Wirklich über offenem Boden überwintern ?

  • Hallo,


    der Grossvater meiner Freundin hatte früher auch Bienen und hat mich für verrückt erklärt als ich ihm das erzählte (offener Boden im Winter).


    Er wettet mit mir um einen Kasten Bier, dass die Bienen erfrieren.


    Nun kommen mir Zweifel...


    Zudem stehen meine Beuten nicht auf dem Boden sondern gut 50 cm hoch auf einem Holzgestell. Da pfeifts im Winter sicher ziemlich drunter durch...


    Ich trau micht nicht die Schubladen rauszunehmen - ich bin schließlich auf 600m. Zwar im schönen Donautal, aber wir gehören ja quasi auch zur schwäbischen Alb und -20 Grad sind bei uns auch keine Seltenheit in den letzten 3 Jahren.


    Was meint Ihr ?


    Gruss
    Veet

  • Hallo Veet,


    ich kann Reiner nur zustimmen. Die Bienen überwintere ich grundsätzlich über offenem Boden (auch im letzten kalten und langen Winter!). Erfroren ist da nix.


    Gruß,
    Vorgebirge

    (seit 2002 Carnica, Standbegattung; Löwenzahn, Obstblüte, Sommerblüte, Robinie, Linde; Zander, Zeidlermagazin (Heroldbeute), Hohenheimer Einfachbeute; Neutralgläser, eigene Etiketten; Honig, Propolis, Met, Bärenfang)

  • Ich würde den Wetteinsatz auf ein Fass erhöhen.


    Meine stehen auf 600 m und 900 m. Auch bei mir ist noch nie ein Volk erfroren.


    Physikalisch ganz logisch: warme Luft oben, kalte unten und unten ist offen. Das überwintern über dem offenen Gitter hat auch noch den Vorteil, dass die Bienen nicht beim ersten Sonnestrahl, der die Kiste aufheizt anfangen zu brüten.


    Also, offen lassen und den Wetteinsatz erhöhen.


    Gruß
    Werner

  • Hallo Veet,


    offener Gitterboden bei 250 m und alle Völker haben nach dem letzten strengen Winter den nächsten Frühling gesehen. Offener Boden heißt aber nicht "ohne Gitter", oder : :o ? Achtung, sonst verlierst Du noch wegen der Mäuse die Wette! :wink:

  • In einem Jahr sind mir mal ein paar Deckel nach einem Sturm weggeflogen. Habe ich erst ca.2 Wochen später bemerkt. Es hat in die Völker geregnet und danach gefroren. Als ich die Deckel fand, lagen sie umgedreht auf dem Boden mit ordentlich Eis drin. Hab das Eis abgeklopft und Deckel wieder drauf. Die Völker waren im Frühjahr nicht erheblich schwächer wie die anderen. Rapsernte war im Durchschnitt.
    Da fragt man sich doch - wozu noch ´ne Beute? :wink: 
    Gruß Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Moin heidjer,


    die Beute ist nur ein Transporthilfsmittel für's Wandern. :wink: Nicht jede Omi bleibt beruhigt, wenn der Schwarm lose im Baume hängt. Deshalb wurde die Beute erfunden. Na und zum Wegräumen der Bienen natürlich. :P

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • :o Öhm, es kommt aber sehr darauf an, wie naß die Bienen waren, als es fror....
    Alles, was bei mir im Dezember im Schneeregensturm tagsüber bei 2°C richtig naß geworden ist durch das windbedingte Zerlegen der Beuten (es hat also nicht nur obendrauf geschneit, sondern eher "durch", bei bis zu 135km/h), waren drei bis sieben Tage später komplett tot, bei Temperaturen von tagsüber +3°C und nachts -8-10°C.
    Da hätte ich wahrscheinlich mit nem Fön dran gemußt, trocken überleben sie sowas, nur eben naß nicht.... :cry:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Naja sicher, ich hatte ne Menge Glück :lol: 
    Gruß Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Moin heidjer,


    aber ganz sooooo sellten ist das nicht. Bei einem Volk, das ganzjährig vermietet war und auf einem Hügel stand ist vor zwei Jahren der Deckel weggeflogen und die Futterzarge. Lag alles weit im Felde und wurde erst im Frühjahr wiedergefunden.


    Die Oberträger waren also das Oberste der Kiste. Darauf lag Schnee auf einer Eiskruste. Diese ließ sich kaum entfernen und es waren Bienen mit eingefroren. Das Volk hat unter dieser Schneedecke mindestens 14 Tage gestanden, weil der Mieter von Ferne dachte es wär alles OK und seine eigenen Sturmschäden behoben hat. Schnee lag ja gleichmäßig drauf. Ich hätte das auch nicht gesehen.


    Das Volk hat mehr Futter verbraucht als die andern. Aber nicht wesentlich mehr und ist auch schwächer ausgewintert. Dennoch hatte es die andern Völker vorm Raps schon wieder eingeholt und nach dem Raps konnte man nur an der Stockkarte noch erkennen was da war.


    Andere imker mit üblen Spechtschäden an den Beuten, also mit dauernder Klopferei, haben ihre Völker eingebüßt, auch wenn die Löcher im Gegensatz zur oben offenen Beute nur minimal waren.


    Vielleicht hat es in Baumhöhlen auch reingeregnet und reingeschneit, wenn winters große Äste in der Totholzkrone ausgebrochen sind? Vielleicht sind die sowas ja eigentlich gewöhnt? Auf alle Fälle sind die in Ruhe gelassen ein ganz schön zähes Völkchen, so als Volk. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin Henry,
    das ist es, die Bienen sind eben von der Natur selektiert um auch in irgendwelchen Hohlrämen dritter Klasse zu hausen-zur not ja auch ganz ohne. Da muß man sich eher fragen, ob man sich in Styroporkästen nicht eine "Komfortbiene" selektiert, die wenns drauf an kommt, die Flügel hängen läßt.


    Gruß Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Hallo Veet
    Ich überwintere c.a. 80% meiner Völker mit offenem Gitterboden. Der Rest sind halt alte Beuten, die noch viel zu gut sind zum wegschmeissen, aber halt mit geschlossenem Boden. Kein Unterschied in der Überwinterung, weder beim Futterverbrauch, noch bei den Ausfällen. Der einzige Unterschied ist tatsächlich, daß beim geschlossenen Boden die Randwaben praktisch immer verschimmeln. Deshalb tu ich die im Herbst raus.
    Wie die Vorschreiber schon berichtet haben können die Bienen Kälte und Zugluft sehr gut aushalten. Und Bienen erfrieren nur wenn sie kein Futter mehr haben oder der Kontakt zum Futter abreisst.
    Gruß
    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.