Honig sehr kristallisiert

  • Hallo zusammen,
    über das Rühren wurde ja schon viel diskutiert. Jetzt habe ich auch eine Frage. Mein Honig, Frühsommertracht mit Schlehe, Akazien, Weißdorn, Hartriegel und etwas Raps, fing nach ca. einer Woche an im eimer zu kristallisieren. Er ist auch cremig, aber man merkt die Kristalle auf der Zunge, die sind recht grob. Laut Schulungsmappe Grundwissen sollte das nicht so sein. Ich habe ihn jetzt etwas gewärmt und nochmals gerührt, da ich ihn ja auch in Gläser abfüllen möchte, aber die Kristalle bleiben. Wie bekomme ich die weg? Ich denke, es ist nicht jedermanns Geschmack, wenn der Honig von der Konsistenz her wirkt, als hätte man Zucker reingeschüttet und nicht verrührt. Habe versucht einen Teil durchs Seihtuch laufen zu lassen. Ging aber nicht, der läuft nicht, den mußte ich mühsam durchpressen, aber Kristalle waren weg. Geht das aber auch anders? Ist der Honig nicht richtig gerührt, nicht lang genug?
    Dabei war ich so stolz auf meine ersten 26 kg aus 2 Völkern.
    Gruß
    holmi

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Wow, daraus wäre ich auch stolz...habe aus drei Völkern nur so um die 20 kg; habe aber auch sehr ineffizient geimkern (eben nur einmal geschleudert und viel Honig ist noch in den unteren Zargen geblieben). War mir aber auch egal; bin auch stolz und rühre jeden Tag...nur kristallisiert da gar nichts obwohl er recht kühl steht.


    Also mal so reingeraten: Sicher daß Du ihn nach dem Kristallisieren genug aufgeschmolzen hast? Kenne diesen Effekt eigentlich immer von Honigen, die unvollständig aufgeschmolzen wurden...


    Melanie

  • Hallo Holmi !


    Leider ist bei Dir nun das Kind wie man so sagt schon in den Brunnen gefallen......... Bei Frühjahrshonigen, gerade mit Rapsanteil empfielt es sich wenige Tage nach der Schleuderung mit dem Rühren zu beginnen (1-2xTag). Wenn er dann eine deutliche Permutfarbe angenommen hat und beginnt fein steif zu werden (oder kurz zuvor) sollte er abgefüllt werden.
    Die Geschichte mit dem Seihtuch ist müßig, und genau genommen darfst Du diesen Honig (dem ja mit den Kristallen etwas entzogen worden ist) gar nicht mehr in den Verkehr bringen. Über eine Erwärmung lassen sich diese Kristalle nur auflösen, wenn Du die 40 Grad Marke deutlich überschreitest, was wiederum zu einer Schädigung des Honigs und einem nachweisbar überhöhten HMF Gehalt führt. Also bleibt als vernünftige Lösung nur das Aufklärungsgespäch am Kunden. Erkläre ihnen das es sich bei Honig rein chemisch um eine übersättigte Fruchtzuckerlösung mit einem breiten Spektrum an verschiedenen Zuckern handelt. Und diese neigen nun mal in ihrer natürlichen Form zu mehr oder weniger ausgeprägten Kristalisationsprozessen.


    Beste Grüße


    Frank


    www.bienenpower.de

  • Hallo Frank,
    endlich eine Antwort, die mich in der Praxis weiterbringt. Vielen Dank!
    Ich habe gleich nach 2-3 tagen mit dem Rühren angefangen, doch als der Honig anfing zu kristallisieren, habe ich ihn nicht abgefüllt, sondern stehen lassen. Zwischzeitlich habe ich ihn draußen im Schatten ein paar Stunden erwärmen lassen, dann nochmals gerührt (wurde auch wieder schön weich) und abgefüllt. In diesem Jahr starte ich sowieso noch nicht den großen Verkauf, sondern mache mich als Imker und meinen Honig bekannt. Nachfrage ist doch groß, vor allem: Hauptsache natürlich und nichts dazugefügt und direkt aus der Nachbarschaft. Das wollen die meisten Leute. Ich bin ja noch am Ausprobieren, was überhaupt geht, ob Nachfrage besteht usw.
    Gruß
    holmi

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi