde.
    Bis sie dann selber langsam mal legt, vergehen nochmal ca. zwei Wochen.
    D.h., die letzten Bienen ihrer Vorgängerin müßten gerade geschlüpft sein, und das Volk ist brutlos und wird nochmal kleiner, bis ihre ersten Töchter geschlüpft sind.
    Die Anforderungen sind also erheblich geringer als in einem Vollvolk, wo eine gut legende Königin routinemäßig gegen so ein armes Ding ausgetauscht wird.
    Bei stiller Umweiselung ist meistens ja noch die alte Mutter eine Zeitlang parallel tätig, also ist auch da der Druck geringer.
    Den allergrößten Druck haben damit aber die Nachschaffungsköniginnen, und daß sie dem im hohen Grad nicht standhalten können, zeigt die Erfahrung, daß sie meist schnell gegen eine Umweiselungskönigin getauscht werden.
    Damit ist es eigentlich nicht sinnvoll, diesjährige Jungköniginnen in Vollvölker einzuweiseln, abgesehen vom Risiko der Nichtannahme.
    Bei mir kommen sie nur noch in die Ableger, bzw. Begattungskästchen.
    Sagen wir mal so, 12jährige Mädchen sind durchaus in der Lage, Kinder zu bekommen, aber mit zunehmender biologischer Reife geht das einfach besser... :wink:


    Aus der Erfahrung dieses Jahres heraus kann ich nur sagen, daß Ablegern so sechs Wochen nach ihrer Erstellung Schwammtuch sehr gut tut.
    Die von meinen Anfängern haben danach recht locker auch die zweite Zarge gefüllt, und als Anfang September der natürliche Milbenfall sich verfünffachte, haben wir am vorletzten schönen Tag nochmal "ge-schwamm-tuchelt".
    Ich denke, daß ohne die frühe Behandlung es nicht so gut aussehen würde, es kommt aber wohl auch auf die Größe der erstellten Ableger an; ob ich da 1 oder 2 BW oder 4 reinpacke, dürfte in der Milbenentwicklung einen Riesenunterschied machen.
    Oder sieht das jemand anders?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin sabi(e)ne,


    ich meinte mit alten Königinnen keine blauen und grünen. :wink:


    Mir geht es insgesamt nicht um Einzelmaßnahmen, sondern darum, die Bienen kontinuierlich am Arbeiten und damit am Leben zu halten. Eben gerade nicht die Sondersituationen: Umweiselung oder Kunstschwarm oder Brutentnahme oder was auch immer der Imker gerade irgendwo gelesen hat und als Einzelmaßnahme umzusetzen versucht. Ich meine Maßnahmen zur kontinuierlichen Bienenpflege. Und da ist die allerbeste Maßnahme nun mal Tracht. Denn nur Tracht bringt effektiven Bienenumsatz und damit die innere Gesundung.


    Vielleicht müssen wir auch wieder über sowas wie Trachtlückenfütterung nachdenken, denn wer macht denn sowas heute? Geernteten Honig zurückgeben will keiner (egal wie schwer er ihn verkauft kriegt), doch vielleicht wär das die echte Alternative für die Standimker mit Spätrachterwartung. Wer jedoch nach der Linde letztmalig ernten will der darf doch ruhig das Winterfutter, dünner als üblich und über den ganzen August und den ganzen September geben. Schluckweise aber ohne tagelange Pausen. Also nicht Winterbienen schonen und erhalten, sondern neu erbrüten und zwar massenhaft. Man wird dann zwar nicht in der Augustversammlung schon bekanntgeben können, daß das Jahr rum sei und man fertig ist bei den Bienen, aber man bringt vielleicht mehr durch.


    Ich werde das nächstes Jahr nach der Linde und vor der Goldrute machen. Ich werde Goldrutenhonig aus diesem Jahr aufheben und verdünnt in die Trachtlücke füttern. Nicht wie's wilde aber auch zum Training auf die Socken.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Wohl, wohl Henry,
    stimmt schon, wenn gute Tracht, dann wenig Milbis.
    Aber es hat auch schon Honig ohne Ende gegeben und trotzdem großes Wehklagen.
    Kein Jahr ist wie das andere!
    Aber die Statistik wird Dir wohl rechtgeben.


