Indisches Spingkraut

  • Liebe Imker


    Wie verändert das Ind. Springkraut unsere Spätsommertrachten? Habt Ihr aktuelle Efahrungen. In einer sonst fast trachtlosen Zeit hat mein Waagstock immer noch positive Werte. Etwa 100-200 Gramm bei guten Wetter sind schon drin. In unsere Flußauen breitet es sich großflächig aus. Wie sind da die Erfahrungen bei Euch. Die ersten Planzen gab es 2003 im Jahr nach den großen Hochwasser in Sachsen. Selbst die Seitentäler werden jetzt stark besiedelt. Wir werden in paar Jahren weniger zufüttern müssen oder ausschleudern?
    Grüße Peter

  • Hallo


    auch bei mir vermehrt sich das Springkraut wie irre.
    Habe heute eine Königin gesucht zwecks umweiseln.
    Das war schon heftig jede Menge frischer Nektar und
    jede DRITTE Biene mit Springkrautweißen Schultern.
    Zuwenig Futter werde ich dadurch garantiert nicht haben.


    Wie der Honig schmeckt weiß ich nicht müßte man mal testen
    oder weiß das hier jemand ?


    Gruß Uwe

  • Hallo Peter,
    eine Antwort auf die Frage nach der Einfütterung kann ich dir nicht geben, aber die Auskunft, dass ich dieses Jahr im Saaletal Ähnliches beobachten kann. Eine nahezu explosionsartige Verbreitung des ind. Springkrautes entlang des Saaleufers.


    An anderer Stelle habe ich schon einmal erwähnt, dass ich seit beinahe 3 Wochen "weis bemehlte Geisterbienen" beobachte, die ziemlich beladen und erschöpft auf die Anflugbretter plumpsen (http://www.imkerforum.de/viewtopic.php?p=45326&highlight=#45326).


    Und das ich das Gefühl hatte, die Bienchen holen sich lieber den süßen Saft vom Springkraut, als mein Zuckerwasser aus dem Fütterer. Deine Beobachtung mittels Stockwaage läßt mich vermuten, dass es bei mir ähnlich ist. Nächstes Jahr werde ich nicht nur beobachten, sondern auch messen.


    Gruß aus dem Saaletal
    Ralph

  • Ja, die Neophyten...


    in unserer Gegend hat sich das Springkraut auch seinen Lebensraum erobert.
    Das hat natürlich irgendwann die Frau Landrätin auf den Plan gerufen.
    An allen Ecken und Enden sieht man die Gemeindebauhöfe und Arbeitsloseninitiativen das Zeugs LKW-weise mähen und abfahren.
    Allerdings nach Blüte und Fruchtansatz.
    Na ja, haben die auch was zu tun, am Weiterverbreiten der Pflanze ändert das nichts, solange die Lebensgrundlagen soooo gut sind.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Morgen,
    bei uns fliegen die "Zebras" schon ettliche Jahre.
    In den Salzachauen füttern die Imker fast nichts mehr ein.
    Bei uns merkt mans auch schon an den Futterkosten.
    Der Honig soll für den menschlichen Genuss etwas gewöhnungsbedürftig sein. Die Bienen kommen scheinbar damit gut über den Winter.
    Gibt es in der Fachpresse etwas über die Verträglichkeit des Springkarauthonigs bei der Überwinterung der Bienen?
    Grüße
    Simon

  • Klar machen die das nach der ersten Blüte - vorher erkennen es die meist botanischen Laien ja gar nicht! 8) 
    Ob das aber den Standort D nach vorne bringt...
    Bei der Herkulesstaude lasse ich mir das ja gefallen, unterstütze ich sogar! Beim Springkraut halte ich es für puren Aktionismus ohne Wert!
    Solange es Vereine freiwillig machen, ok. Aber spätestens wenn öffentliche Gelder ins Springkraut geschossen werden lebt man in Schilda!
    Aber Glücklich der Landkreis, der keine anderen Probleme hat...


    :roll: 
    Gruß
    Kalle

    Ich bin im Forum um zu lernen und zu fragen, nicht um alles zu Wissen!

  • Hi,


    in geringen Mengen kann man das Springkraut essen. Die Blüten sind lecker und die platzenden Kapseln im Mund ein Erlebnis.

  • freibad schrieb:

    ...in geringen Mengen kann man das Springkraut essen.


    Und dann? Iss man dann tot...? :o

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Uwe Eichholz schrieb:

    Wie der Honig schmeckt weiß ich nicht müßte man mal testen
    oder weiß das hier jemand ?


