mal ne ketzerische Frage.....

  • Zitat

    Nochmal ganz langsam: wenn Zuckerfütterung oder Invertzucker so superklasse ist, warum essen wir dann Honig?


    Na das iss ja mal supi.
    Vielleicht bekommt mir Honig deshalb so gut, weil für menschliche Maßstäbe besonders wenig Spurenelemente drinnen sind.
    Man denke nur an die maishaltigen Frühstücksflocken, bei deren weißer Oberfläche fällt es schwer zwischen kandiertem Zucker oder ausgeblühten Spurenelementen zu unterscheiden. Halsbonbons, Tee, Fruchtsaft,... ob natürlich angereichert oder zugesetzt: irgendwo hat sich jemand etwas gutes ausgedacht und das Zeugs reingepanscht. Vitamine=gesund -> rein damit.


    Gruß
    Simon

  • Mein Bruder bekommt von rohem Honig, egal von welchem, übelste Bauchkrämpfe.
    Erhitzt verträgt er ihn, also irgendeine Eiweißunverträglichkeit, egal ob das jetzt Enzyme oder Pollen sind. Er wäre ein guter Tester, aber aus verständlichen Gründen weigert er sich :wink:
    Daß das konventionelle Zeug mit allem möglichen Mist überangereichert ist - darüber brauchen wir wohl nicht reden. Aber göttinseidank, es gibt noch bio und den eigenen Garten.
    Es ist ja heutzutage schon schwierig geworden, ganz normales Salz ohne Zusätze zu finden... :roll:


    Meine Bienen haben 3 Tränken hier, zwei enthalten nur Wasser ohne alles, und werden nur sehr mäßig besucht. Regen Zuflug haben der völlig veralgte Teich des Nachbarn, ein vererdeter Regenabzugsgraben um die Ecke und die VitC-haltige Tränke.
    Ich hatte mal eine mit Zitronensäure gewürzt aufgestellt, die wurde nach zwei Tagen völlig ignoriert, was meine Vermutung bestätigte, daß es nicht um den pH-Wert allein geht.
    Nächstes Jahr probiere ich Moorwasser (Huminsäuren) und eine sehr lehmige Quelle der Umgebung aus, ich bin gespannt. :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo zusammen,
    generell favorisiere ich auch den Zucker als Überwinterung. Das ist überprüft und ist nix dran zu rütteln. :wink:
    Ich denke, bei der Versorgung der Bienen spielt der Pollen, den sie für die Brut verwenden, die wesentliche Rolle. Er bestimmt die Qualität und die Gesundheit der später schlüpfenden Biene.
    Interessant wäre die Untersuchung des Pollens auf die Stoffe (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente). Und zwar der Gehalt des Pollens der verschiedenen Pflanzen. Ich habe gehört, das sich Stadtbienen besser halten sollen als Bienen auf dem Land. Könnte ich mir damit erklären, das die Stadtbienen eher einen "ausgewogenen Mischpollen" sammeln können als ihre Landkollegen, die ja meist Massentrachten reinholen.
    Bisher wird bei den Pollenangaben immer nur die Masse beurteilt. Und man sieht mit Staunen, das z.T. Massenpollenpflanzen wenn irgend möglich von der Biene verschmäht wird (siehe Goldrute). Warum?
    Offenbar haben die Bienen eine andere "Pollenbeurteilung" als wir. Ihre wird wohl "richtiger" sein. Leider ist in der heutigen Zeit die Mischpollenversorgung nicht überall vorhanden, man denke nur an eintönige Rapswüsten und daneben die Honigläuse. Rapspollen ist bestimmt nicht schlecht, aber allein eben sehr einseitig. Sollte ihm irgendetwas fehlen, hat das Volk einen Nachteil.
    Ich hab mal versucht, mich über die Inhaltsstoffe des Pollens verschiedener Pflanzen kundig zu machen, leider ohne Erfolg :cry: .
    Vielleicht war ein anderer hier erfolgreicher?

    LG
    Elke


    Bienen seit April 06, Carnica in Heroldbeute auf DNM , Gartenbienen

  • Hallo, Elke,
    nein, außer http://cdl.niedersachsen.de/blob/images/C2995966_L20.pdf hab ich auch bisher nichts aussagefähiges gefunden.
    ABER: du kannst aus den Inhaltsstoffen der ganzen Pflanze durchaus auf den Pollen schließen.
    Mais fehlt z.B. die Aminosäure Lysin für ein vollwertiges vom Menschen verwertbares Eiweiß, also darfst du auch kein Lysin im Pollen erwarten.
    Vielleicht hilft das weiter? :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo sabi(e)ne
    meine bienen trinken nicht an dem eigens eingrichtetem brunnen mit ruhigwasserzone und bieneneinlauf, sondern aus den untersetzern wo die blumen drinstehen.
    wenn dort nicht immer wasser, das durch die blumenerde gesickert ist, drinsteht gibt es mecker.

    Gruß Brun0


    Imker sind Kniepsäcke sie schenken anderen nicht mal Glauben

  • Hi,
    danke für den Link, aber das ist nur, was überall drin steht. Wäre genauso, als würde man sagen, die Nahrung des Menschen besteht aus...
    Hmm...der Gedanke, das die Ernährung/ Gesundheit des Bien was mit dem Pollen zu tun hat, läßt mich einfach nicht los. Es wäre doch "praktischer" für den Bien, die nötigen Vitamine und all das Zeug schon in der Brut so anzulegen, das eine lebenslange Versorgung der einzelnen Biene gewährleistet ist. Das ist ja nicht so lange. Und da die Winterbienen dicker angelegt werden, haben sie mehr davon drin. Wenn dieser Gedanke richtig ist, würde ich zu gern die Pollenwerte von Springkraut mit denen von Efeu vergleichen. Springkraut kommt aus Indien, ich weiß nicht, ob die Pflanzen dort bei ihren Bestäubern ein Winterpolster verursachen, aber ich glaube es nicht. Dort gibt´s keinen Winter, also wozu?
    Vielleicht wäre eine in der Brutphase mit hochwertigem Pollen zu kurz gekommene Biene dankbar für die Überwinterung auf Honig, aber eine gut versorgte Winterbiene hält es wohl auf Zucker sehr gut aus. Die braucht ja nur "Heizöl".
    Es ist schade, das zu diesem Thema noch keine differenzierten Untersuchungen stattgefunden haben. Ich finde das wirklich interessant, auch für den praktischen Gebrauch. Da würde man viel besser wissen, welche "Pflanzenkombinationen" den Bien optimal versorgen. So kann ich nur beobachten. Zum Apfel gehört unbedingt Traubenhyazinthe! war die Beobachtung des Frühlings. Ich hab noch ein paar Muscari verbuddelt. Und wenn sie nächstes Jahr nicht drauf rumläppern, weiß ich auch nicht weiter.. :lol:

    LG
    Elke


    Bienen seit April 06, Carnica in Heroldbeute auf DNM , Gartenbienen

  • :lol: *freu* Du liegst gar nicht so verkehrt.
    Die Winterbienen fressen sich ihr Polster der Fettkörper tatsächlich regelrecht an, und es ist klar, daß das nicht geht, wenn sie Unmengen an Jungbienen zu füttern und zu versorgen haben.
    Deshalb ist sehr späte Tracht so unwillkommen, weil oft tödlich. Der Phaecelia-Acker neben dem einen Stand hat etliche Völker das Leben gekostet, weil die Winterbienen sich noch im Oktober völlig abgearbeitet haben, statt fett zu werden und fit fürs Frühjahr.
    Deswegen werde ich jedesmal abwandern, wenn sowas nochmal passiert....


