bienenfreundliche, schnellwachsende "Hecken"-Bepfl

  • Liebe Imkers,
    wir habens getan: Nachdem sich die Nachbarin dahingehend äußerte, doch mal wieder Licht auf ihr Grundstück zu haben, haben wir mit der Kettensäge ein großes Massaker unter den Tannen angerichtet und dabei auch gleich 2 Wacholder gemetzelt.
    Von Beileidsbekundungen bitte ich abzusehen denn diese Dinger waren mir schon lange in Dorn im Auge.


    Dennoch soll der Grenzstreifen zum Nachbarn wieder bestückt werden damit wir uns wirklich nicht zu sehr auf die Teller gucken. Etwas schnellwachsendes´, was mir eine bienenfreundliche, 2 m hohe und relativ blickdichte Hecke bietet; Sonne ist gegeben.


    Meine Ideen dazu waren bisher:


    Weißdorn (leider nicht besonders schnellwachsend)
    Weide (natürlich masculin, die wächst wie verrückt)


    Beides soll durch Stecklinge vermehrbar sein - weiß jemand was dazu; Quellen hätte ich nur eben keine Ahnung über Stecklingsvermehrung.


    Weitere Tipps gerne und dringend gesucht!


    Melanie

  • Hallo Melanie,


    ich habe mir vom Jaesch dieses Frühjahr eine ähnliche Hecke zusammenstellen lassen für eine Länge von 14 m an der Strasse entlang, da mich die Blicke der Nachbarn beim vorbeispazieren immer gestört haben. Ich liste dir mal die Pflanzen auf:


    Rhamnus frangula
    Hypericum Hidcote
    Berberis julianae
    Lonicera fragantissima
    Cotoneaster dielsianus
    Heptacodium miconioides
    Salix daphnoides praecox
    Cornus officinalis
    Cotoneaster intergerrimus
    Mahonia Apollo
    Physocarpus opulifolius


    Diese pflanzte ich im Abstand von 1 m zur Grenze und jeweils 1,5m zueinander in einer Reihe. Wobei die Mahonia als Zwischenpflanzung zwischen die anderen Sträucher kam. Die wird nicht so hoch. Von der werde ich nächstes Jahr Stecklinge machen um noch die restlichen Lücken zwischen den Büschen aufzufüllen.


    Das sind alles Bienen- und Vogelnährgehölze die unterschiedlich das ganze Jahr durch blühen und Beeren tragen.


    Alle diese Pflanzen lassen sich leicht über Stecklinge vermehren. Aber auch über die Samen soll es gut gehen habe ich mir sagen lassen. Zumindest verteilen die Vögel gerne die Samen bei den Nachbarn. Somit ist auch für eine weitere Verbreitung gesorgt. :D


    Gekostet hat mich das übrigens nur ca. 60,- Euro.


    Wenn du genauere Infos brauchst ruf doch einfach mal bei Jaesch an. Er hilft gerne weiter.


    Gruß René

  • Hallo Melanie,
    weitere tolle große Sträucher sind Kornelkirsche, Buddleja, Haselnuss, Felsenbirne, Mispel, Euodia, Hartriegel, gemeiner Schneeball, Traubenholunder, Heckenkirschen, Schlehe.
    Kleinzeugs für Lücken wären Himbeeren, Bartblumen, Mahonien, Zierquitten, Spiraea, Deutzien, Efeu als Strauch.

    LG
    Elke


    Bienen seit April 06, Carnica in Heroldbeute auf DNM , Gartenbienen

  • Hallo,
    danke für die ganzen Tipps.
    Rhamnus frangula, der Faulbaum, kommt leider nicht in die Tüte da giftig und Kleinkinder im Hauses; auch Berberis julianae ist da ungeeignet.
    Lonicera fragrantissima ist ja eine lustige Wahl - gehen da Bienen ran?
    Ebenso Heptacodium miconioides - ist ja auch nicht grad Allerweltswahl?
    Und welche Vorteile hat Cornus officinalis gegenüber dem der einheimischen Cornus mas?
    Die Mahonien sind alle klasse; habe ich auch einige im Garten. Auch die Cotoneaster; keine Frage. Die Blasenspiere Physocarpus opulifolius ist auch eine interessante Idee.


    Da werde ich wohl mal shoppen gehen...zunächst werde ich mir aber erstmal Weidenstecklinge schneiden damit da überhaupt mal was loswächst; das geht wohl am schnellsten...und ich werde mir eine Baumschule in der Gegend suchen, die mich hier versorgen kann.
    Zu Jaesch wollte ich auch mal hin aber vor allem wegen seiner Staudensammlung...


