Wann mit der Imkerei anfangen

  • Wann fängt man am besten mit dem Imkern an? 3

    1. April (1) 33%
    2. Mai (1) 33%
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    6. September (0) 0%
    7. Wann man anfängt ist egal (1) 33%

    Hallo,


    ich hatte gehört, dass man am besten im Frühjahr mit den Bienen anfängt. Jetzt hat man mir geraten JETZT anzufangen.
    Was ist denn nun sinnvoll? Oder ist es eigentlich egal?

  • Hallo, Oliver!


    Meine subjektive Meinung: Am schönsten ist es mit einem ordentlichen Vorschwarm, der möglichst früh gefallen sein sollte im Mai. Der fängt bei null an und wird Dich mit seiner Bauleistung und Vitalität beeindrucken. Andererseits kannst Du ja nicht da sitzen und drauf warten, daß Dir jemand endlich einen bringt.


    Meines Erachtens sind sinnvolle Anfangszeiten:


    1. Im Spätsommer mit 2 oder 3 möglichst schon varroabehandelten Völkern, die man dann selbst auffüttert


    2. Im Sommer nach Trachtende mit 2-3 ausreichend großen Kunstschwärmen


    3. Im Frühjahr mit 2 oder 3 Ablegern


    4. Im Frühjahr mit 2 oder 3 Vollvölkern, was zwar teurer scheint, aber nicht ist:
    a) Du brauchst nicht Ableger aufzufüttern
    b) Du erntest Honig (schon in der Frühtracht), den Du z. T. verkaufen kannst und dadurch einen Teil Deiner Kosten reinholst


    Für Version 4. spricht vor allem der Spaßfaktor. Beginnt man mit Vollvölkern, kann man gleich in die Vollen gehen, Honigräume aufsetzen, den Anblick weiß verdeckelter Waben genießen, Schwarmkontrollen machen, Honig schleudern, mehr Erfahrungen sammeln, als man verarbeiten kann. Und den Schwarm bekommst Du dann plötzlich doch noch vom Imkerkollegen. Oder von Dir selbst...


    Außerdem kannst Du Dich bis zum Frühjahr noch ordentlich belesen, hier im Forum und in den Büchern.


    Viel Erfolg, Johannes

  • Moin OliverH,


    mit dem Imkern fängt man an, wenn man dem Wunsch Bienen zupflegen zum erstenm mal nachgibt. Bei einem ist es ein Buch, das er sich selber kauft, beim andern ist es ein Volk, das er kauft, weil er mal ein Bienenbuch geschenkt bekam und ein Dritter kommt vielleicht zu einem Schwarm wie die Jungfrau zum Kinde. Man kann also nicht ganz genau sagen, wann die Imkerei überhaupt anfängt. Beuten bauen und Rähmchen drahten ist ja ganz sicher auch schon Imkerei auch wenn noch gar keine Biene anwesend ist.


    Wenn es aber darum geht, wann man denn nun die ersten Biene bekommt, dann kann man ganz klar sagen: Es ist egal. Zu jeder Jahreszeit ist das erste Mal Bienen haben ein emotinales Erlebnis. Sogar wenn nur eine Kiste im Winter in den Garten gestellt wird, mit der Auflage da bis mindestens Ende März nicht rein zu schauen. Dann wird der Imker lauschen und lesen und grübeln und bauen und hoffen.


    Nicht viel anders ist es, wenn einem plötzlich ein Schwarm ins Hause zieht. Egal wie klein der ist, ist es doch ein Abenteuer mit riesieg viele Bienen und wahnsinnig spannend wie die zum ersten Male in der neuen Beute sterzeln und wenn die dann erst mit Pollen reinkommen, woher mag der sein?


    Auch wer im Sommer ein Vollvolk kriegt oder paar Ableger hat ganz genau die selben Erlebnisse und macht die selben Erfahrungen.


    Zum Imker wird man nicht aus Selbstantrieb, irgendwie steckt man sich an. Und wer weiß heute schon noch genau wann er die Windpocken gekriegt hat und ob da Winter war oder Ferien.


    Wenn es aber um den Einkauf von Völkern unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, also vor allem preiswert, geht, dann hat jede Region ihre eigenen Regeln. In Westsachsen ist der Ableger-Preis nach normalen Wintern nach der Rapsernte am niedrigsten und dann nochmal die Überbestände nach der Linde Ende Juli, wenn die Imker die Völker nicht in den Winter nehmen wollen. Wenn irgendwo der Herrgott allerdings einen Imker abdrückt, dann kriegste plötzlich Völker geschenkt, Hauptsache Du holst die bis Donnerstag halb 3 ab ... und alle Beschaffungs-Überlegung und Einkaufs-Taktik geht (hoffentlich im Gegensatz zum abgedrückten Imker :wink: ) zum Teufel.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Erstmal vielen Dank für die Antworten.


    Ich bin zwar chronisch knapp bei Kasse, meine Frage zielte aber nicht auf den billigsten Einstand an.
    Ich hatte Bedenken, dass ich, wenn ich jetzt anfange, irgendwas falsch mache, nichts mitbekomme und im Frühjahr sind keine Bienen mehr da.
    Mit so einem Negativerlebnis würde ich ungern starten ;-)


    Im Frühjahr sind die Völker logischerweise teurer. Aber dann sollten die auch trotz meiner Fehler wenigstens bis zum Herbst überleben und bis dahin hab ich schon ein paar Erfahrungen und die Chancen auf eine erfolgreiche Überwinterung steigen.
    Zumindest war das meine Idee. Da kann ich aber ganz falsch liegen - deshalb gibt's diesen Thread ja überhaupt.


    Wenn Imkerbuch kaufen einen schon zum Imker macht: Hallo Kollegen ! ;-)


    Ich hab "Der Wochenendimker" von Karl Weiss - was empfehlt ihr einem Anfänger sonst an Imkerlektüre

  • ich hab auch dieses jahr im april erst mit dem imkern begonnen. dazu hab ich 3 völker auf je einer zarge zander gekauft. alle 3 unterschiedlich "beinand". das anfangs schwächste hat nicht geschwärmt und ist jetzt das stärkste. mein anfängliches "lieblingsvolk" hat 2 schwärme "verloren" und war dann weisellos (obwohl ich schwarmkontrolle machte und sogar einen ableger davon)...


    ich finde ich habe dieses jahr schon seeeeehr viel erfahrung sammeln können. man ist mit 3 vollen völkern halt gleich voll gefordert. der sprung ins kalte wasser quasi. :wink:


    jetzt hoff ich dass ich die bienen heil über den winter bekomme. am meisten nervt mich diese doofe varroa behandlung. auf das könnt ich wirklich verzichten...und dazu dann noch die zig möglichkeiten die es gibt und die zig meinungen der diversen imker über diese verschiedenen methoden. da blickt man als anfänger echt nicht durch. aber ich hoffe, dass sich auch das in den nächsten jahren "routinisiert" :-?

  • Also meine Antwort: Am besten von Kindesbeinen an (hahaha).


    Habe leider nie einen Imkerpaten gehabt, der mich damals ans Händle genommen hat, dann wäre wohl mal was aus mir geworden.
    So bin ich viel zu spät dazugekommen; habe dafür aber meine ganze Jugend verlesen und alles durchgeschmökert, was so zur Imkerei zu kriegen war.


    Das Lesen würde ich jetzt im Winter angehen.


    Und anfangen würde ich auch mit so einem richtig schönen Schwarm. So einen Schwarm einzuschlagen ist einfach das schönste überhaupt und beim Fangen kannst Du gleich testen, ob Du wirklich so in die Bienen und damit die IMkerei eintauchen kannst.


    Und wenn die dann so losbasteln...das ist einfach nur Freude. Du hast dann auch genug Zeit um den Winter vorzubereiten.


    Ich habe es nun auch ganz "falsch" gemacht und nur mit einem Schwarm angefangen weil es eben nicht zu mehr gelangt hat - und den dann erfolgreich über den Winter zu bringen; das ist dann noch mal besonders viel Freude.


    Faktisch ist es wohl wirklich egal, wann man damit anfängt aber so rein emotional ists wohl mit dem ersten selbstgepflügten Schwarm am schönsten...


    Melanie

  • Hallo zusammen,


    ich habe vor einigen Jahren im Juni mit dem Kauf von einigen Kunstschwärmen mit der Imkerei begonnen. Nachteil: Ich konnte erst im darauf folgenden Jahr den ersten Honig ernten (der nie wieder so lecker war wie bei der ersten Ernte ... :wink: ). Vorteil: Ich konnte mich langsam an die Arbeit mit den Bienen gewöhnen und erste Erfahrungen sammeln bevor mir alles über den Kopf wuchs.... :o .


    Viele Grüße,


    Vorgebirge

    (seit 2002 Carnica, Standbegattung; Löwenzahn, Obstblüte, Sommerblüte, Robinie, Linde; Zander, Zeidlermagazin (Heroldbeute), Hohenheimer Einfachbeute; Neutralgläser, eigene Etiketten; Honig, Propolis, Met, Bärenfang)