Umstellung auf kleine Zellen

  • Ich habe gelesen, dass kleine Wabenzellen
    1. Natürlicher sind und
    2. Eine erhöhte Varroatoleranz mit sich bringen.


    Ich nehme an, dass den Bienen die grossen Zellen aber schon erfolgreich angezüchtet wurden, dass also der Bau auch ohne Mittelwand grosszellig ist - richtig?
    Und ich nehme an, dass vom 5,6mm auf 4,9mm der Sprung zu groß sein dürfte, dass die grossen Bienen die kleinen Zellen ausbauen können.
    Wie steige ich also um? Tausche ich keine Brutwaben, bis die Zellen und damit die Jungbienen klein genug sind? Gibt es irgendwo Mittelwände in Zwischengrößen? Oder ganz anders? Hypnose ;-) ?

  • Vielen Dank!


    Warum braucht man eigentlich Mittelwände? In der Korbimkerei ist doch auch alles Naturbau, oder? Und die schleudern den Honig doch auch, oder wird der irgendwie anders gewonnen?


    Weil ohne Mittelwände müssten die Bienen ja mit der Zeit Ihre natürliche Größe wieder annehmen (Es sei denn es gibt eine Zellgröße zwischen klein und groß die schlechter angepasst ist, als die grosse Zelle, dann wären die grossen stabil)

  • Nein, Korbimker ernteten Heidehonig, der ausgepreßt wurde, wegen seiner Gelee-artigen Beschaffenheit. Wird auch bei BrAdam beschrieben, dessen Hauttracht auch Heidehonig war.
    Mittelwände wurden erfunden, damit die Bienen schneller ausbauen, man hoffte, aufgrund des zugegebenen Wachses auf mehr Honig, weil die Mär auch heute noch lautet, jedes Kilo Wachs koste 3 Kilo Honig.
    Dem ist aber nicht so.
    Völker, die sehr viel bauen, haben im allgemeinen auch sehr viel Honig.
    Mit MWs sind die Waben durch die Drahtung sehr viel stabiler als im reinen Naturbau.
    Einer der Gründe, warum ich im HR niedrige Rähmchen habe, denn diese Waben werden schneller ringsum komplett angebaut als die normalgroßen.
    Im BR Naturbau ohne Draht ist hohes Risiko, weil durch die Honigkränze über der Brut der filigrane Bau sofort abreißt, wenn du die Wabe auch nur etwas schräg hältst.
    Und unten anbauen tun sie im BR fast nie.


    Und nein, ich hab noch nicht gehört, daß normalgroße Bienen im Naturbau freiwillig kleiner geworden wären, was aber nichts zu sagen hat.
    Ich kann nur bezeugen, daß Bienen aus 4.9er Zellen im naturbau MIT dem 32mm Abstand plötzlich echte 4.7-9mm Zellen bauen, und nicht wie vorher bei 35mm 5.0-1mm.
    Da der Schritt von 5.1 auf 4.9 aber aus mir unbekannten Gründen nochmal enorm was ausmacht, ist klar, warum ich mich grade sehr fleißig mit Rähmchen abhobeln beschäftige... :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ich bin nicht ganz sicher, ob ich Dich richtig verstanden habe:


    im HR brauche ich bei flachen Zargen keine Mittelwände?
    Im BR aber sicherheitshalber schon, damit mir die Wabe nicht abreisst?


    Honigpressen geht nur mit Heidehonig, nicht mir dem "normalen" Blüten und Waldhonig?


    Du schreibst, die alte Gleichung 1kg Wachs = 3kg Honig (ich hatte 6kg im Kopf) würde nicht gelten. Irgendwoher muss aber doch die Energie für die Wachsproduktion kommen. Das müsste doch aus der Nahrung sein, oder? Und wenn die mehr Nahrung zum Wachs produzieren brauchen haben sie weniger für die Honigproduktion oder übersehe ich da jetzt irgendwas?

  • Honigpressen hab ich bis auf Ausquetschversuche a la Bernhard noch keine gemacht, kann ich nix zu sagen, dauert aber lange.


    Nein, wenn du vorsichtig schleuderst, geht es bei Naturbau im HR auch ohne MWs.
    Ganzhohe Waben würde ich nicht nehmen, weil die Naturbau-Mittelrippe doch sehr viel dünner ist als eine MW und leicht bricht, wenn das Gewicht der Innenseite zu sehr drückt.


    Man sollte aber im Hinterkopf haben, daß Naturbauwabenzellen zur Honiglagerung meist größer sind als Brutzellen, nicht einfach nur tiefer, deshalb sollte man da vorsichtig sein, wenn man sie im BR weiterbenutzen will. Der Winkel ist auch meist steiler.
    Ich würde jede einzelne nachmessen vorher, um nicht versehentlich reineweg Drohnen zu züchten....


    Wenn du genug Drähte benutzt, kannst du auch stabile Brutwaben in Naturbau bekommen, nur ohne würde ich es nicht riskieren. Sie werden absolut untransportierbar.


    Die alte Gleichung galt für die Körbe und Hinterbehandler, heutige Völker sind erheblich größer, deshalb hast du aufgrund des Verhältnisses Baubienen zu Flugbienen schon soviel höhere Erträge, daß der Eigenverzehr zum Wachsschwitzen gar nicht mehr ins Gewicht fällt. Bei 15kg Gesamternte aus einem Hinterbehandler kam es auf jedes Gramm an, heutzutage ist das egal. :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Man kann den Rahmen drahten und die machen trotzdem Naturbau drauf?
    Hört sich gut an!


    Ich dachte die 15kg wären noch aktuell. Wo liegt denn der aktuelle Mittelwert? (Du musst keine Geheimnisse verraten - mir ist klar, dass das von vielen Faktoren abhängt und auch immer schwankt)


    Und: wenn das wirklich soviel ist und ich tatsächlich irgendwann mal 3 Völker haben sollte, dann hätte ich 3x >15kg = >45kg. Davon brauch ich selbst und meine Familie vielleicht 20kg - und da müssen wir unseren Verbrauch schon deutlich steigern. Der Rest ist zuwenig um sich damit auf den Markt zu stellen und zuviel um ihn zu ignorieren. Wie kann man solche Kleinmengen sinnvoll loswerden? Kaufen die grossen Hongiabfüller solche kleinen Mengen an? Ich nehme an, dass kaum Imker Honig, den sie nicht selbst geimkert haben verkaufen wollen, oder? Schliesslich wissen die ja nicht, ob ich alles richtig gemacht habe.

  • :lol: Lt. DIB liegt der Durchschnitt der neumodernen deutschen Imkerei bei 20-35kg, je nach Gegend.
    15 hast du in der Schweiz, weil da absolut keine Massentrachten sind.
    Bei drei Völkern wirst du schon ein bißchen im Bekanntenkreis verkaufen können, das wären bei 33kg/Volk ja schon 100kg pro Jahr=200 Gläser.
    Da lohnt sich das Schleudern wenigstens. :wink: 
    edit: und NIEMALS denken, du hast zuviel und mit dem Preis runtergehen!
    Wir verkaufen das Edelste, was es an Honig gibt! Und das kostet auch...
    Wer Mercedes fahren will, muß auch Mercedes bezahlen... :wink:


    Und je nachdem, was du für Honig hast, kannst du ja auch tauschen oder an andere Kollegen verkaufen. Nicht jeder will gleich ein 300kg Faß kaufen, wenn er bloß mal eben noch 40kg braucht... :wink:


    Und im Naturbau bitte längs drahten, die bauen sie fehlerlos mit ein, wenn die Beute in Waage steht, aber vor Querdrähten zucken sie irgendwie zurück.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ich bin halt kein Geschäftsmann.... verkaufen liegt mir gar nicht. Und Geld von Freunden nehmen finde ich auch sehr seltsam....
    Aber Du hast natürlich Recht: wenn man Honig verkauft und nicht verschenkt, dann auch für einen angemessenen Preis. 5
    EUR/kg sind von der Größenordnzng her richtig, oder?


    Das mit dem Quer und Längsdrahten hab ich aber nicht verstanden: Wenn das Rähmchen in der Beute hängt - muss der Draht dann senkrecht oder waagrecht verlaufen?

  • :o :o :o
    Nein, 5-6 Euro pro 500g Glas!
    Wir sind doch nicht im Aldi!
    Du produzierst etwas sehr seltenes, so etwas wie DEINEN Honig gibt es kein zweites Mal zu kaufen, weil jede Lage und jeder Stand ein Unikat produzieren.
    Wie die ganz teuren französischen Rotweine....
    Du kannst ja zur Not preisangemessen tauschen, wenn jemand ähnliche Produkte im Angebot hat.
    Aber verschenken würde ich gar nicht erst anfangen: was nichts kostet, ist nichts wert.
    Das nur bei Leuten, die es wirklich zu würdigen wissen, was da an Arbeit der Bienen und von dir drinsteckt.
    Wenn du anfängst, ihn so locker zu verschenken, weil du ja genug davon hast, entwertest du ihn selbst, und kommst in der Achtung noch unter aldi-Honig.
    Auch, wenn es "nur" Hobby ist, es hat richtig Geld gekostet, und du hast ein Recht, davon etwas wieder herein zu bekommen.
    Egal, wo du wohnst, wenn du ALLES zusammenrechnest, müßtest du irgendwo bei 5-6 € /Glas liegen.
    Geh nicht drunter, du schadest nicht nur dir selbst, sondern auch allen anderen drumrum.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo ,


    kann ich nur bestätigen, fang bloß nicht erst damit an das Produkt zu verschleudern --->>>sprich Honig wenn du erst damit angefangen hast und dir später erst auffällt das der Preis zu gering ist, wird eine spätere Erhöhung viele Probleme mit sich bringen. Warum die Erhöhung? Aus welchem Grund?....usw.... nehme gleich einen berechtigten Preis den Honig aus eigener Imkerei verdient hat...



    Denn es ist ein Naturprodukt und der Preis ist gerechtfertigt....


    LG


    Chrischan

    Biene-Buckfast ;Bienengiftallergiker-Rastklasse 4 ---Kann die Finger nicht von den Bienen lassen jetzt Dadant US 12 er Holz + Mini Plus

  • OliverH schrieb:

    ...da müssen wir unseren Verbrauch schon deutlich steigern. Wie kann man solche Kleinmengen sinnvoll loswerden?


    Moin Oliver,


    versuch doch mal Honigwein zu machen, pur, mit Kräutern.
    Und Honigessig...
    Und Honiglikör...
    Und Honig zum Backen...
    Und Honig zum Salat...
    Und Wabenhonig...
    Und dann brauchste plötzlich mehr als 3 Völker... :wink:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • und nicht zu Vergessen Honig im Tee
    ...und im Kaffee
    ...und zum Duschen
    ...und als Gesichtssmaske....



    und schon brauchst du vieeeel mehr als 10 Völker... :wink::lol:



    LG


    Chrischan

    Biene-Buckfast ;Bienengiftallergiker-Rastklasse 4 ---Kann die Finger nicht von den Bienen lassen jetzt Dadant US 12 er Holz + Mini Plus

  • Klar. Und sobald ich anfange den Garten mit Honig zu düngen brauch ich noch vieel mehr ;-)


    Im Ernst: Mir ist klar, dass ich aus Honig noch so nette Sachen wie Met machen kann. Mir schmeckt guter Honig auch sehr gut. Met auch ;-). Aber 3 Mahlzeiten täglich, die nach Honig schmecken würden zwar wahrscheinlich meinen Töchtern gefallen, mir würde es zuviel werden.


    Also werd ich über kurz oder lang relativ kleine Mengen Honig übrig haben.
    Von meinen Freunden und meiner Familie Geld für Honig zu nehmen kommt nicht in Frage. Wenn ich da zum Essen bin bezahl ich auch nichts dafür.
    Von Bekannten (Arbeitskollegen etc.) schon eher, aber sobald ich verkaufen will brauch ich ja eine geeichte Waage usw.


    Und: Wie mache ich potentiellen Kunden klar, dass 5 Eur/500g ein fairer Preis ist, wenn sie die gleiche Menge Honig im ALDI für weniger als die Hälfte bekommen.
    Honig, der in D verkauft wird muss ja reiner Honig sein, dem nichts hinzugefügt oder entzogen wurde.
    Und Honig ist nicht einfach deshalb besser weil er aus Deutschland ist. Da hab ich im Forum zu viele Geschichten über schwarze Brutwaben im HR, nicht erkannte Faulbrut, mitgeschleuderes Zuckerwasser etc. gelesen.
    Oder wird der Nektar schon im der Honigblase schlecht wenn die Bienen über die Grenze fliegen ;-) ?


    Wenn ich Mercedes kaufe, dann hab ich objektiv gesehen ein überteuertes Produkt einer Firma gekauft, die an Eitelkeit und Geltungssucht verdient. Mein Honig dürfte aber kaum die Eitelkeit meiner Kunden befriedigen - was dann?


    Das hört sich so an, als ob ich den Wert meines eigenen Honigs nicht zu schätzen wüsste. Dem ist nicht so. Aber: Wie verkauf' ich's meinen Kunden?