Gibt es das? Dt-Normalmaßtrogbeuten mit Magazinbeutenaufsatz

  • Hallo Imkergemeinde,


    Seit 6 Wochen bin ich mit zwei Freunden Imker oder bessergesagt Bienenbesitzer geworden. Ich habe ein bißchen was über Trogbeuten und Magazine gelesen, bin von vielen verschieden Imkern mit noch verschiedeneren Meinungen beraten worden.


    Momentan habe ich 4 Völker in Alpentrogbeuten mit jeweils maximal 20 Rähmchen im kl. Hoffmannmaß.


    Ich würde gerne die Vorteile von Trogbeuten und Magazinen kombinieren. Außerdem würde ich gerne ein Maß haben, das am gängigsten ist und für das ich am leichtesten Zubehör und eventuell auch mal Völker kaufen kann. Es soll eben alles kompatibel sein.


    Mir schwebt nun vor Trogbeuten im Normalmaß zu bauen, da dieses Maß verbreiteter ist (auch unter den Imkern meiner Umgebung (Bayern)), und Trogbeuten deshalb, weil ich durch das verschiebbare hintere Fenster die Brutraumgröße anpassen kann und weil die Schwarmgefahr bei einem großen Volumen (unter mehreren anderen Faktoren natürlich) geringer ist. Ich bin eben auch Wochenendimker.


    Dazu stelle ich mir vor Magazinbeutenaufsätze zu bauen,
    - damit ich den Honigraum über dem Brutraum habe (Bienen tragen lieber nach oben),
    - damit ich durch eine Bienenflucht den Honigraum zum Schleudern bienenleer bekomme
    - damit ich nach oben erweitern kann


    Wie gesagt, ich hab noch nicht viel Ahnung. Aber vielleicht kann mir ja jemand mit seinem Rat helfen.


    freundliche Grüße,
    Oliver.

  • Hallo Oliver,
    herzlich willkommen hier!


    Mit dem, was du vorhast, kombinierst du die Nachteile beider Systeme, ohne ihre Vorteile zu haben, meiner Meinung nach (andere werden bestimmt auch noch kommen).


    Jede Sorte liegende Beute, egal ob Trog, Golz, Bremer, oder TBH, soll gerade das Heben der schweren Honigräume verhindern, deshalb packt man alles in eine Ebene.
    Beim Magazin hast du eine Schichtenbeweglichkeit und Möglichkeit zur schnellen Volumenanpassung, mußt aber eben immer heben.


    Willst du den ungeteilten Brutraum, aber extra Honigräume, nimm Dadant.
    Weißt du eigentlich noch nicht so genau, was es werden soll, nimm Magazine der kompatiblen Art, da passen Langstroth, Dadant, Zander und mit etwas Fummelei auch DN rein.
    Welches Maß deine Nachbarn haben, ist letztlich uninteressant, umwohnen kann man alles. In Bayern ist übrigens Zander verbreiteter als DN.
    Wenn du effizient imkern willst, schau dich bei den Berufsimkern um: Magazine, soweit das Auge reicht....
    Wenn du nur spielen willst, bleib bei deinen Trogbeuten, aber mir wären die ganzen Arbeitsabläufe zu kompliziert (die Beute an sich übrigens auch :wink: ) und ab einer gewissen Völkerzahl viel zu aufwendig.
    Aber ich neige bekanntermaßen zur Primitiv-Imkerei: so einfach wie möglich. :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,


    Danke für Deine schnelle Antwort.


    Ein Bekannter von mir hat Trogbeuten wie ich. Und da ihm deren Größe nicht ausreicht, hat er flache Aufsatzkästen dazu. Ist das nicht ähnlich wie ein Magazinaufsatz. So kommt er ja am Rumheben der Aufsätze trotz Trogbeute nicht vorbei, wenn er unten reinschauen will?


    freundliche Grüße,
    Oliver.

  • Eben, das ist ja das Problem.
    Und mit Verlaub, für meine wären sogar die 2x 14 der Golzbeute noch zu klein.
    Ich hab 12 DN Zargen als BR und halbhohe als HR, also weniger auf einmal zu heben, und bin einigermaßen zufrieden damit.
    Aber es werden sich bestimmt noch andere finden, die was dazu sagen können. :wink:

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  • Ich arbeite seit 2 Jahren mit Trogbeuten und möchte diese nicht mehr missen. Aufgewachsen bin ich aber mit Magazinen, die ich auch weiterhin nutze. Zumindest zu Hause im Freien.
    Zu den Trogbeuten bin ich durch einen alten Imker gekommen, mit dem ich ein Bienenhaus mit Aussenständen bewirtschafte.
    Die Trogbeute fasst 16 DNM-Waben. Erweitert wird nach oben mit Magazinen (jeweils 10 Waben).
    Für mich ist der grösste Vorteil die Möglichkeite die hinteren 4-6 Waben in der Trogbeute kontrollieren zu können ohne das Volk wirklich aufzumachen und unnötig zu stören (gerade im Frühjahr).
    Im Herbst stelle ich dort ältere Waben rein, die ich im Frühjahr wieder rausnehme. Dann kommt ein Baurahmen rein, an dem ich wunderbar die Entwicklung des Volkes beobachten kann (ohne dass ich jedes Mal die ganze Kiste aufreissen muss). In den freien Raum kann ich dann klocker 4 MW oder frisch ausgebaute MW reinstellen (bei den Zargen zu Hause weiss ich nie wohin mit den ausgebauten MW). Die kommen dann später in den HR und ich habe unten wieder Platz. Beim Kontrollieren schaue ich auch immer erst unten, wenn ich dort Stifte finde, habe ich "alles" gesehen und brauche nicht den HR runterheben um in den 2. BR zu schauen.


    Sabine hat schon recht mit dem Gewicht, aber da die Beuten im Bienehaus oder im Aussenstand stehen werden diese auch nur im leeren Zustand bewegt. Wenn Du wandern willst, würde ich Dir davon abraten.
    Auch der HR muss wie bei den Magazinen abgehoben werden.


    Aber wie gesagt, ich will die Trogbeute nicht mehr missen

    Das Leben ist viel zu bunt um es nur in schwarz-weiss zu sehen !

  • Wieso baut eigentlich keiner Beuten mit einrüumigem Brutnest (Dadant), wo in der Brutzarge ein seitlicher Zugang eingearbeitet ist ? Honigräume könnten dann nach Bedarf draufgestellt werden wie sonst auch. Man könnte das Brutnest kontrollieren, ohne die Honigräume abnehmen zu müssen. Außerdem gabs dieses Prinzip schon in der Gerstungbeute, wurde aber offensichtlich aufgegeben. Warum eigentlich ?


    lg
    Stefan

  • Weil das den Beutenbau ziemlich kompliziert und teuer macht?
    Deutsche Krankheit, so mit Türchen und Kläppchen und viel Gedöns.
    Noch einfacher als mit schlichten viereckigen Kisten geht es doch kaum.
    Wer keine Stapelkisten abheben mag, kann ja das Flugloch ohne weiteres nach oben verlagern und den HR dann hinten/unten haben und den BR obendrauf.
    Muß man halt nur vorher wissen, wieviel Honig man erwartet :wink: 
    Oder eben Golz/Bremer ud öfter mal schleudern. :wink:

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    Bruce Springsteen

  • Hi Sabine,


    ja schon klar, aber es wäre gut für den Rücken, also ein Plus im Arbeitsschutz. 2. würde Arbeitszeit gespart. Das Abräumen der Honigräume geht ja doch nicht so schnell, wie man es sich immer vorstellt. (lockern, anheben-klebt noch, nochmal lockern, abheben, irgendwo auf die Wiese stellen-Pech, da ist gerade ein Maulwurfshaufen, auf andere Beute stellen-Pech, Blechdach zu heiß...)
    Außerdem könnte man den Baurahmen als Stimmungsbarometer effektiver einsetzen, weil man den nicht ziehen müßte. Könnte sich das nicht doch lohnen ?


    Stefan

  • Zitat

    Außerdem könnte man den Baurahmen als Stimmungsbarometer effektiver einsetzen, weil man den nicht ziehen müßte. Könnte sich das nicht doch lohnen ?


    Dann kannst du doch gleich wieder Hinterbehandler nehmen, die waren auch rückenschonend und hatten das Fensterchen.... :wink: 
    Aber im Ernst, mit halbhohen HR ist das doch alles kein Problem, und schneller voll und gedeckelt sind die auch noch.
    Ansonsten diese Kindersärge von TBHs, die sind extrem rückenfreundlich, weil hochstehend, guck mal hier:
    http://bwrangler.madpage.com/bee/ttbh.htm 
    oder ein paar Seiten weiter, ein Combo-Longhive
    http://bwrangler.madpage.com/bee/gcom.htm
    im Prinzip THBs mit Rähmchen & HR.

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    Bruce Springsteen

  • Ich bevorzuge einen zweiräumigen Brutraum, weil ich damit den Raum an das Volk anpassen kann und damit einfach flexibler bin.
    Da ich nicht mehr wie einen Honigraum aufsetze finde ich das herunterheben auch nicht so tragisch.


    StefanK schrieb:

    Hi Sabine,
    Das Abräumen der Honigräume geht ja doch nicht so schnell, wie man es sich immer vorstellt. (..., irgendwo auf die Wiese stellen-Pech, da ist gerade ein Maulwurfshaufen, auf andere Beute stellen-Pech, Blechdach zu heiß...)
    Stefan


    Ein einfacher Boden (Schrankwand mit Leisten) löst das Problem...
    Seitlicher Zugang? Macht wenig Sinn wenn die Völker nebeneinander stehen, oder ?


    Wer mit Magazinen kombiniert, kommt ums Heben sicherlich nicht herum. Selbst wenn man, wie Sabine schreibt, das Flugloch nach oben setzt, muss man dann den BR herunterheben um zu schauen wie es im HR aussieht. Wer partout nicht Heben möchte, kann ja wie einige ältere Imker auf die Hintebehandlungsbeute zurückgreifen, inkl der Nachteile. :wink: Die eierlegende Wollmilchsau gibt es halt nicht, oder doch?

    Das Leben ist viel zu bunt um es nur in schwarz-weiss zu sehen !

  • ToBee schrieb:

    Ich bevorzuge einen zweiräumigen Brutraum, weil ich damit den Raum an das Volk anpassen kann und damit einfach flexibler bin.
    Da ich nicht mehr wie einen Honigraum aufsetze finde ich das herunterheben auch nicht so tragisch.
    .....


    das heißt dann also, du schleuderst dafür mehrmals im jahr ? oder hast du nur tracht für einen HR in deiner umgebung ?


    falls du mehrmals schleuderst, dann wäre mir das aber zu viel arbeit mit dem ganzen saubermachen.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • :o Hallo, Uwe,
     :lol: und wieder hat ein Erfinder sich ausgetobt.
    Diesmal sogar mit CNC Maschinen...*ggg*
    Aber für 1000 Euro hab ich dann *rechne* etwa 30 komplette Beuten, Boden/Deckel/3BR/6HR.
    Und Toleranzen von 1mm sind wurscht, weil sich nix verklemmen kann.


    Ich erkenne die Mühe an, die in der Konstruktion steckt, aber sowas ist echt nur für Märklinisten, die nicht imkern, sondern spielen wollen.
    Aber jeder, wie er mag. :wink:

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