Buckfast neben Carnica ?

  • Hallo alle miteinander!!


    Ich habe zur zeit 6 Carnica Völker mit meinen Ablegern die ich dieses Jahr
    gemacht habe. Also ich habe schon seit längerem hier im Forum gelesen
    und wenn man so die Buckfast Imker hört sind ihre Mädels die liebsten und
    fleissigsten.Die Carnis dagegen meistens Stecher.
    Umgekehrt sagen viele Carnica Imker: Ihre Biene wäre die beste und die
    Buckfast hätte keine Zukunft,da nicht Rassefest sprich Aufspaltung.
    Also ich habe seit 8 Jahren Carnicas und kann mich über die Sanftmut meiner
    Mädels nicht beschweren. Ich bin von meinen Mädels dieses Jahr nur einmal
    gepiekst worden und da war ich noch selber schuld,da sie bei mir in der Armbeuge gesessen hat und ich hatte sie nicht bemerkt und eingeklemmt.
    Seit dem Abschleudern habe ich auch keinen Rauch mehr benutzt wenn ich
    Die Völker geöffnet habe,sondern nur noch ein Nelkenöltuch.Es Fliegt auch so
    kaum ein Mädel auf wenn ich die Beute öffne.
    Buckfast sollen ja grössere Völker bilden als Carnika und mehr Honigertrag haben.
    Meine Frage:
    Kann ich auf einem Stand Buckfast neben Carnica halten? Bisher hatte
    ich sowieso meine Königinnen immer von einem Reinzüchter gekauft.
    (Belegstellenbegattet) Und wie gross wird so ein Buckfast Volk?
    Reichen 19 Waben Kuntsch Hoch im Brutraum?
    Kann ich einen Brutableger von Carnica nach ausbrechen der Nachschaffungszellen mit einer Backfastkönigin Beweiseln?
    Woher bekäme ich nächstes Jahr eine Begattete Buckfast Königin?
    Ich bedanke mich jetzt schon für die Antworten.


    Gruss Winni 2

  • Hallo Winni,


    ob unsere Bremerbeute für Buckfastbienen angemessen ist, wird von Sabi(e)ne bezweifelt. Von praktischen Erfahrungen habe ich aber noch nicht gehört.
    Aber ich habe mal nach den Ansätzen von Gerstung den Brutraum berechnet in Abhängigkeit von der Legeleistung der Königin:
    http://www.imker-euskirchen.de/wohnung.htm
    Schafft es die Königin rund um die Uhr in jeder Minute 2 Eier zu legen, die dann auch noch von den Arbeiterinnen nicht ausgefressen werden dürfen, dann sind nach 3 Wochen, wenn die ersten Jungbienen schlüpfen und die Zellen wieder frei machen, 10 Waben Kuntzsch-hoch vollständig bebrütet.
    Da 40% des Brutraums für brutnahes Futter reserviert ist, sollte also die Legeleistung der Königin nicht wesentlich höher sein.


    Carnika und Buckfast auf dem gleichen Stand? Da habe ich Bedenken.
    Der eine mag Dackel, der andere Schäferhunde.
    Aber wer möchte Schäferhunde mit Dackelbeinen?


    Viele Grüße
    Peter

    Vernunft verwirrt Dogmatiker! (Prof. Dr. H. Lesch)
    ----------------------------------
    Start 2004 mit Eifel-Carnika; 5 Völker in Lagerbeuten nach Bremer und Golz; fast Öko-Betriebsweise.

