mal ne ketzerische Frage.....

  • Hallo Margret!


    Ich habe auch schon öfter davon gehört und auch gelesen.
    Aber in der Mappe Grundwissen für Imker steht es halt so drin und ich
    habe es nur so wiedergegeben.


    Von (Kanibalismus :-?:roll::lol: )steht auch in der Mappe nichts drin
    und eigentlich sind sie ja auch Vegetarier, das andere dient eigentlich
    mehr der Reinlichkeit und Gesundheitsvorsorge für das ganze Volk...
    glaube ich wenigstens mal.


    Gruss an alle


    Winni 2

    • Offizieller Beitrag

    Hallo,
    die Bienenmade ist im warsten Sinne Eiweis pur. Und daher wird eine Made (z.B. vom Imker auf dem Oberträger gelegt) sofern sie intakt ist von den Ammenbienen ausgesaugt und an die Brut verfüttert, die Hülle geht den Weg durchs Flugloch nach draußen.


    Dr. Sachs (Hohenheim) hat in seine Vorträgen Anfang 70´Jahre und früher vollgendes Verfahren für die Verwertung der aus dem Baurahmen ausgeschnittenen Drohenbrut empfohlen. Für ihn war es eine große Verschwendung diese Energie die Drohnenbrut, sofern sie ausgeschnitten wurde, auf den Abfall zu werfen. Man solle die Maden nicht einfach den Hühnern vorzuwerfen, sonder aus den Waben auszuklopfen, durch ein Sieb zu drücken und diesen "Saft" wieder an die Bienen verfüttern bzw. für die spätere Ablegerfütterung einzufrieren. Durch diese Überangebot an Eiweis im Volk kommt es zu einem enormen Entwicklungsschub.


    Diese Empfehlungen lagen natürlich vor der Varroazeit.


    Ich gestehe, es selbst nie praktiziert zu haben, da ich zu dieser Zeit noch ein blutiger Anfänger war und ich mich nicht an diese "Drohenschlacht" wagte. Wenn ich heute Drohnenbrut ausschneide (Varroabekämpfung) werden diese im Wachsschmelzer vernichtet.


    Gruß an alle ImkerInnen

  • Hallo,


    der Jenter aus Nürtingen (das ist der mit dem Stecksystem) macht das mit dem Drohnenbrei schon seit Jahren und propagiert es auch.
    Wurde dafür sehr angefeindet.
    Ob zu Recht oder Unrecht weiß ich nicht, ich hab`s auch nie probiert.


    Außerdem finde ich Drohnenlarven als Angelköder lukrativer... :wink:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Wenn man den Saft einfriert um ihn an Ableger zu verfüttern, dann würden doch die Milben abgetötet werden. Ich denke, dass von dort her keine Gefahr von den Milben ausgehen würden.


    Gibt es Zahlen darüber, wie groß der Wachstumsschub ist ?
    Müsste man dann mal, wenn sich der Aufwand lohnt, nächstes Jahr mal ausprobieren.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • :roll: Ihr seid ganz schön off-topic......


    Christian, es geht nicht um die Milben, sondern um die Frage, ob die Bienen solche Mengen an tierischem Eiweiß überhaupt vertragen....und eiweißhaltige Flüssigkeiten gammeln auch sehr schnell.
    Wurde aber schon alles hier diskutiert.


    Zurück zu den Pollen und den Spurenelementen, bitte... :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo zusammen,
    da es um die Ernährung der Biene geht, find ich den Drohnenbrei nicht OT. Überleg mal, wie oft die Mädels Pollen geholt haben, um die jungen Männer anzusetzen. Die Polleninhaltsstoffe finden sich dann direkt in den Maden wieder. Recycling sozusagen, auch wenn ich das ziemlich eklig finde. Bäh, schüttel..Das die Biene Vegetarier ist heißt ja eigentlich nur, das ihr Körper tierisches "Eiweiß" nicht zu eigenem umbauen kann. Bei Drohnenmatsch braucht sie nichts umbauen, das ist schon fertig. Insofern kann ich mir einen Entwicklungsschub gut vorstellen. Wenn man den Madenmatsch durch ein feines Sieb streicht, dürfte die Milbe eigentlich nicht mit durchpassen. Man müsste das mal ausprobieren und dann hier berichten.
    @ Winnie2: scheinz ist ja im Pollen alles drin, was die Bienen brauchen. Trotzdem glaube ich, das seine Zusammensetzung bei den verschiedenen Pflanzen unterschiedlich ist. Vielleicht sogar, was die heimischen Pflanzen betrifft, der Entwicklung des Bienenvolkes angepaßt. Die Natur hat sich in Millionen von Jahren entwickelt und gerade die Pflanzen und die Bienen leben in einer uralten Symbiose. Da gibt es bestimmt vieles, das wir noch nicht wissen, auch wenn das Grundsätzliche klar ist. Es wäre durchaus vorstellbar, das die Bienen "kränkeln" weil wir dieses System verändert haben. (Gezz ma so als Anfänger wieder: kränkelt die Biene denn wirklich?). Vielleicht ist der geringe Eiweißgehalt des Haselpollens die Botschaft: ist noch früh im Jahr, könnt schon mal langsam mit Brut starten, aber übertreibt es nicht, kann wieder Frost kommen und dann ist Hängen im Schacht. Richtig die Post ab geht dann mit der Obstbaumblüte. Wenn die kommt, blüht fast alles, da können die Bienen im Allgemeinen gut Vorräte sammeln. Genau so ein "Naturfaktor" könnte die Melezitose sein. Wenn die Bienen hauptsächlich Läuse anfliegen ist das ein Zeichen, das sie eben keine!! Blüten besuchen, weil keine da, und damit sind sie für das System nutzlos und gehen im Winter an dem Honig drauf.
    Was ich auch interessant fände wäre, ob der Pollengehalt einer Pflanze sich mit zunehmenden Bienenbesuch verändert. Zum Beispiel wenig Bienenbesuch = viel Inhaltsstoffe, viel Bienenbesuch = weniger Inhaltsstoffe. Eine Bienendichte wie bei einem Imker war von der Natur ja nicht vorgesehen.
    (Man merkt, das an den Bienen nichts mehr zu tun ist...also muss sich der Kopf mit Bienen beschäftigen, auch rein theoretisch... :wink: )

    LG
    Elke


    Bienen seit April 06, Carnica in Heroldbeute auf DNM , Gartenbienen

  • Hallo Mitstreiter,


    da gibts nichts zu "bähen, schütteln" oder "igittigitten".
    Bienen kannibalisieren nun mal ihre Brut, und dies nicht zu knapp.
    In der Natur gibt es keine menschlichen Wertevorstellungen, da überlebt der Organismus, der die vorhandenen Ressourcen am besten ausnützen kann, basta.
    A propos Drohnenbrut:
    Viele Imker schneiden keine Drohnenbrut, sondern legen die gedeckelte Drohnenwabe in den Tiefkühler, lassen sie da durchfrieren und hängen sie dann später aufgetaut wieder in die Völker.
    Die Bienen putzen diese Waben mit Wonne, verwerten das Eiweiß sowie den Futtersaft und schon 24 Stunden später ist frische Drohnenbrut in den Zellen.
    Keine Sauerei beim Drohnenbrutschneiden, nichts geht verloren, also warum nicht?

  • Hi Michael,
    das hört sich gut an. Das "schüttel" sollte auch kein Urteil zu den madenfressenden Bienen sein, sondern überkam mich bei der Vorstellung, Drohnenmaden aus ihren Zellen zu ziehen und zu zerquetschen. :cry: . Tiefgefroren und wieder aufgetaut rein ist für mich eine "saubere Sache". Ich töte sei dann zwar immer noch :cry: aber ich muss es mir nicht bei jeder einzelnen mitansehen. Sch...Varroa.

    LG
    Elke


    Bienen seit April 06, Carnica in Heroldbeute auf DNM , Gartenbienen

  • Hi, Elke,

    Zitat

    Das die Biene Vegetarier ist heißt ja eigentlich nur, das ihr Körper tierisches "Eiweiß" nicht zu eigenem umbauen kann.Bei Drohnenmatsch braucht sie nichts umbauen, das ist schon fertig.


    Ähm....ich denke, auch ein Bieni-Verdauungssystem zerlegt Eiweiße in Aminosäuren und baut sie dann wieder individuell zusammen, alles andere wäre sehr außergewöhnlich.
    Und du hast recht, in Pollen kann auch nur das drin sein, was die Pflanze synthetisieren kann, sprich, in Mais und Maispollen fehlt nun mal das Lysin.
    Deswegen kriegen Schweine/Rinder zu der Maissilage immer noch pures Lysin dazu, weil sonst Mangelernährung (Folgen an Menschen sind in Afrika und Südamerika zu besichtigen).
    Vielleicht ist es das, was Maispollen so ungesund für die Mädels macht....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Zusammen,
    Bienen haben ihre Brut doch schon immer als Notfutter "missbraucht ",*
    weil reichlich vorhanden und gut wieder ersetzbar.
    Und weil in Notlagen wirklich entbehrlich*, als erstes die Drohnenbrut.
    Häufigste Notlage*: Es fehlen Bienen zum Warmhalten der Brut,
    weil draußen mal wieder unvorgesehen das Wetter umgeschlagen ist oder es mal wieder eines mit der "Chemischen Keule" gab.
    Deshalb habe ich ja schon mehrmals geschrieben, liegt Drohnenbau am Rande des Brutnestes und "erfofgreich" geschlüpfte Drohnenbrut ist damit auch ein Zeichen dafür, das das Volk mit den Widrigkeiten der Umwelt fertig wird und darf sich daher vermehren.
    Sicherlich ist auch der Pollen unterschiedlich gehaltvoll, auch zu verschiedenen Jahreszeiten.
    Vergleicht nur mal die Trachttabellen.
    Im Frühling und im Herbst gibt es viel mehr Pflanzen, deren Pollenweret mit 1 oder 2 angegeben ist.
    Hat sicherlich seinen Grund.
    Ist schon mal jemanden aufgefallen, das Bienen auch an nackter Erde sammeln?
    Das einzige, was dort von Interesse sein könnte, (neben Feuchtigkeit?),
    sind meiner Meinung Mineralien/Spurenelemente.
    Für mich steht fest, das Bienen Spurenelemente brauchen.
    Frage ist nur, welche und wieviel.
    Bienen können auch auf Invertzucker überwintern.
    Aber ob das die beste Möglichkeit für sie ist?
    Es gibt auch Bienen, die auf Melizitose oder Waldtracht überwintern können.
    Viele Grü+ße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Michael,
    danke für den Tipp.
    Jetzt musst Du nur noch meine Frau überzeugen, dass ich meine Drohnenbrut in der Tiefkühltruhe zwischenlagern darf.
    Gruß an alle ImkerInnen

    Als ich mich zum imkern entschlossen hatte, fand ich mich ratlos vor diversen modernen Beuten-Systemen.

    Abbé Emil Warre 1948, 12. Auflage Bienenhaltung für alle, Übersetzt von Mandy Fritsche, 2010

  • Hallo Eisvogel,


    der Tipp ist gratis ....
    Wenn Du im Gegenzug meine Frau überzeugst. :wink:
    Stammt übrigens nicht von mir, funktioniert aber, wie ich selbst schon gesehen habe.
    Meine Ehefrau, so tolerant ist sie ja schon, hat sich an tiefgefrorene Königinnen, Bienenproben, Wabenstücke für Schulungszwecke oder Drohnenproben für die Körung gewöhnt, aber Drohnenbrut in Dadantrahmen wären eventuell ein Scheidungsgrund.

  • :lol: Zweite Tiefkühltruhe in der Garage: "reserviert für nicht-eßbares"? :wink:


    edit: und natürlich von den Innenmaßen her passend für Dadant ausgeguckt? :wink:

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