Nassenheider horizontal

  • Hallo zusammen!
    Ich habe gestern mal in Imkerzeitungen des Vorjahres geblättert und da ist mir ein Artickel über den "neuen" Nassenheider Verdunster horizontal aufgefallen, in dem dieser als extrem temperaturunabhängig dank des neuen U-Dochtes beschrieben wird. Das ganze ist vergleichbar mit der Schwammtuchmethode, jedoch ist der Massestrom an Ameisensäure zeitlich gesehen konstant, so dass die eigentliche VerdunsterFläche sehr groß dimensioniert ist, da ja der U-Docht den konstanten AS-Massenstrom gewährleistet. Vergleichbar sei der U-Docht mit einem Tropf, der ja auch einmal eingestellt den Massestrom konstant hält. Hat jemand das Ding mal ausprobiert?
    Vor allem der Vergleich mit dem Tropf hört sich für mich so interessant an, dass man das ganze auch einfachmal mit einem solchen probieren könnte. Säure rein, Volumen eines Tropfens abmessen, Tropfrate einstellen und dann alf ein Fils laufen lassen...
    Andere Frage: Worin liegt der Unterschied zwischen Kurzzeit und Langzeitbehandlung? (Ich meine jetzt nicht temporär)
    Gewöhnen sich die Bienen bei einer Langzeitbehandlung an die AS?
    Oder deckt man so bewußt eine Brutperiode ab?
    Wirkt die Langzeitbehandlung tiefer in die Zellen?
    Fragen über Fragen...
    Vielleicht könnt ihr mir ja helfen.

  • Morgen Boris2,
    scheint, daß hier keiner Dir antworten will, die warten alle, wie die Geier auf mich, die Schwammtuchverfechter.
    Also gut, wenns denn sein muss:
    Für mich ist der Nasseheider bis dato der beste Langzeitverdunster.
    Lt- Studien von Dr. Rademacher tötest Du ca. 90% der Milben, die jetzt in der Brut sitzen und das schonend für die Bienen und die Brut.
    Jede Behandlung schadet den Bienen, darüber sollte man sich klar sein.
    Beim Nasseheider horizontal hast Du den Vorteil, dass die Verdunstung kontinuierlich vor sich geht und es keine Schockbehandlung ist, die Du mehrmals anwenden musst, um den gleichen Wirkungsgrad zu erreichen.
    Probiers aus, Du wirst es nicht bereuen.
    1x jetzt nach einer Stossfütterung für eine Woche oben auf das Volk gestellt und 1x nach der Auffütterung, das genügt in der Regel und man kann auf eine Winterentmilbung mit diversen Mitteln verzichten.
    Wir haben dabei über 10 Jahre Erfahrung und ich spreche hier für mehr als 100 Imker.
    Gruss Simon

  • Simon Angerpointner schrieb:

    Für mich ist der Nasseheider bis dato der beste Langzeitverdunster.
    Gruss Simon


    Wenn du meinst Simon. Ich meine aber, dass er auch nicht besser oder schlechter als das Schwammtuch ist - nur umständlicher. Zumindestens jetzt bei den Temperaturen kann ich wieder was mit dem Schwammtuch anfangen, bei über 25 Grad, könnte ich mir schon vorstellen, mit deinem Verdunster zu liebäugeln, wenn ich unbedingt mit AS behandeln will!


    Simon Angerpointner schrieb:


    1x jetzt nach einer Stossfütterung für eine Woche oben auf das Volk gestellt und 1x nach der Auffütterung, das genügt in der Regel und man kann auf eine Winterentmilbung mit diversen Mitteln verzichten.
    Wir haben dabei über 10 Jahre Erfahrung und ich spreche hier für mehr als 100 Imker.
    Gruss Simon


    Wau, das ist ne kräftige Aussage. Auf eine Winterentmilbung habe ich bisher einmal verzichtet, dann habe ich 75 % Ausfälle im nächsten Herbst gehabt, obendrein habe ich da auch keine Baurahmen geschnitten. Ich habe damals mein Lehrgeld gezahlt - Gott sei Dank einmalig!