  • Hallo Zusammen,
    Carnica u n d Buckfast auf den gleichen Stand ?
    Klar geht das.
    Was befürchtet Ihr dabei?
    Wenn man es zu Vergleichszwecken ausprobieren möchte,
    denkt bitte daran, das die Buckis eine andere Betriebsweise brauchen, um sich richtig zu entfalten.
    Bei "Gleichmacherei" kann ich Euch das Ergebnis schon jetzt mitteilen:
    Die Buckis sind nicht besser als die Carnis, aber auch nicht schlechter!
    Zum Glück stand in der Frage nicht "oder" :wink: 
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Guten Morgen,


    nein, ich bin kein Rassist!
    Aber Carnika und Buckfast unterscheiden sich nicht nur in der Farbe, sondern vor allem in der Betriebsweise. So habe ich es mir angelesen.
    Der Unterschied soll doch in der Völkerführung liegen.
    Da haben sich die Leute viel Arbeit gemacht, um unterscheidbare Bienen zu züchten, und da sollte man meiner bescheidenen Meinung nach nicht die Unterschiede durch willkürliche Kreuzungen vermischen.
    Jeder soll mit der Biene imkern, die er für sich aussucht.
    Ich möchte ja kein Dogmatiker zu sein!
    Aber was ist positiv an 2 Betriebsweisen an einem Stand?
    Wie behandelt man die Probleme bei der Vermehrung am Stand?
    Sollte man dann nicht alle neuen Königinnen zukaufen?


    So viel zu den Problemen, die ich sehe.
    Aber: Macht was ihr wollt, dann werdet ihr auch nicht jeck! (alte Eifler Weisheit)


    Viele Grüße
    Peter

    Vernunft verwirrt Dogmatiker! (Prof. Dr. H. Lesch)
    ----------------------------------
    Start 2004 mit Eifel-Carnika; 5 Völker in Lagerbeuten nach Bremer und Golz; fast Öko-Betriebsweise.

  • Guten Tag!


    Wie oben schon erwähnt habe ich bis jetzt alle meine Königinnen
    zugekauft, und ich habe für die nächsten paar Jahre nicht vor dies zu
    ändern.


    Gruss Winni 2

  • Hallo Sabine,
    da haste recht!
    Reiner Luxus.
    Reinzuchtköniginnen hatma doch um davon nachzuziehe.
    Damit ma viele jute Drohnens hat .
    Dat isse doch der Sinns vonne Verdrängungszucht.
    Oder is ma davon schon wieder ab und beschränkt sich aufs Verkaufe von Reinzuchtkönigins?
    Nee, da hab ich ja was verpasst.
    Ich qüäl mich hier mitte Basiszucht und die machen da schon wieder ein janz anderes Getöns.
    Also mal auf gut deutsch:
    Reinzuchtköniginnen hat man, um damit Nachzucht zu betreiben.
    Dieser hat dann "reine" Drohnen, die die Erbmerkmale weitergeben.
    Normalerweise hat man da einige wenige von am Stand.
    In der Mehrzahl der Völker regieren F1-Königinnen.
    Sogenannte Wirtschaftsköniginnen.
    Allein vom Preis her ist das schon Luxus, nur Reinzuchtköniginnen in den Völkern zu haben.
    Wie steht es denn mit der Verbreitung deren Zuchtguts?
    Verschwendet !
    Dafür die ganze Vorarbeit mit Auslese, Wertschätzung, Vorprüfung ,
    Körung usw. , um dann die Pedregee als Wirtschaftsvolk zu beenden.
    Ich habeschon einmal die Frage gestellt, wieviele dieser aufwendig gezogenen Reinzuchtköniginnen tatsächlich ihr Erbgut weitergeben.
    Hier ein Beispiel, wo diese Weitergabe aufhört.
    Der Züchter, der Jahr für Jahr diese Königinnen verkauft, scheint es egal zu sein, was weiter mit "seinen" Königinnen passieret.
    Er macht jaauch so ein gutes Geschäft.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Guten Tag alle miteinander!


