Honig feinsieben bzw. abschäumen

  • Hallo Kollegen!


    Für meinen Betriebsablauf ist es sehr wichtig, dass ich den Honig nach dem Schleudern vor dem Festwerden tip-top sauber im Honigeimer habe. Deshalb lasse ich den Honig gleich nach dem Schleudern durch das ganz feine Nylon-Spitzsieb laufen und habe damit auch gute Erfahrungen gemacht. Durch die Vergrößerung meiner Imkerei wird dieser Arbeitsschritt aber zum Engpaß.
    Deshalb meine Frage:
    Kriege ich den Honig auch verläßlich astrein sauber wenn ich ihn nur grob siebe und abschöpfe oder bleiben da immer ein paar Krümel übrig?


    Sind große Klärbehälter (z.B. 200kg Fässer) für den Klärvorgang besser als Hobbocks?
    Wie sind da eure Erfahrungen? Besonders interessant wäre auch die Meinung von jemandem der Erfahrung hat mit dem Handling von mehreren Tonnen Ho im Jahr.


    Schöne Grüße, Reinhard

    Wanderimkerei, Nebenerwerb mit derzeit ca. 50 Wirtschaftsvölkern, mehr oder weniger Carnica-Landmädels, nur Standbegattung, Langstroth-Flachzargen in Brut- und Honigraum. imkere seit 1987.

  • Hallo Reinhard,
    leider will scheinbar niemand seine Betriebsgeheimnisse preisgeben.
    Da mich dieses Thema auch sehr interessiert, möchte ich den Thread mit zwei zusätzlichen Fragen wieder hochholen. :wink: 
    1.
    Es gibt mehrere unterschiedliche Techniken in kleinen bis mittleren Imkerein. Das herkömmliche Doppelsieb, Siebkübel mit vertikalen Siebeinsetzen und schließlich konische Siebe, die auf den Abfüll / Lagerbehälter gesetzt werden.
    Wer hat mit welchem System erfahrung und kann deren Vor- und Nachteile benennen?
    2.
    Wie arbeiten größere Betriebe, z.Bsp. Toyota? mit Honuigsumpf oder auch mit den von mir beschriebene Methoden?
    3.
    Ich möchte auch den Honig fertig gesiebt und eventuell gerührt in den Lagerbehältern haben, um ihn nur noch in Gläser abfüllen zu brauchen, eventuell nach vorherigem auftauen im Wärmeschrank (was ich am liebsten vermeiden möchte). Arbeitet jemand erfolgreich so?
    4.
    Es gibt verschiedene Gerätschaften die Abfüllkübel auf "Betriebstemperatur" zu halten. Unter anderem eine Art Heizboden (z.Bsp. Abfüll-Jet von BIVO). Hat jemand damit Erfahrung. Benötigt man das für einen optimalen Arbeitsablauf (gerade auch bei zäheren Honigen)?


    Soweit meine Fragen.
    Wer hat die Antworten darauf?
     :D


    Gruß
    Ralph

  • Hallo Reinhardt,
    200kg Behälter gehen besser. Halte den Honig in den Behältern auf Temperatur / lasse ihn eine Nacht im Wärmeraum. Honig kannst Du dann von unten abzapfen oder besser per Pumpe von unten absaugen und dann direkt durchs Sieb. Der ganze Schmodder sammelt sich oben. Dann kannst Du Dir das Sieben beim Schleudern sparen.
    Gruß Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Hallo zusammen,


    ich siebe den frisch geschleuderten Honig unmittelbar mit Grob- und Feinsieb. In den nächsten Tagen schöpfe ich mehrfach die noch aufsteigenden Wachspartikel ab (mit einem Kuchenteigschaber). Irgend jemand (vielleicht sogar hier im Forum?) hat geschrieben, dass er für diesen Arbeitsvorgang Baumwolltücher auf den Honig legt. Hebt man die Tücher ab, bleiben die Wachspartikel darin hängen. Das scheint mir einleuchtend, habe ich aber noch nicht probiert.
    Anschließend rühre ich den Honig (jeweils 1mal täglich) bis er cremig ist. Ich bin aber davon abgekommen, die gesamte Honigernte dann abzufüllen, da der Honig im vergangenen Jahr irgendwann doch hart wurde und weiße Kristallschlieren bildete (ist zwar eher ein Qualitätsbeweis, da Hinweis auf geringen Wassergehalt), spricht Kunden aber nicht an. :roll: Jetzt fülle ich portionsweise nach Bedarf ab und muß dann natürlich nach und nach Honig auftauen. Mir gefällt das Erwärmen bzw. Auftauen auch nicht, sehe aber keine Alternative. :-?


    Grüße,
    Vorgebirge

    (seit 2002 Carnica, Standbegattung; Löwenzahn, Obstblüte, Sommerblüte, Robinie, Linde; Zander, Zeidlermagazin (Heroldbeute), Hohenheimer Einfachbeute; Neutralgläser, eigene Etiketten; Honig, Propolis, Met, Bärenfang)