mal ne ketzerische Frage.....

  • Kann es sein, daß ein wesentlicher Teil der Probleme der Bienen unter anderem(!) durch Mangel irgendwelchen Spurenelementen bedingt ist?


    Meine Nachbarin hat mich heute ins Reformhaus geschickt, Selen-Weizen zu kaufen, und diverse andere Nahrungsergänzungsmittel. Und fluoridiertes Jodsalz.
    Wenn man sich klarmacht, wie lange in Europa schon Ackerbau betrieben wird, und nachhaltiges Wirtschaften erst so ganz langsam wieder in Mode kommt, kann ich mir durchaus einen Mangel an Spurenelementen im Nektar vorstellen.
    Zur Erklärung: auch wir Menschen benötigen so ziemlich jedes Element des Universums für irgendwas in unserem Stoffwechsel.
    Sogar so exotische Dinge wie z.B. Kobalt, was extrem wichtig für den Vitamin B12 Herstellungsprozeß ist, ohne das unsere Blutbildung nicht richtig funktioniert.
    Rein theoretisch gefragt, könnte so ein Mangel an ich-weiß-nicht-was mit ein Grund für unsere Malaise sein?


    Meinungen, bitte... :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ja da wirst du wohl auf dem richtigen Weg sein.
    Die moderen Landwirtschaft versorgt die Planzen mit NPK und das wars. Im schlimmsten Fall stehen die Pflanzen in solch einer Nährlösung und wir wundern uns, warum die Tomaten nicht mehr so schmecken wie früher.
    Die Natur weiß mehr als wir Menschen jemals wissen werden!


    Das Thema ließe sich allerdings auch noch auf andere Bereiche des Lebens ausdehne, ich denke da nur an die übertriebene Hygiene. Aber dafür und für eine Vertiefung ist es mir heute zu spät. Ich werde die Diskussion allerdings verfolgen.


    Gruß
    Werner

  • :lol: Ich bin unter anderem darauf gekommen, weil ich irgendwo über eine Studie gelesen habe, daß Tiere im Doppel-Blind-Versuch IMMER das Bio-Futter statt des konventionellen gewählt haben.
    Das führt natürlich wieder in den Bereich des ganz leicht Esoterischen, nämlich zu F.A.Popp, Bio-Photonen. Erstaunlicherweise wird seine Meßmethode der Bio-Photonen heutzutage in der Lebensmittelindustrie zur Qualitäts- und Frischekontrolle angewandt, ohne daß da jemand an Esoterik denkt, weil die Optik des Produktes dann nicht über den wahren Zustand hinwegtäuschen kann, man denke an vergessene Tomaten im Kühli, die auch nach 6 Wochen noch nicht gammelig sind.....


    (Bio-Photonen: packt man irgendwas, was lebende Zellen enthält, in einen stockfinsteren Raum, kann man mit hochempfindlichen Apparaturen eine Lichtstrahlung aus diesen Zellen messen. Und je mehr bio, desto mehr, weil desto lebendiger, ob man das nun glaubt oder nicht, es ist Fakt :wink: ).


    Logischerweise führt das dann wieder zu der Frage, was tun wir den Bienen mit einem reinen Invertzuckerfutter über Winter dann an?
    Gerade die Winterbienen, die ja ihre eigentliche Leistung erst im Frühjahr beim Anschieben des Volkes erbringen müssen, sitzen dann 6-7 Monate auf absolut leeren Kohlehydraten, wo außer Schaumverhinderungsmitteln nix mehr drin ist.
    Ja, ich weiß, lieber leere Kohlehydrate als den Stock zusch....., aber welche Auswirkungen hat das denn tatsächlich?


    Die Bienen reichern den Honig doch nicht aus Langweile mit allem möglichen Zeugs an.
    Enzyme nützen nur was, wenn sie in aktivem Zustand benutzt werden, inaktiv ist es bloß Protein.
    Vitamine sind Katalysatoren für Stoffwechselvorgänge, und einige nicht nur bei uns lebenswichtig.
    Spurenelemente wirken immer eher indirekt, weil sie in hochkomplexe organische Verbindungen eingebaut werden, Mangelzustände machen aber nahezu immer krank.


    Ich wüßte nicht mal, wonach ich genau suchen müßte, aber ich denke mir, daß irgendwas fehlt. Manche Völker sehen im Frühjahr geradezu nach burn-out-Syndrom aus, und riechen auch nicht ganz richtig, ohne daß tatsächlich Krankheiten akut wären.


