Pollenbretter und Honigwaben-Sauglinge!?

  • Guten Abend liebe ImkerkollegInnen,


    vorab zur Info:


    Habe meine 15 Völker in OstTirol auf ca. 1050m ü.NN an einem Waldrand, und vor dem Stand riesige Bergwiesen. Derzeit geht noch Wald- und nur noch etwas Kleehonig (mittlerweile zu heiss). Werde laufe der nächsten drei Wochen abräumen, und auf einer Zarge DN überwintern (optimal, auf zwei Zargen hat bei mir noch nie fuktioniert - gingen immer zu schwach aus dem Winter). Dieses Jahr haben die Wiesen üppig geblüht, nur vor drei Wochen musste der Bauer mähen. Aufgrund des feucht/schwülen Wetters, wuchert nun der Weissklee so extrem, dass ich ein ernstes noch nie dagewesenes Problem habe:


    Die meisten Völker sitzen auf drei Zargen: 3. voller (zu 75% gedeckelt) Honig, 2. oben Honig unten (aus Platzgründen immer weniger werdende) Brut, und in der 1. Zarge werden zu 90% mit Gewalt alle Zellen mit Weisskleepollen gefüllt. Habe teilweise 11 richtige Pollenbretter in der ersten Zarge! Was kann ich machen? Das kann doch nicht gut gehen, oder? Wo soll die Mutti stiften? Wo soll das Winterfutter gelagert werden? Habe mir überlegt noch einmal zu erweitern - nur jetzt noch? Habe auch nur mehr Mittelwände! Und wie am besten - unten, mittig, oben? Soll ich die Pollenbretter entfernen? Oder soll ich als erste Zarge mit MW erweitern, und die Königinn mit Abspergitter zwingen ein neues Brutnest anzulegen?


    Und meine zweite Frage: Habe mal folgende Vorgehensweise als Alternative zum Kunstschwarm gelesen: Nach dem Schleudern bei starke Völkern die honigfeuchten Waben in einer Zarge zurück, 1h warten (bis diese voll ist), Deckel drauf, Boden drunter, Mutti rein und dann weit weg! Hätte vier extrem starke Völker (auf 4 Zargen) und 4 Reserveköniginnen! Ist das sinvoll? Sind dann ja auch Bienen aus dem Honigraum!? Geht recht ruhig von statten - ohne Stecherei!?



    Bitte um nützliche Ratschläge mir zur Hilfe :lol: !!


    Besten Dank, und schöne Grüsse aus OstTirol!

  • Hallo, und herzlich willkommen hier!


    Zu 1.:naja, 1 HR ist ein bissel wenig für ein ganzes Volk, aber wenn schon zu 75% verdeckelt, warum schleuderst du nicht jetzt?
    Dann hast du genug Waben frei, um in der 1. Zarge jedes 2. Pollenbrett rauszunehmen und durch Leerwabe zu ersetzen, und evt. auch in der 2. etwas Platz zu schaffen.
    Mit MWs würde ich jetzt gar nicht mehr anfangen, das wird nix vernünftiges mehr.


    Wenn du nur einzargig überwinterst, wie stellst du die Pollenversorgung für den Brutbeginn sicher? :o
    So, wie ich dich verstanden habe, nimmst du alles weg?
    Ich überwintere gerade wegen dieser Pollenzarge sogar auf 3 Zargen, mittlerweile.


    Zu 2: kann ich nix zu sagen, weder was von gehört, noch ausprobiert.
    Ich kenne es nur als klassischen Saugling, mit 2 BW kurz vorm Auslaufen, über Gitter 12 std. stehenlassen, dann begattete Königin dazu und wegfahren.
    Täte das bei deinen klimatischen Verhältnissen denn jetzt noch passen überhaupt?
    Besteht da eine reelle Chance, bis zum ersten Frost ein überwinterungsfähiges Volk hinzukriegen? Und wo sollen die den Pollen hernehmen, wenn schon fast Ende ist?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • sabi(e)ne schrieb:


    Täte das bei deinen klimatischen Verhältnissen denn jetzt noch passen überhaupt?


    Huhu Sabine, Osttirol ist noch nicht Alaska :D ! Liegt ja auch noch 643 km näher am Äquator als deine Weserpampa - grad' nochmal mit Gockel nachgemessen .... 8)

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • :lol: Hallo, Reiner,
    meine Bieni-Bergerfahrung endet bei 350 ü.M.
    1050m und das Wort Tirol erzeugen bei mir Hochgebirgsassoziationen, wo Ende August schon der erste Schneesturm kommt...*zugeb* :lol:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne
    Meine Bienen stehen noch in den Alpenrosen. In der Höhe von 1700 bis 2000 Meter über Meer. Auch dort messen wir im Moment fast 30 Grad.
    Aber in etwa 2-3 Wochen werden sie wieder in tiefe Lagen kommen (800 Meter).
    Freundliche Grüsse
    Hugo

  • Guten Abend zusammen,


    danke für das Interesse an meinem Problem :D !


    Mehr wie einen Honigraum hat es seit drei Jahren nicht gebraucht - heuer schaut es mal nicht so schlecht aus, bin fast ein wenig überrascht :o !


    Sicherlich wäre das Schleuder jetzt eine Alternative, nur rentiert sich der Aufwand nicht (die bekannten "Nebengeräusche" die beim Schleudern auftreten, wenn man nicht darauf ausgerichtet ist, mehrmals im Jahr zu schleudern) :cry: !


    Auch hätte ich gewisse Gewissensbisse, das "neue" Brutnest gestückelt zwischen Pollenbrettern (und ich meine richtige "Bretter") sitzen zu sehen!
    Kann mir nicht vorstellen, dass dies so optimal wäre - vielleicht eine Alternative wenn ich die Leerwaben in der Mitte zurechtstelle?!


    Ich nehme auch nicht allen Pollen weg - oder besser gesagt, nie!! Es ist nur heuer so extrem mit dem Kleepollen! Ich weiss nicht ob Sinn macht, die Hälfte zu entnehmen und für das nächste Jahr (Ableger z.B.) aufzubewahren (der Pollen verliert doch an Nährwert?!).


    Hinsichtlich der klimatischen Verhältnissen mache ich mir eher weniger sorgen - zumindest was die Kälte betrifft. Unser Talboden ist im Norden von den Tauern und im Süden von den Dolomiten soweit abeschirmt, dass das Wetter bei uns eher auf der besseren Seite liegt. Daher habe ich am Südhang auch eher schlechtere Trachtverhälnisse, da es meistens eher zu heiss ist :-? .


    Auch hätte ein Kunstschwarm sonnst um diese Jahreszeit extreme Probleme! Vielleicht sollte ich es einfach mal probieren, könnte ja die ein oder andere Pollenwabe ergäzend hinzufügen - hätte das zufälliger weise ein paar zur Hand :wink: !


    Irgendwas wird mir da schon einfallen - nur für Experimente sind mir meine Damen enwas zu schade :roll: !



    Danke nochmals für das Interesse, und schönen Abend!!!!