Nachzucht von mehrjährigen Königinnen

  • Hallo,
    eigentlich wollte ich keine neues Thema aufmachen habe aber nichts passendes gefunden.


    Zu meiner Frage:
    Auf der Wanderverammlung in Bregenz sprach unter anderen IM H. Luftensteiner-Singer über ihre Betriebsweise. Dabei fiel der Satz und wurde in der Diskussion wiederholt:


    Königinnen werden nur von 5 jährigen (i.W. FÜNF) Müttern nachgezogen.


    Ich meine, dass doch ohne Frage eine Königin, selbst wenn sie nicht über die ganze Zeit im Trachtvolk eingesetzt war, mit fünf Jahren eher am Ende ihres Lebens als im Zenit steht.


    Besteht hierbei nicht die Gefahr mehr Ausfälle als gute, vitale Königinnen zu erhalten,
    Gruß an alle ImkerInnen

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Eisvogel,


    wenn doch nur mehr Züchter diese Einstellung wie Frau Singer hätten! Erst nach ein paar Jahren kann sich doch eine Zuchtmutter erst als solche qualifizieren! Dann muss sie ja nur noch ihre Gene weitergeben. Eine wirtschaftliche Leistung wird ja nicht mehr verlangt. Sollte sich aber eine Königin über zwei Jahre in den wichtigen Belangen als herausragend gezeigt haben, dann ist sie uneingeschränkt vermehrungswürdig.


    Ein Imker der jährlich seine Königinnen auswechselt (welcheine Verschwendung!) wir NIE solche Goldstücke haben!


    Die EIer einer fünfjährigen Königin sind ja nicht schlechter als die einer einjährigen, vorausgesetz, die Versorgung durch die Bienen stimmt, und das dürfte ja kein Problem sein.

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    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo,
    das ist genau mein Problem. Sind die Eier und das Sperma einer fünfjährigen Königin genau noch so vital wie bei einer Königin im dritten Jahr?
    Ich glaube eben, dass der natürliche Alterungsprozess und damit die Reproduktionsfehler bei der Eierproduktion im Eierstock bzw. die "Lagerungschäden" des Spermas in der Samenblase der Kg eine Rolle spielen.


    Natürlich macht es keinen Sinn eine Königinn jedes Jahr auszutauschen bzw. von einer Einjährigen nachzuziehen.


    Gruß an alle ImkerInnen

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Moin Eisvogel,


    Br. Adam hat seine Zuchtmütter aussortiert, wenn die Völker diese selbst umweiseln wollten. Er hat allerdings eben auch Unmassen von Königinen von diesen Zuchtmüttern nachgezogen.


    Wenn sich bei mir eine Königin bewährt, dann wird die mein Liebchen bleiben, bis sie natürlich verloren geht. Wenn ihre Töchter sich als stabil erweisen und vielleicht schon deren Töchter, dann ist das tatsächlich eine Abwägungsfrage. Selbst wenn die Eier und das Sperma irgendwie gealtert und vorgeschädigt sein sollten, dann gäb es vielleicht mehr auszusortieren. Aber eine Königin wegen des Alters nicht mehr zur Zucht einzusetzen, wär' in meinen Augen Unsinn.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    hast Du, Reiner, nicht mal einen Artikel über das "warten können", oder so ähnlich, geschrieben ?
    Königinnen, sofern sie denn was taugen, nach 1 Jahr abzumurksen, ist dumm und unwirtschaftlich dazu.
    Genau so dumm,wie aus einer jungen Königin, von der man nur die Papierform kennt, nachzuziehen.
    Natürlich altern Königinnen und mit ihr die unreifen Eizellen und das Sperma, aber wer merkt das, noch bevor der Imker es merkt?
    Eben, die Bienen.
    Die sortieren solche Brut ganz schnell aus und lassen nur den gesunden Nachwuchs schlüpfen.
    Der Imker erkennt irgendwann ein lückiges Brutnest, die noch vorhandene Brut ist aber genetisch absolut zur Nachzucht geeignet.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo zusammen,
    der Sinn des jährlichen Umweiselns und die Volksführung mit möglichst nur einjährigen Königinnen hat sich mir nicht erschlossen. Für mich ist ein Kriterium einer guten Kö auch, wieviel Jahre sie im Amt bleiben kann und ihren Aufgaben gerecht wird. Den Zeitpunkt an dem sie nachläßt bestimmen eh die Bienen.
    Nur wenn ich mitbekommen würde das die ständig still umweiseln müsste ich davon ausgehen, dass das Erbmaterial nicht gut ist und das wäre die Indikation, mir eine Zuchtkö zu holen. Oder wenn ich plötzlich Stecher hätte. Aber hab ich ja Gott sei Dank nicht :wink: 
    Meine drei Damen werden jedenfalls im Amt bleiben, bis die Bienen uns scheiden. Und wenn die im Verein das merkwürdig finden, kann ich gut damit leben. 8)

    LG
    Elke


    Bienen seit April 06, Carnica in Heroldbeute auf DNM , Gartenbienen

  • :lol: Das kommt davon, weil sie ihre höchste Legeleistung im Jahr nach ihrer Geburt erbringt.
    Man hatte wohl Angst, daß danach die Leistung wie bei alten Hühnern nachläßt, und so wurde das irgendwann mal Mode.
    Außerdem geht immer noch das Gerücht, daß junge Königinnen nicht so leicht schwärmen würden :lol: , was dann gern als 2. Argument angeführt wurde.
    Logisch ist das alles nicht.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Junge Königinnen können genauso ins Schwärmen kommen, vielleicht sogar früher als Alte?. So wie ich es dieses Jahr gesehen habe, ist das Brutnest während der Schwarmlust bei den jungen größer als bei den alten Königinnen. Völker die während der Schwarmzeit das Brutnest aufrecht halten können, zeigen tendenziell weniger die Gefahr, dass sie von einer bis zur nächsten Kontrolle abschwärmen.


    Gruß
    Simon

  • Hm...könnte die höchste Legeleistung nicht auch mit Unerfahrenheit zu tun haben? Oder mit dem Druck, eben möglichst viel eigenen Nachwuchs unter das Volk der Vorgängerin zu bringen?
    Und Dinge wie Trachtverhältnisse und Polleneintrag spielen bei jungen Kös vielleicht eine untergeordnete Rolle, während ältere Kös sich langsam danach richten? Das sieht dann für den Imker nicht gut aus, wäre aber durchaus sinnvoll, oder?
    Vor allem denke ich bei "langjährigen Regentinnen" an den Stockduft. Der wird mit den Jahren doch viel intensiver als bei ständigem Wechsel. Jede Holzpore wird den spezifischen Duft dieser Kö annehmen, während bei ständigem Wechsel doch irgendwann ein ziemlicher Mischmasch vorhanden sein dürfte. Ich erhoffe mir von alten Kös harmonische und effektive Völker. Effektiv heißt ja nicht, die größte Menge bringts. Wenn ich eine Kö hab, die bei schlechter Tracht die Legeleistung etwas herunterfährt bin ich damit sehr einverstanden. Hmmm...grübel...
    Vielleicht sollte ich dazu übergehen, die Rähmchen der verschiedenen Völker farblich zu markieren, damit ich sie immer nur im gleichen Volk einsetze, wegen des "Duftes". Fänd ich interessant, alte Kö, immer nur den gleichen Duft um die Nase...Wer weiß, was da abgeht, wenn wir mal eben ein Rähmchen umhängen, das nach Konkurrenz riecht...oder im Frühling gleich eine ganze Kiste mit Rivalenduft draufpacken...ist das überhaupt schon erforscht?? :oops: Wer weiß, warum die alle sofort anfangen, nach dem Erweitern Weiselzellen zu basteln, vielleicht hab ich dann ja weniger Stress damit 8) wär doch den Aufwand wert.

    LG
    Elke


    Bienen seit April 06, Carnica in Heroldbeute auf DNM , Gartenbienen

  • :D

    Zitat

    Wer weiß, warum die alle sofort anfangen, nach dem Erweitern Weiselzellen zu basteln, vielleicht hab ich dann ja weniger Stress damit wär doch den Aufwand wert.


    DAS liegt am zufälligen Zusammentreffen der Zeitpunkte.
    Checker-boarding machen, und das Problem ist gelöst. :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,
    hier läuft mal wieder alles auseinander wie ein Weiselloses Begattungsvölkchen.
    Meine Frage war: Macht es wirklich Sinn ausschließlich von 5-jährigen Stockmüttern nachzuziehen? Ist dabei die "Ausfallrate" nicht größer als bei einer Nachzucht von einer Königin im dritten Jahr.
    Vorallem unter dem Gesichtspunkt, dass der Züchter diese Jungköniginnen im Schlüpfjahr verkauft!!


    Es ging mir bei meiner Frage nicht um die Jährliche Umweiselung. Auch meine Stockmütter bleiben so lange im Stock wie das Volk mit Ihr zufrieden ist bzw. die Entwicklung für mich befriedigend ist. Meine hauseigenen Vermehrungszucht wird selbstverständlich auch i.R. erst im zweiten bzw. dritten Wirtsschaftjahr gemacht. Allerdings auch nicht später und ich sehe im nächsten Jahr was dabei herausgekommen ist.


    Gruß an alle ImkerInnen

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk