Von einer Beute in die andere

  • Imkere seit Pfingsten mit der Einraumbeute. Soweit alles klar. Nun habe ich aber mitbekommen, dass es Probleme mit der Feuchte im Winter/Frühjahr geben kann. Um das zu vermeiden will ich auf der Seite wo das Volk nicht sitzt oben unter der Griffleiste einen Schlitz reinfräsen oder sägen. Das Volk ist im Winter nach beiden Seiten mit Hartfaserplatte 4mm und dahinter 50mm Holzweichfaserplatte isoliert.
    Ich denke mal es ist auf keinen Fall sinnvoll das zu machen, während das Volk in der Beute sitzt. Nun die eigentliche Frage:
    Kann ich das Volk in eine neue gleiche Beute jetzt noch umsetzen? Ich meine die Bienen haben sich doch schön eingerichtet in der Beute und viel mit Propolis verklebt. Können die sich ne neue Beute jetzt noch winterfest einrichten?
    Vielen Dank.
    Uli

    2006 mit 56 Jahren "Jungimker" geworden. 1 Völkchen in Einraumbeute, Naturwabenbau, sollen mal 2 oder 3 werden.

  • Hallo Uli,


    wenn ich das richtig verstehe, willst Du so eine Art Kamin bauen: Luft durch Flugloch rein (oder durch Gitterboden) und oben durch den Schlitz wieder raus?!


    Zugluft ist nicht gut. Sie werden versuchen es zuzukitten.
    Schimmel ist eigentlich "normal". Bildet sich meistens auf den äußeren Waben. Im Frühjahr einschmelzen.
    Im Baumstamm gibt`s auch keine Belüftung... :wink:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Hardy,
    erstmal freut es mich, dass ein Landsmann antwortet. Bin Exil-Saarländer. Komme ursprünglich aus dem Mandelbachtal.
    Nee, ich habe das verkleinerte Flugloch im Bereich der Bienen, quasi mittig von der länglichen Einraumbeute. Die Bienen besetzen im Winter ca. knapp 2/3 der Beute. Das Flugloch ist in diesem Bereich, den die Bienen besetzen. Wenn man dahinter steht so ist links noch so viel Platz, dass ich mit einem weißen Plastikeimer ( 5 Liter ) füttern kann. In diesem Bereich möchte ich die anfallende Feuchte über, wenn Du so willst, ne Zirkulation wegbringen. Hoffe konnte mich klar ausdrücken.
    Uli

    2006 mit 56 Jahren "Jungimker" geworden. 1 Völkchen in Einraumbeute, Naturwabenbau, sollen mal 2 oder 3 werden.

  • Uli Dietert schrieb:

    Bin Exil-Saarländer.


    Hallo Uli, bin zugereister Saarländer.:)


    Lüftung würde ich nicht machen (außer Bodengitter), sonst haben die im Frühjahr alle Schnupfen...:wink:


    Bodengitter aber erst nächstes Jahr. Laß sie jetzt so sitzen wie sie sind.
    Wenn der Futtereimer raus ist, mach doch ein Holzschied rein.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Uwe,
    ich bin nicht bastelwütig, sondern mache mir als Anfänger vermutlich zu viele Gedanken, weil man ja nur nichts falsch machen will, bzw. das Beste für seine Bienchen anstrebt.
    Einen Gitterboden habe ich drin. Wenn das denn ausreicht soll mir das recht sein.
    Uli

    2006 mit 56 Jahren "Jungimker" geworden. 1 Völkchen in Einraumbeute, Naturwabenbau, sollen mal 2 oder 3 werden.

  • Hallo Sabi(e)ne,
    die Idee ist nicht schlecht. Allerdings weiß ich momentan nicht wieviel Feuchte ( Nässe ) da entstehen kann, weil meines Wissens Kieselgel nur eine beschränkte Wasseraufnahmefähigkeit übers kristallin gebundene H2O hat. Aber wenn ich mal ne 2. Beute ( oder noch mehr ) mit Bienen habe, werde ich das probieren, als Parallelversuch. Du hörst dann wieder von mir.
    Uli

    2006 mit 56 Jahren "Jungimker" geworden. 1 Völkchen in Einraumbeute, Naturwabenbau, sollen mal 2 oder 3 werden.

  • Moin Uli,


    jetzt lese ich das gerade, daß Du nur ein Volk hast. Deshalb rate ich Dir dringend überhaupt reineweg garnichts irgendwie anders zu machen, als üblich. Jede Idee, und sei sie auch noch so gut, kann man mangels Vergleich mit nur einem oder nur wenigen Völkern nicht sinnvoll ausprobieren. Es könnte ja immer der statistische Ausreißer sein.


    Ich würde also erst mal garnix verändern an der Beute, sondern eher etwas reichlicher einfüttern. Dann kann man schlimmstenfalls Gammelwaben entnehmen ohne in die Zwickmühle aus Gammel oder Futter zu geraten. Deshalb gehören auch die alten Waben an den Rand.


    Silicagel ist in Beuten eine ganz üble Sache. Es regelt die Luftfeuchte nicht, sondern es nimmt sie bis zur Sättigung auf. Dann nicht mehr und diese Sättigung tritt sehr spontan ein. Außerdem stört der Feuchteentzug die Futteraufnahme. Sinnvoller für alle Beteiligten ist es, den Beuten jetzt etwas Durchzug unter den Böden zu verschaffen, sie also auf 10er Kantholz zu stellen, damit die Luft drunter durch streichen kann sobald kein Schnee mehr liegt. Allemal besser als irgendwelche Experimente ist es, große und junge Bienenvölker einzuwintern und ihnen nicht unnötig viel Raum zu geben, dafür aber eine Leerzarge (Kletterzarge) darunter, als Puffer.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,
    danke für Deine Mitteilung. Die Argumente gegen Silikagel leuchten mir ein. Ich arbeite mit einer Einraumbeute, also quasi nur einer Zarge. Die Beute steht bei mir im Garten auf eíner Natursteinmauer in ca. 1,5 m Höhe. Zwischen Steinmauer und Beute habe ich ca. 5 cm Luft. Die Schneehöhe ist, auch wenn ich hier am Rande der schwäbischen Alb wohne, ehr unter 1,5 m anzusiedeln. Von daher sollte das kein Problem werden.
    Uli

    2006 mit 56 Jahren "Jungimker" geworden. 1 Völkchen in Einraumbeute, Naturwabenbau, sollen mal 2 oder 3 werden.

  • Moin Uli,


    und schon haben wir Dein Problem! Steinmauer heißt es! Wenn die halbwegs frei steht, dann ist die temperaturmäßig immer hinterher. Wird es kalt ist sie noch warm, wird es warm ist sie noch kalt. Außerdem behindert sie die lineare Luftbewegung am Boden. Es kann also sein, daß feuchte kalte Luft im Windschatten liegt oder sich im Schatten kalte Luft hält. Auch fehlt Dir bei 1,5 Höhe die stabilisierende Rückkopplung zum Boden und der Erdwärme. Ich glaube Dein Standort ist nicht ideal.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo!


    Statt Silikagel kann man, denke ich, auch Katzenstreu nehmen.
    Als Taucher weiß ich, dass es Kollegen gibt, die ein klein Wenig davon ins Gehäuse ihrer Unterwasserkamera und in ihren Trockentauchanzug geben, um die Feuchtigkeit zu binden. Der größere Teil landet aber in der Hose ... naja, wie soll ich's sagen. Wenn man so unter Wasser seine Deko-Zeiten absitzen muss, plagt einen schon mal ein menschliches Bedürfnis - und unter Wasser kann Mann (aber auch Frau) nicht einfach so austreten, weil sonst noch mehr Wasser eintreten würde. :lol:


    lg, Stefan

  • Was'n gazdin,


    taucht ihr Weicheier trocken und kriegt die Blase nicht in den Griff? :o Ich weiß was eine Taucherheizung ist und ich frage mich jedesmal, warum ich nicht meinen Semi-Dry fluten soll, wenn oben am Tauchboot der Abfluß in's selbe Meer führt. Die Fische, die scheißen übrigens sogar rein und die Schwämme und die Seeschwalben. Silicagel onter Wasser macht wirklich nur im UW-Geäuse Sinn, aber eigentlich auch nicht, weils schon zu spät ist, wenn's was zu saugen hat.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,
    ich habe an meinem Haus eine lange Südfront. im ersten Drittel davon geht die besagte Mauer im rechten Winkel weg. ( Stützt die Terasse ab ) Die Beute steht in 10 cm Abstand zur Hauswand und damit m.E. also eigentlich recht geschützt. Den Standord der Beuten mehr oder weniger direkt über dem Boden finde ich persönlich nicht optimal, bzw. nicht bienengerecht. Ich denke mal, dass keine Biene in der freien Natur so weit unten bauen würde. Nun warte ich den Winter mal ab und schaue was die Feuchte in meiner Beute veranstaltet. Meine Befürchtungen waren in der Hinsicht vermutlich zu groß, nach dem, was ich jetzt gelernt habe.
    Uli

    2006 mit 56 Jahren "Jungimker" geworden. 1 Völkchen in Einraumbeute, Naturwabenbau, sollen mal 2 oder 3 werden.