Wichtige Frage

  • Sicherlich ist ja jedem der Spruch bekannt:
    "Wenn man sich auf andere verläßt, ist man verlassen..."
    Nun hatte ich mich letzte Woche auf meinen Imkerpaten verlassen - im Gespräch mit anderen hier ansässigen Imkern gibt mir das allerdings zu denken.
    Da ich als ganz frischer Jungimker noch so gut wie keine praktischen Erfahrungen habe, nur das, was man aus Büchern so weiß, wollte ich zum Thema noch mal die Meinung der Allgemeinheit hier hören.
    Problem ist folgendes:
    Einwinterung - von 2 Zargen auf eine, abfegen der restlichen Bienen in der 2. Zarge in die 1. (in diesem Falle dann die auf den Boden gestellte ehemals obere Zarge - Entnahme der restlichen noch nicht ausgelaufenen Brut mit der Begründung der Verhinderung der Varroamilbe, die sich eventuell in dieser Brut befindet - Behandlung mit Bienenwohl in der nun übrig gebliebenen Zarge - Zeitpunkt der Aktion Anfang November.


    Ich hoffe, man kann aus meiner Schilderung schlau werden und hoffe auf rege Antworten.
    Grundsätzlich ist dazu noch zu sagen, dass ich nicht alles aus persönlicher Überzeugung so gemacht habe, sondern auf das Wissen meines Imkerpaten gebaut habe.

    Gruß aus Hildesheim - Holger - Buckfast in Segeberger Beute - 1 1/2 DNM - Bienen seit 2006

  • :o Du siehst mich echt fassungslos....
    Die Aktion an sich wäre nicht das Schlimme, aber der Zeitpunkt!
    Die Bienen haben sich alles für den Winter eingerichtet, wissen, das Futter anfängt und aufhört, alle Ritzen sind propolisiert, und dann kommt wer, und baut die ganze Hütte um?
    Und klaut auch noch die Kinder und eine Säuredusche gibt's auch noch?
    Von dem verdammt hohen Risiko des Königinnenverlustes mal ganz abgesehen....
    Entmilbung durch Brutwegnahme in Verbindung mit AS, OS oder sonstwas kann man gut direkt nach der Tracht machen, ist dann auch sinnvoll zugunsten der Winterbienenerzeugung, aber ich sehe keinen Sinn in so einer Aktion Anfang November.
    Der Streß, den das Volk dadurch hat, ist mit Sicherheit um ein Vielfaches höher, als die paar Varroen in dem letzten bißchen Brut.
    Und sie so spät kleiner zu setzen, und damit wirklich alles durcheinanderzubringen - wozu?
    Es gibt für jede Arbeit ihre Zeit, bei dir paßt das irgendwie nicht.
    Aufmachen, träufeln, zumachen.
    Was anderes sollte man zwischen Oktober und März gar nicht machen (MS und OS-Dampf sind die Ausnahmen).


    Was sagt dein Pate denn als Begründung?
    Irgendwas wird er sich ja dabei denken, aber die Bienen finden es mit Sicherheit nicht toll.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hätte ich bloß auf mich un mein mir angelesenes vertraut (nicht falsch verstehen, ich bin jetzt nicht der king der Jungimker oder so ;-) - aber so wie er tat, hatte ich noch nicht gelesen.
    Aber ich habe drauf vertraut, dass er mit seinen 30 Jahren Imkereierfahrung nichts grundsätzlich falsch machen würde...


    Begründung soll eine gute Wintertraube sein, die nicht das Volumen von 2 Zargen aufheizen soll.


    Wie reagieren die Bienen denn im Frühjahr drauf?

    Gruß aus Hildesheim - Holger - Buckfast in Segeberger Beute - 1 1/2 DNM - Bienen seit 2006

  • :o Ich dachte, es hätte sich bundesweit langsam mal herumgesprochen, daß die Bienen eben NICHT die ganzen Zargen heizen, sondern nur das INNERE der Wintertraube.
    Innen hat's 18°, an der Außenseite schon nahezu Außentemperatur, ich kann dir auch gern Links dazu raussuchen (von Instituten).
    Die Bienen hatten im Kopf, daß die Höhle im Baum zweizargig war, und nu ist sie kleiner geworden, ergo werden sie im Frühjahr nicht zu dolle loslegen, um nicht zu früh zu viele zu sein.... :roll:


    An dem Grundgedanken, die meisten Milben mit der Brut rauszunehmen, ist nix verkehrt, benutz mal die Forumssuche und guck nach nassauers Brutscheune.
    Bloß macht man das direkt nach der Tracht.
    Und kleiner setzen, wenn man das denn unbedingt machen will, August.
    Ich halte bekanntermaßen nichts davon, weil die Bienen irgendwie wissen, wieviel Platz sie haben und sich drauf einstellen. Wird erweitert, dauert es meist ziemlich lange, bis sie das gemerkt haben. Deshalb versuche ich ja meine auf 3 Zargen konstant zu halten: die unterste kommt im Frühjahr bei guter Pollentracht weg, die oberste, wo meist dann das Brutnest sitzt, kommt nach unten, die vormals mittlere als zweite und dann gleich noch eine dritte. So kann Ihre Majestät ungehindert nach oben losbrüten, ist ja ne große Höhle, kann man viele Bienis aufziehen und einen schönen großen Schwarm werfen... :wink: 
    Nach meiner persönlichen Meinung tut es den Bienen besser, wenn sie Platz haben, und bei 3 Zargen sind sie auch entschieden weiter vom Boden weg, siehe auch Henrys Kletterzarge.
    Was Bodenfeuchte/Bodenkälte angeht, können sie gar nicht hoch genug sitzen, und da macht es schon einen Unterschied, ob ich da einen Einzarger oder Dreizarger stehen hab.
    Laß sie nächsten Herbst nach dem Einfüttern einfach so, wie sie sind; zur Varroabehandlung hast du genug von Trachtschluß bis zum Winter (sprich bis Ende September allerhöchstens).
    Es wäre viel wichtiger, spätestens Ende Juli so viele Milben wie möglich zu erwischen, und danach auf den antürlichen Milbenfall zu achten. Sobald der ansteigt, dürftest du Re-Invasion haben und solltest dann nochmal behandeln, um dir gesunde Winterbienen zu sichern.
    Die Wintertraube sorgt schon für sich selbst :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin moin,


    ich finde den Gedanken auch nicht korrekt, wie schon geschrieben, ist der Zeitpunkt falsch. Die Bienen haben bereits voll auf Winter umgestellt und dann wird alles auseinander gerissen, ist nicht sehr schlau.


    Wie Sabine das schon empfiehlt, Brutfreiheit früher herstellen und behandeln, dann gibt es viele gesunde Winterbienen und man braucht nur noch einmal die Restmilbung durchführen. So wird ein Schuh draus.


    Ob man nun wegen Platzmangels auf drei Zargen gehen muss, halt ich auch nicht für zweckmäßig. Bei dem Zusammenpressen auf eine Zarge, wirst vermutlich wenig Totenfall im Winter haben, irgendwie richtet sich so ein Volk auf seinen Platz ein. Ein Grossteil der Altbienen werden den Stock verlassen und so werden weniger Bienen fallen.


    Im Früühjahr musste dann aber extreem aufpassen, weil eine Zarge DNM is nicht sehr gross und wenn du nicht aufpasst, haste ratz-fatz Schwarmstimmung im Volk. Auch ist das Wetter im Frühjahr nicht so, dass man jeden Tag bei den Völkern rumwühlen kann, da verpasst man dann auch den richtigen Zeitpunkt zum Erweitern.


    Alos dann mal viel Erfolg 8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Sieh an, sieh an
    aus dem Hüppefrosch ist ein Mann geworden, wenn Du das wirklich bist.
    Wer hat Dich denn wachgeküßt und außerdem mal eine Antwort ohne
    verarsche.


    Ich hab nen Spezi der heißt Mungo.
    Der verarscht jeden zugern.
    Ich würd ihn nicht aus dem Wasser ziehen, auch wenn er dort schon 2 Wochen schwämme.
    Ich bin eben ein böser Mensch!


    Servus Simmerl

  • ...wie siehts denne überhaupt aus mit fluxer Erweiterung im Frühjahr...kann ja nicht einmal mit geschleuderten Honigraumwaben dienen...nur mit Mittelwänden...macht sich das obendrein auch noch negativ bemerkbar?


    Ansonsten würd ich mich weiterhin über verschiedene weitere Meinungen freuen :-)

    Gruß aus Hildesheim - Holger - Buckfast in Segeberger Beute - 1 1/2 DNM - Bienen seit 2006

  • Einen wunderschönen guten Morgen an diesem wunderschönen guten Morgen :D 
    Fowi, du schreibst nicht wie es jetzt mit dem Futter ausschaut :o
    Der Hauptteil des Futters war in der zweiten Zarge ,oder?, und jetzt? :roll: 
    Deine Sorge muß im Moment nicht das Frühjahr sein(hat noch einigermassen Zeit) sondern das jetzt, sprich Winter.
    Wenn du vom Gefühl her sagts es ist zuwenig Futter drin, setz einfach die Zarge nochmal drauf.
    Morgen währe der richtige, wahrscheinlich letzte Zeitpunkt um dies noch zu tun.
    Lass die Wachsbrücken auf den Oberträgern und setzte die Zarge mit Futter (ohne Leerwaben) einfach wieder drauf.
    Sei nur nicht so ängstlich, die Bienen sind nicht aus Zucker und gegen den Hungertod ist dies wahrscheinlich das geringere Übel.
    Gleichzeitig kannst du hoffentlich am Ton deiner Bienen erkennen ob Sie weisellos (heulen) oder weiselrichtig (zufriedenes brummen) sind.
    Falls Sie weisellos sind, ich habe noch ein paar Kirchheiner stehen(taten mir leid :oops::oops: ) da sind noch Königinnen drin.
    Davon kannste Eine umsonst haben.
    Bitte aber nicht nur auf Annahme der Weisellosigkeit anfragen, da machst du mehr Schaden wie gut.


    Wie alt ist dein Imkerpate?
    Weißt du ob er dieses Vorgehen auch an seinen Bienen praktiziert?
    In welcher Gegend wohnst du, kalt oder warm?


    Gruß
    Heike


    P.s.: Hey Berni911, :o :wink: cool :lol::lol:

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Auch guten morgen :-)


    Grundsätzlich sind schon die futtervollen Zargen stehen geblieben...war gerade auf dem Sprung und wollte mit Zugwage noch mal die Kisten wiegen,,melde das dann gleich noch mal...
    Wegen Weissellosigkeit höre ich denne mal...aber das müßte ja eigentlich alles in Ordnung sein..naja, warten wir mal ab...


    Wohne in Hildesheim, ca 30 Km südlich von Hannover...


    Imkerpate ist, wie die meisten Imker wohl ;-), älter, aber frag mich jetzt nicht wie alt, weil ich es unhöflich fand, direkt danach zu fragen...irgendwas um die 70 rum...
    Hat seinerseits Buckfast Bienen in Holz Dadant Beuten...bevor er die hatte, imkerte er in DNM in Holzbeuten...von meinen Segbergern wollte er mich schon abbringen, aber das wird nix werden ;-)
    Damit hat sich die Einzargenüberwinterung für ihn ja erledigt...


    Aber ich finde, das klingt alles sehr logisch: nur die Wintertraube heizt und nicht die ganze Kiste und das mit den Jungbienen sowieso...nur seine Erfahrung hat mich dazu gebracht, gegen meine Überzeugung zu handeln, zu mal man ja denkt, als Jungimker hat man noch nicht die meiste Ahnung (hat man ja auch nicht ;-) )

    Gruß aus Hildesheim - Holger - Buckfast in Segeberger Beute - 1 1/2 DNM - Bienen seit 2006

  • Sind gewogen...24, 26 und 28 Kg....finde ich eigentlich reichlich, um nicht zu sagen fast eher zuviel oder?


    Weisellos ist keins, so wie es sich anhört...sieht auch am Flugloch kein Volk irgendwie ungewöhnlich aus...an allen gleicher Flugbetrieb..

    Gruß aus Hildesheim - Holger - Buckfast in Segeberger Beute - 1 1/2 DNM - Bienen seit 2006