• Angeregt durch den Neben-Thread:
    was im Volk bestimmt den Drohnenanteil?


    nassauer schrieb:

    Zitat

    Ganz vorsichtig ausgedrückt: Den bauenden Bienen scheint in der Rähmchenimkerei eine Information über den Gesamt-Organismus zu fehlen. Was dazu führt, dass mehr Drohnenbau entsteht als notwendig.
    Das würde auch die Schwierigkeiten erklären, die einige von uns beim Imkern mit Naturwabenbau überwinden müssen.


    Bisy schrieb:

    Zitat

    Ich schneide seit den Anfängen meiner Imkerei Baurahmen, und gesunde Völker haben noch 10- 25 % Drohnenbrut auf den restlichen Brutwaben, die ihnen gelassen wird.


    Ich hab geschrieben:

    Zitat

    Im Naturbau sieht es etwas anders aus, da hab ich relativ viele Waben, die am Rand breite Stücke Drohnenbau zeigen, obwohl sehr viel davon unbebrütet blieb.Das sah stellenweise nach schlechter Kommunikation aus, weil tw. auch sehr abrupt die Zellgröße gewechselt wurde, kann aber an der Ablegerbildung gelegen haben.


    Die Bienen haben ganz offensichtlich ein Bedürfnis nach einem gewissen Anteil an Drohnen im Volk, das ist ja unbestritten Fakt.
    Ich kann allerdings nicht nachvollziehen, daß man statt den Völkern Drohnenrahmen schlüpfend zu gönnen sich lieber die MWs mit Drohnenbau vermurksen läßt, was für die Bienen noch eine zusätzliche Anstrengung bedeutet.


    Wenn man sich jetzt mal den ungeheuren Energieaufwand vor Augen führt, den es für ein Volk bedeutet, immer wieder Drohnen bis zur Verdeckelung aufzuziehen und dann zu verlieren, kann mir keiner erzählen, daß das ein Volk nicht massiv in seiner Vitalität beeinträchtigt.


    Was Rudi schreibt, deckt sich mit den Beobachtungen in den TBHs.
    Da passieren solche Drohnenbau-Ausrutscher fast nie.


    Welche Information könnte fehlen oder in einer Rähmchenbeute nicht komplett vorhanden sein, bzw. durch die Seiten- und Unterträger behindert werden?


    Es hat also eindeutig irgendwas mit der Bauform zu tun.
    Mit Sicherheit ist das aber nicht der einzige Faktor.
    Ich könnte mir theoretisch vorstellen, daß eine Königin, die im Sinne der Evolution erfolgreich war, der Schlüssel zu einer höheren Drohnenerzeugung ist.
    Danach müßten dann Schwarmvölker im nächsten Jahr besonders viele Drohnen haben...
    Wenn sich ein KS dann tatsächlich wie ein echter Schwarm fühlt, müßte auch das dann zu verschärftem Drohnenbau führen.


    Was denkt ihr? :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne,
    Hallo Zusammen,
    da, glaube ich, fehlt keine Information.
    Im Gegenteil.
    Drohnenbau entsteht Unten und am Rand des Wabenbaus.
    Sobald ein Bienenvolk nach dem Winter in der Lage ist, diese Bereiche wieder mit in das Brutnest einzubeziehen, erscheint die erste Drohnenbrut.
    Bei einem Wetterumschlag kann dieser Bereich zugunsten des Kernbereiches notfalls wieder verlassen werden.
    Das macht Sinn, weil die Arbeiterinnenbrut dort für das Überleben des Volkes wichtiger ist.
    Und nach Ausräumen der eingegangenen Drohnenbrut steht diese Bereich ja schnell wieder zur Verfügung.
    Nach diesem Abschweif wieder zurück:
    "Unten" ist bei einem Volk im Naturbau ein "Begriff", der nur einmal vorhanden ist.
    Wie oft kommt dieser "Begriff" bei durch Rähmchen unterbrochenem Brutraum vor?
    Wie oft schafft imker es, erneut Stellen ins Brutnest zu bringen, an denen der "Begriff" dann wieder auftaucht?
    Es fehlt keine Information, sondern diese Information "Unten" ist mehrmals vorhanden.
    Verwirrend?
    Auch für die Bienen!
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • :lol: Moin, Lothar,

    Zitat

    Drohnenbau entsteht Unten und am Rand des Wabenbaus.


    Das erklärt aber nicht, warum im Naturbau in Rähmchen tw. so furchtbar viel Drohnenbau von Anfang an entsteht....
    Bei mir haben sie tw. direkt die Bauerei mit Drohnen- oder übergroßen Honigzellen angefangen und erst nach ein paar Zentimetern umgeschaltet....
    Oder in der Mitte Arbeiterinnenbau und am Rand runter Drohnenzellen, tw. aber wirklich sehr deutlich mehr als 20%.
    Ich fand und finde das ziemlich ätzend, weil es dire Ablegerbildung so erschwert (okay, die ist auch nicht natürlich :wink: )
    Bloß, wenn du wie von Rudi beschrieben, machmal wirklich 80% Drohnenbau hast, wie soll da ein vernünftiges Volk bei herauskommen?
    Manchmal, aber wirklich nur manchmal, bauen sie das wieder zurück, aber das ist ein Mordsaufwand.
    Wenn es in der Christ soviel weniger ist, da hat es auch ganz viele "unten".
    Wo ist der Unterschied?

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    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne,
    Hallo Zusammen,
    weitere Gründe können sein:
    - wir haben Übervölkerungsschwärme, keine Vermehrungsschwärme,
    - wir geben den Schwärmen zuviel Raum,
    - die Schwärme haben ein "Nachholbedarf" an Drohnenbau,
    - zu den "Unten" kommt ja auch noch "Dazwischen", das fehlt bei Christ/Warré,
    -vielleicht ist das "Dazwischen" störender, als wir bisher angenommen haben?
    -unsere Bienen sind schon zu sehr Haustiere und nicht mehr wild,
    -wir verlangen zu viel von ihnen, wenn wir sie auf einmal wieder wie Wildtiere behandeln, ohne vorherige Auswilderung.
    Seit etwa 150 Jahren bekämpfen die Imker den Schwarmtrieb der Bienen, warum wundert es uns, wenn dieser Vorgang nicht mehr so abläuft, wie wir uns das vorstellen?
    Vielleicht machen wir uns ein völlig falsches Bild , wieviel Drohnenbau vorhanden sein sollte oder muß?
    Vielleicht bringen wir die Mittelwände falsch an?
    Ich lese häufig und sehe es auch oft, das Mittelwände an der Oberleiste aufsitzen, während ich das so gelernt habe und auch aus alten Büchern
    (z.B. Zander von 1935) so kenne, das die Mittelwand unten aufsitzt.
    Mein Imkervater hat mich mit diesem "neumodischen Kram" mal erwischt.
    Sein Argument für Mittelwand unten: die Wabe wird besser unten angebaut, oben bauen sie von selbst an; undsie bauen dort weniger Drohnenzellen.
    Man sollte auf seinen Imkervater hören... manchmal :wink: 
    Viele Grüße
    Lothar

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  • Hi, Lothar,
    die ersten drei Punkte verneine ich aus meiner Sicht mal ganz klar.

    Zitat

    - zu den "Unten" kommt ja auch noch "Dazwischen", das fehlt bei Christ/Warré,
    -vielleicht ist das "Dazwischen" störender, als wir bisher angenommen haben?


    Das KÖNNTE ein Grund sein, aber nicht unbedingt für Drohnenbau in der ersten Zarge direkt am Oberträger :wink: eher für andere "Störungen".

    Zitat

    Seit etwa 150 Jahren bekämpfen die Imker den Schwarmtrieb der Bienen, warum wundert es uns, wenn dieser Vorgang nicht mehr so abläuft, wie wir uns das vorstellen?


    Öhm, glaubst du wirklich, 25 Mio. Jahre Evolution lassen sich in 150 Jahren komplett wegzüchten?
    Ich denke, die Bienis können das noch so, wie es in den Genen steht, nur sind die äußeren Bedingungen nicht die optimalen.

    Zitat

    Vielleicht machen wir uns ein völlig falsches Bild , wieviel Drohnenbau vorhanden sein sollte oder muß?


    Da dürfte Rudis Beute den Maßstab setzen, oder auch echte Schwärme, die ja anfangs sehr wenig Drohnenbau haben.

    Zitat

    Vielleicht bringen wir die Mittelwände falsch an?
    Ich lese häufig und sehe es auch oft, das Mittelwände an der Oberleiste aufsitzen, während ich das so gelernt habe und auch aus alten Büchern
    (z.B. Zander von 1935) so kenne, das die Mittelwand unten aufsitzt.


