Bildung eines Feglings

  • Hallo,


    bei einem Volk von 4 Völkern wurde bei einer Honigprobe eine geringe
    Menge Faulbrutsporen festgestellt.
    Was ist empfehlenswert ?
    1. Abwarten und Im Frühjahr neu bewerten oder
    2. Jetzt am 10.8. von diesem Volk noch einen Fegling machen?


    Für eine schnelle Antwort bedanke ich mich .

  • Hallo Drohne,


    wo wurde der Sporenbefall gefunden?
    Im Honig, also in einem Glas oder bei einer Futterkranzprobe?
    Dieser Unterschied ist schon wichtig.
    "Geringe Sporendichte" bedeutet Kategorie 1, also 1-50 Kolonien auf dem Nährboden im Labor.
    Wenn diese Sporendichte in einer Futterkranzprobe gefunden wurde, solltest Du dich mit deinem zuständigen BSSV zusammentun und weiter überlegen.
    Einen Kunstschwarm jetzt halte ich für äußerst riskant, der schaffts kaum über den Winter.
    Auch gebe ich zu bedenken, dass die AFB bei diesem Einzelvolk ja nicht aus der Luft kam.
    Also wird der BSSV erst mal alle anderen Stände in der Umgebung auch kontrollieren müssen, um die Ausdehnung des Herdes zu erfassen! :o
    Natürlich zusammen mit dem Kreisveterinär.
    Was nützt es Dir, wenn dein Kunstschwarm das Frühjahr erlebt, er sich aber gleich neu infiziert an sterbenden Völkern deines Nachbarimkers?
    Also, keine Panik, nur auch nix verschludern.
    Vor allen Dingen, zu dem BSSV hingehen und zu den Nachbarn.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Wurde schon eingefüttert?
    Gibt es eine Anweisung des Veterinärs?
    Gibt es einen fitten BSV?
    Zahlt Deine Seuchenkasse beim Abschwefeln?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Michael + Henry,


    danke für die schnelle Antwort.
    Der mikrobiologische Befund sagt sinngemäß:


    In der Sammelprobe von 4 Völkern wurde Faulbrut in geringer Menge
    (23 Kolonien/g Futter) nachgewiesen. Der Grenzwert, ab dem mit dem Ausbruch der Erkrankung zu rechnen ist liegt bei 100 Kolonien/g.
    Es wird empfohlen :
    Putztrieb durch Fütterung fördern, Bienen einengen, keine Waben tauschen, Honigwaben kennzeichnen, Bautrieb fördern.
    Eine Nachuntersuchung im Frühjahr ist zu empfehlen.


    Meine Vorstellung war nun vorbeugend nach dem o f f e n e n Kunstschwarmverfahren mit 1 oder 2 Völkern noch im August vor der Einfütterung zu beginnen (auch dänisches Kunstschwarmverfahren genannt).
    Ich habe auch noch 5 Ableger. Einige wollte ich noch abgeben. Dies musste ich natürlich absagen.
    Die letzte Untersuchung von 2004 ergab: Es fanden sich keine Hinweise auf AFB.
    Diese Aussage hätte ich auch in diesem Jahr erhofft. Nun beginnt für mich bis zur nächsten Untersuchung eine sorgenreiche Zeit.

  • Moin Drohne,


    leider hast Du meine Frage nicht beantwortet. Hast Du denn schon eingefüttert? Wenn ja und wenn Du im Frühjahr Deine Völker gut überwachen kannst und am besten wiegen, dann würde ich die jetzt etwas knapper einfüttern als üblich und die die Sporen schön wegfressen lassen im Frühjahr. Sind die Sporen erst einmal in der Bienen sind sie überwunden.


    Solange Dein Veterinär informiert ist und keine Maßnahme anordnet hast Du freie Hand. Wenn der Veterinär erst einmal Anordnungen trifft, dann mußt Du nix mehr entscheiden, dann mußt Du nur noch folgen.


    Bis Mitte August hätte ich kein Problem mit Kunstschwarmsanierung und einfachem Aushungern und MW. Anfang August auch mit zweifachem. Und dann auf gelbe Waben einschlagen. Schade wär's allerdings um das Wabenwerk und die Brut und vor allem den Pollen. Da mußt Du nun wissen, ob Du sowas nicht besser im Sommer machst, über alle Völker und mit totaler Bauerneuerung und einem großen Sammelbrut-Schwarm. Sowas kann man dann sogar sinnvoll mit einer Totalen Abschleuderung jeglicher Waben am Stand verbinden. Da entschädigt dann wenigstens der Brutraumhonig für die viele Arbeit.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • ...aber ich würde an deiner Stelle erstmal nichts machen.
    Bzw. das, was Dir empfohlen wurde.
    Weiter einfüttern, im Frühjahr die Probe wiederholen.
    Mit solch geringer Sporenmenge werden die Völker meist gut fertig.
    Im Frühjahr hast du dann freie Hand, was du tust, bzw. tun mußt.
    Vielleicht hat sich ja bis dahin die Quelle der AFB gefunden!!!!
    Oder bist du etwa der einzige und alleine auf weiter Flur?

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Sorry, wenn das nicht deutlich wurde: Ich würde auch jetzt nichts machen, aber wenn der Veterinär tatsächlich Maßnahmen anordnen sollte, die über die erneute Beprobung im Frühjahr hinausgehen, dann gingen die Sanierungsschwärme noch. Ansonsten unterstützt knappes Einfüttern und eventuelles Nachfüttern den Sporenabbau.


    PS: Ich wurde in den Kopp gestochen und bitte das wie eine schwere Kindheit mildernd zu berücksichtigen

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • @ Henry + Michael
    nochmals danke für die Hinweise.


    Noch einige Hinweise:
    -Z.Zt. habe ich noch nicht eingefüttert
    -Lt. Untersuchungsbericht ist der Veterinär nicht informiert
    -Die Seuchenkasse bezahlt nur bei Abtötung der Völker durch
    Anweisung des Veterinärs
    -In meiner Imkerumgebung sind keine Sammelproben eingeschickt
    worden


    Auf jeden Fall werde ich mir noch einmal von allen Völkern
    die verdeckelten Brutzellen genau ansehen.

  • Meines Erachtens sollte die Quelle für die AFB schnellstens gefunden werden. Ansonsten wirst Du immer wieder mit Sporenbelastung in Deinen Völkern konfrontiert und irgendwann einmal brechen sie auch zusammen.


    Ich würde zum Veterinär gehen. Damit ist er zum Handeln gezwungen und die Völker um Deinen Stand herum werden beprobt. So sollte sich die Quelle finden lassen.....

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Moin Gerold,


    wenn Du den Veterinär jetzt weckst, dann wird der irgendwie handeln müssen und weil der kein Imker ist und keine Ahnung hat, fragt der seinen BSV. (daher meine Frage nach dessen Fitness) Wenn die dann gemeinsam (und der eine ist ja ganz sicher Imker, vielleicht mit Angst um seine Bienen oder selber fauligem Verdacht) entscheiden, daß verbrannt wird, dann wird verbrannt. Egal wann. Und wenn die Mühlen langsam mahlen, dann ist es für eine Sanierung ohnehin zu spät und die haben kaum eine Möglichkeit. Dir entsteht ja Dank der Seuchenkasse aus Amtssicht kein Schaden.


    Da die Faulbrut aber meldepflichtig ist, würde ich tatsächlich erst und nun zügig das Gespräch mit dem BSV suchen, wenn der halbwegs fit ist und mir dann eine Ausrede einfallen lassen, warum meine selbstgezogene Poolprobe vielleicht doch nicht ganz sauber gezogen wurde oder was auch immer und mich so in die Zeit ohne Bienenflug retten. Wahrscheinlich wird der Veterinär eine eigene Bepobung von Amtswegen anordnen und die Völker durch den BSB kontrolieren lassen. Auch das bringt Zeit. Wenn Du dann die knappe Einfütterung oder die geplante komplette Sanierung nach der ersten Tracht im Auge behälst und Deinen BSV infomiert hälst und Dich zu einer erneuten Beprobung verpflichtest, dürfte das Problem ausgestanden sein.


    Der Veterinär braucht aber etwas um in Deiner Gegend weitere Bienstände untersuchen zu lassen, sonst werdet Ihr das Problem nicht los. Und hintergangen werden BSV und Amtsarzt beide nicht gern. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry schrieb:


    Der Veterinär braucht aber etwas um in Deiner Gegend weitere Bienstände untersuchen zu lassen, sonst werdet Ihr das Problem nicht los.


    Genau das meine ich auch mit meinem obigen Posting. Die Ursache - die Sporenschleuder - muß gefunden werden, ansonsten kommt keine Ruhe rein.....