    Waldhonig lasse ich übrigens absichtlich außen vor, weil der nun mal kein Nektar und auch nicht überall verfügbar ist. Nektarquellen sind fast nie ballaststoffreich, zumindest fällt mir aktuell keine Pflanze ein, die so etwas produzieren würde, wäre auch ziemlich sinnlos.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Werner
    Der NPK-Bonus erreicht aber nur Intensivkulturen und ein Großteil der Tracht kommt ja nicht daher und gerade der aus Massentrachten wird ja abgeerntet und erreicht uns Menschen :-?


    sabi(e)ne
    Du hast bei der Invertzuckerüberwinterung kein Wort dem Pollen gewidmet, ansonsten wünsche ich diesen langweiligen Süßkram auch keinem als Grundnahrungsmittel.
    Wie war das noch mit den Teemischungen, von denen man hier überhaupt nichts liest?


    Gruß Jörg

    Konfuzius sprach:
    Worte sollen den Menschen etwas sagen - das ist alles.

  • Hmm, Pollen wird nur unter Brut ge- und verfuttert, soweit ich weiß.
    Sprich, für den größten Teil der Überwinterung spielt er nicht so die ganz große Rolle.
    Logischerweise müßte der natürlich dieselben Mängel aufweisen, wie der Nektar, weil die Umgebung ja die gleiche ist.
    Sagen wir mal so: für die Pflanze ist der Pollen wichtiger als der Nektar, weil der Pollen ihre eigene Fortpflanzung direkt betrifft, der Nektar aber nur der Fortpflanzung anderer Individuen dient, wenn sie nicht selbstfertil ist, also wäre zu erwarten, daß der Pollen gehaltreicher an was-auch-immer ist.....
    Oder? :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin Sabi(e)ne,


    es ist einfach nicht wahr, daß Bienen auf Honig überwintert, besser durch den Winter kommen als welche auf Invertzucker. Sieh Dir die Futtermittelvergleiche vom Liebig an. Wenn also die Völker unter Invertzucker mindestens genausogut aus dem Winter kommen, wie die Honigvölker, wo siehst Du da Mangelerscheinungen?


    Der benötigte Energieträger im Winter ist Zucker, alles andere ist Balast. Wie Grähten im Fisch oder Wasser im Tank, wie Tabak im Gras oder Backpulver im "H", wie Zeitung in der Zuckertüte oder Blut im Schuh.


    Die Wege des Herrn sind unergründlich. Wir können das Große Ganze nicht begreifen. Aber wir müssen auch nicht so tun. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin, moin, Henry,
    ich finde, da simplifizierst du ein bißchen zu sehr. :wink: 
    Wir reden hier über Substanzen im Mikro- und Nanogrammbereich.


    Kennst du das Grundproblem aller Veganer?
    B6-Mangel.
    Sieht man nicht, merkt man so schnell nicht, der Körper hat normalerweise einen Vorrat für 3-5 Jahre gebunkert. Wenn das Depot aber leer ist, geht es ziemlich zügig abwärts, und dann wird es sogar schwierig, per Injektion nachzulegen.


    Wo bitte sind denn dann die Futtervergleiche über einen längeren Zeitraum, sagen wir mal 5 bis 10 Jahre?
    Nach einem oder zwei Wintern wird man dazu keine vernünftige Aussage treffen können, dazu sind allein die Winter schon zu verschieden hierzulande.
    Was ist mit kumulierenden Effekten? Oder auch gegenläufig kumulierend?


    Nein, ganz im Ernst, ich finde es zu kurz gesprungen, zu sagen, "Zucker reicht, basta".
    Weil wir eben nicht WISSEN, was die Bienen wirklich brauchen, sondern nur meinen, es zu wissen.
    Der Liebig hat's gemessen und damit darf es nicht mehr in Frage gestellt werden? :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • sabi(e)ne schrieb:

    Der Liebig hat's gemessen und damit darf es nicht mehr in Frage gestellt werden? :wink:


    Ja Sabi(e)ne,


    denn alles andere ist heiße Luft. Mit einem Vielleicht isses ja ganz anders kannst Du doch keinen beeindrucken, der jahrelang auf Invertzucker überwintert aber trotzdem auch reine Honigüberwinterungen in einzelnen Völkern zum Vergleich hat. Wenn Du meinst, man müsse nur länger untersuchen, um zu finden, daß es doch Unterschiede zu ungunsten des Invertzuckers gibt, dann frag' ich natürlich was das soll. (Klar es wird Winter und an den Bienen gibt's nix mehr zu tun. :wink: ) Wenn einer also auf Invertzucker seine Völker verlustfrei oder nahezu verlustfrei durch den Winter bringt und den Winterhonig teuer verkauft, willst Du dem jetzt raten, auf den Honig zu verzichten, weil das dann den Vorteil hat, daß er seine Völker verlustfrei oder nahezu verlustfrei durch den Winter bringt? Oder wenn einer eine Frühjahrsentwicklung in seinen Völkern hat, die zu seiner Tracht optimal paßt, wirst Du den dann überzeugen den Honig in seinen Völkern zu lassen damit er endlich mal eine Frühjahrsentwicklung in seinen Völkern hat, die zu seiner Tracht optimal paßt? Dann gelingt es Dir auch mir mein Auto nochmal zu verkaufen und Eskimos Kühlschränke.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Sabi(e)ne,
    bleib bei Deinem Leisten.
    Als B-12-Spritzer (nicht VEGANER, es gibt auch ganz profane Gründe hierfür) muss ich Dir entschieden wiedersprechen.
    B-12 wird nicht im Körpert gebildet, aber dringend zur Blutbildung benötigt. un dkann nur wie alle Vitamine von außen dem Körper zugeführt werden.
    B6 haben Veganer ausreichend da es in Getreide, Hefe und Obst in aussreichender vorhanden ist.
    Man muss nicht über allse reden bzw. schreiben können.
    Gruß an alle ImkerInnen

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • :lol: Henry,
    es kann doch jeder machen, wie er glücklich wird.
    Ich will doch keinen davon überzeugen, sondern stelle die Frage, und da ist "der Liebig hat's gemessen und damit ist das so" ein absolutes Totschlagsargument.


    Wenn Invertzucker doch so vollwertig ist, warum muten dann einige Bio-Verbände ihren Mitgliedern die Zwangsüberwinterung auf Honig zu?
    Irgendwas werden die sich dabei ja auch denken, genauso wie beim ungeteilten Brutraum.
    ich möchte diese Diskussion nicht einfach abwürgen lassen, sondern möglichst viele Meinungen lesen.
    Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, daß ich die einzige bin, die sich auch mal um das Thema Gedanken macht :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Eisvogel : ich MEINTE B12, was du daraus ersehen kannst, daß ich vorher von Kobalt sprach, und vom Depot für lange Zeit. (und ich krieg es auch per Spritze, weil ich eine Verwertungsstörung habe)
    Grundsätzlich weiß ich schon, wovon ich rede, den Heiligenschein für Perfektion habe ich entgegen Michaels Meinung doch noch nicht, nicht mal fürs fehlerfreie Tippseln ... :wink:


    Das ändert aber nichts an meiner Ausgangsfrage, die immer noch offen ist.... :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • sabi(e)ne schrieb:

    da ist "der Liebig hat's gemessen und damit ist das so" ein absolutes Totschlagsargument.

    Das hat ja nu wirklich gedauert, bis Du das endlich mal einsiehst. :wink: Zählen ist besser als Erzählen.

    Zitat

    Wenn Invertzucker doch so vollwertig ist, warum muten dann einige Bio-Verbände ihren Mitgliedern die Zwangsüberwinterung auf Honig zu?

    Weil die frei drehen?
    Weil die den Freudenstein nicht kennen?
    Weil die ansonsten keine Bienen haben?
    Weil sich das im Marketing gut macht?
    Weil die pösen Imker den nicht bio-Völkern immer alles wegnehmen? (menno! :cry: )
    Weil die sowieso keinen Bio-Invertzucker kriegen?
    Weil es so schön nach Heile Welt klingt?

    Zitat

    Irgendwas werden die sich dabei ja auch denken, genauso wie beim ungeteilten Brutraum.

    Bist Du da sicher? oder glaubst Du das nur?

    Zitat

    ich möchte diese Diskussion nicht einfach abwürgen lassen, sondern möglichst viele Meinungen lesen.

    Ich hab aber nur eine und das ist die allein seelig machende :lol:

    Zitat

    Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, daß ich die einzige bin, die sich auch mal um das Thema Gedanken macht :wink:

    Andere sind weiter ... :lol:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • :lol: Oooch, Henry,
    deine Meinung haste nun ausführlich kundgetan, jetzt würde ich aber auch mal gerne was von anderen lesen.... :wink: 
    Und aber sicher doch gibt es Bio-Invertzucker. :wink: Nur den Preis kann kaum jemand bezahlen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen