körner im Honig

  • Hallo Leute
    ich muß mich wieder mal an euch wenden :
    Mein Problem diesesmal :evil: 
    kleine Körner (Kristalle?) im gerührtem Honig


    Also der Reihe nach :
    ich habe dieses Jahr das erste mal meinen Blütenhonig gerührt.Das wurde bei uns Zuhause die ganze Zeit (seit 3 Generationen) nicht gemacht.
    Auf dem Honiglehrgang wurde uns erklärt , das es reichen würde , wenn der Honig 1 mal ca. 3-5 Minuten gerührt wird.


    Dann habe ich meinen Honig gerührt und abgefüllt , jetzt wurde ich gefragt ob das normal sei , das so kleine Kristalle im Honig sind.
    Mir ist das nicht aufgefallen , in unserer Familie wir nur Waldhonig gegessen. ( jetzt haben wir ein Glas Blütenhonig aufgemacht und probiert - es stimmt leider)


    Was habe ich falsch gemacht - hat jemand einen Tipp


    Vielen Dank


    Gruß und einen "sonnigen September"
    wünscht


    Jockel

  • Hallo,


    Ziel des Rührens ist, so leine Kristalle zu erhalten, daß man sie auf der Zunge nicht/kaum mehr spürt.
    Das ist natürlich Geschmackssache. Es gibt Leute, die körnigen (=kernigen?) Honig mögen.


    Grüße, Thomas

  • Rühren hin oder her - ich mache hier die Erfahrung, daß das Rühren auf die Grob- oder Feinkörnigkeit des Honigs so gut wie keinen Einfluß hat, sondern vielmehr die Trachtzusammensetzung. Je mehr man rührt, desto cremiger wird's, in allen Abstufungen vom Frühtrachthonig, zu dessen Verzehr man den Trennschleifer zu Hilfe nehmen muß bis hin zur überrührten Plörre mit Phasentrennung, beim selben Honig. Die Kristallgröße hat zumindest nach meinen Beobachtungen damit nichts zu tun. Überrühren kann man fein- wie grobkörnig kandierende Honige. Allerdings werden grobkörnige in der Regel nicht steinhart, sie kandieren meist langsamer.


    Ich habe auf meinem geschmacksmäßigen Star unter den Ständen z. B. folgendes Problem:


    Bei einem rapsbetonten Honig will ich eine ultrafeine Kandierung, die Kristalle soll man fast nicht spüren. Außerdem rühre ich den Honig nur so weit, daß ich dem Kunden die Flex erspare; der Honig steht, das Messer verbiegt aber nicht. Bei einem lindenbetonten Sommertrachthonig will ich eine mittelfeine bis feine Kandierung, wie die Linde halt ist. Gerührt wird gar nicht, der Honig wird fest, ist aber von allein ausreichend streichfähig. Das dicke Problem ist die Robinie. 2005 habe ich wegen der mageren Frühtracht erst nach der Robinienblüte geerntet. Das Aroma des Honigs war ausgezeichnet, aber die Raps-Löwenzahn-Textur war dahin, der Honig kam mit dem Kandieren nicht in die Puschen und fiel zu grob aus. Dafür die Sommertracht herrlich lindenfein schmelzend. Dieses Jahr habe ich die Frühtracht vor der Robinie geschleudert - und den besten Frühtrachthonig, den ich je geerntet habe, glatter Perlmutt auf der Zunge(der Kommentar zum Aroma würde hier zu weit führen...) Die Robinie kam mit in die Sommerernte, und jetzt habe ich zwar ein Lindenblütenaroma, das das 2005er nochmals toppt, dafür aber diesen Robiniensand auf der Zunge. :evil:


    Robinie macht zwar größere Ernten, aber kann die Textur des Lagenhonigs verschlechtern, egal ob ich viel (wie 2005) oder gar nicht (2006) rühre. Zum Aroma trägt sie so gut wie nix bei. Ich überlege schon, 2007 eine Zwischenschleuderung einzulegen.

  • :lol: Na endlich ist mal jemand meiner Meinung!
    In meinen Augen ist Robinie gar nicht soo lecker, aber ihr Vorteil ist die vielseitige Verwendbarkeit bei allem, wo man Honig braucht, der lange flüssig bleibt.
    "Wabenstück in Honig" sieht in Linde nach ein paar Wochen krank bis gar nicht aus.... :lol: 
    Alle Honigkunden mit Kindern bevorzugen Cremehonig, warum nur..... :lol: 
    Nur bevorzugen die Kinder ganz eindeutig Wabenhonig, weil es so eine schöne Sauerei ist. :P 
    Und da sind die standweisen Unterschiede unglaublich....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Johannes Haller schrieb:

    Rühren hin oder her - ich mache hier die Erfahrung, daß das Rühren auf die Grob- oder Feinkörnigkeit des Honigs so gut wie keinen Einfluß hat, sondern vielmehr die Trachtzusammensetzung.


    Hallo Johannes,


    probiere es doch einfach einmal: Von einer Schleuderung einen Teil nicht und einen Teil ordentlich rühren. Die Honige werden sich nicht nur in der Struktur, sondern auch im Geschmack unterscheiden.


    Zitat

    Je mehr man rührt, desto cremiger wird's, ...


    Das ist für mich ein glatter Widerspruch zu oben - cremig bedeutet feinkörnig.



    Grüße, Thomas

  • Hallo, Thomas,


    ich finde, geschmacklich unterscheiden sie sich auf jeden Fall. Wobei ich die ungerührten Honige aromatisch intensiver finde. Bei der Grobheit der Kandierung, also der Körnung, finde ich zwischen gerührt und ungerührt hier tatsächlich keine Unterschiede. Allerdings in der Konsistenz, das meinte ich mit "cremig". Der Begriff ist aber wohl mißverständlich; ich will damit die "Festigkeit" des Honigs beschreiben, also: je mehr gerührt, desto weniger fest, desto flüssiger, bis hin zur Überrührung und dann Phasentrennung beim Lagern. Das meinte ich.


    Viele Grüße, Johannes

  • sabi(e)ne schrieb:

    "Wabenstück in Honig" sieht in Linde nach ein paar Wochen krank bis gar nicht aus.... :lol:


    Falsch Sabi(e)ne! :o


    sowas sieht nach paar Wochen garnicht mehr aus. Sowas iss alle! :lol::lol::lol:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Männer,


    mein senf dazu, wie siehts mit Melezitosehonig aus? Hatte 2 mal die selbe Tracht am selben Standort über 2 Jahre.


    Ergebnis:


    1 mal: Wald/Blüte welcher auch nach langem grob auskristalisierte


    2. mal: auch Wald/Blüte welcher jetzt irgendwie nach 2 monaten immer noch flüssig ist und mit ganz feiner Struktur ansetzt.


    So denn, mein Fazit. War Melezitosehonig mit drinn. Diese Schleifpaste eignet sich herforragend um Met anzusetzen. So bekommt man auch diesen zu einem vernünftigen Preis weg.


    Gruß Dennis

  • Hallo,


    ist das der Honig der zwei sichtbare Schichten hat.
    Im oberen Teil flüssig und im unteren Teil des Glases cremig oder fest ?


    Wie lange muss solch ein Honig gerührt worden sein ?
    Welche physikalische Reaktion verursacht das ? Wie kann mir das jemand erklären ?


    Solche Gläser finde ich häufiger in verschiedenen Reformhausen / Geschäften in unserer Gegend bei meinem "Kontrollgang".


    Grüße


    Dr. Harper

    Bioland Imkerei, Horst in Westfalen

  • In diesem Thema findest Du die Infos, die Du suchst : http://www.imkerforum.de/viewtopic.php?t=5196 (die Links zum Bieneninstitut Celle)


    Kurz (und ungenau ?):
    Honig der sich entmischt ist also entweder nicht genügend gerührt worden (Vermischung der einzelnen Honigsorten zu einer homogenen Masse, auch "Sortenhonig" ist nach dem schleudern zu rühren, da die Bienen fast immer von mehreren Pflanzen sammeln) - oder zu hohe Lagertemperatur.
    Oder eine Kombination von beidem :)


    Ein nicht dicht schließenden Gefäß kann auch der Grund sein, aber das kann man bei Honiggläsern im Kaufhaus wohl ausschließen.