Varroa destructor iacta est

  • Mit meinem kleinen Asterix-Latinum und diversen Varroa-Bekämpfungsstrategien habe ich mich an die Entmilbung von drei Schwärmen, zwei Ablegern und einem Vollvolk gemacht.


    Zwei mit Apiguard, 1 mit Apidea-Verdunster (AS-Langzeitbehandlung mit 130 ml) und 3 mit der Stoßbehandlung á la Henry (also 35 ml AS für 24 Stunden auf Schwammtuch für die 1 1/2er Zarge).


    Bisherige Bilanz: Es fällt aber überraschend wenig bei allen Völkern. Die Stoßbehandlung der zwei Schwarmvölker brachte max. 60 Varroen in 24 Stunden; auch bei den anderen liegt das alles in diesem Bereich. Gut, die Apiguard-Behandlung ist ja langfristig angelegt; aber so richtig dolle ist das nicht.


    Schätze mal, da lauert noch so einiges. Allerdings war im letzten Jahr auch erst die 2. Behandlung richtig effektiv so daß es wohl noch zu früh ist zum Bilanzieren.
    Bei der Stoßbehandlung ist wohl auch noch Optimierungsbedarf für diese Zarge angebracht - das Grün ist noch Grün vor dem Flugloch und keine einzige tote Biene davor :wink:


    Brauche erst mal wieder AS...


    Melanie

  • Huhu, Melanie,
    denk dran, 80% sitzen in den Zellen....können also JETZT noch nicht fallen.
    Auch wenn es drinnen gewirkt hat.
    Weiterzählen. ;-)
    Bei meinen Anfängern wird auch kein Gras weiß oder tote Bienen entsorgt, obwohl die Dosierung stimmt...#kratz

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hymenoptera schrieb:

    Bisherige Bilanz: Es fällt aber überraschend wenig bei allen Völkern.


    Das macht die Hitze und der verspätete Brutbeginn im Frühjahr, schätze heuer sind die Milben zweiter Sieger :lol::lol: 
    Habe bei den eingelegten Varroakontrollböden fast keinen natürlichen Milbenfall entdecken können. Fällt z. B - A. Juni am Tag eine Milbe, so ist alles noch "im grünen Bereich", fallen aber zu diesem Zeitpunkt 5 Milben pro Tag, dann hat man mit Sicherheit über 2000 Milben im Volk und sofortiges Behandeln ist erforderlich, falls die Honigräume schon abgeschleudert wurden. Wenn wenig natürlicher Totenfall ist, muss ich auch damit rechnen, dass bei einer Behandlung wenig Milben fallen!

  • @ sabi(e)ne
    ach ja, natürlich, recht hassu...da dürfte wirklich noch was kommen *an den Kopf haun*


    Letztes Jahr hatte ich im November nach 24 Stunden mehrere Hundert auf dem Schied; das Volk hatte allerdings ja noch lange Drohnen gezogen und ich hatte im Gegensatz zu diesem Mal auch keine Drohnenbrut geschnitten.


    Ich werde bei der 2. Behandlung in einer Woche wieder mal prüfen...


    Melanie

  • honigmayerhofer schrieb:

    Fällt z. B - A. Juni am Tag eine Milbe, so ist alles noch "im grünen Bereich", fallen aber zu diesem Zeitpunkt 5 Milben pro Tag, dann hat man mit Sicherheit über 2000 Milben im Volk und sofortiges Behandeln ist erforderlich


    Moin Franz-Xaver.


    mach ma nich ganz so viel Wind. 5 Milben pro Tag ist Nichts. Garnichts. Da würde ich nicht mal drüber nachdenken, drüber nachzudenken, ob ich darüber nachdenken sollte, einen Gedanken an eine Behandlung zu verschwenden. 5 Milben sind bei mir die Märzwerte, die frühen. Es ist bestimmt sehr weit ausgelegt wenn man Liebigs 100 Milben vor der Behandlung Ende August zu 5 Milben Anfang Juni umrechnet. Meine Völker wären da allesamt und immer über den Jordan. Ich behandle immer nach dem Abschleudern, wenn's grad paßt. Das ist oft Mitte oder Ende August und ich beginne mein Milbenjahr mit max. 2 Milben pro Tag nach der Wirkung der Winterbehandlung.


    Haste Dich bloß verschrieben?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder


  • Nein ich habe mich nicht verschrieben und ich schreibe hier auch keinen Käse rein, nur um meinen Beitragszähler zu steigern.


    Liebig schreibt: Wenn A. Juni 5 Milben fallen, dann können bis zu 2000 Milben an Bord sein, das wäre A. Juli eine Verdoppelung und man weiß, das Völker heutzutage evtl. nicht mehr als 5000 Milben aushalten, also kann es sein, dass ich hier schon vor leeren Beuiten stehe.
    Wenn du es besser weißt, dann schreibe dem Liebig, dass seine Zählerei nicht stimmt.

  • Moin Franz-Xaver,


    Ja ich auch und dennoch oder gerade deshalb:


    5 Milben natürlicher Fall als Grenze für eine sofortige Behandlung ist viel, viel zu niedrig angesetzt. Das ist blanke Panikmache. Das meine nicht nur ich:


    Liebig: 1 Milbe pro Tag bedeutet eher 300 Milben im Volk als 200 oder 100. Wenn täglich 100 Milben ohne Behandlung fallen, dann sind keine 30.000, sondern nur 8.000 bis 15.000 Milben im Bienenvolk.


    Liebig: Die beschriebenen Schadschwellen (100 Milben Ende August) können unter Berücksichtigung der Volksstärke auch in absoluten Milbenzahlen ausgedrückt werden. So wird zum Beispiel ein Volk, das Ende August 25.000 Bienen und 10.000 Brutzellen zählt, durch einen Varroabefall von 15.000 Milben nicht nachhaltig geschädigt, wenn es im August und damit vor der Aufzucht der Winterbienen weitgehend von diesem Befall befreit wird. Und dafür reicht eine einzige Behandlung mit Ameisensäure aus.


    5 Milben ergeben nach Liebigs Umrechnung max. und allerhöchstens 1.500 Milben im Volk, 100 Milben ergeben im Mittel 12.000. Wo ist da der Grund zur Behandlung? Du ziehst Doch immer die monatliche Verdopplung heran. Und selbst mit Deiner mit 2.000 Milben aus 5 gefallenen errechneten Milbenzahl erreiche ich die Schadschwelle nicht mehr. max. Liebigumrechnung kursiv (2.000 1.500 im Juni, 4.000 3.000 im Juli, 8.000 6.000 im August, 16.000 12.000 im September)
    Selbst vor Einmalbehandlung mit Oxalsäure im November liegt die Schwelle bei 30 Milben nat. Fall.


    Liebig: Wenn Bienenvölker erst im November (nach der Winterbienenerzeugung) durch Behandlung mit OS entmilbt werden, dann dürfen nicht mehr als 25% der Winterbienen bis zum Spätherbst von der Varroamilbe befallen sein oder der nat. Milbenfall vor der Behandlung nicht mehr als 30 Milben pro Tag betragen, wenn keine nachhaltigen Schäden auftreten sollen.


    Nach Liebig ist mit einer Schädigung von gänzlich unbehandelten Völkern im Laufe des Winters zu rechnen, wenn der natürliche Milbenfall im Herbst 5 Milben pro Tag übersteigt. Anfang Juni ist aber nicht Herbst und die Aussage gilt für Völker die überhaupt nicht behandelt werden sollen. Das ist hier aber nicht der Fall.


    Ich weiß also nicht, Franz-Xaver, woher Du Deine 5 Milben als Sofort-Behandlungsschwelle hast, aber für meine Völker gilt die ganz sicher nicht. Rechne mal rückwärts. Selbst mit Deinen deutlich überhöhten Umrechnungszahlen. 2.000 Milben im Juni wären 1.000 im Mai, 500 im April, 250 im März, 125 im Februar, 62 (na gut 63 :wink: ) im Januar. Oder ein natürlicher Fall von 1:300 = 0.2 Milben pro Tag. Die könntest Du überhaupt nur sinnvoll ermitteln mit einer Zählung nach 20 oder noch mehr Tagen, sowenig ist das. Und wenn Du die Liebig Werte nimmst dann kommst Du sogar nur auf 46,875 Milben oder 0.15 Milben am Tag. Schön wär's.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry schrieb:

    Moin Franz-Xaver,


    Ja ich auch und dennoch oder gerade deshalb:


    5 Milben natürlicher Fall als Grenze für eine sofortige Behandlung ist viel, viel zu niedrig angesetzt. Das ist blanke Panikmache. Das meine nicht nur ich:


    Moin Henry,


    Ich zitiere Liebig Buch "Einfach Imkern" S. 73 Absatz nach der Grafik:
    Eine sofortige Behandlung ist ratsam, wenn der natürliche Milbenfall 5 Milben pro Tag übersteigt. Dann können sich 2000 Varroamilben im Volk aufhalten, die sich weiter vermehren.....



    Henry, ich schrieb von A. Juni mit diesem Wert von 5 Milben pro Tag, dann haben wir vermutlich A. Juli schon 4000 Milben im Volk. Laut vielen Berichten von Bieneninstituten ist 5000 Milben eine Höchstgrenze, die normalerweise ein Volk heutzutage aushält und ich traue mir jede Wette zu, dass:
    a. Das Volk die Einfütterung nicht überlebt,
    b: den Winter ohnehin nicht übersteht, da die Winterbienen schon gar nicht gesund auf die Welt kommen, wenn nicht sofort eine Behandlung erfolgt in diesem Stadium!!


    Schönen Tag noch!!

  • Moin Franz-Xaver,


    Du hast

    Zitat

    jede Wette

    angeboten

    Zitat

    dass:
    a. Das Volk die Einfütterung nicht überlebt,
    b: den Winter ohnehin nicht übersteht, da die Winterbienen schon gar nicht gesund auf die Welt kommen, wenn nicht sofort eine Behandlung erfolgt in diesem Stadium!!

    Was ist Dein Einsatz ich halte mit all meinen Völkern dagegen! :wink: Und alle andern die Völker mit mehr als 5 Milben im Juni haben vermutlich auch.


    Du mußt auch eine andere Ausgabe vom "Einfach Imkern" haben. Bei mir steht unter der Grafik auf Seite 73: Eine Stapelbox als Futtertrog. Sie fasst 20 Liter = Eine Anfahrt weniger! Bei mir steht auf Seite 82 aber auch: Eine baldige Behandlung ist ratsam wenn der natürliche Milbenfall 10 Milben pro Tag übersteigt (dann können sich bis zu 3.000 Varroamilben im Volk aufhalten, die sich weiter vermehren) und unbedingt sofort notwendig wenn er in der Größenordnung von 100 Milben täglich liegt Nichts anderes will ich behaupten und meine Ausgabe ist die Zweite Auflage von 2002.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • @ Henry: Da hast Du tatsächlich eine aktuellere Ausgabe.
    In meiner Ausgabe (Stutgart 1998) steht ebenfalls auf Seite 73:
    "Eine sofortige Behandlung ist ratsam, wenn der natürliche Milbenfall 5 Milben pro Tag übersteigt."
    Allerding das ganze unter der Überschrift: "Die Varroabekämpfung im Spätsommer".
    Und Juni ist sicherlich noch nicht Spätsommer.
    Vielleicht einigt Ihr Euch, dass nach dem Abernten jedenfalls mit Ameisensäure behandelt werden soll.
    Wenig natürlichen Abfalls wünscht Euch
    Fritz

    Fritz Eder
    (Hobby-Imker mit 4 Carnica-Völkern in DN im Garten - 335 m Seehöhe)

  • @ Henry: Da hast Du tatsächlich eine aktuellere Ausgabe.
    In meiner Ausgabe (Stutgart 1998) steht ebenfalls auf Seite 73:
    "Eine sofortige Behandlung ist ratsam, wenn der natürliche Milbenfall 5 Milben pro Tag übersteigt."
    Allerding das ganze unter der Überschrift: "Die Varroabekämpfung im Spätsommer".
    Und Juni ist sicherlich noch nicht Spätsommer.
    Vielleicht einigt Ihr Euch, dass nach dem Abernten jedenfalls mit Ameisensäure behandelt werden soll.
    Wenig natürlichen Abfalls wünscht Euch
    Fritz

    Fritz Eder
    (Hobby-Imker mit 4 Carnica-Völkern in DN im Garten - 335 m Seehöhe)

  • Henry schrieb:

    Du mußt auch eine andere Ausgabe vom "Einfach Imkern" haben.


    Klar, die eine Ausgabe, nämlich meine und auch die von Fritz Eder ist für Bayern und die andere für den Osten. :D:D:D:D 
    Jetzt erklären sich mir auch die Völkerverluste ausserhalb Bayerns, denn wir stehen lt. Statistik mit 10 - 20 % Bienenverlusten am besten da im Ländervergleich......