Volk noch zu retten - Tipps werden gerne angenommen

  • Hallo Imkerforum!


    Hab da ein ganz konkretes Problem mit der Varroabehandlung und bin unentschlossen wie ich weiter vorgehen sollte:


    Eines meiner 4 Wirtschaftsvölker hat einen außergewöhnlich hohen Varroabefall.


    Ich habe dieses Jahr meinen Völkerbestand deutlich aufgebohrt. Bei der Ablegerbildung wurde (wie es allseits geraten wird) das jeweilige Volk mit ungedeckelter Brut entmilbt (mit Bienenwohl beträufelt). Mit den Wirtschaftsvölkern wurden die sich bietenden Trachten nach Möglichkeit ausgenutzt, insbesondere die Waldtracht. Bei einer Kontrollbehandlung eines Jungvolkes mit Bienenwohl wurden gerade mal 5 Milben insgesamt gezählt, so dass ich mich hier in relativer Sicherheit wähnte, eben relativ wenig Milben in meinen Völkern zu haben. Jetzt bei der Einfütterung und Behandlung ist aber (leider) ein besonders wirtschaftliches Buckfastvolk (111 kg Gesamtertrag!), das ich mir erst dieses Frühjahr gekauft habe, auffällig geworden.
    Die 3 weiteren von mir nach den guten Tipps im Imkerforum im letzten Herbst eingewinterten Wirtschaftsvölker (Carnica 2005), die auch mit in der Tanne waren, haben nach AS-Schwammtuchbehandlung einen Milbenfall von insgesamt 20 bis zu 60 Milben am 3. Tag nach der AS-Behandlung (ich denke mal das ist im Rahmen!?). Das Bucki-Volk hatte hingegen einen Milbenfall von ca. 1.500 (!!!) Milben im vergleichbaren Zeitraum (ca. 1000 am 1.Tag, ca. 300 am 2., 200 am 3. Tag - kam gar nicht mehr mit dem Zählen nach :oops: ). Bei den neu gebildeten, inzwischen schon sehr starken Jungvölker, hatte ich vergleichsweise sehr wenige abfallende Milben - im Standdurchschnitt ca. 15 -20 Milben.


    Es gibt denke ich drei Möglichkeiten:
    1. Abschwefeln des Volkes, bei vorheriger Entnahme der sehr guten Königin von 2005 und Einweiselung in eine Mini-Plus-Einheit. :evil: (Widerstrebt mir im tiefsten Inneren!)
    2. Sanierung mit Kunstschwarm aus den vorhandenen Bienen (ist immer noch ein sehr starkes Volk!), dafür ist es aber nach meiner Meinung inzwischen schon zu spät. :o (Weiß nicht, ob das noch was bringt!)
    3. Weitermachen mit AS-Behandlung und hoffen, dass das Volk das noch überlebt. Wenn ich mir vorstelle wie viele Varroamilben da noch in der verdeckelten Brut sind - brrrrrrrrrr :-? (Habe gedacht, dass ich das mache!)


    Was meint Ihr? Oder sollte ich das Behandlungsintervall verkürzen? Von 7 Tage auf 5 Tage oder unter "Dauer-AS-Nebel"?. Hab definitiv Angst, dass das Volk zusammenbricht und mir die ganzen anderen Jungvölker und die Völker meiner Nachbarn mit Milben invasiert.


    Guter Rat ist hier denke ich teuer. :(


    Grüße
    Luffi

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Da du auf Antworten hieselst, ich würde jetzt ziemlich gnadenlos noch 2x im 7-Tage-Abstand mit Schwammtuch behandeln.
    Keine Dauerbehandlung.
    Und dann zu Weihnachten Bienenwohl oder überhaupt OS-Träufeln, oder Perizin, wenn dir damit wohler ist.
    KS kannst du vergessen, so dick kannst du sie gar nicht mehr machen, daß das noch funzt, und abschwefeln - nein.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Servus Sabi(e)ne!


    Das ist das, was ich auch dachte, hoffe weiterhin (nun durch eine der IF-Kapazitäten Gott-sei-Dank bestärkt!), dass ich da nicht falsch liege. Diese dumme Ungeduld beim Jungimker :D .


    Danke sabi(e)ne!


    Grüße
    Luffi


    P.S. Bei Perizin ist mir nicht wohler - hatte die Völker letztes Jahr mit Bienenwohl "relativ" im Griff - ohne Perizin.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • :lol: Für AS ist doch Henry zuständig, nicht ich, das meinte ich damit.
    Wenn du mit OS oder Bienenwohl hinkommst, ist es doch gut, du mußt ja kein Perizin nehmen.
    Ich fasse das Zeug auch nicht an... :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hi Luffi,


    1500 Milben /Vollvolk zu dieser Jahreszeit sind eigentlich "normal" :o
    E skommt einen nur so furchtbar viel vor, weil die anderen kaum Milben haben.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Moin luffi,


    was soll ich da sagen außer wieder den Liebig zu zitieren:
     Wenn Bienenvölker Ende August durch eine gründliche Behandlung mit AS entmilbt werden, dann überwintern sie ohne Schaden, wenn der nat. Milbenfall unmittelbar vor der Bahandlung unter 100 Milben pro Tag liegt.


    100 Milben pro Tag bedeuten nach Liebig 12.000 Milben im Volk. Du konntest mindestens 1.500 Milben raushohlen und selbst wenn man nun annimmt, daß das gerade mal 20% der vorhandenen waren, dann liegst Du noch immer weit weit weg von einer Zusammenbruchschwelle. Das was Du erlebst drückt dieser Smily aus: :o und das trifft jeden, der mit einer Kurzbehandlung Wirkung erzielt. Es ist eben gerade nicht die Kathastrophe, wenn 2.000 oder auch 5.000 Milben aus den Völkern fallen. Es ist die Kathastrophe wenn sie drin bleiben. 15.000 Milben im Volk, zumal im starken, sind vor einer Entmilbung jetzt im August durchaus zu ertragen. Und das bedeutete schon mehr als 100 Milben am Tag ohne Behandlung.


    An Deiner Stelle würde ich eine Woche ins Land gehen lassen und dabei langsam weiterfüttern. (bei offenen Boden, damit die jetzt nur angeschlagenen Milben auch wirklich unten ankommen) Dann die Windel erneut einen Tag vor einer weiteren AS-Behandlung einschieben und sehen was da dann noch drauf liegt. Und dann eben erneut AS-Schwammtuch auflegen, wenn der nat. Fall nicht deutlich unter 30 Milben liegt. Das wird aber spätestens nach der 2. Behandlung der Fall sein. Also "der Fall" in Sinne von "der Fall" also nicht der Milbenfall, denn der ist B-stimmt geringer ... :wink:


    5 Milben pro Tag im Oktober reichen nach Liebig sogar um ohne Behandlung durch den Winter zu kommen. Das kann ich für meine Völker locker bestätigen, denn ich behandle Jungvölker, Ableger und Schwärme tatsächlich oft nur einmal im Winter und im Herbst also garnicht. Dennoch gibt es dort auch bei der Winterbehandlung keine schwarzen Windeln. Wichtig ist, daß alle Völker eines Standes auf dem selben Stand sind also Stand im Sinne von Stand der Behandlung ... :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry + sabi(e)ne
    Danke für die beruhigenden Worte! Ich glaub ich muss mir den Liebig doch noch holen. Vielleicht hätte ich mir dann die "Panik-Attacke" bei dem Milbenfall gespart :D .
    Werde es so weiter machen wie Ihr schreibt. Und die Behandlung wird für den ganzen Stand durchgezogen - hughhh :D


    Michael
    "ceterum censeo, kartaginem esse delendam!" wie der alte Cicera schon sagte. Spruch ist mir bekannt und passt hier sicher prima! :D Man ist wirklich erstaunt, wenn man den ganzen schwarzen Milbenteppich sieht und bei den anderen relativ wenige Milben eben.


    Werde weiter behandeln, Milben zählen und berichten.


    Grüße
    Luffi


    P.S. Ach ja Henry: Bisher habe ich den Varroaschieber unter dem Alu-Lochblech drinnen gelassen, wegen der Räubereigefahr beim Einfüttern - so dachte ich halt. Meinst Du es ist besser den Schieber raus zu nehmen? Die Beute ist eine selbstgebaute Hohenheimer Einfachbeute nach Liebig - Hätte mir mal lieber auch das Buch "Einfach Imkern" von Liebig geholt :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Moin luffi,


    ich bin ganzjährig am Bienenstand untenrum offen. :wink: Bekleckerte Windeln rufen noch mehr zur Räuberei auf, als Tropfen im Gras und wenn das Gitter heile, also dicht is und das Flugloch eng und bewacht, dann ist alles OK.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Luffi,
    bei entsprechender Temperatur kannst du mit dieser Kurzzeitbehandlung nochmal nachbehandeln.

    50-60ml, 85% für Zweizarger, 25ml für Einzarger. Verwende ich momentan für die Nachbehandlung/Kontrolle. Das Wetter muss passen, über Nacht und bei den aktuell kühlen Temperaturen wirkt es schlecht bis nicht. Am wirkungsvollsten wird die Behandlung am Morgen begonnen, die Säure läuft langsam (1-2 Std.) auf den Docht, keine Schockwirkung. Wenn am darauf folgenden Tag noch etwas in der Flasche ist oder der Docht noch klatschnass von der Säure ist, hat es in den allermeisten Fällen mit der Verdunstung nicht geklappt und sollte wie jede Behandlung beobachtet werden.



    Gruß
    Simon

  • Bumblebee
    Noch ein guter praktischer Tipp, den ich mir merken werde und bei Gelegenheit auch mal ausprobiere. Denke, dass ich im Moment mit der AS wie vorgesehen und NORMA-Schwammtuch weitermache. Das wären dann noch zwei Behandlungen im Abstand von 7 Tagen. Hoffe, dass ich dann die kleinen Mistviecher von den Bienen runterkriege.


    Henry
    Wenn Du ganzjährig unten offen bist am Bienenstand, dann solltest Du vielleicht einen Sichtschutzzaun ums Grundstück drumrum machen, lieber Henry. Nicht, dass Dir jemand was wechguggt. :lol::lol::lol:. Kannst ja ne Windel anlegen, wenn jemand kommt :lol::lol::lol:.
    Spass beiseite, im Winter habe ich auch, zur Entrüstung der Alt-Imker mit offenen Boden überwintert und dann Ende Februar/Anfang März den Schieber wieder rein und im April wieder raus. Jetzt gerade ist er wieder drin und kommt nach der Behandlung wieder raus. Gut so?


    Herzliche Grüße
    Luffi

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • uwi ,


    der Boden wird nur im Frühjahr verschlossen, damit die Bienen es leichter haben die Temperatur zu halten. Und man macht den Boden auch bei diesem AS-Behandlungen zu, so hab ich es jedenfalls gelesen :roll:.


    Grüsse 8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Uwe


    Das mit dem Suchen ohne Erfolg hatte ich noch gar nicht bedacht. Werde auch dies mal probieren. Danke für den Tipp!


    Grüße
    Luffi


    P.S. bernie hat es ja auch schon gewusst, nur ich wieder nicht :wink::wink::wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)