    Gruß Uwe


    Der Honig vom Springkraut (Balsamine) schmeckt säuerlich :( nicht unbedingt mein Geschmack. Durfte ihn heuer zum ersten Mal probieren.
    Aber den Bienen macht es scheinbar nix aus.
    Hervoragende "Trachtflüge" bringt es auf jeden Fall. :lol:


    Mfg Dennis

    seit 2004 Carnica Mischung , Zandermagazine , Bay. Honigglas , AS und OS , derzeit 12 Völker , Frühtracht , Blüte mit Honigtau & Wald

  • """"""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""
    B a l s a m i n e n - I n v a s i o n
    erfreut die Imker.
    Der N e o p h y t aus Ostindien beschert den Bienenhaltern
    einen unerwarteten Honigsegen.


    Die explosionsartigen Ausbreitung der aus den Brahmaputra- und Gangesniederungen stammenden „Drüsigen Balsamine“ (Impatiens glandulifera) an unseren heimischen Fluß- und Bachläufen hat offenbar auch eine positive Seite.
    Dieser Neophyt verdrängt nicht nur heimische Gewächse, sondern ersetzt auch die bei uns meist nicht ausreichend vorhandenen spätblühenden Nektar- und Pollenspender.


    In früheren Jahrhunderten fanden Bienen, Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge an den Hängen und in den Hochmooren unserer Wälder noch ausgedehnte Heideflächen vor, welche für diese Insekten bis Ende September als wichtige Nahrungsquellen zur Verfügung standen. Nach deren Verschwinden durch intensive Waldbewirtschaftung gingen diese Flächen meist verloren. Das aber hatte zur Folge, dass die Vielfalt der von der Blütenflora lebenden Insekten bisher große Einbußen erlitt.
    Die Brachflächen der Landwirte bilden leider keinen genügenden Ersatz, oft sogar eine zusätzliche Gefährdung, da die blühenden Flächen, um eine Samenbildung zu verhindern, fast immer während der vollen Blüte zerhäckselt werden, wobei die Blütenbesucher zu Tausenden ihren Tod finden.
    Erst seit Ausbreitung der indischen Balsamine ist hier eine für den Ökologen kaum für möglich gehaltene Änderung eingetreten. Übernimmt doch diese nicht mehr zu verdrängenden Pflanze in zunehmendem Maße die Aufgabe der früheren Heideflächen.


    Aber nicht nur für die Insektenwelt selbst, sondern auch für die Betreuer der Honigbienen bringt ihr Vordringen noch eine willkommene Spättracht. Das Nektarangebot der Natur kam bisher gegen Ende Juli zum Erliegen. Nur ganz selten war zu dieser späten Jahreszeit noch „Blatthonig“ aus den Wäldern zu erwarten.
    Seit Ausbreitung der Balsamine sieht das plötzlich ganz anders aus: die Imker können noch einmal Anfang Oktober die Schleuder drehen. Für die seit langem in Ihrer Existenz bedrohte Imkerschaft ist das ein Lichtblick. Was aber noch erfreulicher ist, die Bienenvölker decken sich nun selbständig mit Winterfutter ein, so dass der Imker auf eine bisher erforderliche Einfütterung mit Zucker meist ganz verzichten kann.
    Es ist in jedem Jahr wieder ein faszinierender Anblick wenn die Bienen zu Tausenden mit prall gefüllter Honigblase und weiß bepudert vom Blütenstaub der Balsamine heimkehren,
    um ihre kostbare Fracht in ihren Beuten abzulagern.
    Auch werden die Hummeln und Wildbienen nun durch Ausnutzung der Balsaminentracht in die Lage versetzt, sich - als unbedingte Voraussetzung für das Überstehen der langen Wintermonate - noch problemlos ein genügendes Fett-Eiweißpolster anzulegen.


    Eine andere Beobachtung ist noch erwähnenswert, dass nämlich - wie Förster aus dem Solling berichten - die in die Waldränder vordringende saftreiche Balsamine vom Wild zunehmend als willkommene Äsung angenommen wird.


    Es gibt also Anzeichen dafür, dass dieser Neophyt bereits beginnt sich mehr nützlich als störend in das ökologische System unserer Landschaft einzufügen. Man sollte sie deshalb nicht verteufeln. –


    Carl-Christian Sumpf (Imker) Schulstraße 60, Gimte
    34346 Hann. Münden
    T. (05541) 6057
    """"""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""