nassauers Betriebsweise

  • Hallo Rudi,

    zwei weitere Fragen.

    1. Ich hatte mit den zwischen ausgebauten Waben hängenden Leerrahmen mit Wabenstreifen das Problem, daß sie bei stärkerer Tracht häufig nur zögernd ausgebaut wurden; stattdessen wurden die Nachbarwaben zu Dickwaben ausgezogen (ähnlich wie in Liebigs Buch auf dem Bild mit den MW und Waben im Wechsel). Darüber hinaus wurden die neuen Waben (auch die, die richtig ausgebaut wurden) wesentlich zögernder mit Honig gefüllt als die "alten" vom Vorjahr. Bis dahin, daß die Anfangsstreifen schon verdeckelt wurden, die daran hängenden frischen, weißen Waben aber gähnend leer blieben. Honigreste waren in den Altwaben keine.

    Kennst Du diese Probleme?

    2. Bei der Auflösung der Völker nach 2 Wirtschaftsjahren hast Du ja eine Menge noch junger, brauchbarer Brutraumwaben. Wie verwendest Du die? Kommen die als Starthilfe in die Kunstschwärme?

    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo Zusammen, hallo Johannes,
    dass die Bienen bereits fertig ausgebaute Waben etwas bevorzugen, das erlebe ich auch. Allerdings nicht so extrem, wie Du es beschreibst und mit Unterschieden von Volk zu Volk.
    Ich habe mich damit arrangiert. Dadurch gibt es ja nicht weniger Honig. Was in der einen Wabe fehlt, steckt in der Nachbarwabe.

    Außerdem: Ich entdeckele mit Heissluft, und damit fehlt mir was: Das Entdeckelungswachs!
    Ich brauche aber viel Jungfernwachs für meine Mittelwände und deshalb schneide ich meine Waben nach dem Schleudern bis auf das Rahmenholz zurück. Das hat mehrere Vorteile:

    • Mit gut fluchtenden Waben lässt sich leichter arbeiten,
    • Verbau zwischen den Waben findet so gut wie niemals statt,
    • ich habe eine sehr gute Wachsernte und
    • leere Zellen werden nicht wieder verschlossen (...wie es beim Heissluftentdeckeln manchmal beobachtet wird...).

    Beim zweiten Einsatz werden die 'Dünnwaben' dann zu 'Normalwaben' - wenn die Tracht mitspielt.

    Anmerkung: In diesem Jahr habe ich das Phänomen stärker beobachtet als sonst. Vielleicht hat die frühe und teilweise starke Tracht (...hast Du ja auch beobachtet...) die noch wenigen jungen Baubienen überfordert. Und das Ausziehen von bereits vorhandenen Waben ist für den Bien sicher weniger aufwändig als der Neubau.

    Johannes schrieb:

    Bei der Auflösung der Völker nach 2 Wirtschaftsjahren hast Du ja eine Menge noch junger, brauchbarer Brutraumwaben. Wie verwendest Du die? Kommen die als Starthilfe in die Kunstschwärme?


    Ich nehme für jedes Wintervolk mindestens eine dieser Waben ins Lager. Diese Wabe gebe ich dann - gemeinsam mit der dritten Mittelwand - beim Schröpfen in der ersten Rapswoche zurück. Nur Mittelwände als Erweiterung sind zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ratsam.

    Die Kunstschwärme sollen in erster Linie Naturbau machen. Aber wenn nach 2-3 Wochen die Baubienen weniger werden und doch noch eine Erweiterung erfolgen soll, dann bekommen die auch schon mal eine gute Wabe zugehängt, bevorzugt eine mit Futterresten.
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Hallo, Rudi,

    Du hast in einem anderen Beitrag das Umtragen von unreifem Honig schön beschrieben. Allerdings verstehe ich den Sinn der Plexiglasabdeckung dabei noch nicht.

    Viele Grüße, Johannes

    PS: Die Antwort auf die pm folgt...

  • Hallo Johannes,
    zwei Signale sollen dem Bien sagen: 'Wir sind weit weg von zu Hause.'

    • Der weite Fussweg durch die verschränkten Futterzargen und
    • das Licht, das durch die Plexiglasscheibe in den Kasten fällt.

    Durch diese Massnahmen wird der zum Umtragen angebotene Honig nicht als Vorrat im eigenen Kasten gewertet. Für den Bien wird er vielmehr zur Beute, und die wird unverzüglich ins heimische Lager geschleppt.

    Vielleicht reicht der lange Fussweg als Signal auch alleine aus, ich hab's noch nicht getestet.
    In meinen Versuchen gab es die Plexiglasscheibe schon vor den Experimenten mit dem Fussweg.
    Ich denke, die Scheibe verstärkt die Wirkung, und deshalb habe ich sie immer beibehalten.
    Und wenn sie doch nicht nützt - dann wird sie auch nicht schaden. :)
    Viele Grüße,
    Rudi