    Ich HABE sie eine Zeitlang unten aufsitzend eingelötet; im HR völlig egal, im Brutnest wurde jedesmal oben angebaut und unten freigenagt.
    Lies die Arbeit vom Prof. Tautz, dann weißt du, warum.
    Fest angebaute Waben schwingen nicht mehr richtig.


    Ich bin mittlerweile zu der Erkenntnis gekommen, daß unsere MWs alle viel zu dick sind, und auch die Eigenschaften der Waben massiv verändern.
    Höchst bemerkenswert fand ich in dem Artikel über die norwegische Imkerei mit kleinen Zellen, daß der Mann mit fast keinem MW-Herstellungsgerät zufrieden war.
    Egal, ob Walzwerk oder Gußform, entweder griffen die Spitzen der Zellen nicht anständig übereinander oder die Zellböden waren schlicht zu flach, also war der Winkel falsch. Da fragt man sich natürlich, was das auf Dauer für einen Einfluß auf die Bienen hat.
    Genauso muß es sehr spezielle, uns noch unbekannte Gründe für die Kreisform der Weiselzelle geben. Sechseck geht deshalb nicht, weil die Bienis ihre Beine als Längenmaß für die Zellen benutzen, und keine Biene hat Beine lang genug für Weiselzellen abzumessen :wink:


    Mich würden aber nach wie vor auch andere Meinungen interessieren.. :wink:

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    Bruce Springsteen

  • Halllo Sabine,
    warum nicht?
    Nehmen wir mal an, eine Änderung in dem Erbgut reicht aus, um erfolgreicher als die übrigen Mitglieder des Stammes zu sein,
    dann ist doch ab diesen Zeitpunkt das was bisher an Entwicklung vorher gelaufen ist, ein Fall für den Müllplatz der Evolution.
    Bei Bevorzugung bestimmter vererbbarer Eigenschaften bei in menschlicher Obhut genommener Tiere geht das doch recht schnell.
    Wann ist der Wolf ein Hund geworden?
    Wann hat man statt Mufflons ein Schaf ?
    Seit wievielen Jahren fehlt bei den Haustierrassen denn erst die Möglichkeit der Rückkreuzung mit Wildtieren?
    Diese Zeit hat auch gereicht, um Tiere zu entwickeln, die klar unterscheidbar sind von der Wildform.
    150 Jahre sind minimum 150 Generationen bei den Bienen.
    Eine lange Zeit, um vererbbare Eigenschaften zu festigen.
    Auch bei Tieren ohne kontrollierbaren Paarungsbedingungen.
    Die Hälfte der Zeit hat gereicht die ursprüngliche Bienenpopulation zu verdrängen.
    Allein durch Bevorzugung mit Bienen bestimmter Eigenschaften.
    Denk nur mal daran, wie schnell man allein durch Farbauslese zu festen Eigenschaften kommen kann.
    Haben wir ein Haustier das noch das Aussehen der Wildform hat?
    Oder halten wir ein Wildtier als Haustier?
    Ob wir das genau wissen, bezweifle ich mal.
    Könnten unsere Bienen nicht einfach die Fähigkeit "Freibauen" mehr oder weniger schon verloren haben, seit dem wir ihnen nur noch Vorlagen,
    Mittelwände, vorsetzen?
    Wie ein Kind, das nur ausmalen kann, aber nicht selbst ein Bild malen kann?
    Wenn dann die Eigenschaft "Schön-Ausmalen-Können" mehr bevorzugt wird, bzw. diese Kinder mehr Erfolg im Leben haben, als Kinder, die übern Strich malen oder selbst Bilder malen, ist das nicht ähnlich,
    wenn ich nur von Völkern nachziehe, die schön ordentlich ihre Mittelwände ausbauen und "Wabenpatzer" von der Nachzucht ausschließe?
    Vielleich ist dann viel Drohnenbau das "Gekritzel" das bei freier Entfaltung entsteht, während die, die immer schon frei gemalt haben, Bilder malen können, auf denen man was erkennt .
    Vielleicht fehlt diesen Völkern das Maß für die Proportionen eines Bildes?
    Viele Grüße
    Lothar

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    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • 8) Nein, sorry, das sehe ich anders.
    Weil zumindest bei den Buckis durch das Einkreuzen von züchterisch doch eher minimal bearbeiteten Rassen noch einiges an "Ur-Genen" da sein müßte.
    Es ist ja nicht überall so gelaufen wie hier in D; in Frankreich gibt es z.B. eine Menge Imker, die ihre Völker nur zweimal im Jahr sehen, da kannst du dann auch nicht von Auslese reden. Ich denke, es ist ziemlich schwierig, ein Wesen mit Mehrfachbegattung so zu ruinieren wie einen Wolf zum Chihuahua.... :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
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  • Hallo Zusammen,

    Sabine schrieb:

    Angeregt durch den Neben-Thread: was im Volk bestimmt den Drohnenanteil? ... Es hat also eindeutig irgendwas mit der Bauform zu tun. Mit Sicherheit ist das aber nicht der einzige Faktor. Ich könnte mir theoretisch vorstellen, daß eine Königin, die im Sinne der Evolution erfolgreich war, der Schlüssel zu einer höheren Drohnenerzeugung ist.

    Dazu kann ich nichts sagen, ist mir auch zu spekulativ. Meine Beobachtungen in der Christ-Beute hast Du aber richtig verstanden: In dieser Beute ist - ohne mein Zutun - geradezu das umgekehrte Verhältnis zwischen Drohnen- und Arbeiterbau entstanden, wie ich es im Naturbau bei ausgewachsenen Völkern beobachte.


    Lothar schrieb:

    ... - die Schwärme haben ein "Nachholbedarf" an Drohnenbau,
    - zu den "Unten" kommt ja auch noch "Dazwischen", das fehlt bei Christ/Warré,
    -vielleicht ist das "Dazwischen" störender, als wir bisher angenommen haben?
    -unsere Bienen sind schon zu sehr Haustiere und nicht mehr wild, ...

    Die Schwärme - egal ob Natur oder Kunst - haben ja gar kein Problem damit, den benötigten Arbeiterbau zu erzeugen. Erst wenn die erste Bauphase abgeschlossen ist, entsteht in den üblichen Beuten 'zuviel' Drohnenbau.
    Das verblüffende bei der Christ-Beute war doch, dass dort selbst nach meinen imkerlichen Fehlern ('dazwischensetzen') überwiegend Arbeiterbau errichtet wurde.


    Meine Beobachtungen wurden bei der Honigernte noch einmal bestätigt:
    Beide ausgeschnittenen Zargen waren zwischengesetzte Zargen (weil ich Wabenhonig gewinnen wollte). Nicht nur die durch das Fenster sichtbaren Aussenwaben, jeweils die gesamte Zarge enthielt überwiegend weiblichen Bau. Die von mir zuletzt eingestellten Bilder zeigen das auch ganz gut.
    Und wenn sich jetzt nach einer kühlen Nacht die Bienen aus der Fusszarge zurückziehen und den Blick in die Wabengassen freigeben, kann ich meine Aussage von damals nur wiederholen: Auch dort - also ganz unten - gibt es Arbeiterbau, soweit das Auge reicht.


    Also: In der Christ-Beute mit ihrem semi-stabilen Bau konnte der zufällig ausgewählte Bien auf Anhieb und ganz von selbst den notwendigen Anteil von Arbeiterbau erzeugen.


    ------------------------
    Ich denke schon, dass es etwas mit 'Information über den Gesamtorganismus' zu tun hat.
    Dass es das im Bienenvolk gibt, hat Seeley ja schon ausreichend nachgewiesen. Nach seinen Untersuchungen wissen Einzelbienen, ob es im Stock viele leere Zellen gibt oder nicht und steuern darüber ihr Sammelverhalten. Das Gleiche hat er für Pollenwaben nachgewiesen.
    Sinne, mit denen die Bienen Informationen aus dem Gesamtorganismus aufnehmen können, sind also Realität.
    Wenn auch nicht klar ist, wie das funktioniert: Waben in Rähmchen scheinen den bei der 'Bauplanung' angesprochenen Sinn zu stören.


    Mir ist das Rähmchen als Betriebsmittel sehr wichtig und mir ist bisher keine Massnahme eingefallen, mit der ich den angesprochen Mangel beheben könnte.
    Deshalb gibt es bei mir Naturbau nur noch im Schwarm und in der übrigen Zeit verwende ich halt weiter Mittelwände. Meine Bienen kommen ganz gut klar damit und machen auch keinen gequälten Eindruck.
    Viele Grüße,
    Rudi

  • @nassauer : Wie hast du das Volk gebildet ? Ich nehme an Du hast einen Kunstschwarm mit begatteter Jungkönigin gebildet ? (die bauen überwiegend Arbeiterinnenbau, laut Zander, Langstroth, etc.)