    Deshalb verzichte ich nie und nimmer aiuf die Winterentmilbung, denn genau da zählt jede gefallene Milbe . Nur eine tote Milbe , ist eine gute Milbe!
    Aber warten wir ab, was die anderen 99 Imker sagen, für die du sprichst, vielleicht melden die sich auch zu Wort :D:D:D

  • Morgen zusammen,
    morgen Xare,
    ja zu dem steh ich, man kann auf eine Winterentmilbung verzichten,
    wenn keine zu starke Reinvasion auftritt und man den nat. Milbenfall beachtet. Viele verzichten deshalb in unserem Verein auf die Winterentmilbung, vorausgesetzt man beachtet das vorher Gesagte.
    Ich würde mal sagen, dass ich die letzten 10 Jahre mind. 5-6 mal darauf verzichtet habe.
    Grüsse Simon

  • Simon Angerpointner schrieb:

    Morgen zusammen,
    morgen Xare,
    ja zu dem steh ich, man kann auf eine Winterentmilbung verzichten,
    wenn keine zu starke Reinvasion auftritt und man den nat. Milbenfall beachtet. Viele verzichten deshalb in unserem Verein auf die Winterentmilbung, vorausgesetzt man beachtet das vorher Gesagte.
    Ich würde mal sagen, dass ich die letzten 10 Jahre mind. 5-6 mal darauf verzichtet habe.
    Grüsse Simon


    Na ja Simon, das hört sich schon etwas vernünftiger an. Aber man muss schon entweder ein Profi oder ein risikobereiter Imker sein, um abschätzen. ob ich die Winterbehandlung weglasse.
    Ich gehe lieber auf Nummer Sicher und beträufele. Die paar Euro sind es mir wert, weil ich auch keine Rückstände zu befürchten habe!

  • Moin Boris,


    ein großes Manko des normalen Nassenheiders war und ist die Freisetzung der Säure im mittleren und unteren Teil des Verdunsters. Es ist gut nachzuvollziehen, daß ein Verdunster, der schwere AS-Luft erzeugt, diese vor Allem nach unten fallen läßt. Ein hinten angestellter Verdunster erzeugt so einen AS-Strom, der erst nach unten und dann nach vor zum Flugloche führt, und somit wirkfrei unter dem Brutnest hindurchstreicht oder gefächelt wird. Das haben die Entwickler nun auch irgendwie erkannt und deshalb an den Nassenheider ein Schwammtuch drangebaut. Es ist ein Flies. Das legen die oben auf und geben damit die AS großflächig über der Brut ab, was natürlich die Wirkung erst mal an die richtige Stelle bringt. Die Verbessereung ist sogesehen ein deutlicher Fortschritt, auch, weil man dann selbst nach Herstellerempfehlung nur einen Verdunster braucht. Aber es geht schon wieder los mit den möglichen Fehlern. Sollte sich der Docht verziehen oder irgendwo an ein Gehäuseteil oder Folie kommen, dann wirkt der eben nicht mehr wie ein Regler, dann wirkt der wie ein Hebeschlauch im Wasserfaß oder ein Wischlappen, der über den Rand des Wischeimers hängt. Er saugt die Säurekammer leer und läßt die Säure in die Beute tropfen. Das dauert für die ganze Kammer dann weniger als 2 Stunden. Und daß ist dann wirklich eine Stoßbehandlung ...


