Oxamat von Alfranseder

  • Hallo Kollegen,
    hat jemand die Erfahrung mit Oxamat gemacht? Ist es so effektiv und "imkerschonend"(Anwendersichersheit) als beschrieben (www.alfranseder.de)? Das Prinzip scheint sehr originell und interessant zu sein.
    Schon J.W.von Goethe hat gesagt "Erfahrung ist immer die Parodie auf die Idee". Ich glaube das nicht immer :) (oder wie in alten Bittburger Werbung -"nicht immer, aber immer öfter" :lol: )


    mit (imker)freundlichen Grüssen aus Lettland


    Ainars

  • Hallo


    Ainars


    jede Beute hat Ritzen die noch nicht verkittet sind oder beim öffnen der Beute endstehen können.
    Der Oxamat dichtet ganz gut ab, aber nicht 100%
    Ist kein Problem denn man sieht den austretenden Nebel und bei angezündetem Smoker kann man ihm ganz sicher aus dem Weg gehen.


    Die Bienen werden dadurch so vital das sie die Varoen fast alle killen.
    Natürlich kenne ich einen der es so macht :wink:


    Gruß Uwe

  • Danke für den Antwort, Uwe!


    Lettische Imkerverein macht Versuche mit verschiedene Oxalsäure Anwengungsweisen- Träufeln, Varrox usw. Oxamat ist nicht bekannt, deshalb ich wollte vorschlagen auch Oxamat zu testen.
    In Archive ich habe gefunden das einige von Ihnen (Franz-Xaver u.a) verwenden Oxamat, leider es ist nicht viel Information und die letzte Diskussion über Oxamat war in 2004.


    Gibt's was Neues -Erfahrung, Teste? Was sind die Vorteile und Nachteile?


    mfg


    Ainars

  • Hallo Ainars,


    ich habe mir letztes Jahr den Oxamat gekauft und ihn 1x im Juli nach der letzten Ernte und 2x Ende September eingesetzt. Im Dezember habe ich dann nochmals OS geträufelt. Ich hatte im letzten Winter soweit keine Verluste. Bei der Gegenüberstellung von Vor- / Nachteilen muss ich sagen, dass ich erst 2 Überwinterungen praktiziert habe (Jungimker) und soweit die Nachteile gegenüber AS nicht kenne. Bei meiner 1. Überwinterung habe ich im Sommer/Herbst noch MS gesprüht und im Winter OS geträufelt. Also meine Oxamat-"Erfahrungen" beruhen auf eine Überwinterung.


    Wie du ja sicher weißt, ist OS in Gasform sehr gefährlich. Ich habe mir zur Sicherheit eine Gasmaske (Mund und Nase) von M3 mit entsprechenden Filtern gekauft (ca. 50 €). Der Verdampfungsprozess läuft bei meinen Styroporbeuten im geschlossenem System ab und es dringt optisch nichts nach außen (Flugloch und Gitterboden verschlossen). Bei Holzbeuten habe ich keine Erfahrung; Ritzen, Verformungen könnten hier ggf. Dampf durchlassen. Den Erfolg der Verdampfung kann ich unter der Plexiglaskuppel und nach Abschluss auf der Heizschale sofort sehen. Totenfall bei den Bienen und Schädigungen in der Brut habe ich bei der Fluglochkontrolle noch nicht bemerkt, aber auch noch nicht gezielt in den Völkern hinterher gesucht. Nach allem was ich hier im Forum gelesen habe, soll der Dampf aber den Bienen nicht schaden. Mit Rüstenzeiten und Nachlaufzeit des Ventilators brauchst du für ein Volk 10 Minuten.


    Nachteil bei der Behandlung ergeben sich aus der Verwendung der externen Energiequelle (Autobatterie). Entweder baust du diese immer aus deinem Auto aus oder hast eine Ersatzbatterie. Diese musst du aber das ganze Jahr laden, entladen, laden, ... damit sie beim nächsten Gebrauch noch heil ist. Das Tragen des Atemschutzes ist ein bischen blöd, aber zur eigenen Sicherheit zwingend notwendig. Auch beim Reinigen des Oxamaten mit dem Pinsel muss du eine Staubmaske und Handschuhe tragen. Muss man nach der Verdampfung nochmals Waben ziehen oder notwendiger Weise die Windel säubern, sollte man die Staubmaske und Handschahe ebenfalls tragen. Grundsatzlich kann man sagen, dass der aufwendige, persönliche Schutz beim und nach den Arbeiten mit OS den größten Nachteil darstellt. Damit beim Transport des Oxamaten kein OS-Staub unkontroliert freigesetzt wird, habe ich mir z. B. eine Kunststoffplatte gefertigt, die ich drunter klemme.