    Also zuerst muss ich noch einiges richtig stellen. Ich hatte die ganzen Jahre
    immer nur 1-2 Völker. Vor 1 Jahr 1 Volk und ein Schwarm. Dieses Jahr
    dann im Frühjahr die Ernüchterung. Im Winter Das Volk vernichtet von
    meines Erachtens einem Waschbären. Schadbild sah genauso aus wie die
    Bilder im Heft die Biene. Ein Imkerkollege aus meinem Verein hatte auch Besuch von einem Waschbären.
    Die erste Durchsicht beim letztjährigen Schwarm! ?? Keine Brut! Keine
    Königin? Frage bei beim Vorsitzenden von unserm Verein.(Ist Reinzüchter)
    Dann nochmal genau Durchgesehen, keine Königin!! Um diese Jahreszeit
    noch keine Königin zu bekommen.Keine Königin keine Bienen?
    Da es letzten Winter viele Verluste gegeben hat,sehr schwer neue Bienen zu bekommen,hat viele Telefonate gekostet. Dann doch noch Glück gehabt.
    2 Ableger mit F1 Königin vom Vorjahr bekommen.Sie haben sich sehr gut
    Entwickelt,das ich von jedem Volk einen Brutableger machen konnte.
    Aber dieses Frühjahr war ja so schlecht,ende März noch schnee,anschliesend April verregnet und kalt, Mai zu kühl,(wir haben in
    unserer Gegend gar kein Obst dieses Jahr),fing bei uns auch die Königinnenzucht erst sehr spät an. Also habe ich in "die Biene" geschaut
    und mir zwei F 1 Königinnen Carnica Linie Peschetz bestellt.
    Die habe ich in die Ableger Eingeweiselt, anschliesend immer wieder mit
    Zuckerwasser 1:1 gefüttert. Die haben sich so gut Entwickelt,ich habe
    sie je auf zehn Waben Kuntsch Hoch eingewintert. Nebenbei habe ich
    dann noch im Juni von unserem Vorsitzenden wie schon erwähnt, ist
    Reinzüchter zwei Kunstschwärme mit F1 Königinnen aber auch Belegstellenbegattet zugekauft. Will mich nun endlich mal vergrössern.
    Mit guter Fütterung über den Sommer auch die Schwärme auf
    Naturwabenbau, gute Entwicklung 10 belegten Waben eingewintert.
    Noch zum Schwarm vom Frühjahr ohne Königin, habe ich aufgelöst und die Bienen den beiden gekauften Ablegern zufliegen lassen.

  • Aber, aber, wer wird denn einen Freizeitimker dafür kritisieren, dass er sich das beste vom besten kauft wenn er seinem Hobby nachgeht. Mit Reinzuchtköniginnen hat er ja hoffentlich friedliche Bienen die sich gut studieren lassen und dem Imker viel Freude bereiten. Wirtschaftlichkeit steht hier ja nicht im Vordergrund. Der Honigertrag wird wohl auch die teureren Königinnen noch finanzieren. Auch wenn man die Völkerzahl erhöhen will ist es ein Vorteil gutes Ausgangsmaterial zu haben. Dass aber
    eine eigene Zuchtarbeit, selbst in bescheidenem Ausmaß eine ganz neue Dimension der Imkerei eröffnet ist natürlich ganz klar. Hat man einige Jahre mit friedlichen Bienen gearbeitet und Erfahrungen gesammelt dann ist dieser zweite Schritt vielleicht nicht so schwer.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hans

  • Hallo Winni 2,



    mache es! Stelle Dir Buckfast neben Deine Carnicas und beobachte! Führe die Völker so, wie du glaubst, sie führen zu müssen und vergleiche über 2 bis 3 Jahre die Völker.
    Aber bitte vergesse nicht: "Die Buckfast-Biene" und "die Carnica" gibt es nicht! Es gibt sehr unterschiedliche Qualitäten, die man von unterschiedlichen Züchtern erhält.


