Hart geerntet - und nun?

  • Moin Imkers,


    ich habe aus der Goldrute ordentlich geschleudert. Die Völker hatten aber bereits nach der Linde Kunstschwärme abgegeben waren also nicht überstark. Der Honig lag also nicht nur über dem Gitter, sondern auch die Leerwaben unterhalb waren unbebrütet und zu ernten. In manchen Völkern waren die o.BR nahezu komplett Honig.


    Nun folgt das Problem: Nach Gabe von Leerwaben sind die Völker noch immer schwerer als mein Einfütterziel von 38-40kg. Oben ist also (übertreiben gesagt) ein großes Nichts und unten ist offensichtlich Futter ohne Ende. Also habe ich das Zielgewicht mal auf 45kg erhöht und versuche so denen 'ne Chance zu geben, ihren Wintersitz nach ihren Ideen einzurichten. Ich fürchte nur, die werden unten das Brutnest weiter zuballern. Futterabnahme ist ordentlich. Aufstiege sind schwarz. Für zwei Zargen sind ja mehr als genug Bienen da. Aber 5kg Futter für 5 Leerwaben sind jetzt nicht wirklich viel. Insgesamt ist also genug Futter drin, aber ob's am richtigen Orte ist, macht mich unsicher.


    Was soll ich tun? Noch weiter Füttern? Daumen drücken? Umsortieren? Und wie?


    PS: Ich glaube langsam, daß die einräumige Überwinterung wie Michael2 sie betreibt, hier Vorteile hätte, weil ja unten Futter ohne Ende war. Nur ist mir der Gedanke erst nach dem Füttern gekommen. :cry:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    ich würde einfach nix tun: Nicht mehr einfüttern (sie haben doch genügend Futter, um über den Winter zu kommen und Goldrute ist ein hervorragendes Winterfutter) und sortieren würde ich auch nicht. Das sollen sie mal schön selber tun. Lediglich unbebrütete Waben würde ich an die Seiten sortieren bzw. ganz rausnehmen.


    Habe am WE meine Ableger durchgesehen ,weil ich glaubte, sie könnten zu wenig Futter haben und weil ich gleich Futterkranzproben gezogen habe. Ich war erstaunt: Brutnest total verhonigt, obwohl ich schon seit 3 Wochen mit der Fütterung abgeschlossen habe. Und in mehreren Ablegern sind noch Drohnen vorhanden. Nun bin ich gespannt, wie sie im Frühjahr aussehen werden......

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Henry,
    neulich erst geschleudert...wow. Wie vertragen das Deine Bienen denn so? Hast Du mehr Probleme mit der Varroa wenn du so spät erst behandelst?
    Und wie abgearbeitet sind Deine Bienen? Machst Du Rotation?
    Zu Deinem Problem kann ich mangels Erfahrung leider nichts beisteuern.

  • Boris2 schrieb:

    Hallo Henry,

    Moin Boris2

    Zitat

    neulich erst geschleudert...wow..

    Ja, war ganz schön was drin. :lol:

    Zitat

    Wie vertragen das Deine Bienen denn so?

    Ich schleuder doch nicht die Bienies :lol: und anschließend müssen die lediglich Invertzucker umlagern, den ich denen kostenlos zur Verfügung stelle.

    Zitat

    Hast Du mehr Probleme mit der Varroa wenn du so spät erst behandelst?

    Ich behandle spät im Winter mit Perizin, das hält den Milbendruck sehr lange sehr weit unten. Völker in der Tracht zu halten bringt außerdem mehr Bienenbrut als Völker ab Juli in Langeweile und auf 10 Waben zu setzen. Das reduziert die Schadwirkung. Außerdem brachte dieses jahr extrem wenige Milben. Ich hba' nicht ein Volk mit Symptomen.

    Zitat

    Und wie abgearbeitet sind Deine Bienen?

    Wie meinst'n das? Beschwert haben die sich noch nicht. Altbienenabgang in der Tracht ist erwünscht. Besser sie liegen im Feld als im Boden. Ich hab' einen super Winterstandort und bislang immer genug Jungvölker (zu denen mich der Raps zwingt) um eventuelle Verluste auszugleichen. Die Vermietvölker kommen jetzt erst zurück und haben sich seit Mai natürlich und ohne Eingriffe entwickelt. Die bilden die Reserve falls der Winter schlecht wird.

    Zitat

    Machst Du Rotation?

    Nein noch nicht, weil ich immer zuviele Schwärme und Ableger an Jungimker abgebe. Da fehlen im Herbst die Bienen für eine sinnvolle Spättrachtnutzung in Rotation. Auch die Bienenentnahme nach der Linde war nicht so clever. Warum die Völker platt machen, wenn man sie auch durch kriegt. Und das sogar in der Heide. Vom Prinzip her ist die Rotation mit Behandlung ohne Wabenwerk und Brut aber eine sehr gute Sache und ich werde den Weg gehen, wenn ich tatsächlich mal keine Böden mehr übrig habe.

    Zitat

    Zu Deinem Problem kann ich mangels Erfahrung leider nichts beisteuern

    Na wenigstens konnte ich antworten. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Invertzucker macht natürlich weniger Arbeit. Welchen invertzucker benutzt Du?
    Wenn Du so viel schleuderst und sich die Bienen noch nicht beschwert haben hoffe ich, Du kommst mit dem Invertzucker als Winterzulage noch weiter hin. Nicht dass die Bienengewerkschaft Dich noch zu mehr Annehmlichkeiten zwingen will.

  • Moin,


    ich habe ein ähnliches Problem:


    Volk sitzt auf einer Zarge Zander mit großen Brutflächen aber auch 5-10 cm verdeckelten Waldhonig direkt drüber. Ich kann eigentlich nur hoffen, daß die Bienen erst im Frühjahr an den Waldhonig kommen, aber wenn ich zu viel füttere bleiben keine LeerZellen für den Winter, die sie ja auch brauchen. Wo ist der goldene Mittelweg?


    Eden

  • Pack eine ganze Zarge mit Futter- oder Honigwaben drüber.
    Bzw. was haben sie denn dann überhaupt an Futter?
    Zuviel füttern kannst du jetzt eigentlich nicht (obwohl das schon lange fertig sein sollte), weil sie nix mehr abnehmen, wenn's voll ist.
    Und es ist ja nicht so, daß sie auf rappelvollen Zellen monatelang sitzen würden, sie machen erstens nicht alles wirklich voll bis zum Rand und zweitens verfuttern sie ja auch was, sobald von draußen nix mehr kommt.
    Solange Brut da ist, müssen die 36° gehalten werden, das macht schon Platz frei.
    Danach kommen sie mit ca. 1-2kg/Monat aus, bis Wiederbeginn der Brut.
    Ich füttere immer, bis nix mehr abgenommen wird, weil ich bin keine Biene und kann nicht sagen, wann es genug ist.
    Und ich denke nicht, daß sie bei Tracht aufhören würden, anzuschleppen, wenn noch irgendwo Platz ist....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Pack eine Zarge Leerwaben drunter und füttere bis es nicht mehr abgenommen wird.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • sabi(e)ne schrieb:

    Ich füttere immer, bis nix mehr abgenommen wird, weil ich bin keine Biene und kann nicht sagen, wann es genug ist.
    Und ich denke nicht, daß sie bei Tracht aufhören würden, anzuschleppen, wenn noch irgendwo Platz ist....


    Hallo Sabi(e)ne,
    das Ergebnis habe ich mal gesehen (im Herbst): Zwei Zargen DNM á elf Rähmchen knüppelvoll, ganz unten auf einer Wabe weniger als eine handtellergroße Fläche Brut zwischen verdeckelten Futterwaben.


    Bienen können sich regelrecht zu Tode fressen.


    Das Volk überlebte übrigens den Winter nicht.


    Grüße, Thomas