Standort - Obstplantage

  • Hallo,
    stellt euch vor ihr könntet einen Standort in der Nähe (300 -500m) eines großen Obstanbaugebietes bekommen. Wäre das für euch ideal oder fatal?


    Ich meine das in Bezug auf die Spritzerei in der Plantage.
    Gruß Peter

  • fatal!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Solange das Obst blüht wäre das doch genial, aber leider halten sich nur die wenigsten Obstler an die Vorschriften was das Zeitweilige Verbot des Spritzens anbelangt. Außerdem wird von vielfach auch unter den Obstbäumen gespritzt, was genau so schlimm ist da ja zur Obstblüte auch der Löwenzahn blüht. Wir sind hier ja fast ein reines Obstanbaugebiet und ich hab schon etliche Imker gesehen die Während der Obstblüte ganze Völker eingegangen sind.
    Also, gehüpft wie gesprungen, es kommt auf den Obstbauer darauf an ob es gut gehen kann oder nicht.
    Meine Völker stehen auch mitten im Anbaugebiet, von Ende Juli bis Mitte Mai, allerdings wandere ich, wenn das Spritzen freigegeben wird, weg.... Vertrauen ist gut, auf Nummer sicher gehen ist aber besser!! :roll::roll:

  • :o Die Obstplantagen, die ich hier kenne, sind ja nett, aber drumrum ist nix, was die Mädels das restliche Jahr über ernähren würde....
    Die Kollegen hier beurteilen eine Gegend als "gut" oder "schlecht", wie ausgerissene Schwärme den Herbst erreichen und womöglich überwintern können.
    Ich finde das als Maßstab gar nicht so schlecht.
    Wo sich ein Schwarm genug Futter besorgen kann, um über den Winter zu gehen, kann es auch für gefütterte Bienis nicht schlecht sein :D und für den Imker auch nicht. :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin Imkers,


    knapp vor der Blüte wird gespritzt, damit die Blüte nicht zum Eintritt für Raupen wird und gegen allerlei Pilze. Ist dann in der Vollblüte die Befruchtung ausreichend, wird gespritzt um die Narbe zu verätzen, damit keine weiteren Früchte entstehen, die später wieder ausgepflückt werden müßten. Befruchtung wird mehrfach am Tag ausgezählt. Spritzentscheidung fällt dann innerhalb von Minuten. Blüten können aber nur bei trockenem Wetter verätzt werden. Also bei oder kurz vor Flugwetter.


    Die Bienen verätzen sich die Rüssel. Sterben aber nicht gleich und auch nicht innerhalb der nächsten 4-5 Tage. Sie können nicht mehr erfolgreich sammeln und die Ernährung im Stock stockt. Inzwischen ist der Imker abgewandert und die Bienen mickern und siechen woanders vor sich hin. Sogar die an sich sinnvolle Kombination aus Aufbau im Obst und Ernte im Raps versagt, weil im Raps die Flugbienen fehlen.


    Obstplantagen ohne jede Pflanzenschutzanwendung, also Streuobstwiesen und verlassene Obstgärten sind allerdings mit ihrem wasserreichen Nektar ein wirklicher Segen. Das sind echte und sehr wirksame und dennoch bienenschonende Aufbautrachten. Es müssen aber eben auch schon paar Bäume da sein. 20, 30 Minimum.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Zusammen,
    Henry hat recht,
    intensiver Obstanbau und Imkerei vertragen sich schlecht.
    Bei uns sind es meist größere Gärten mit Obstbäumen, die die Aufbautracht ausmachen.
    Da davon kaum einer seinen Lebensunterhalt mit bestreitet und auch keiner wegen einer ausgefallenen Obsternte verhungern wird,
    ist Spritzen kaum ein Thema.
    Ausser bei Ziergewächsen wie Rosen und Rhododendren.
    Da stören dann komischerweise Blattläuse und Co. .
    Und dann die übliche Praxis die restliche Brühe noch für andere Pflanzen zu verwenden (wäre ja schade die wegzukippen).
    Aber seit den Doppel-Null-Sorten beim Raps blüht der immer früher,
    so das eine vernünftige Aufbautracht nicht mehr so gegeben ist.
    Man könnte den ja entgegnen mit Verstärken oder Doppelvölkern,
    aber das geht gegen die selbst auferlegten Ausleseprinzipien.
    Kurz gesagt bin ich froh, keine Intensivobstbaubetriebe im Flugradius zu haben und bin auch nicht gerade darauf erpicht, Raps in der Nähe zu haben.
    Bei Phaceliamag ich dann die Bauern wieder, denn da habe ich noch keinen spritzen sehen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Lothar schrieb:

    ...
    Kurz gesagt bin ich froh, keine Intensivobstbaubetriebe im Flugradius zu haben und bin auch nicht gerade darauf erpicht, Raps in der Nähe zu haben.
    Bei Phaceliamag ich dann die Bauern wieder, denn da habe ich noch keinen spritzen sehen.
    Viele Grüße
    Lothar


    Es gibt aber auch Bauern, die ihren Raps nicht spritzen. Ich hatte dieses Jahr meine Bienen dort im Raps stehen und ich kann nichts schlechtes darüber sagen, außer, dass die Ernte etwas mickrig war - aber da hat das Wetter schuld ;)

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Hallo Christian,
    sicherlich gibt es Ausnahmen.
    Ich habe auch in der Standnähe zwei Biobauern.
    Aber die Produzieren mehr "Nieschenprodukte", nicht so sehr Massenprodukte.
    Außer bei Gründüngung, wennses denn blühn lassn, ist da nichts zu holen.
    Wirklich "viel" könnte ich bei Phacelia holen.
    Aber da tauchen "über Nacht" so viele Völker auf ...
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.