    Ich hatte in den letzten etwa 8 Jahren genau das gemacht ,was Du jetzt vorhast: Carnica (meine Lieblingszüchtung Sklenar von einem Züchter aus Österreich gegen Buckfast von 3 verschiedenen Züchtern. Inzwischen habe ich keine Buckfast mehr am Stand. Der Grund ist ein simpler: Die Buckfast haben durchschnittlich nicht höhere Erträge als die Carnica, allerdings einen höheren Futterverbrauch im Winter (stärkere Völker). Vielleicht haben die Buckfast in Gegenden mit Massentrachten Vorteile. Hier gibt es als Massentracht aber nur die Robinie und manchmal die Linde und den Raps (in den letzten 4 Jahren allerdings nicht).
    Es ist schon ein unterschied, ob die Carnica-Völker nicht eingefüttert werden müssen ,weil sie sich im August/September ihren Wintervorrat selber sammeln oder ob ich Füttern muß, weil zu wenig Futter in den Völkern ist.
    Aber wie gesagt: Die Entscheidung habe ich aufgrund der regionalen Tracht- und Entwicklungsverhältnisse getroffen, in anderen Regionen kann das ganz anders sein, ebenso, wenn man wandert.


    Dass die Buckfast weniger schwärmt und sanftmütiger als Carnicas sind, gehört ins Reich der Legende!

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • G. Wustmann schrieb:


    Dass die Buckfast weniger schwärmt und sanftmütiger als Carnicas sind, gehört ins Reich der Legende!


    Widerspruch! Gerade die geringere Schwarmlust ist der Riesenvorteil. In München haben gerade zwei Imker mit zusammen über 200 Völkern eben deswegen komplett auf Buckfast umgestellt! Deine anderen Äußerungen kann ich m. E. bestätigen.


    Meine subjektiven Beobachtungen haben ich hier mal festgehalten. Etwas weiter nach unten scrollen. http://imkerei-schwarz.de/zucht.html

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo zusammen,
    ich habe ja hier auch schon eine kontroverse Diskussion losgetreten, nur weil wir 2 Carnica- und 2 Buckfast-Völker auf einem Stand nebeneinander haben. Bei der Gelegenheit wurden auch schon ein paar Unterschiede zwischen beiden in der Betriebsweise angesprochen, z.B., daß Buckfast wesentlich mehr Raum braucht als Carnica.
    Aber nun meine Anfängerfrage: Worin unterscheiden sich im Wesentlichen die Betriebsweisen bei den 2 Arten? Wir haben unsere aus Unwissenheit (steht auch nicht im "Grundwissen für Imker") gleich behandelt. Die Buckis hatten etwas mehr Honig, die Carnis stachen dafür wesentlich öfter.
    Wo liegen die Unterschiede in der Völkerführung??
    Gruß
    holmi

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Danke Rainer !!
    Dein Bericht war für mich sehr Aufschlussreich.
    Ich hätte noch ein paar Fragen:
    Du schreibst, Der Brutraum der Buckfast entspräche etwa 12 Datand Waben
    und der HR so in etwa genauso.
    Wie am Anfang schon erwähnt imkere ich in der Bremer Lagerbeute
    18 Waben im BR und 18 im HR Kuntsch Hoch und ich Wandere auch nicht,
    da wo die Kisten hingestellt werden, bleiben sie auch stehen.
    Ich habe die Jahre einiges ausprobiert, aber habe Probleme mit dem Kreuz
    und den Knien. Ich habe auch noch eine Golzbeute Marke Eigenbau in
    Betrieb aber noch etwas umständlich, weil ich zum BR immer über den HR
    übergreifen muss.Dieses Problem hab ich mit der Bremer Beute nicht.
    BR und HR nebeneinander, kein übergreifen, zugriff jeder Zeit auf jede
    Wabe ohne schwere Honigräume umzuwuchten.
    Frage: Reichen 18 Waben Kuntsch Hoch im BR und HR für die Buckfast,
    oder soll ich da ich ja auch viele Beuten selbst aus Holz baue, die zum
    kaufen sind ja doch recht teuer über 200 Euro die selbstgebauten gleich
    für 20 Waben bauen. In dieser Richtung sind Praktisch fast keine Grenzen
    gesetzt.


    Gruss Winni