Verunreinigung bei selbsgemischtem zuckerwaser?

  • ich werde so in 3 tagen mal Zuckerwasser mischen, bisher bekam ich das aus anderer Quelle doch die ist versiegt,


    ich hab mir von meinem Imkerpaten das Mischungsverhältnis 3 Zucker zu 2 Wasser sagen lassen
    3 Kilo zucker auf 2 Liter Wasser, ob sich das alles auflösst bin ich mal gespannt.



    nun hab ich hier im Forum schon von irgendwelchen Hefeinfektionen des zuckerwassers oder sowas gehörrt,
    Ìch frage mich, was muss ich tun um sowas zu verhindern?


    wie merke ich, ob mein Zuckewasser sowas hat,?
    Schadet das den Bienen?


    ich werde das alles in edelstalschüssel anrühren. und dann gleich verfüttern,
    aber könnte man das zeug auch lagern, so das man nur einmal das anrühren müsste?

  • Hefen und Schleimpilze schweben als Sporen in der Luft, da kannst du nix gegen machen.
    dauert aber für gewöhnlich 3-4 Tage, bis sie sich so vermehrt haben, daß du es merkst, riecht oder schleimt oder schimmelt oderso.
    Bis dahin sollten die Bienen ihre Portion auf jeden Fall aufgelutscht haben, also lieber 3x 5 LiIter als 1x 15.
    Nein, lagern kannst du das nicht.
    In dem Moment, wo du es anrührst, kommen schon Sporen rein, ist nicht zu verhindern.
    Deswegen nehmen wir ja Fertigsirup, der ist ziemlich lange haltbar.
    Zuckerlösung 3: 2 mußt du schon ziemlich lange rühren (resp. Eimer irgendwo hinstellen, und jedesmal aufrühren, wenn du dran vorbeikommst), Fertigfutter hat 72% Trockenmassegehalt, und gammelt deswegen nicht so schnell.
    Wenn du es offen stehen läßt, zieht es allerdings Wasser und gammelt dann doch irgendwann., mit Deckel passiert aber durchaus lange nichts.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • hm, wie lange dauert das wohl, das anzurühren
    hatte vor, lauwarmes Wasser zu nehmen, und unter ständigem Rühren mit dem Rührgerät zucker zuzugeben,


    welche mischung nehmt ihr, wenn sabi(e)ne sagt, das die mischung ewig brauch bis sie aufgelösst ist

  • :o Ich habe nicht geschrieben: ewig, sondern länger als 1:1.
    Es ist effektiver, immer mal 30 sec zu rühren als 10 min am Stück, aber bei 3kg solltest du nicht länger als 5-7 Minuten brauchen... :roll:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Kann man das Zuckerwasser nicht aus abkochen? Dann sollten die Sporen doch tot sein und der Zucker sich schneller lösen.
    Wenn da nur Zucker und kein Honig drin ist kann ja auch kein HNF entstehen...

  • Ich bin kein Chemiker - ich gebe also zu, dass ich falsch liegen kann. Aber ich habe den Eindruck, dass Angst vor HMF bei ZUCKERwasser unbegründet ist:


    Zitat


    Je höher der pH-Wert ist, desto weniger HMF bildet sich!


    Bildung von Hydroximethylfurfural (HMF)
    Bildet sich aus Glucose und Fructose unter
    Säure- und Wärmeeinwirkung!


    (Aus http://www.uni-hohenheim.de/bi…ethylfurfural%20Zucker%22)


    Honig ist sauer. Wasser nicht. Ausserdem ist Haushaltszucker Saccarose und nicht Glucose oder Fructose.


    Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Saccharose wird ein Schmelzpunkt von 185°C angegeben. Wenn der Zucker sich schon bei ca. 100°C in HMF umwandeln würde, würde das sicher Erwähnung finden, weil der Schmelzpunkt dann ja irgendwie sinnlos wäre...


    Aber: ich kenne mich wirklich nicht aus. Ich übernehme keine Haftung für eingegangene Bienenvölker. Ich werd bei Gelegenheit mal meinen Bruder fragen - der mach gerade seinen Doktor in Chemie und hat ein bisschen mehr Ahnung als ich.

  • HMF und Zuckerwasser ist kein Problem!
    HMF und Zuckerwasser dem Säure zur Invertierung beigegeben wurde auber schon! Das war aber auch das älteste und billigste Verfahren. Werden nun Heiß auflösen und ansäuern verbunden, dann gibt's HMF und tote Bienen.


    Zucker und kochendes Wasser ist kein Problem!
    Warm unabgedeckt rumstehende Zuckerplärre aber schon! Das Zeug verdirbt dann doppelt schnell und Zuckerwasser speichert viel mehr Wärme als Wasser und Bakterien und Pilze brauch diese Wärme.


    Kalt anrühren mit einer Mini-Pumpe geht am allerbesten! Die Pumpe pumpt im Kreis und die Brühe bleibt in Bewegung und vor allem auch abgedeckt. Hinterher klebt natürlich alles. Deshalb nehm' ich seit es den hier gibt Sirup.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Zitat

    Zuckerlösung 3: 2 mußt du schon ziemlich lange rühren


    Ich nehme eine 150 Liter Tonne, fülle sie bis zur Hälfte mit kaltem Wasser und fülle bis zum Rand auf mit Zucker. Das gibt etwa 3:2 und gilt auch für andere Volumina. 8)


    Dann rühre ich mit einem langen Stock, bis der Bodensatz in Schwebe geht. Das braucht nicht länger als wenige Minuten. Am nächsten Tag wird der Bodensatz, nun deutlich verringert, wieder in Schwebe gebracht und fertig ist die Lösung, es bleibt höchstens ein dünner Zuckerfilm auf dem Boden. Von "LANGE RÜHREN" kann keine Rede sein. Ich spar mir auch die Pumpe.


    3:2 verdirbt NICHT vor Ende der Auffütterung (einige Wochen draußen auch unter der Sonne gestanden, abgedeckt). Jedenfalls hatte ich noch nie probleme mit Gärungen und kam noch nie in die Versuchung, Schnapps aus verdorbenem Futter zu brennen. :wink:
    Gruß,
    Eden

  • Henry schrieb:

    HMF und Zuckerwasser ist kein Problem!
    HMF und Zuckerwasser dem Säure zur Invertierung beigegeben wurde auber schon! Das war aber auch das älteste und billigste Verfahren. Werden nun Heiß auflösen und ansäuern verbunden, dann gibt's HMF und tote Bienen.
    .


    Wozu soll das Zuckerwasser invertiert werden? Ich dacht immer die Bienen invertieren selbst?
    Kann ich die Lösung nicht nach dem Abkühlen mit Säure versetzen?

  • Was Du schon invertierst, muß die Bienen nicht machen und was die Bienen nicht machen muß läßt die länger leben ...


    Ich kann nicht sagen, ob und wie das mit der Invertierung mit Säure genau funktioniert. Ich laß die Finger davon. Ich kaufe Flüssigfutter.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder


  • ich werde das alles in edelstalschüssel anrühren. und dann gleich verfüttern,
    aber könnte man das zeug auch lagern, so das man nur einmal das anrühren müsste?


    Auf dem Anfängerkurs in Kandel habe ich mir einen guten Tipp zur Herstellung von 1:1 geben lassen:



    • Man nehme eine leere Getränkeflasche 1.5 Liter. Möglichst nicht Fanta, diesen Geruch bekommt man scheinbar nicht mehr aus der Flasche :eek: 
    • mit einem (trockenen) Trichter 1kg-Packung Zucker hinein. Rieselt super gut durch.
    • Wasser bis knapp unter den Rand auffüllen
    • verschrauben, kurz durchschütteln, damit Luft nach oben steigt
    • nachfüllen, bis 1cm unter Rand
    • verschrauben, durchschütteln
    • eine Stunde stehen lassen, bodensatz herausschwenken, nochmal durchschütteln


    Ergibt zwar eher 1.05:1 statt 1:1, aber das sollte nicht ins Gewicht fallen. Dafür gibt es keine Kleckerei und das Zeug ist bereits super für den Transport verpackt. Von Coca-Cola gibt es dazu praktische rote Transportboxen, da passen 10 solche Flaschen hinein. :cool: Lässt sich auch sehr gut dosieren.