Wieviel soll man einfüttern???

  • Hallo zusammen,
    auch auf die Gefahr, dass diese Frage schon öfter gestellt wurde ....


    Ich habe Apiinvert (Sirup) und möchte nun gerne wissen, wieviel Liter bzw. Kilogramm ich bei einem 1-zargigen bzw. 2-zargigen Volk füttern muss.


    Schon mal vielen Dank!!


    Gruss AJ

    Grüsse aus dem (sym)badischen Bretten

  • Hallo


    hatte beim letzten strengen Winter
    die einzargigen mit einem Eimer und die zweizarger
    mit 1,5 Eimer aufgefüttert
    mußte dann im März Futterwaben zuhängen.
    Dieses Jahr gibst mehr, ich nehme dann
    lieber welche raus.


    Gruß Uwe

  • He weil ich gerade lese - Futterwaben wieder rausnehmen.
    Und was dann? Kann man sowas unabgeschleudert lagern für "Schlechte Zeiten" - hab das Überlegt, wegen Spätsommerhinog ernten - also jetzt und eigentlich auch einfüttern??? Geht sowas?
    Sorry, wenn das blöd klingt aber wie hier an andere Stelle schon gesagt - soi viel Plan hab ich noch nicht...
    Danke
    Torsten

    aller Anfang ist schwer...


    (hab Hinterbehandler mit Freudensteinmaß - bekomm ich da schon Artenschutz :-) )

  • Futterwaben nimmst du Ende März, Anfang April raus, und lagerst sie maximal bis Anfang Mai, wenn du Ableger machst.
    Bis dahin entwickeln sich noch keine Wachsmotten.
    Wenn du keinen Melezitosehonig hast, laß den späten Honig den Bienen, sie gehen im Frühjahr ganz anders los, als nur mit Futter. :wink: 
    Ich würde mir eine Wabe für den Eigenverbrauch klauen, aber alles andere laß ich drin, außer eben Melezitose.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Danke.
    Aber so bekommt man doch nie raus, ob nicht der Herbsthonig auch noch schmeckt. Ich mach eh nur auf Eigenverbrauch - zumindest im Moment.
    Was die Überlegung ergibt wieder mit Honig einzufüttern.
    Rapshonig hätte ich ja reichlich. Müsste ich den dann verdünnen?
    Wenn ja wie?

    aller Anfang ist schwer...


    (hab Hinterbehandler mit Freudensteinmaß - bekomm ich da schon Artenschutz :-) )

  • :o Nein, mit Rapshonig kannst du nicht überwintern.
    Den Bienen fehlt das Wasser, diesen Beton aufzulösen.
    Bitte keinen geilen Geiz, fütter Ambrosia oder HF1575 oder Apiinvert.
    Alles andere gibt tote Völker, außer du hast Akazie zum Füttern... :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,
    kann man mit "zuviel" Futter wirklich nichts falsch machen? Ich denke da an den "Brutflächenverlust" durch zuviel Futter, muss ja irgendwo aufbewahrt werden. Kann ich durch "zuviel" nicht die "Winterbienenproduktion" abwürgen/künstlich einschränken, weil die Mädels das Futter in jede freie Zelle schmeissen?
    Und was mich etwas verwundert ist, das ich meinen drei Völkern trotz unterschiedlicher Größe die gleiche Menge geben sollte (9 kg Zucker 3:2/Volk). Sowohl dem Zweizarger wie auch dem vor zwei Wochen bekommenen Ableger mit 2 1/2 BW.?? :o

    LG
    Elke


    Bienen seit April 06, Carnica in Heroldbeute auf DNM , Gartenbienen

  • Moin, moin, Elke,
    genau an dem Punkt scheiden sich die Geister.
    Deinen Mini-Ableger wirst du ja nicht auf einen Schlag einfüttern, sondern der kriegt jeden Tag nen Viertelliter, ab in drei Wochen nen halben, und dann auch gern 10kg auf einmal,
    Irgendwann hat er dann alles ausgebaut und sich das alles schon passend gemacht.
    (obwohl ich so spät keinen mehr gemacht hätte :-? ).
    Ich kann deshalb so großzügig füttern, weil meine sehr viel Platz haben und auch ganz brav alles über Kopf lagern, 3 Zargen.
    Wer wie Bienenmichel nach der Ernte alles auf eine Zarge runterdrückt, wird natürlich niemals soviel füttern können.
    Das ist aber in meinen Augen falsche Sparsamkeit, denk an den letzten Winter.
    Du kannst es nicht vorhersagen, wieviel du wirklich brauchst, also lieber mehr als zuwenig.
    Und 9kg Zucker sind in meinen Augen etwas sehr wenig, meine großen kriegen das Äquivalent von 23kg Zucker, die anderen von 15 (Fertigfutter hat 72% Feststoffgehalt=Zucker).
    Normalerweise wird auch der Bautrieb und Bruttrieb nochmal angeregt, wenn sie genug Platz haben, gibt es keine Probleme.
    Man sagt, die Bienis verbrauchen bis Weihnachten 1kg/Monat an Futter, ab Brutbeginn geht das dann steil nach oben bis zu 8-10kg im Februar/März.
    Da kannst du dir selber ausrechnen, wie weit du mit 15kg 3:2 kämst, was noch ziemlich dünn ist im Vergleich zum Fertigfutter.


    Ich hab es noch nie geschaft, auf den Punkt zu füttern, daß mit der letzten Ladung dann auch wirklich das Brutnest zugemacht wurde, weil es immer dafür zu kalt wurde und sie nichts mehr abgenommen haben.
    Bei mir packen sie alles nach oben und an die Seiten, brüten bis zum Schlupf der letzten Brut und ziehen dann irgendwann nach oben um, wenn es die Temperaturen erlauben.
    Die Spalte zwischen Zargen mögen sie im Winter gar nicht, was mit einer der Gründe für 12 Waben pro Zarge bei mir war, da reicht das Futter auch ohne Zargenwechsel.


    Es ist ganz schön kompliziert. :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin AJ,


    es kommt nicht darauf wieviel Du reinschüttest in die Völker, es kommt nur darauf an, wieviel vorm Winter drin ist. Allen Völkern pauschal mal 10kg zu verpassen bringt die Beraubten nicht durch den Winter und knallt den andern die Brutnester so zu, daß die keine Brut mehr haben. Außerdem darf man Einzarger eben nicht schon jetzt voll auffüttern, sondern soll die schön langsam ans Ziel bringen, damit die dort wo Brut außen schlüpft, Futter einlagern können, ohne die Brutnestmitte vollzuknallen. Wiegen ist wirklich die einzige sinnvolle Methode. Alles andere ist "frei Schnautze" und verlangt entweder eine gehörige Portion Risiko oder eine telepatische Verbindung zur Inventurabteilung im Stock und eine zum Wettergott und der Trachtpflanzenabteilung für den Landkreis. Und aufreißen und nachschaun ist jetz ganz besondern unsinnig, weil extrem störend.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,
     
    ich hole diesen etwas älteren Beitrag nochmal nach oben weil ich mich mit einer Frage anschließe: Verstehe ich Euch richtig, dass das langsame, stetige Zufüttern eines Ablegers die Winterauffütterung ersetzt? Bisher war ich der Annahme, dass ich meinen Ableger bisher brav alle 3 Tage mit Zuckerwasser 1:1 fütter um sein Wachstum zu fördern und ihm eine Tracht vorzugaukeln und dann Ende August in zwei Schüben 18kg Sirup für den Winter einfütter?!?! Mal wieder völlige Irritation :oops:
    Roman

  • Ich vermute mal, dass ein Ableger/ Bienenvolk eine Tracht als möglichen Wintervorrat ansieht. Demzufolge ist doch dein stetiger "künstliche" Futterstrom für den Ableger etwas, dass er als Futter einlagern kann.


    Ob Du noch mehr zufüttern musst, hängt in diesem Fall nach meiner Ansicht davon ab,
    1. wie groß deine Ableger-Beute ist,
    2. wieviel der Ableger bereits "beiseite schaffen" konnte (sprich die Honigmenge im Ableger) und event.
    3. wie risikobereit Du bist, was die maximale Futtermenge angeht?!


    Falls Sabi(e)ne mitlesen sollte?: oben hast du von 12 Waben als ausreichende Größe für die Bienen gesprochen ("...Futter reicht auch ohne Zargenwechsel..."). Von welchem Beutenmaß gehst Du dabei aus?

    ...drama makes the world go round... darf ja bloß nicht langweilig werden!