Waben aufheben - lohnt es sich wirklich ?

  • Werden die Honigräume tatsächlich schneller gefüllt, wenn man sie (teilweise) mit ausgebauten Leerwaben bestückt ?
    Lohnt sich also der Aufwand die Waben Wachsmottensicher und GERUCHSFREI (sonst könnte der Honig nächstes Jahr nach Keller oder schlimmerem schmecken ?!) einzulagern ?


    Beim Lesen des Langstroth Buches kam mir der Gedanke, daß das Wabensammeln nur Sinn macht, wenn man keine Mittelwände benutzen kann.(Drohnenfreie Waben waren damals tatsächlich ein Schatz.)

  • Hallo nub,
    es lohnt sich, den Kern der Honigräume mit ausgebauten Waben (3-4) aufzusetzen. In den Honigraum gehören unbebrütete Waben! Die Aufbewahrung ist dann kein Problem, sofern kein Pollen drinn ist. Rechtzeitig aufgesetzt werden die Waben gut gesäubert.


    Gruß
    Simon

  • Moin nub,


    nub schrieb:

    Werden die Honigräume tatsächlich schneller gefüllt, wenn man sie (teilweise) mit ausgebauten Leerwaben bestückt ?

    Ja und wenn sie nur mit Leerwaben gefüllt sind werden sie außerdem noch beser angenommen.

    Zitat

    Lohnt sich also der Aufwand die Waben ... einzulagern?

    Ja und auch aus andern Gründen.

    Zitat

    ... daß das Wabensammeln nur Sinn macht, wenn man keine Mittelwände benutzen kann.

    Es macht schon Sinn gelbe Waben in großer Zahl zur Verfügung zu haben. Vorschwärmen kann man am 2 Tag nach dem Einschlagen solchen Waben in die Mitte geben, damit die Königin gleich viel Platz zum Stiften hat. Ableger, mit begatteter Königin brauchen ebensolchen Platz und spätes Erweitern nach dem Ende des Bautriebes geht ohnehin am Besten damit.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • warum lernt man dann hierzulande in der imkerschule, dass man in den honigraum besser einmal bebrütete waben gibt wegen der stabilität? ich habs auch nicht gemacht, weil ich sowieso keinerlei ausgebauten waben hatte die ich hin den honigraum gegben hätte können. also mussten sie alles selbst bauen.komisch find ich die verschiedenen lehrmeinungen aber schon :evil:

  • :lol: Moin, Salvia,
    die ganz alten Imkers erzählen dir sogar, daß die jahrelang benutzten Brutwaben "irgendwann nur noch für den Honigraum taugen"... :roll: (weil die Zellen immer kleiner und runder werden)
    Daß es den Bienen bessergeht, wenn sie viel bauen, hat man früher aus Angst vor Honigmangel in den ollen Hinterladern verdrängt, da galt noch der Satz 1kg Wachs kostet 5-7 kg Honig, und da man höchstens 15kg Honig bekam, ließ man sie eben nicht bauen...


    Wer jemals Naturbau hat bauen lassen, wird gesehen haben, daß im Honigraum viel größere Zellen gebaut werden als im Brutraum, weil es rationeller für die Bienen ist und Wachs spart. Damit erledigt sich dann auch die Frage nach dem Bebrüten dort oben drin. :lol:, meine 4.9er haben dieses Jahr tw. bis zu 7,6mm große Zellen da reingebaut, weil es eilig war....
    Ich hab durch die halbhohen HR eh kaum Probleme beim Schleudern, weil die niedrigen Waben ratzfatz ringsum angebaut sind.
    Man muß halt ein bißchen vorsichtig sein, aber es lohnt sich.
    Andererseits, jeder wie er mag.
    *ich* mag keine bebrüteten Waben im HR haben und auch keinen Honig daraus essen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin salvia


    salvia schrieb:

    Warum lernt man dann hierzulande in der Imkerschule, dass man in den Honigraum besser einmal bebrütete Waben gibt ?


    Bebrütete Waben sind stabiler und geben auch in Radschleudern weniger Bruch. Das ist so, auch wenn es Imker gibt die das bestreiten. Ursache ist wohl die Stabilisierung der MW durch die Nymphenhäutchen im Zellenboden und die wesentlich besser Verbindung zwichen Draht und diesem Faserstoff.


    Ein weiterer Grund ist die wesentlich bessere Annahme der HR, wenn dort bebrütete Waben stehen.


    Mehr Honigertrag soll es bringen weil ein HR mit braunen Waben ein leeres Brutnest darstellt und schleunigst aufgefüllt werden muß.


    Ich lebe dennoch mit Honig nur aus unbebrüteten Waben. Die Annahme der HR verbessere ich indem ich einzelne offene Brutwaben nach oben über das Brutnest und Gitter hänge und diese dann entweder kurz vor dem Schlupf wieder entnehme und in Ableger gebe (keine Nachschaffung mehr möglich) oder einfach eben wieder runter hänge. Den Wabenbruch verhindere ich durch vorsichtiges mittelwandschonendes Entdeckeln und Drahten mit dem Wellradspanner.


    Einen geschmacklichen und nur auf die alten Waben zurückzuführenden Unterschied im Honig konnte ich bislang nicht feststellen (will den aber auch nicht bestreiten)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Zitat

    Einen geschmacklichen und nur auf die alten Waben zurückzuführenden Unterschied im Honig konnte ich bislang nicht feststellen (will den aber auch nicht bestreiten


    Hallo Henry,
    zum Geschmack kann ich auch nichts sagen, abr zur Farbe des Honigs hatte ich in diesem Jahr eine eindrucksvolle Erfahrung.
    Die Futterkranzproben für das Faulbrut Monitoring wurden in diesem Herbst in durchsichtige Plastikbechern gefüllt, und mit dem jeweiligen Namen versehen.


    Bei der Probenentnahme sieht man ja immer Brutwaben in allen Farben.


    Absolut überzeugend für unbebrütete Waben war es nun, diese Probendöschen zusammen auf dem Tisch zu sehen.


    Die Farbe der Honige ging von schön hell bis total dunkel.


    Mein Vorsitzender und ich, der die Proben mit mir zusammen genommen hatten, konnten nur anhand der Farbe und der Erinnerung über die Farbe der Waben die Proben dem jeweiligen Imker zuordnen. :o


    Der Vorsitzende war von dem Zusammenhang so beeindruckt, das er im ersten Moment alle Proben noch einmal nehmen wollte, um auch den anderen Mitgliedern auf der nächsten Versammlung dieses Erlebnis zu gönnen.


    Gruß Hubert

  • Hallo BrunO :D ,
    nee, die Kleinschreibung wird bei Österreichern nur mehr akzeptiert,
    weil als mehr oder weniger neutrales Land Weltoffenheit in der Schreibweise eher geduldet wird.
    Aberschreibruhigweiterhinkleindennichwerdedemnächstohneabständezwisc


    hendenwörternundsätzenundohneinterpunktionschreibenumderverwirrungi


    nderrechtschreibungweitervorschubzugewährenweilwirunsalsfreiemensche


    nundmenschinnenüberallgemeingültigeregelneinfachsohinwegsetzenkönne


    nobesjemandschadetindemernichtsmehrverstehtodernichtungeachtetobdie


    seregelnsinnmachendahingehendsichverständlichauszudrückenoderseiesei


    nfachnurumeinschriftbildvoraugenzuhabendasdenagepflogenenanscheinun


    d dergewohnheitdienlichist
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,


    Zitat

    nee, die Kleinschreibung wird bei Österreichern nur mehr akzeptiert,
    weil als mehr oder weniger neutrales Land Weltoffenheit in der Schreibweise eher geduldet wird.


    Woher hast du diesen Unsinn?


    grüße
    Alfred

  • hi lothar
    üb`s du auch schon für karneval :o
    oder ist austria für dich auf der anderen seite der weltkugel???????
    wenn nicht, solltes du dich an deren weltoffeheit, mal orientieren.

    Gruß Brun0


    Imker sind Kniepsäcke sie schenken anderen nicht mal Glauben

  • Also lohnt sich der Aufwand wohl doch....ich hatte die Hoffnung das Problem mit dem SoWaSchmelzer zu lösen :D.


    Ich werde wohl einen Teil der Waben aufheben, und nächstes Jahr den Direktvergleich machen.


    Das Annehmen des Honigraumes war im Frühjahr bei meinen Völkern, die ich nur mit Mittelwänden erweitern konnte, auch zögerlich - ich habe dann einfach eine oder zwei Futterwabe aus dem Brutraum hochgehängt, die später zur Ablegervereinigung dienten.
    Und siehe da - am nächsten Tag wurde schon gebaut.


    P.S. : Zum Thema Honig aus Brutwaben - das war bis vor wenigen Jahren (vor der Varroa) die Regel ! War der Honig damals schlechter ? Ich hätte noch nie einen Unterschied schmecken können.
    (mein Onkel und Imkerpate (schon seit 70 Jahre Imker ;)) hat noch Hinterbehandler - ihr könnt euch vorstellen, wie seine Waben aussehen, der Honig schmeckt aber immer super.)
    Muffiger Honig hat eher etwas mit der Honigschleuderung / -lagerung zu tun (leider haben meiner Erfahrung nach ca. 50% der Honige von (hobby-) Imkern einen untypischen, muffigen Geschmack)
    Oder sie haben ihr Wabenlager im Heizkeller ;)