    Wegen der Polleninhaltsstoffe en detail müßte man mal einen Botaniker fragen, was ist mit den ganzen Unis um dich rum? :wink:
    Witten ist doch anthroposophisch, und Demeter-geneigt..... :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hm...
    Bochum ist mehr was mit Pflanzen, muss ich mal gucken....
    In meinem Garten konnte ich feststellen, das die strikten Blütezeiten der Pflanzen gar nicht stimmen. Wenn sie sich fröhlich vermehren können, was ja von den Bienen auch unterstützt wird, gibt es immer Jungpflanzen, und die blühen z.T. noch jetzt. Ist natürlich mit einem Phacelia Acker nicht zu vergleichen, läßt aber erahnen, das von der Natur kein striktes "Schluss jetzt, hungern, Winterruhe" vorgegeben ist.
    Außerdem, wenn Winterbienen aufgrund von warmen Herbst und noch Tracht an Brut arbeiten, dann kommen aus der Brut doch auch Winterbienen, oder irre ich mich jetzt? Natürlich kann es sein, das so ein strikter Wetterwechsel wie letztes Jahr, am 10. November noch im TShirt raus, am 16. Schlittenfahren die Brut abfrieren läßt, bevor sie schlüpfen konnte, dann bleiben nur noch die müden Ammen....Aber so ganz ist das für mich noch nicht geklärt...

    LG
    Elke


    Bienen seit April 06, Carnica in Heroldbeute auf DNM , Gartenbienen

  • Hallo Winfried,
    Du meinst bestimmt Dr. Aumeier? Hänge jetzt schon seit einigen Minuten auf den Seiten der Ruhruni und habe 132 Überschriften zu meinem Suchwort Pollen gelesen...aber immer ging es nur um Allergien oder die Möglichkeiten, Pollen optisch zu untersuchen...
    Im übrigen habe ich gesehen, das die Ruhruni 2004 ein Imkerseminar angeboten hat (unter anderem eben mit Dr. Aumeier, von daher kannte ich den Namen. :wink: ). Weißt Du, warum nach 2004 keins mehr gemacht wurde?
    Hm, der Gedanke, Pollen auf Nährstoffe zu untersuchen scheint nicht so ganz üblich zu sein....wird wohl nicht viel gegessen...
    Sach ma, wennze die Frau Dr. Aumeier doch ausm Verein kennz, kannze die nich ma fragen, ob das je untersucht wurde? Da muss mein armet Auge nich immer über die hochwissenschaftlichen englischen Fachausdrücke stolpern, die die da so auftauchen (nä, wattet nich alle so gibt..)

    LG
    Elke


    Bienen seit April 06, Carnica in Heroldbeute auf DNM , Gartenbienen

  • Ich wünsche einen wunderschönen guten Morgen heute Morgen!
    Also zum Thema Inhaltsstoffe des Pollens, habe ich hier folgendes
    Bienen sind Vegetarier. Als Eiweissquelle dient ihnen vorwiegend der
    Blütenstaub (Pollen)der auf Insektenbestäubung angewiesenen
    Blütenpflanzen. Der Pollen von windblütigen Pflanzen,wie z.B. Gräsern oder
    Hasel,enthält viel weniger Eiweiss-er muss schlieslich für den Windtransport federleicht sein.
    Pollen enthält etwa 20 - 40 % Rohprotein, in dem alle lebenswichtigen
    Aminosäuren enthalten sind, ca. 30 -60 % Kohlenhydrate, ungesättigte
    Fettsäuren, ein breites Spektrum an Vitaminen, Mineralstoffen, vor allem
    Kalium und Phosphor,zahlreiche Spurenelemente, eine sehr grosse Zahl
    an Enzymen,und auch antibiotisch wirksame Stoffe wie Flavonoide u. a.


    Nachgelesen in " Grundwissen für Imker" von
    DEUTSCHER LANDWIRTSCHAFTSVERLAG GMBH dlv
    Imker
    freund, die biene u. ADIZ
    Fachzeitschriften für den Imker.
    Ich hoffe das ich euch damit ein wenig helfen konnte.


    Gruss an alle
    Winni 2

  • Hallo Winni 2.


    dann leg mal zerquetschte Bienenmaden auf den Oberträger und sieh mal nach was nachher noch aus dem Stock entsorgt wird.
    Ich habe immer nur die Haut in der Windel gefunden und die wurde wieder von anderen Kreaturen entsorgt!


    Grüsse
    Margret