    In diesem Jahr habe ich nach der Ernte beim Zusammenstellen des Wintersitzes MS gesprüht. Nach dem Einfüttern Mitte September den Oxamat eingesetzt und 7 Tage später ein 2. Mal. Da ich mit offenem Gitterboden arbeite, und diesen wegen der Einengung der Fluglöcher auf 4 cm und den hohen Außentemperaturen nicht verschließen konnte, kann ich nicht sagen wie viele Milben im Juli gefallen sind. Auch weis ich nicht wie hoch der "normale" Fall im August + September war. Es lagen nach der 1. wie auch nach der 2. Behandlung zwischen Zwischen 150 bis 500 Milben je Woche auf der Windel. Bei einem Volk habe ich nach der 2. Behandlung nur "1" Milbe gezählt. Dieses ist unnatürlich wenig; das Volk muss ich im Auge behalten. Vielleicht sind aber auch nur die Ameisen mit dem Totenfall durchgebrannt (Volk direkt über dem Auflager des Standes)


    Nach der nächsten Auswinterung kann ich dir hoffentlich mehr positives über den Oxamat berichten.

  • HalloZander,
    gilt für diese OS-Verdampfer die Regel die mir meine Imkerkollege für die Verwendung von OS immer vorbeten - siehe Titel - nicht?
    Wenn ich richtig zähle hast Du in einer Saison die Völker dreimals mit OS bearbeitet.
    Ich bin bisher keine OS-Anwender möchte aber in diesem Winter eine OS-Träufel-Anwendung in der brutfreien Zeit einsetzen. Immer unter der Voraussetzung, dass ich die OS-Anwendung von BioVet erhalte.
    Gruß an alle ImkerInnen

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Bei "2x OS ist einmal zuviel" bezieht sich nur auf die flüssigen Anwendungsformen; bedampfen oder benebeln kannst du, so oft du willst, auch während Brut vorhanden ist, dann eben als Blockbehandlung.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo


    OS vernebeln oder verdampfen als Blockbehandlung ist halt leider sehr aufwendig.
    Die überall empfohlene 3 mal im Abstand von 6 Tagen erwischt meiner Meinung nach nicht alle Milben.
    Man müßte mal testen 4 mal alle 5 Tage nachdem was ich so höre wäre das sinnvoller.


    Gruß Uwe

  • Hallo Sabine,


    sabi(e)ne schrieb:

    Bei "2x OS ist einmal zuviel" bezieht sich nur auf die flüssigen Anwendungsformen; bedampfen oder benebeln kannst du, so oft du willst, auch während Brut vorhanden ist, dann eben als Blockbehandlung.


    bezieht sich die Aussage nur einmal OS anzuwenden nicht nur speziell auf die Winterbehandlung? Soweit ich weiß, wird auch beim Bienenwohl (auch OS flüssig) im Zustand mit Brut 3 Mal als Blockbehandlung.


    Demzufolge schadet´s wohl nur den "Winterbienen". :wink:


    Gruß
    Ralph

  • rst schrieb:

    ....
    Demzufolge schadet´s wohl nur den "Winterbienen". :wink: 
    ....


    Es schadet allen Bienen, nur ist es bei den Winterbienen besonders schlimm. Denn die sollen ja ~ 6 Monate überleben und dann die Brut im nächsten Frühjahr hochpeppeln. Wenn dann durch die Blockbehandlung ein (großer) Teil der Winterbienen fehlt, wirft es das Volk dadurch in der Entwicklung zurück.


    Anders sieht es aus, wenn man z.b. im Juli die Blockbehandlung macht. Dann trifft man meist noch Sommerbienen an, die sowieso nicht alt werden. Da machts dann ja nix aus ;)

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Hallo Uwe,
    wie ich oben bereits geschrieben habe, ist auch das Verdampfen mit Arbeit und Ungemach verbunden. In der Erkenntnis - du sagst es ja auch -nicht alle Varronen bei eine Blockbehandlung zu erwischen, möchte ich mit 2x im September hin kommen. Ich werde dahingehend im Oktober die Windeln kontrollieren. Ggf. muss ich noch eine Behandlung nachschieben. Die verbleibenden Milben will ich dann bei der Winterbehandlung im Dezember durch Träufeln erledigen.


    Hallo Eisvogel,
    verdampfen kannst du öfter, im Block sogar 3x in 14 Tagen, ohne das die Bienen Schaden nehmen. Die Träufelmethode sollte man nur 1x je Generation anwenden. Ich habe mit Bienenwohl keine Erfahrung (Betrag rst), aber da man Bienenwohl als Block auch bei Brut 3x anwenden kann, wäre das ein Indiz dafür nur 1x je Generation. Was beim 3er Block die Kö dazu sagt weiß ich aber nicht.


    Momentan bin ich mit meiner Kombi MS sprühen (Juli) - OS verdampfen (Sept.)- OS träufeln (Dez.) ganz glücklich.

  • Hi Christian,


    warst wohl schneller mit der Antwort, aber die Kids haben bei mir die Leitung überstrapaziert. Ich habe sie erst Mal für 1/2 Std. auf offline gesetzt.

  • Ich habe schon drei Jahre gute Erfahrungen mit dem Oxamat. Die Energiequelle sollte aber recht hoch sein. Es fließt ein sehr hoher Dauerstrom von über 10 Ampere. Ich verwende ein großes Ladegerät, (ohne Batterie). Auch ich muß für eine Behandlung mehr Zeit einplanen. In diesem Jahr hab ich mehr Milben und da werde ich noch der Septemberbehandlung noch zwei Behandlungen durchführen.
    Gruß Peter