    Ein wichtiger Faktor, wie auch schon angeklungen, ist in meinen Augen
    die Jungvolkbildung. Nicht ein Schröpfen von 1-2 Brutwaben, das bringt nicht viel. Aber wenn ich in der Trachtpause zwischen Löwenzahn und Wald die Völker teile, (die, die halt ans Schwärmen denken) dann halbier ich auch die Milbis.
    Manne glaub ich arbeitet so ähnlich.


    Von Weiselzellen brechen halt ich nichts, das hält nur mich und die Bienen auf. Von genereller Schwarmverhinderung auch nichts.
    Meist kommt der Schwarmdusel eh bei allen auf einmal. Dann muß man halt mal 1 Woche arbeiten, und Schwarmvorwegnehmen, dann hat man um 1/3 mehr Völker, die man gut verkaufen kann und kommt locker mit den Milbis zurecht.
    Wenn Waldtracht kommt, ist das zurückgelassene Muttervolk mit jg.
    Königin und der vorweggenommen Schwarm schon wieder so fit, daß sie auch noch 1-2 Zargen Honig bringen, wenn nicht mehr.
    Das ist auf jeden Fall in unserer Gegend so.
    Bitte nicht verallgemeinern. Aber Gedanken machen, wie man am besten viele Jungvölker macht. Das ist zwar nicht das A und O, aber irgendwas dazwischen.
    Grüße Simmerl

  • Simmerl,

    Zitat

    Ich denke, daß ohne die frühe Behandlung es nicht so gut aussehen würde, es kommt aber wohl auch auf die Größe der erstellten Ableger an; ob ich da 1 oder 2 BW oder 4 reinpacke, dürfte in der Milbenentwicklung einen Riesenunterschied machen.


    Was meinst du dazu? :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hi, Sabi,
    wird wohl so sein, daß der Stärkere auch mehr Milben hat, wie der Schwächere weil er ja mehr mitbekam.
    Glaube jedoch nicht, daß der Stärkere selbst ohne Behandlung während des Jahres kippen würde, bis zur allgemeinen Behandlung hin.
    Erwisch ich eine brutfreie Phase (Begattungsableger) und behandle mit MS, ists eh Wurst, ob er stark oder schwach ist.
    Früher hab ich immer meine MS-Spritze dabei gehabt bei der Ablegerdurchsicht.
    Heute sind mir Starke lieber, die auch noch Honig bringen, so brauch ich meine Spritze auch nicht mehr. Wär ja auch fatal nicht wahr?
    Bei Schwachen, die keinen Honig mehr bringen sollen und nur der Vermehrung dienen, würd ich vor der Verdecklung MS machen.
    Die sagen nach der nächsten Durchsicht: Danke, Danke liebe Sabi.
    Grüße Simmerl

  • Hallo Sabiene,


    junge Königinnen haben einen ganz anderen Auftrieb als eine Altkönigin von 2005, setzt man einer älteren Königin eine Langzeitbehandlung mit AS aus, ist es nicht immer einfach ein großes Brutnest zu erzeugen, fehlt dann noch Futter besteht die Gefahr das nicht genug Winterbienen erzeugt werden.


    Warum gibt es denn immer wieder Probleme mit Altvölkern?
    Eine Jungkönigin in einem Altvolk wirkt oft Wunder.


    Darum sind auch Jungvölker viel vitaler als vergleichbare Altvölker die Unmengen an Atltbienen haben und im später Herbst/Winter sehr geschwächt sind, ich denke an der Ganzen Sache ist echt was dran, ich habe diese Erfahrung schon oft gemacht, diese Art der Betriebsweise hat für mich mehr Vorteile als wenn ich viele Völker mit Altköniginnen habe.


    Der weitere Vorteil ich habe wenige Probleme mit Schwarmstimmung, weil alle Königinnen 0 jährig sind.
    Vorrausetzung ist auch eine Auslese beim Schwarmstrieb.


    Wenn das ganze keinen Sinn ergibt und keinen Vorteil bringt, würde ich das auch kaum so machen.


    Eine Königin egal welches Alter, kann einen Ausfall haben.