    Wer auf eine Winterentmilbung verzichten will, muß sich im Klaren darüber sein, daß die Milben des Winters erst im nächsten Spätsommer oder Herbst die entscheidende Schadwirkung entfalten. Die Volksschädigung auch unterhalb der Schwelle, an der das Volk sicher eingeht, ist aber vorhanden und wenigstens die Verkürzung der Lebensdauer und damit die Verminderung der Volksstärke ist im Ertrage spürbar. Ich rate daher jedem und gerade auch jedem Anfänger, zwischen Weihnachten und Neujahr, also möglichst spät vor der neuen Tracht die Völker mit einer wirksamen und notfalls wiederholbaren Behandlung zu entmilben und das auch dann, wenn die Milbenzahl unterhalb jeder diskutierten Schwelle liegt. Vielleicht hat ja jemand die Milben entfernt oder sie konnten durch den massiven Herbsttotenfall nicht auf die Windel fallen.


    Ich werde in diesem Jahr einige wenige Völker (nach dem Lottoprinzip ausgewählt) mit MS behandeln und den Rest wie immer mit Perizin. Beide Verfahren erlauben eine weiters Behandlung mit dem jeweils anderen Mittel, so daß bei nicht ausreichender Entmilbung mit MS eine Perizinbehandlung nachgeschoben werden könnte und das auch noch Ende Januar. Und zweimal Perizin geht ohnehin.


    Ich habe inzwischen von einigen Imkern, die bereits über mehr als 3 jahre kein Perizin mehr nehmen, gehört, daß sie nun früher höhere Befallszahlen im Sommer und schlechtere Überwinterungsergebnisse haben. Berufsimker, auch die mit den vitalen Völkern, ich erinnere nur an Kirchhain, setzten nahezu alle auf AS + Perizin oder sogar auf Bayvarol und Perizin. Das muß doch einen Grund haben. Gerade die Berufsimker werden den Medikamentenpreis mit dem Preis der Völker genau gegenkalkullieren können und würden sicher was billigeres nehmen, wenn's ginge.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry schrieb:

    Berufsimker, auch die mit den vitalen Völkern, ich erinnere nur an Kirchhain, setzten nahezu alle auf AS + Perizin oder sogar auf Bayvarol und Perizin. Das muß doch einen Grund haben. Gerade die Berufsimker werden den Medikamentenpreis mit dem Preis der Völker genau gegenkalkullieren können und würden sicher was billigeres nehmen, wenn's ginge.


    Der Grund ist aber sicher nicht Wirksamkeit je Preis, sondern die Einfachheit der Verabreichung. Bei hunderten Völkern MS sprühen? Oxalsäure ist nicht zugelassen, also Perizin. Pulle auf, Dosis rein, Kiste zu.
    Zeit ist bei denen Geld.


    Jörg

    Konfuzius sprach:
    Worte sollen den Menschen etwas sagen - das ist alles.

  • Bowf schrieb:

    Der Grund ist aber sicher nicht Wirksamkeit je Preis


    Doch Jörg,


    genau diese sichere Wirksamkeit ist der Grund. Das Honigjahr des Berufsimkers beginnt früh und endet spät. Für viele Langzeitverfahren zu spät. Deshalb muß die Winterentmilbung so erfolgreich sein, daß die daraus resultierenden Zahlen des Folgesommers ebenfalls niedrig bleiben. Die Völker dürfen aber auch nicht schwächer als unbehandelt aus dem Winter kommen, weil da ja sofort Bestäubung, Raps, Löwenzahn und Ablegerbildung ansteht. Das allein spricht gegen OS-Träufeln. Der Arbeitsaufwand wäre der gleiche und der Preis wäre deutlich günstiger als der von Perizin.


    Es ist tatsächlich die Wirkung des Perizins, der auch ich vertraue. Der Arbeitsaufwand ist bei mir nicht so entscheidend. Ich wurde von leeren Windeln im Februar überzeugt den hohen Preis an Bayer immer wieder abzuliefern.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo zusammen,


    als Anfänger (jetzt 4 Wochen dabei) weiß man natürlich überhaupt nicht was Sache ist. Habe jetzt 2 Schwärme in je 2 Zargen und zwei Ableger auf je einer Zarge.


    Hab wie gesagt nicht viel Ahnung und habe nun bei den Schwärmen zwei Nassenheider Verdunster mit je 180ml 85% AS reingehängt. Und zwar mittig in die obere Zarge. Allerding ohne U-Docht oder sonstigen Schnickschnack.


    Den beiden Ablegern hab ich eine Leerzarge oben drauf gesetzt und auf einem Brettchen je einen Verdunster mit der gleichen Menge draufgeschraubt und in die Leerzarge über die Waben gestellt. Auch hier ohne U-Docht oder so.


    Ich dachte von den derzeitigen Temperaturen (kühl bis 20 Grad) wäre 85% die besere Wahl.


    Vor der Behandlung habe ich schon ein wenig (5-6 kg pro Volk) eingefüttert.


    Bin ich auf dem richtigen Weg ???? :cry:


    Gruss
    Veet

  • Hallo Veet,
    füttern war schon mal gut. Nach dem Füttern 3-4 Tage warten, dann den Verdunster rein. Am besten Du kaufst Dir das Nachrüstset für den Verdunster, denn dann hast Du weniger Arbeit und einen viel besseren
    Wirkungsgrad.
    Du hast gesagt, bei den Zweizargern hast Du mittig den Verdunster eingehängt. War noch Brut in der oberen Zarge Mittig oder war nur noch Honig? Wenn noch Brut in der Mitte war, würde ich den Verdunster statt
    der zweiten Wabe von links oder rechts hängen, da sonst die Brut, besonders mit der 85%igen zu stark geschädigt wird.
    Ist nur noch Futter in der Oberen Zarge musst Du kontrollieren wieviel verdunstet: 20 ml bis max 30ml. sollten es sein. Ansonsten Dochte wechseln. Dasselbe kontrollieren bei den Ablegern, wo du den Verdunster nur oben in eine Leerzarge gehängt hast.
    Das ganze kannst Du Dir sparen, wenn Du das Nachrüstset hernimmst:
    Kontstante Verdunstung, keine Schädigung der Brut.
    85% AS zur Herbstanwendung ab 20. Sept mit mittlerem Docht und mit U-Docht ist kein Problem, eher noch ein besserer Wirkungsgrad.
    Sollte aber Dein Rahmen jetzt zwischen 2 Brutwaben hängen, würd ich den sofort rausnehmen und wie gesagt an den Rand tun und evtl. die
    Säure runterverdünnen auf 60-70%.
    Gruss Simon

  • Hallo Simon,


    danke für die Antwort...


    Ich habe bei den Zweizargigen oben keine Brut. Nur Leerwaben und ein wenig Honig. Ich denke die muß ich eh noch runtersetzen auf eine Zarge (für den Winter)...


    Ich glaube da hab ich es richtig gemacht.


    Gut, bei den einzargigen Ablegern werde ich kontrollieren wieviel verdunstet.
    20 ml bis max 30ml. pro Tag ?


    Aber die Verdunster sind immer ÜBER den Brutwaben, nicht daneben. Ich denke das wäre auch ok.


    Ich das jetzt schlimm, dass ich 85% statt 60% verwendet habe (zu warm ?)?


    Übrigens: Der Milbenfall war bis jetzt nicht sehr stark, nur 0,5 Milben/Tag.


    Gruss
    Veet

  • normal nicht so schlimm, wenn Du mit 85% arbeitest, momentan auch nicht zu warm. Hab nur Angst gehabt, dass Du die 85% neben die Brut
    gehängt hättest. Ansonsten sollte der Verd. in 1 bis 1/2 Wochen leer sein,
    dann hast Du optimale Verdunstung. Würd aber in Zunkunft mir den
    Nachrüstset kaufen, dann hast Du kein "Geschiss" mehr und machst zu 99% nichts verkehrt.
    Gruss Simon