    Melanie

  • Hallo Melanie,
    von wegen Weiden haben wir uns im letzten Jahr von diesem Artikel inspirieren lassen.


    http://www.imker-schwaben.de/index.htm
    Dann habe ich mal im Net gesucht und bin auf folgende Seite gestoßen:



    http://www.freitag-weidenart.com/Zaeune/Zaun.html


    Da gibt es unter dem Begriff "Rauten" auch Bilder von einem lebenden Weidenzaun.


    Unser ca 20 Meter lange Zaun ist gut angewachsen. Leider mußten wir die Abstände doppelt so groß nehmen wie in der Beschreibung, da nicht genügend lange "Kätzchen Weiden" Ruten vorhanden waren. Daher sieht sie nicht so sauber aus wie auf den Fotos.
    Das ganze hat einen im Verhältnis zu anderen Hecken relativ dünnen Zaun ergeben.
    Als Schnitt habe ich bei allen Weiden einmal im Frühjahr nach der Blüte komplett alle nicht gewünschten Triebe so in 1,80 m entfernt ( gleich Augenhöhe).
    Dann sieht die Hecke so aus wie auf den Fotos.
    Da sie aber sehr schnell wieder ausschlägt und wächst, ist der Zaun früh im Jahr wieder Blick dicht.


    Der Boden an den Seiten der Hecke wurde mit Rasenschnitt bedeckt.
    Inzwischen hat die Hecke wieder 1 - 2m lange Triebe.
    Mit denen werde ich im nächsten Frühjahr die Hecke verlängern.
    Allerding werde ich sie erst in Wasser bewurzeln lassen. Ein erster Versuch in diesem Jahr mit frischen Stecklingen hat nicht so überzeugt.



    Vor der Hecke pflanzen wir jetzt diverse andere Blumen und Sträucher.
    Außerdem haben wir Efeu in die Hecke gepflanzt.


    Ich sehe eine solche lebende Hecke auch als Ersatz für einen "häßlichen" und dazu noch teuren Gartenzaun.


    Und im Frühjahr natürlich eine super Bienenweide.


    Gruß Hubert


    P.S: Vor der Hecke standen bei uns auch da auch so ca. 25 Jahre alte Tannen.
    Die Stümpfe sind sitzengeblieben und die Weiden wurden einfach dazwischen gesetzt.

  • Hallo,


    ein ganzer Teil der Pflanzenliste Renés ist durch heimische Arten ersetzbar. Wir müssen nicht unbedingt noch mehr fremde Pflanzen zu problematischen Neophyten werden lassen.

    Hymenoptera schrieb:

    Und welche Vorteile hat Cornus officinalis gegenüber dem der einheimischen Cornus mas?


    Genau diese Frage sollte man sich stellen.


    Grüße, Thomas

  • Hallo Herbert,


    so einen gewachsenen Weidenzaun hatte ich auch mal.
    Im 2. Standjahr ist `ne ganze ausgebüchste Kuhherde durchmaschiert.
    So eine Sch....


    Habe dieses Jahr wieder Stecklinge gezogen.
    Nächstes Jahr nochmal welche, und dann wird `s wieder versucht.


    Ich nehme dazu "Salix X Smithiana". Die macht schöne lange Triebe.
    An den X-Verbindungsstellen schabe ich die Rinde vorsichtig ab und binde (mit Malerkrepp) Kambium auf Kambium.
    Dadurch verwächst der ganze Zaun zu einer Einheit.
    Schnitthöhe halte ich bei 1,50m - ist bequemer. :wink:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Melanie....


    Zum Thema giftige Pflanzen....wenn man danach gehen würde könnte man nach einem Spaziergang im Garten zu 70% alle Pflanzen rausnehmen.Auch eine Geranie führt zu Übelkeit und erbrechen!
    Ich selber habe Goldregen,Tollkirsche und Fingerhut um nur einiges zu nennen in meinem Garten und selber habe ich auch einen Sohn.
    Kleinkinder gehören ohnehin nicht ohne Aufsicht in denn Garten,es sei denn,man markiert "die" Pflanzen an denen Kinder sich bedienen dürfen.Wir haben uns die Arbeit gemacht und an die Pflanzen die erlaubt sind,Fähnchen drangebunden.
    Ich selber bin Zierpflanzengärtner und weiß wovon ich spreche! :wink:


    Schönen Abend noch....