  • Hallo Henry,
    "Die Behandlung der Völker nach der Tracht ist anscheinend zu spät"
    Darauf Du: "Nur manchmal ist das wirklich so"
    Bitte begründe doch dieses "manchmal".
    Trachtlücke: bei mir etwa Anfang Juni entweiseln,
    nach 18 Tagen haben die selbst eine Königin nachgezogen, noch etwa zwei Wochen bis diese in Eilage, dann ist so erste Juli-Dekade,
    genügend Zeit, das diese bis zum ersten Frost ein Wintervolk aufbaut.
    Erste Juli-Dekade ist auch ungefähr der Zeitpunkt zur Sommertrachternte.
    Wenn diese raus ist, kann ich die Bienen wohl behandeln.
    Was danach kommt, ist Zuschuss fürn Wintervorrat und natürlich Beschäftigung für die Bienen.
    "Leider Schwefellappen statt Schwammtuch"
    Gemeint ist, nicht die Altvölker zu behalten.
    Wenn 90 % ( :wink: ) von denen eh unter der Milbenlast zusammenbrechen, ausgeraubt werden und deren Varroen durch Re-Invasion verteilen, warum dann nicht vorher diese Völker beseitigen?
    Klingt hart, aber mit ähnlicher Begründung erklären mir Jäger, warum sie in meinen Augen gesunde Tiere erschießen, weil diese den Winter nicht überleben werden und man ihnen Qualen und Leid ersparen möchte.
    Und diese Völker werden noch nicht mal den Herbst überstehen.
    Sicherlich Quälen und Leiden zusammenbrechende Völker, wenn auch nicht in der Form, wie andere Tiere.
    Kurz gesagt: unbehandelte Altvölker nicht mit in den Winter nehmen, sondern abschwefeln.
    Dann hat man das, was sonst an Milben noch auf andere Völker verteilt werden könnte, halt auf den Beutenboden zum entsorgen.
    Investieren wir lieber in Pflege und den Aufbau der Jungvölker.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Lothar schrieb:

    "Die Behandlung der Völker nach der Tracht ist anscheinend zu spät" ... "Nur manchmal ist das wirklich so" ...
    Bitte begründe doch dieses "manchmal".


    Mach ich, Lothar,


    nur wenn der nat. Milbenfall die persönliche Schmerzgrenze übersteigt ist Behandlung nötig. Ob da Tracht ist oder Flaute iss grad egal. Wenn der Milbenfall also im August bei weniger Milben liegt, dann darf die Luzerne, die Goldrute oder die Phacelia durchaus unbehandelt genutzt und auch geerntet werden. Entscheidend dafür ist die niedrige Milbenlast zu Start der Saison. Aber es ist eben Grundfalsch das "Aus der Tracht nehmen" auch gleich als "Sich-nicht-mehr-um-erntbare-Tracht-kümmern-müssen" aufzufassen.


    Wenn Du behauptest:

    Lothar schrieb:

    Erste Juli-Dekade ist auch ungefähr der Zeitpunkt zur Sommertrachternte. Wenn diese raus ist, kann ich die Bienen wohl behandeln. Was danach kommt, ist Zuschuss fürn Wintervorrat und natürlich Beschäftigung für die Bienen.

    Dann ist das genau der Kern meiner Kritik. Es ist nur deshalb Ende, weil die Imker die Milben-Notbremse ziehen (müssen) oder sie eben ziehen, aus reiner Gewohnheit oder Gruppenzwang. Und weil man nicht mehr ernten kann, da kann man dann auch gleich einfüttern. Ab da lungern die Völker mit kleinen Brutnestern rum und leben so vor sich hin. Hallo! Wir haben aber Klimakrise! Es ist länger warm! Es dauert also auch noch länger bis richtiges Winterwetter den Winter im Bienenstock beginnen läßt. Es wird noch Brut aufgezogen. Es wird noch Pflegefett verbraten ...


    Außerdem kommt nach der Linde eine Lücke und eben nicht das Ende. Die Bienen sind nur zum Nichtstun gezwungen, weil keiner den Mut hat sie in die Phacelia zu fahren, damit sie sich selbst auffüttern, weil bereits aufgefütterte Völker sich dann angeblich abarbeiten. Die arbeiten sich aber eben nicht nur ab, die ballern ihr ohnehin schon eingeschränktes Brutnest zur Nektaraufbereitung wieter zu und erzeugen überhaupt keine Bienen mehr. (So gesehen auf einem Stand mit 100% Ausfall letztes Jahr, als die spät gesäte Phacelia dann doch noch wochenlang blüte)


    Geh doch mal davon aus, daß der letzte und vorletzte Brutsatz die Winterbienen bringt und das der Brutsatz davor diese im Madenstadium voll Winterenergie pumpen muß und dann ist auch klar warum das eben nicht geht mit zwei Waben Brut im August.


    Deshalb u.A. funktioniert ja das Schwammtuch so gut. Es bricht wenn nötig die Befallsspitze und schafft einen halbwegs gesunden Brutsatz, aber eben aus einem großen Brutnest. Und der kann dann die nächste Generation, den nächsten Durchlauf erstmal so ernähren, daß die unbefallenen Bienen auch wirklich bis zum nächsten Jahr halten. Die bemilbten sterben eh. Da muß man nicht rumschwefeln.


    Wenn 5.000 Bienen zur Überwinterung nötig sind und 10.000 anzustreben und 15.000 sicher, wo sollen die herkommen? Aus den Restbrutnestern aufgefütterter Völker mit insgesamt 1.000-2.000 Zellen? Oder sollen die, die im August schlüpfen dann 8 Monate halten, weil ringsrum soviel Futter liegt? :o

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Lothar :

    Zitat

    bei mir etwa Anfang Juni entweiseln,
    nach 18 Tagen haben die selbst eine Königin nachgezogen, noch etwa zwei Wochen bis diese in Eilage, dann ist so erste Juli-Dekade,


    Ich hab das ja jahrelang auch so gemacht, aber je mehr ich in die tiefere Biologie einsteige, und in meinen alten Aufzeichnungen gucke, desto mehr muß ich mich wegen der eigenen Erfahrungen langsam mal den Demeter-Leuten anschließen, daß vom Volk bei selbst aus normalen Zellen nachgezogene Königinnen nicht vollwertig sind, und sehr, sehr oft spät noch wieder umgeweiselt werden, und dann haut es auch oft nicht mehr richtig hin.
    Dadurch haben sie dann zwei Brutausfälle in einer Saison, und das ist schwer auszugleichen.
    Und es ist zusätzlich bei der 2x9 Methode ein extremer Streß, ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Volk eine so lange königinnenlose Zeit wirklich unbeschadet übersteht.


    Ihr könnt gern lachen, aber ich versuche mich in die Bienen hineinzudenken.
    Wie wären die Abläufe nach Plan in freier Wildbahn, und was bewirken unsere Eingriffe?
    Wie kann ich meine menschlichen Ziele erreichen, ohne die Bienen damit zu sehr zu stressen?
    Ich bin selbst durch reinen Streß sehr schwer krank gewesen, und konnte mir das vorher immer gar nicht vorstellen.
    Wenn ich das auf die Bienen übertrage, kann ich nur zu dem Schluß kommen, so wenig wie nur möglich überhaupt einzugreifen.
    Und da ist eben das CB für mich das Optimum, weil ich nicht jede Woche drin rumwühlen muß, und die Bienen die Umweiselung selbst erledigen (wann genau dabei die alte Königin raus muß, um sie zu retten, ist auch nach dieser Saison noch nicht ganz klar).


    Und behandlungsmäßig kann ich reinen Gewissens nur Schwammtuch, Verdampfer oder Vernebler empfehlen, alles andere ist einfach zu unkontrollierbar.
    Wer hat denn bei den Langzeit-AS-Behandlungen mal zwischendurch die Konzentration der verbliebenen Säure im Verdunster gemessen?
    AS zieht Wasser wie Sau, wieviel AS 60% ist denn tatsächlich noch nach einer Woche im Verdunster, wenn es drei Tage geregnet hat?
    Und sogar Schwammtuch kann versagen, wenn es zu schwül ist=hohe Luftfeuchtigkeit.
    oder zu kalt=es entsteht nicht genügend Dampfdruck.


    Ich versuche immer noch, zu einer Betriebsweise zu kommen, die mir UND den Bienen das Optimum bietet, aber das scheint noch ein langer Weg zu sein.
    Kleine Zellen und kleiner Wabenabstand als Combo scheinen jedenfalls gewaltig was auszumachen, die beiden Naturbauvölker mit 32mm sind jedenfalls die fittesten und stärksten, und schleppen sogar jetzt bei 12° noch Efeupollen an, wo die anderen kaum rausgucken.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen