Bienensterben: Dramatischer Rückgang von Wildblumen

  • Aber, aber - das Bienensterben gibt es doch gar nicht, das ist doch alles nur eine Mitleidsmasche einiger weniger, darunter meiner Wenigkeit. Das ist doch alles nur an den Haaren herbeigezogen... :D


    Zum selben Thema: http://www.general-anzeiger-bo…ews/artikel.php?id=197505


    Da haben sich ein paar kleine, jedoch an der Gesamtaussage nichts ändernde Fehlerchen eingeschlichen, z.B. daß es das Honighäuschen schon seit 1982 gibt.


    Gruß, Klaus

  • Hallo Klaus,


    verzieh Dich nicht wieder ins Krankenhaus während der Auffütterung und schaff Dir mal eine vernünftige Biene an und nicht so eine Spagettibiene aus Südamerika! :evil: Ich wäre mal gespannt, was dann bei Dir rauskommt!
    Das schlimmst was Dir passieren kann, ist doch, dass du keine Verluste hast.
    Schlagwort "Tübingermischung". Da sollte doch genung Pollen für deine Bienen vorhanden gewesen sein, die brauchten dann auch nicht in Gen-Kartoffelfelder fliegen. Springkraut ist doch auch sehr beliebt bei Deinen Bienen. Wird das bei Euch landwirtschadftlich bearbeitet ? Oder war es bei Dir auch der im November blühende Sommerraps? Ach nee, der Raps selbst ja nicht, nur die Aussaat!:D Nur weil ein alter Meister es schon 25 Jahre so macht, heißt es nicht, dass er es 25 Jahre richtig machte! :D:D:D



    Grüsse 8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Klaus Maresch schrieb:

    Aber, aber - das Bienensterben gibt es doch gar nicht, das ist doch alles nur eine Mitleidsmasche einiger weniger, darunter meiner Wenigkeit. Das ist doch alles nur an den Haaren herbeigezogen... :D


    Gruß, Klaus



    Hallo Klaus,
    es freut mich ungemein, dass auch dich dass heurige Jahr eines besseren belehrt hat. :D:D:D:D 
    Gestern Abend saß ich noch bis fast 22:00 mit meinen alten Imkerkollegen (79) zusammen und er sagte, er habe noch nie ein besseres Waldhonigjahr (mit meinen geschenkten Bienen) und auch selten so ein erfolgreiches Ablegererstelljahr erlebt.


    Bei dir wird es doch ähnlich gut laufen, ausser du bist zu oft in Thailand! :D:D:D

  • Hallo Klaus,
    der erste Artikel bezog sich auf den Rückgang von Wildblumen durch das Aussterben von Wildbienen. Das heißt, es geht um Trachtpflanzen geringer Verbreitung und das darauf spezialisierte Insekt. Hat mit Honigbienen recht wenig zu tun (die gehen ja erst drauf, wenn viele Blüten da sind, wirst Du als Imker sicher wissen).
    Vielleicht nur insofern, als das Springkraut geduldet und Robinien angepflanzt werden, wo auch Wildblumen wachsen könnten, damit mehr Honig in den Kisten ist...

    LG
    Elke


    Bienen seit April 06, Carnica in Heroldbeute auf DNM , Gartenbienen

  • Soso, das hat also nichts miteinander zu tun. Üüüüüüüüberhaupt nichts. Das wäre mir auch nicht eingefallen, daß der Rückgang spezieller Wildbienenweidepflanzen aber auch so gar nicht in Einklang zu bringen ist mit der allgemeinen Verschlechterung der Trachtbedingungen für blütenbesuchende Insekten. Und eben diese Verschlechterung ist anerkannterweise (Göttinger Studie) eine der Ursachen für den maroden Zustand unserer Bienen. Bekannterweise ist ein geschwächter, weil schlecht versorgt, Organismus immer anfälliger gegenüber anderen Belastungen, seien es bakterielle Infektionen oder andere Angriffe auf das Immunsystem der Bienen.
    Und Bienen fliegen also nur auf Massentrachten? Sie fliegen eher auf Massenangebote, sind dafür eher gerüstet - größere Flugweiten, Weitergabe von Informationen über Nahrungsquellen, bessere Verarbeitung von Ressourcen usw.
    Aber das sie einzelne Blütenangebote nicht wahrnehmen, ist ja wohl ein Gerücht. Jeder, der mal einen Sommerblütenhonig hat analysieren lassen, weiß anhand des Pollenspektrums, daß Bienen so ziemlich alles anfliegen, was Nektar und Pollen bietet - ausgenommen die Pflanzen, die baubedingt dann eben nur bestimmten Bienen- und Hummelarten zugänglich ist.
    Nee, diese Studie zum Verschwinden von Wildbienenarten wie auch deren Nahrungspflanzen muß im Kontext betrachtet werden. Sicher genießen die Wildbienen nicht so sehr die Aufmerksamkeit wie die Honigbiene, aber dafür ist die Honigbiene ein gut erforschter Umweltindikator.
    Und wo Honigbienen nichts mehr finden, dürfte für Wildbienen erst recht nichts mehr zu holen sein.
    Ich habe mal durch den internationalen Blätterwald gesucht, die Resonanz auf diese Studie ist beachtlich. Einige französische, englische, niederländischeund deutsche Berichte zum Thema habe ich hier veröffentlicht: http://www.kunstschwarm.de


    Gruß, Klaus

  • Hallo Klaus,
    Durch die alleinige Förderung der Honigbienen ist den Wildbienen nicht geholfen und der Natur auch nicht, siehe Springkraut und Robinienwüsten.
    Mit diesen Pflanzen wird der Naturschutz der Imker ad Absurdum geführt, da sie invasiv heimisches verdrängen und damit den vielen anderen Insekten, die mit diesen Gewächsen gar nichts anfangen können, den Lebensraum zerstören. Trotzdem haben Imker zur massiven Verbreitung dieser Pflanzen beitgetragen, weil die Bienen davon profitieren. Was ich meine ist, das wir uns beim Thema Naturschutz nicht nur auf ein Insekt, nämlich Honigbiene, konzentrieren dürfen, sondern das wir für alle Arten eine Verantwortung tragen. Das auch Schmetterlinge und Käfer durch Gift in den Feldern sterben...wen kümmerts groß?
    Aber nur lamentieren hilft nicht. Gott sei Dank scheint langsam ein Umdenken stattzufinden. Immer mehr heimische Gewächse, egal ob Gehölze, Einjährige oder Stauden, finden Einzug ins Angebot der Gärtnereien und damit auch in die Gärten. Von dort aus werden sie sich über Vogelkot und Bienenflug und Wind hoffentlich verbreiten, und vielleicht gibt es irgendwann wieder artenreiche Waldränder und Brachen. Ich habe immer noch die Hoffnung, das der Mensch auch lernfähig ist :wink: , auch wenn mich viele deswegen für naiv halten. Aber nimm nur mal den Rhein, früher eine stinkende, tote Kloake, heute gibt es wieder Fische darin.
    Nicht aufgeben und seinen eigenen, kleinen, bescheidenen Beitrag leisten, denn mit vielen kleinen Schritten legt man auch einen großen Weg zurück...

    LG
    Elke


    Bienen seit April 06, Carnica in Heroldbeute auf DNM , Gartenbienen

  • Ich habe etwas gegen diesen fanatischen Pflanzenrassismus - sei es, daß er sich gegen Springkraut richtet (Stickstoffindikator i.S. Gülle/Landwirtschaft), Robinie (böses Gewächs!) oder Goldrute... Da wird in meinen Augen völlig willkürlich irgendeine an den Haaren herbeigezogene Grenze als "natürlich" definiert, ab der ein bestimmtes Gewächs hier nichts zu suchen hat. Und mit welcher angeblich edlen Motivation!


    Kartoffel, Mais, Wein, das sind alles "gute" Pflanzen, weil wir uns davon ernähren. Springkraut, Herkulesstaude und Robinie gehören nicht hierher und sind entsprechend böse Pflanzen. Hm, die Edelkastanie - von den Römern vor 2000 Jahren als Begleiter hierher verbracht - die hätte ich fast vergessen.


    Und wenn ich mir vorstelle, was die "guten" Störche aus den afrikanischen Winterquartieren alles hierher geschleppt haben und schleppen werden.... gar nicht auszudenken.


    Nee, von dieser ideologisierten und verlogenen Diskussion instrumentalisierter berufsbetroffener Gutmenschen mit Lichterkettenabo habe ich mich längst verabschiedet.


    Krönendes Beispiel: http://www.kunstschwarm.de/thread.php?threadid=354


    Ich habe eine regionale Zeitung dafür gewonnen, demnächst mit unserem Imkerverein eine Aktion durchzuführen, wonach jeder, der ein bißchen Platz in seinem Garten hat, einen Bienenbaum Euodia hupehensis geschenkt bekommt. Da werden im Herbst 500 Bäumchen verteilt, damit die Bienen wieder was zu beißen haben.


    Mit besten Grüßen


    Klaus Maresch

  • Ständiger Besuch von Wildbienen, Hummeln und etlichen Honigbienen auf meiner Terasse garantiert mein Sonneneblumenstrauß. Brauch ich Ihnen nicht hinterherzulaufen :lol::lol: 
    Nur ständig ist eine gelbe Staubschicht auf der Tischdecke, so fällt der Blütenstaub ab.



  • Hallo Kalus,


    ich bezog mich eigendlich auf deine Verluste, die im krasen Widerspruch dazu stehen. Deine Bienen Haben doch Sprinkraut und Goldrute im Herrbst, nun sogar noch den Bienenbaum. Mal von der Tübingermischungen abgesehen, von denen du während deiner ausgedehnten Radtouren immer mal eine handvoll in Nachbars Garten schmeißt.
    Bei dir scheint das Bienensterben doch ganz andere Prolem zu haben.


    Grüsse 8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Stefan w.: allerherzlichsten Dank für den Link, das sind doch mal ganz klare Aussagen.


    Ich hatte mir auch ewig einen Kopf gemacht, ob ich meine neophytischen Buddleias nun stehen lasse, oder lieber plattmache, aber nachdem ich die Vielfalt der Hummel-, Wildbienen- und Schmetterlingsarten darauf gesehen habe, und nachts jede Menge Motten darauf sehe, lasse ich sie stehen, sie bringen anscheinend mehr, als sie kaputtmachen.
    Der Link hat mir allerdings hervorragende Munition gegen meine Traubenkirschensämlinge geliefert, und die Strategie gleich dazu.
    Bemerkenswert fand ich die Aussage, daß die Neophyten nur zu etwa 6% am Artenrückgang beteiligt sind, also liegt das Grundproblem doch ganz woanders.
    Und ich neige nach wie vor dazu, da der Agrarchemie die Schuld zu geben.
    Als Feigenblatt wird ja noch die Bienengefährlichkeit mit zweifelhaften Methoden festgestellt, aber was ist mit allen anderen Arten?
    Wildbienen und Hummeln sind aufgrund der geringeren Vermehrungsrate viel gefährdeter als Honigbienen, nur haben sie keinerlei Lobby mit Ertragsausfällen, falls sie verschwinden....:evil:


    Klaus : wer auch in einer Mono-Tracht nur 1 Stunde lang seine Bienen am Flugloch beobachtet, wird feststellen, daß da jede mögliche Pollenfarbe reinkommt, und eben nicht nur die der Haupttracht. Es ist also Schwachsinn zu sagen, die Bienen befliegen nur Massentrachten.
    Meine eigenen sind das beste Beispiel dafür, daß Weißdorn in Mengen und nahebei wichtiger sind als ein Rapsacker 300m weiter. Sogar die Hundsrosen waren interessanter.
    Und ich halte mich nicht für einen

    Zitat

    instrumentalisierter berufsbetroffener Gutmenschen mit Lichterkettenabo

    , ich mache mir nur meine eigenen Gedanken und lasse mich eben nicht instrumentalisieren, von niemandem.
    Ich tue und mache, was ich kann, aber ich werde niemals ein Fanatiker/Fatalist für irgendeine Sache werden.
    Die Grundfrage bei allen Konflikten lautet immer (noch):
    Cui bono? Wem nützt es?
    Und DIE Frage ist manchmal verdammt schwer ehrlich zu beantworten.....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,
    ich bin mit Sicherheit kein Fanatiker in Sachen einheimische Pflanzen, ich würd trotzdem auch als Imker nicht auf den Gedanken kommen, Springkraut anzubauen (oder allen Nachbarn Euodien zu schenken). Lieber Klaus, ich kenne hier in einer Großstadt in einer der am dichtesten besiedelten Regionen Europas keine Trachtprobleme, und die anderen Imker aus dem Verein auch nicht. Und wenn ich Dich so höre kommt mir der Gedanke, das Du vielleicht zu viele Bienen auf zu wenig Raum stehen hast für die bei Dir vorkommende Tracht? Das ist dann aber das Problem von zuviel Bienen, nicht von zuwenig Tracht. Ich kann auch nicht den Tisch für 20 decken und 100 Gäste einladen. Massentierhaltung ist immer problematisch, vor allem, wenn man Tiere hat, für die man das Futter nicht kaufen kann. Aber daraus ein ökologisches Problem machen zu wollen, ist, mit Verlaub, Unsinn.

    LG
    Elke


    Bienen seit April 06, Carnica in Heroldbeute auf DNM , Gartenbienen