    Laut Langstroth (damals gab es noch keine MW) hängt der Anteil an Drohnenbau stark von der Königin ab - (überwiegend)Arbeiterinnenzellen werden von den Bienen nur mit begatteter Königin gebaut.
    Völker mit keiner bzw. unbegatteter Königin bauen lt. Langstroth überwiegend Drohnenbau - das könnte Sabiene's Problem mit den Naturbau-Ablegern erklären ?!
    Im Forum "Imkerei in den Medien", "Bücher bei Google als PDF" habe ich den Link zu dem Langstroth-Buch eingetragen (leider nur auf Englisch).

  • Hallo Sabine,
    sorry retour.
    Nach dem Einkreuzen mit den Buckfaststamm waren das keine Anatolier
    oder sonstige Populationen mehr, sondern F1 mit Buckfastanteil.
    Am Oberträger habe ich trotz Lücke zur Mittelwand noch nie Drohnenbrut gehabt.
    Da kenne ich aber Übergangszellen, größer als Arbeiterinnenbau, aber nicht als Drohnenzellen, da nicht sechseckig.
    Meinst Du so was ?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Zusammen, hallo nub,

    nub schrieb:

    Wie hast du das Volk gebildet ? Kunstschwarm mit begatteter Jungkönigin ? (die bauen überwiegend Arbeiterinnenbau, laut Zander, Langstroth, etc.)

    Ja, ich habe das Volk als Kunstschwarm gebildet und es hat wie erwartet schönen Arbeiterbau gemacht - aber das war in 2005!
    Die überraschenden Beobachtungen bezüglich des Bauverhaltens, die ich beschrieben habe, stammen aus 2006. Da hatte das Volk seine Kunstschwarmzeit ja schon einige Monate hinter sich. :-)


    nub schrieb:

    Im Forum 'Imkerei in den Medien', 'Bücher bei Google als PDF' habe ich den Link zu dem Langstroth-Buch eingetragen

    Vielen Dank, ich habe es mir gerade geholt. Leider haben diese Google-PDFs den Nachteil, dass weder ein Inhaltsverzeichnis noch ein Index noch die Suche funktionieren. Sind halt wirklich nur Bilder vom originalen Text, und nicht der Text selbst.
    Das senkt leider den Gebrauchswert ein Wenig.
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Lothar :

    Zitat

    Nach dem Einkreuzen mit den Buckfaststamm waren das keine Anatolier
    oder sonstige Populationen mehr, sondern F1 mit Buckfastanteil.


    Ähm, aber weißt du so genau, was die Rekombination der Gene jetzt ausmacht?
    Selektieren wir nicht ein bißchen zuviel in D?
    Wir können den Phänotyp sehen, wir können auf sonstige außen sichtbare Eigenschaften auslesen, wie Sanftmut und wenig Propolisierung, aber sonst?
    Wan lesen wir denn normalerweise Königinnen aus?
    Nach dem ersten vollen Leistungsjahr? Oder direkt nach dem Schlupf?
    Was sagt uns das denn?
    Eigentlich gar nichts.
    Manche Gene haben die Eigenschaft, erst anzuspringen, wenn sie gefordert werden, vorher machen sie sich nicht bemerkbar.
    ich habs heute schon geschrieben, der eine Carni-Schwarm hat von der ersten Minute an in 4.9 und 5.1 Zellen wunderbar gebrütet, nur selber dieses Maß bauen kam erst mit dem Massenwechsel, als die neuen Bienen aktiv wurden.
    Das ist ein wichtiger Hinweis für Carni-Imker, wo die Mädels als KS die MWs nur vermurksen und davon gibt es sehr, sehr viele.....
    Da gehören dann ausgebaute kleinzellige Waben dazu, und MWs erst nach ein paar Wochen.
    Wenn ich 100 Völker habe, von welchen ziehe ich dann nach und wie viele?
    Es mag verlockend sein, nur von den 5 besten im Ertrag, die auch noch sanft sind, nachzuziehen.
    Aber wenn ich dieses Verfahren im nächsten Jahr wieder anwende, bin ich nach spätestens 4 oder 5 Jahren voll in der genetischen Erosion.
    Ich lege nicht umsonst soviel Wert (von Anfang an) auf eine sehr breite genetische Basis, und ich bin kein Züchter.
    Das einzige, was mir wirklich wichtig ist, ist eine gewisse Sanftmut, deshalb bei mir auch die Gewitterluft-Ausrede für die zweite und auch manchmal dritte Chance...
    Der Rest ist mir relativ egal.
    An dem Ertrag kann ich mit dem CB genug drehen, und der ist zu sehr von der Umgebung und dem Wetter abhängig, als daß er wirklich Zuchtkriterium sein könnte.
    Hinzukommen dabei noch Aufstellart und Verflug, also ist der Ertrag nicht wirklich eine Aussage.
    Königinnenfarbe ist kein Maßstab (mehr), ich hab hier zwar insgesamt wenig Drohnen in der Nachbarschaft, aber dafür alles, was man sich so aufzählen kann.
    Und ich müßte doch mit dem Klammerbeutel gepudert sein, eine Königin, die zwar fast schwarz wie die Nacht ist, als Mama eine belegstellenbegatte Bucki hatte, aber sanfte und gut gelb geringelte Nachkommen hat, abzudrücken, nur weil mir die Farbe nicht paßt?