    Was würde es jetzt nützen, wenn man das sporenpositives Volk saniert (egal wie...) und nächstes Jahr hat man wieder Sporen oder aber später brechen Völker zusammmen?


    Diplomatisches Geschick ist gefragt und ein gutes Verhältnis zum BSV bzw. Veterinär.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Genau, nur so gehts,


    ich schrieb ja schon, die Sporen kamen ja nicht aus der Luft.
    Irgendwo muss ja der Infektionsherd sein, und den gilt es zu finden.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Moin Jungens,


    ich habe "drohne" heute im echten Leben kennengelernt (also in dem Teil der Simulation, die oft als "echtes Leben" bezeichnet wird :wink: ) Wegen ihm müssen sich die leipziger Imker wirklich keine Sorgen machen. Er hat die Untersuchung hier in Leipzig machen lassen bei der LUA und der Zweite Vorsitzende des Leipziger Vereines ist dort der ausführende Ausführende. Leider hat man aber deutlich gemerkt, daß in einem so großen Verein wie dem Leipziger, keine offene und sensible gemeinsame Aktion gegen die Seuche möglich ist. Es wird noch immer so getan und leider auch rumerzählt, daß es die Wanderimker seien, die die Faulbrut verschleppten und damit in die Stadt holten. Die kleinen Standimker wären damit fein raus und immer nur die betroffenen und natürlich die unschuldigen Opfer ihrer Honigvermarktungskonkurenz. drohne sieht das, wenn ich nicht ganz falsch liege, ähnlich und macht sich echte Gedanken. Solche Kerle die ganz freiwillig ihren Völkerbestand für und vor einer anstehenden Sanierung im neuen Jahr auf BSV- (und ehefrauen-) freundliche Größen reduzieren um das Problem dann zielgerichtet lösen zu können, wären hier mehr gefragt.


    Soweit, daß mal jemand daran denkt, daß ein Berufsimker jedes seiner Honiglose in der LUA untersuchen läßt und somit eine Futterkranzprobe gepoolt über alle seine Völker hat und daß eine Berufsimkerei zugrunde ginge, wenn sie den im Faulbrutgebiet liegenden Schleuderraum zwar mit vollen Waben beliefern, diese nur nicht wieder herausbringen dürfte und deshalb immer schon sehr eng mit dem Amtstierarzt zusammenarbeitet, soweit denkt man offensichtlich nicht. Und wen würde ich als cleverer Amtstierarzt denn fragen, wenn ich ungemeldete Imker suchte? Die Imkereifachhändler der Region? Weil die ja ihre Kunden kennen! Und wen frag' ich denn da, wo doch die Berufsimker hier nunmal auch einen Fachhandel haben? Und da könnte es schon sein, daß ein:" der hat aber ncoh einen Stand dort-und-dort" der Seuchenkasse Geld spart, weil im Faulbrutgebiet nur die Ableger auf den Altwaben brannten, während anderswo neben den Völker auch die Faulbrut gerette wurde. Wollte man diese Indiskretion einem Berufsimker übel nehmen, gerade weil sie doch allen hilft? Oder wollte man sie ihm unterstellen, weil er einen kaputt machen will?


    Nein, es ist schlecht Faulbrut zu beseitigen, in so einem Umfeld.


    Es ist sehr schade, daß im Leipziger Verein offensichtlich Gerede, Gerüchte und Geheimhaltung verhindern, daß man hier endlich wieder faulbrutfrei und ohne Sorge im Stadtgebiet wandern und auch abwandern kann. Vielleicht sollte man die Faulbrutgrenzen weiträumiger ziehen und alle ins Boot holen und den Bienenverkehr, auch die Schwarmfängerei als Insektenbeseitigung getarnt, einfach verbieten! Soll sich doch die Feuerwehr die Finger zerstechen lassen oder die Schwärme beim Veterinär in Quarantäne angehungert werden! Solange das hier niemanden interessiert, werden clevere Insektenservices immer dreifach kassieren. Erst zahlt der Laubenpieper, der seinen (extrem gefählichen Killer-) Schwarm los ist, dann der Imkerkollege, der den Schwarm kauft und dann die Seuchenkassen, wenn's Bienenmaterial verfackelt wird, das es im letzten Jahr billigst bei der Imkereiauflösung abzustauben gab. Und die Faulbrut gibt's dann noch für alle ganz kostenlos dazu.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder