Raps im September / Oktober

  • Hallo Miteinander,


    vor meiner Haustür blüht der Raps seit ca. 2 Wochen. Ein gelbes Blütenmeer wie im Frühjahr. Die Bienen kennen natürlich im Moment nur eine Richtung. Die Waben sind bis zur letzten Zelle gefüllt. Ist das gut oder schlecht ? Vorteilhaft scheint wohl die Masse an Pollen zu sein.
    Fällt die Frühlingsblüte (vom Raps natürlich) dann aus, oder blüht der im ganzen Winter? Wer hat Erfahrungen?


    Gruesse


    seb

  • Der wird untergepflügt.
    Und für die Mädels ist es nicht wirklich gut, weil die Winterbienen zu dieser Zeit gar nichts tun sollten statt sich im Raps abzuarbeiten.
    Ich hab einen Stand wegen eines späten Phacelia-Ackers verloren, die sahen schon vor Weihnachten nicht mehr gut aus.
    Passierte sowas nochmal, würde ich schleunigst dort weg holen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Es ist definitiv Raps. Es ist nicht aus der ausgefallenen Saat des diesjährigen Rapsfeldes sonder eindeutig der zu schnell geschossene Winterraps für nächstes Jahr.


    @ Sabine
    Da machst Du mir ja unheimlich Mut.
    Vielleicht wirds ja demnächst bald mal frischer, dass die Mädels daheim bleiben.


    Gruesse


    seb

  • Hallo Windmüller,


    dieses Jahr hatte ich ein Rapsfeld in 100 m Entfernung zum Stand liegen (Rapshonig 2006 :D ). Im letzten, milden Herbst hat dieses Feld auch schon geblüht, bevor es dann runter gefroren ist. Also keine Angst, die Frühlingsblüte fällt deswegen nicht aus. Auch konnte ich keine negativen Auswirkungen (schwache Völker) bei der Auswinterung feststellen.


    Also freu dich auf den Rapshonig 2007 :D:D :D.

  • Hallo,
    was haben wir gejammert bis vor ca.15 Jahren, dass im Spätsommer und Herbst das Pollenangebot in der ausgeräumten Landschaft für unsere Bienen nicht ausreichend ist.
    Dann endlich haben es auch die letzten Landwirte begriffen und abgeerntete Äcker mit Senf, Phaseliea etc. eingesät. Nicht dem Imker zu liebe – sonder dem eigenen Geldbeutel dienlich.
    Heute kenne ich keinen Imker in meiner Umgebung der sich über diese Pollenspender im Oktober beschwert. Wenn die Temperatur stimmt, dann fliegen die Bienen ob mit oder ohne Pollen- und/oder Nektarangebot. Und wenn ein Angebot in der Nähe ist, dann ist die eingesetzte Energie auch sinnvoll verwendet. Ich jedenfalls habe bis Heute noch von keinem Imker gehört, dass er durch einen im Spätjahr blühenden Acker Völker verloren hat. Und ein von mir ausgesprochenes Flugverbot lassen die Bienen, Ambrosius sei Dank, so oder so kalt.


    Gruß an alle Imkerinnen

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Moin


    Ich habe aber auch schon von einem Imker gehört, der seine Bienen von einem Phaceliafeld wegholen musste, weil der gesamte Brutraum voll mit Honig war und es schlicht und ergreifent keinen Platz mehr für die Brut gab.


    Ob sich das Rapsfeld negativ ausiwrkt kann ich nicht sagen, hatte diese Konstellation noch nicht.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Hallo,
    ich versteh es nicht. Bienenvölker, ein Phaceliafeld. Und dann haben die Bienen keinen Platz, um Nektar einzulagern? Ist der Imker im Urlaub? Oder hat er gehört und befolgt, dass man auf alle Fälle die Völker bis 21. Juli abgeräumt haben muß - ohne auf das Nektar und Pollenangebot in seiner Bienenstandgegend Rücksicht zu nehmen?
    Die Imker gieren nach nektareichen Planzen und verbreiten flächendeckend Neophyten und fluchen dann auf die Bauern, wenn die im Herbst Phacelia oder Senf anbauen, damit der Boden nicht nackt liegen bleibt. Und wir Imker haben nichts anderes zu tun, als über die Schädlichkeit des späten Pollenangebotes zu lamentieren?
    Ich versteh es wirklich nicht! Klärt mich bitte auf.


    Gruß
    Ralph

  • Hallo, Ralph,
    es geht nicht um "schädlichen Pollen".
    Es geht um Winterbienen, die ihren Fettkörper im Spätwinter bitter nötig brauchen, um die beginnende Brut zu ernähren und zu pflegen.
    Der Fettkörper kann aber bei einer voll arbeitenden Biene nicht groß genug angelegt werden.
    Jeder geflogene Meter oder jedes Dutzend gefütterte Larven zehrt an den Kräften.
    Die schon erbrüteten Winterbienen sollen JETZTnichts mehr tun, damit sie im Frühjahr bis April/u.U. Mai, durchhalten.
    Das können sie aber nicht, wenn sie JETZT noch eine halbe oder ganze Ernte einbringen.
    Bis Mitte September hat ja von uns keiner was dagegen, aber danach sind Massentrachten der größte Mist.
    Die schaden mehr als sie nutzen, und Pollen gab es eigentlich den ganzen langen Sommer immer irgendwo, meine unterste Zarge ist mit Sicherheit voll damit.
    Die brauchen jetzt weder Nektar noch Pollen, sondern ihre Ruhe.


    Ist es jetzt deutlich genug geworden? :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,
    ich hoffe, dass diese Nachricht von Sabi(e)ne bei keinem Imker eine Spätwanderung auslöst oder Imker mit Mulchern durch die Lande ziehen um "blühende Landschaften" zu beackern.
    Wie verbietet man Bienen eigentlich JETZT zu fliegen und zu sammeln? Das ist ihre NATUR.
    Auch Bienenflüsterer sollten sich das eingestehen.


    Gruß an alle ImkerInnen

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Klar ist es die Natur der Biene, zu sammeln.
    Nur ist es nicht "ordentliche Natur", daß im Oktober solche Blütenmengen anfallen....
    Schlicht nicht die richtige Jahreszeit dafür.
    Hier ist der Mensch die Ursache, und nicht die Natur selbst.
    Sag mir mal, was im ursprünglichen Environment de Bienen, nämlich dem Wald, JETZT noch blühen würde?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,
    Imker betätigen sich in der Regel in der Umgebung in der sie jetzt leben. Da ist die Diskussion um der ursprünglichen Umgebung der Bienen müßig. DEN Wald gab es nicht. Und auf meine Umgebung bezogen sieht der Wald - LOTHAR-99 sei Dank - auch im Herbst noch ganz schön blühend aus. An anderer Stelle im Forum wurde bereits auf das imkerliche Wirken bei der Verbreitung des indischen Springkrautes hingewiesen. Auch dort sieht der Wald z.Zt. noch ganz schön blühend aus. Um es gleich zu sagen – begeistert bin ich von der massenhaften Verbreitung der Balsamine auch nicht. Aber sie ist da.
    Noch ein Wort zur „ordentlichen Natur“ – das ist bereits ein Widerspruch in sich. Natur und ich zähle meine Bienen dazu ist nicht ordentlich.
    Gruß an alle ImkerInnen

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • rst schrieb:

    Hallo,
    ich versteh es nicht. Bienenvölker, ein Phaceliafeld. Und dann haben die Bienen keinen Platz, um Nektar einzulagern? Ist der Imker im Urlaub? Oder hat er gehört und befolgt, dass man auf alle Fälle die Völker bis 21. Juli abgeräumt haben muß - ohne auf das Nektar und Pollenangebot in seiner Bienenstandgegend Rücksicht zu nehmen?....


    Gruß
    Ralph


    Er hatte Honigräume drauf, hat sie auch geleert, trotzdem kam danach immer noch so viel Nektar rein, dass auch der Brutraum zugehauen wurde. Da hat er die Bienen dort weggeholt, damit sie weiter Winterbienen erbrüten können.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"