    Ja, ich habe letztes Jahr noch anders geredet, weil ich wirklich panische Angst vor den höchst galligen Heidebienen hier habe, aber sie hat ihre Chance bekommen und meine geringen Erwartungen absolut übertroffen.


    Als ich auch noch Karnickel gezogen habe, war mein Auslesekriterium nach zwei jJahren für die Rammler nicht, ob sie schnell genug groß wurden, oder Fellfarben, sondern wie viele Brustwarzen sie hatten. Das vererbte sich dominant, sprich Mama 10 Tankstellen und Papa 12, hatten alle Kinder 12.
    Langfristig habe ich durch Würfe mit 16 Jungen, von denen 15 schlachtreif wurden, mehr profitiert, als durch Auszeichnungen auf den Ausstellungen....


    Und bei den Bienen ist es dasselbe. Wer sich nur auf eine Abstammung verläßt, wird irgendwann verlassen sein.
    Und es ist eben nicht nur der Heterosiseffekt, der bei breiter Basis zum Tragen kommt.
    Klar gibt das einen Schub, wenn rückgezüchtete belgische Melli-Drohnen auf inzüchtige Carnis treffen, aber wenn dieser Schub über mehrere Jahre anhält, ist das keine Heterosis mehr, sondern dann hat da was gepaßt.
    Klar kann auch mal was nicht passen, aber solange es keine Stecher sind, vor denen ich 50m rennen muß, bin ich da doch sehr tolerant.
    Überleben auf kleinen Zellen, Sanftmut, und Honigkübelindex ist mittlerweile alles, was mich noch interessiert. :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Allerseits,
    also ich muß Euch zu dieser Diskussion gratulieren. Informativ, unterhaltsam, und aunahmsweise ziehen alle so ziemlich an einem Strang.
    Ihr gebt mir den Glauben an das Gute im Imker zurück :wink::lol::lol:


    Martin

    Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu!

  • Zwei drei Gedanken sind mir nach dem Fred hier eingefallen:


    Meine Erfahrung nach über 500 Schwärmen in den letzten 10 Jahren ist:


    1. Natürliche Nachschwärme machen im ersten Jahr kaum Drohnenbau.


    2. Vorweggenommene Vorschwärme machen desto weniger Drohnenbau, je näher sie am ursprünglichen Schwarmtermin vorweggenommen werden. Aber immer mehr als Nachschwärme.


    3. In den TBH ist nicht automatisch am wenigsten Drohenbau. Die großen Zellen die sonst noch gebaut werden, bleiben jungfraulich und haben einen steileren Winkel zur Mittelwand, sie werden für Honig benutzt aber, ganz ganz selten für Pollen. Das Volk überspringt diese Zellen und legt ein zweites Brutnest an. (Die Völker fangen in einer Ecke an zubauen)


    4. Die Anzahl der gebauten oder bebrüteten Drohnenzellen steht in keinem Verhältnis zu den tatsächlich vorhandenen Drohnen.


    5. Das bauen von "zuviel" Drohnenbau im BR, im nächsten Jahr, kann vermieden werden, "im Turm", durch maßloses platzgeben im HR.


    6. 5-6 Großwaben mit Arbeiterinenbrut langen dem Durschnitt der Völker um Ihr Ertragsmaximum zu erreichen.


    beobachtete
    der
    Dron