Melezitosehonig

  • Hallo Leute,


    es ist mein erstes komplettes "Bienenjahr", das ich als Hobbyimker mitmache. Habe inzwischen 7 Völker und alles macht mir unglaublich viel Freude.
    Um auch ja alle "Freuden" eines Imkers erleben zu dürfen giebt es in unserer Gegend seit etwa 2 Wochen den sogenannten Melezitosehonig, und zwar jede Menge.
    Wer kann mir einen Rat geben, wie ich damit umgehen kann? wäre es vielleicht eine Lösung, diesen "Betonhonig" als Winterfutter im stock zu belassen?
    Zusatzfrage: Wenn ich mit AS-Schwammtuchmethode behandle, besteht dann nicht die Gefahr, dass Futter bzw. Honig in den Waben sauer wird?


    Bin für jede Anregung dankbar. Im übrigen finde ich dieses Forum genial gut.


    Viele Grüße aus der Holledau, Biennix

  • Biennix schrieb:

    Um auch ja alle "Freuden" eines Imkers erleben zu dürfen giebt es in unserer Gegend seit etwa 2 Wochen den sogenannten Melezitosehonig, und zwar jede Menge.
    Wer kann mir einen Rat geben, wie ich damit umgehen kann? wäre es vielleicht eine Lösung, diesen "Betonhonig" als Winterfutter im stock zu belassen?
    Zusatzfrage: Wenn ich mit AS-Schwammtuchmethode behandle, besteht dann nicht die Gefahr, dass Futter bzw. Honig in den Waben sauer wird?


    Bin für jede Anregung dankbar. Im übrigen finde ich dieses Forum genial gut.


    Viele Grüße aus der Holledau, Biennix


    Wieviel % des Honig verbleibt in den Waben!!!!



    Ein mitgeschädigter Imker aus Niederbayern!

  • Hallo Biennix,


    mir geht es im Schwäbischen Wald auch nicht besser. Hab 4 Völker im Wald und alle haben je 20 Waben mit Melezitose gefüllt. Ausschleudern konnte ich 30 - 50 %. Als Winterfutter empfiehlt sich der Honig wegen der Ballaststoffanteile wie jeder Waldhonig nicht. Ich wrd versuchen, ihn umtragen zu lassen und dann zu schleudern. Einen Teil verfüttere ich an Ableger. Der Honig den ich rausbekommen hab, ist superlecker, aber die Mengen in den Waben machen mir schon Kopfzerbrechen.
    Hoffe die Bienen finden in nächster Zeit noch was anderes im Wald.


    Grüße
    zlautz

  • Biennix schrieb:

    Servus Franz Xaver,


    ich schätze, dass 70 - 80 % in den Waben bleibt!


    Aber doch nicht bei jedem Volk oder ? So ein Volk hatte ich auch, die anderen waren besser. Wenns bei dir auch so ist, dann verteile doch diese Waben nach gut vorherigem Wassertauchen auf andere Völker, dann schadet es auch nicht als Winterfutter und die Sommerbienen können sich jetzt damit abmühen!

  • Guten Morgen,
    man kann die Waben auch aufheben über Winter und im Frühjahr gleichzeitig mit dem Aufsetzen 1-2 Waben mitten in den Brutraum hängen.
    Natürlich zuvor kräftig wässern. Bienen tragen Honig sofort um und Kg.
    bestiftet die Waben. Gibt enormen Zunder im Volk und der Betonhonig,
    mit dem Frühjahrshonig gibt eine gute Mischung.
    Gruss Simon

  • Hallo,


    bei euren Problemen fällt mir grad ein Bericht aus Norwegen ein, wie man dort die Völkchen auffüttert....
    Bekannter Weise nutzt man dort die Heide als letzte Tracht. Hierbei werden den Völker dann bis auf den Brutwaben, alle Waben entnommen und der freibleibende Raum mit MW aufgefüllt. Dann sofort aufgefüttert. Soll bei den Völker Bestens funktionieren. Also wenn die Meloziettracht ein Ende findet, einfach alle Waben raus und auffüttern. Ich würde die braune Soße auf keinen Fall in den Völkern lassen. Denke aber mal, dass meine Völker da eh nicht so gut mit klar kommen, wie Völker in den traditionellen Waldtrachtgebieten.


    Grüsse
     8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Bin auch gerade am Schleudern und stelle fest, dass es auch bei uns im Aargau dieses Jahr Melezitosehonig gibt, allerdings in erträglichem Ausmass. Eine geschleuderte Zander Wabe hat noch etwa eine Restmenge von 200 g Honig, den ich nicht rauskriege. Mein Problem hat sich beim Sieben gestellt: Der Honig läuft praktisch nicht durch das feinmaschige Sieb. Nun habe ich mir das Haushaltsieb meiner Frau geholt mit einer Maschengrösse zwischen dem Grob- und Feinsieb.
    Uebrigens bin ich begeistert vom Entdeckeln mit dem Heissluftgerät, eine echte Arbeitsersparnis!


    Beste Grüsse aus der Schweiz
    CH-Imker

  • Ich hatte auch das Sieb Problem und das 30-40% des Honigs in den Waben geblieben ist.
    Hab den Honig ohne Sieb geschleudert und ihn anschließend kurz erwärmt und dann gesiebt lief gut.
    Jemand sagte die waben über Winter aufheben und im Frühjahr verfüttern, gehen dann da im Winter die Motten rein. Oder Honigwaben Schwefeln???

    Optimisten sind genau so oft im Unrecht wie Pessimisten, jedoch glücklicher dabei

  • Grüss Dich Beute,
    Honigwaben sollten Jungfernwaben sein (nicht bebrütet)
    Ist kein Pollen in den Waben, kannst beruhigt sein zwecks der Motten.
    Ansonsten geht zwischen die Zargen Walnussbaumlaub und Kamineffekt = Durchzug. Kontrolle natürlich. Schwefeln lasse sein. Du willst ja den Meli nächstes Jahr umtragen lassen.
    Gruss Simon

  • Hallo,
    Melizitosehonig haben meine Bienen nicht nur im Schwarzwald sondern auch im Rheinland eingetragen.
    Da im Schwarzwald gleichzeitig die Tanne honigte und auch an meinen Dauerständen noch andere Trachten beflogen wurden war der Honig überall schleuderbar.
    Im Schwarzwald war die erste Schleuderung sehr trüb und schlecht zu sieben.
    Ich gehe davon aus, dass die Tracht von Cinara Picea kommt, hatte aber keine Zeit genauere Beobachtungen anzustellen.
    Auffällig an dieser Tracht ist neben ausgeprägter Baulust der Bienen und den enormen Zunahmen auch die Ausdehnung des Brutnestes wenn genügend Platz vorhanden ist.


    Ich gehe aber davon aus das die meiste Imker hier in der Gegend gar nicht gemerkt haben was los ist und ihre Völker mit nur einem Honigraum werden bis zum Bodenbrett verhonigt sei.
    Da es vielen auch zu heiß zum schleudern ist werden sie sich später erst über den dann kristallisierten Honig wundern.


    Wer die kristallisierten Wabe aufheben will, muß vor allem auf trockene Lagerung achten um Gärung zu vermeiden.
    Viele Grüße, Hermann

  • Hallo Hermann,


    ich gehe auch davon aus, daß so manch einer noch seine böse Überraschung erleben wird!


    Bei mir wars bis Anfang letzte Woche so, daß die Honigräume innerhalb von 5-6 Tagen schon voll waren! also jede Woche ernten angesagt war!


    Das ist jetzt schon das 4te Jahr in Folge mit guter bis sehr guter Waldtracht! aber das erste mit so einer weitverbreiteten Melizitose!


    und es scheint, als würde die Melizitose nicht recht aufhören wollen!


    Mir graut´s schon von den vielen Waben die ich dann überhab!


    aber zum Glück hab ich nicht an allen Ständen so massiv Melizitose! eben meist einzelne Völker aber die dann richtig dick!

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • toyotafan schrieb:


    Bei mir wars bis Anfang letzte Woche so, daß die Honigräume innerhalb von 5-6 Tagen schon voll waren! also jede Woche ernten angesagt war!


    Das ist jetzt schon das 4te Jahr in Folge mit guter bis sehr guter Waldtracht!


    Hallo toyotafan,
    wie beurteilst du dann die Aussage der "Begräbnisredner" der dt. Honigbiene, dass 80 % der deutschen Bienen tot wären. Wer hat bei dir innerhalb einer Woche die Honigzargen voll gemacht. Waren es vielleicht ausländische "Gastarbeiterbienen".
    Irgendwie passen die Aussagen nicht zusammen, alle alten Imker in unserem Verein sind sich einig, dass sie noch nie so ein gutes Waldhonigjahr wussten.
    Ich möchte mich der Aussage vom Simmerl anschließen, ich habe immer zuviele Bienen, viel zuviele............
    Bei mir tragen sie jeden Tag 1000 g ein. Ein wahres Eldorado innerhalb des Flugradiuses meiner Bienen. Der Wald honigt, Phazelia und Riesenflächen mit Sonnenblumen. Bin heute durch die Phazelia - und Sonnenblumenfelder marschiert - Heerschaaren von Bienen, Hummeln, Wildbienen und Schmetterlingen. Habe mich dann mitten ins Phazeliefeld gelegt und die Seele baumeln lassen, der Duft von Phazelia dazu, das Gesumme der Insekten - so muss das Paradies sein :lol::lol::lol:
    Und die Imkerei ist doch schön, wenn:
    Der Standplatz ideal ist, der Imker sein Handwerk beherrscht und die Natur mit ihren Ausschlägen sowohl ins Positive, so auch ins Negative verstehen lernt und daraus jeweils seine Erfahrungen ziehen kann.

  • Hallo Toyotafan,
    während ich bei meinen Volkern im Schwarzwald glaube, die Lage unter Kontrolle zu habe :) ,
    abgesehen von den Meli Waben, die sich teilweise noch in den Bruträumen befinden, kämpfe ich mich hier honigschleudernd durch endlos erscheinende Mengen von gefüllten Waben.
    Was heute noch schleuderbar ist, kann morgen schon Probleme machen :evil: .
    Da wir eigentlich etwas Urlaub geplant hatten, werde ich meine Familie nächste Woche mit Wohnwagen in den Schwarzwald bringen, dort kann ich dann wenigstens ab und zu vorbeischauen.
    Übrigens in der Nähe Deiner Jagdgründe, wenn du Lust hast kann ich vielleicht mal vorbei kommen.
    Ich habe jetzt immerhin im dritten Jahr hintereinander Waldhonig und in diesem Jahrtausend ebenfalls zum dritten mal eine Wahnsinnsernte
     :D .


    Konnten die Bienen eigentlich in den letzten Tagen die Tannentracht nutzen oder hat die trockene Hitze die Tracht gestoppt?
    Viele Grüße, Hermann