Füttern in Segeberger Halbzargen, Ameisen & Co.

  • Liebe Imkers,
    das heutige Nachfüttern hat mich zur Überzeugung gebracht, daß meine Einfütterungstechnik echt besch... ist.


    Nutze den Adamfütterer, so ein Plastikgeschirr mit ca. 6 l Fassungsvermögen:



    Habe dazu Folie aufgelegt und ein Loch auf Höhe des Aufstiegs reingeschnitten. Dann den Fütterer drauf und eine Halbzarge drüber. So kann ich recht komfortabel nachgießen ohne die Bienen aufzuscheuchen.


    Nachteile:
    - Die Halbzargen sind ungenau gearbeitet, bzw. zu stark geschrumpft und passen manchmal nur mit knirsch über den verdeckelten Fütterer...liegt am überstehenden Deckel.
    - Gelegentlich Ameisen, die dann zu Hunderten darin ersaufen.
    - In einer Zarge fanden sogar Wespen Zugang, ersoffen in dem Futter und bescherten mir zwei Überraschungsstiche
    - Die Futterabnahme ist mies. Es brauchte bei drei Völkern eine Woche bis das Geschirr leer war; bei zwei anderen findet kaum Abnahme statt - kann dort ev. an den toten Wespen, resp. Ameisen im Futter liegen.
    Allerdings wird auch der Futtereimer nur schlecht geleert...womöglich liegt das also gar nicht am Futtergeschirr.


    Gegen die Ameisen habe ich jetzt Klebeband um den Deckel gewickelt; ist natürlich alles Murks da man den Futterpegelstand auch nicht ablesen kann.


    Kurzum: wie kann ich das besser machen?
    Für Futtereimer habe ich keine geeigneten Zargen; es müßte also schon eine flache, Halbzargen-geeignete Lösung sein...
    Adamfütterer ohne Abdeckglocke und Deckel draufstellen und dafür mit Schwimmhilfen versehen um die Abnahmefläche zu vergrößern? Gehen gebrauchte Korken für sowas?
    Wäre meine einzige Idee aber vielleicht habt Ihr ja eine elegantere Lösung...


    Es dankt für Eure Tipps
    Melanie

  • :o :o :o
    Liebe Melanie,
    absoluter Fehlkauf!
    Gerade für Segeberger und Holtermänner(Frankenbeute) gibt es die 10Liter Futterzargen mit Seitenaufstieg und Gitter, sprich, bienenfreie Fütterung.
    http://www.holtermann-shop.de/index.php/cPath/1_17/page/2
    Art.Nr.1272
    Paßt genau bei waagerechter Beutenaufstellung 1 Eimer Futter rein.
    Ich habe sie geliebt.....weil Innengefälle, also geht auch Ablegerfütterung mit jeden Tag ein Schuß aus der Gießkanne gut.
    Bienenfrei.


    Bei den Segebergern ist das Gitter okay, bei den Holtermännern sehr schlampig, die bienen können teilweise rein, also vorher mit Aquariumsilikon alles dicht machen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Also was mich an diesen Futterzargen störte ist neben dem Preis der Hinweis, daß die Dinger mit irgendwelchem lebensmittelechten Farben gestrichen werden müßten.
    Habe keine Zeit fürs Pinseln und welche Farbe ist schon lebensmittelecht?


    Waagerecht ist hier wohl gar nix im Hause...leider auch nicht die Beuten.


    Wie sieht das denn da auch mit Ameisen aus? Die kommen durch die Falze doch auch da ran...


    Ist das kompliziert...


    Melanie

  • :o Das wäre mir neu, daß die gestrichen werden müssen. Die aus Holz, ja, wegen Dichtigkeit. Da reicht aber mit Wachs einlaufen lassen und zur Not noch Heißluftpistole zum Verteilen, bei Styrodur natürlich nicht.
    Wenn du zügig einfütterst, passiert da nix, die Dinger bleiben innen weiß.
    Bei Ablegern und längerem Stehen von Futter in der Zarge, gibts Schleimpilze und Schimmel, aber die kann man ganz gut mit Bürste und kochendem Wasser wieder loswerden.
    Ameisen kommen da NICHT rein, weil gefüllt soviel Gewicht auf den Falzen ist, daß die dicht sind, ich hatte jedenfalls da oben nie Probleme, außer wenn die Gitter nicht dicht waren :evil:


    Ich liebe diese Dinger, wie gesagt, weil kein Bienenkontakt und man kann ganz locker ohne Rüstung dran oder Nicht-Imker beauftragen.
    Wir bauen gerade welche selbst aus Holz nach, haben aber noch erhebliche Probleme mit den Böden, 14kg sind ne Menge, und Hartfaserplatte reicht da nicht *plaaaatsch*


    Kauf dir eine und probier es aus, es lohnt sich, ganz ehrlich! *Ehrenwort* :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • :lol: Ich weiß.
    Aber wenn die Liquidität aktuell kaum was zuläßt, muß man von unten anfangen, was zu finden, was den Minimalanforderungen genügt.
    Meine absoluten Billig-Beuten haben bis jetzt nach anderthalb Jahren fast keine Verluste zu verzeichnen, alles noch top, außer der nicht UV-festen Folie auf den Deckeln.
    Und es sieht nicht so aus, als würden sie im nächsten Winter auseinanderfallen wollen...:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Die Lochwinkel sind besser, aber trotzdem mit Aquarium-Silikon abspritzen und dicht machen an den Kanten.
    Ich hab mal ein halbes Volk da oben drin verloren, weil sie sich zwar reindrängen konnten, aber nicht wieder rauskamen.... :evil::evil::evil: 24 Std. haben gereicht.


    Und du brauchst nur 1 für den Anfang.
    Wenn deine Völker halbwegs fit sind, ziehen die sich 10l=14kg in 24 Std weg.
    Also zweimal mit dem Ding auf jedes Volk und feddisch. :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • :o Ohja......da hätte ich eine ganze Liste zu bieten mittlerweile...aber es ist die letzten Jahre echt besser geworden, göttinseidank. :wink:
    Frau lernt ja dazu...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin Melanie,

    Hymenoptera schrieb:

    Also was mich an diesen Futterzargen störte ist neben dem Preis der Hinweis, daß die Dinger mit irgendwelchem lebensmittelechten Farben gestrichen werden müßten.

    Acrylfarbe, weiß einmal reinrollen und gut. so sieht selbst die älteste Zarge wieder neu aus.

    Zitat

    Habe keine Zeit fürs Pinseln und welche Farbe ist schon lebensmittelecht?

    Dann hast Du wohl mehr Zeit für das Rumgesabber mit andern Fütterungslösungen. :wink: Acrylfarbe ist gegen den Zucker absolut lebnsmittelecht und Geschmacksneutral.

    Zitat


    Waagerecht ist hier wohl gar nix im Hause...leider auch nicht die Beuten.

    Na und. Dann stellst Du die Zarge immer so auf, daß der niedrigste Punkt der Aufstieg ist. Da wird sie auch immer restlos leer. Am liebsten hab ich den natürlich hinten, aber es ist vollkommen egal. Ist er vorn, läßt sich die Zarge von hinten am besten befüllen und das Futter kommt dann vorn langsam und aufgewärmt an.


    Nur die Zargen mit Aufstiegsgitter sind brauchbar. Zum Auslecken lassen, kann man in das Gitter zwei kurze (ca. 6 mm) Schnitte machen und den Streifen dazwischen hochklappen. Wenn die Flüssigkeit dann weg ist, können die Bienen, wie beim Adam-Original die ganze Zarge auslecken. Aber Achtung! Manchmal nehmen die das Futter wesentlich schneller ab als gedacht und dann ist das Nachfüttern nicht mehr möglich, weil die Zarge besiedelt ist. Dagegen klemme ich eine Klammer in den selbstgemachten Schlitz, bis zur letzten Fütterung.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Wat fürne Überschrift :-? 
    Hi alle, tach Sabine,
    ich hab mir ne Futterzarge selber gebaut, weil die Orginale zu meinen Langstroth nur 5 Liter fassen. Styrodur 10 oder 15 mm für Boden und Wände mit Spezialkleber verklebt und 2 Verstärkungsstrben rein. 2 Löcher reingebohrt mit ner Lochkreissäge. Auf die Rähmchen der oberen Zarge 2 Leisten gelegt, die unter die Verstärkerstreben zu liegen kommen, Futterzarge drauf, Futtereimer rein, Deckel drauf und gut. Im Winter werden die Löcher abgedeckt, die Zarge mit Dämmmaterial 1/2voll gemacht und das bleibt drauf. Noch nen Tipp: Wer mehr auf Bienenfreiheit im Obergeschoß Wert legt, kann eine Eimerauflage aus ner Holzplatte bauen, dann können die Verstärkungsstrben innen weggelassen werden.
    Grüße aus der verregneten Lausitz.
    Knäcke
    PS: Seit der Robinie ist bei uns Trachtende (alles vertrocknet :evil: )