Anfängerfrage: Holzbeuten anmalen oder lackieren???

  • Hallo zusammen!


    Eine Frage: Ich kaufe mir in den nächsten Tagen meine erste Liebig-Beute. Man muss ja wohl zur Erhaltung des Holzes die Beute von außen streichen. Dazu gibt es im Imkerbedarf eine Menge Farben etc. Ich würde aber eigentlich gerne das Aussehen der Holzbeute belassen, sprich die Beute nur lackieren...nur das Flugloch irgendwie farbig machen. Geht das so, wie ich mir das vorstelle? Wenn ja, was soll ich für einen Lack nehmen und wo gibt es den? Kann ich das Flugloch evtl. auch anders als mit Farbe, z.B. mit einem farbigen Symbol o.ä. kennzeichnen?
    Vielleicht kann mir auch noch jemand bei der richtigen Höhe des Bocks helfen?!
     
    Viele Fragen eines Anfängers für die Ihr hoffentlich Verständnis habt!
    Schönen Dank an alle
    Markus :roll:

  • Hallo Neueinsteiger, hi der Rest der Leser,
    Farbe - Lack oder sonstwas - was soll der Anstrich werden????
    Also Firnis (aufgekochtes Leinöl /Raps /Sonnenblume geht auch).
    Die Kisten sollten nicht taufrisch sein, damm saugen sie besser!
    Von außen 2X auftragen, der Frontbemalung könnte etwas Abtönpaste beigemengt werden. Besser das Anflugbrett auffällig färben. Keinen Lack nutzen!!! Holz arbeitet ein Leben lang, also entstehen Risse. Bei ner Tiefengrundierung mit Öl ist es nicht so schlimm. Vorsicht mit dunklen Farbtönen, die Mädels kleben sonst im Sommer außen, die Bude wird zur Dampfsauna. Lüftungsöffnungen in der Front oder dem Innendeckel sind sehr sinnvoll.
    Ich hab die grade aufgemacht, die Mächen´s saßen an der Front.
    Gruß aus der sonnigen Lausitz
    Knäcke

  • Hallo Markus


    Anmalen/Lackieren/Einlassen kann man, muss aber nicht.


    Von Lacken würde ich auf jeden Fall abrate - sie blockieren die Dampfdiffusion aus der Beute - und oft platzt nach eingen Jahren der Lack ab, weil sich Feuchtigkeit dicht darunter gestaut hat.


    Meine Beuten bleiben schon seit einiger Zeit einfach natur - das Holz vergraut etwas, mehr aber nicht. Nachteile in der Lebensdauer habe ich nicht festgestellt.
    Nur beim Boden und Deckel (Teile, die oft nass werden, und an denen das Wasser nicht so gut ablaufen kann) ist vieleicht eine Behandlung nicht ganz unsinnvoll.


    Bei der Wahl der Farbe scheiden sich dann oft die Geister. Der eine ist der Meinung "hauptsache billig", der andere setzt auf absolut unbedenkliche Ökofarben. Es gibt eine ganze Reihe von Farben, die für die Bienen unbedenklich sind - andere sind aber stark mit verschiedenen Mittelchen verstetzt, die gegen Schimmel, andere Pilze wirken - oder gar insektizid sind. Davon sollte man auf jeden Fall die Finger lassen, da diese Stoffe auch nach einiger Zeit noch ausgasen - auch in den Innenraum. Aber das Problem wirst Du bei Farben aus dem Imkereibedarf wahrscheinlich nicht haben.


    Ist oft eine Frage der Ideologie. Ich habe meine Beuten früher mit Leinöl eingelassen - geht schnell, gibt keine unangenehmen Dämpfe ab, und ist für die Bienen unbedenklich.


    Auch das farbige Kenntlichmachen der Fluglöcher ist nicht nötig - sondern dient oft genug nur der Eitelkeit der Imker. Eine gelockere Aufstellung, bei der die Bienen sich am Gelände orientieren können, ist viel sinnvoller gegen den Verflug. Symbole helfen wenig, und auch die Farben wirken für das Bienenauge ganz anders als für den Menschen.


    Nun zur Höhe des Bocks: So das du bequem arbeiten kannst - nicht zu niedrig, sonst gibts Rückenschmerzen bei der Durchsicht der untersten Zarge - nicht zu hoch, sonst kommst Du nicht an die oberste Zarge - und Leitern sind unpraktisch.
    Knie- bis etwas unter hüfthoch ist eine sinnvolle Höhe. Wichtig ist, das das Flugloch halbwegs frei von Grünzeug ist - eine Sense ist eine sinnvolle Anschaffung für den Imker.


    Hoffe weitergeholfen zu haben,


    Mirthran

    Wer Linksschreibfehler findet, darf sie behalten...

  • Hallo,
    ich hab meine auch nicht behandelt, und den 1. Winter (jetzt 15 Monate) haben sie hervorragend überstanden.
    Alles, was viel Sonne abbekam, ist schön vergraut und in den Außenständen sehr unauffällig.
    Fluglöcher sind nicht markiert, sondern ich habe fast überall U-Aufstellung, so daß sie sich ihren Anflugwinkel gut merken können, in Anlehnung an die "Bienenhöfe", die Herr Golz erwähnt, und die Eckvölker sind NICHT stärker als der Rest.
    Man sieht, wie sie alle recht zügig ihr U anfliegen, bremsen, und dann ohne zu zögern regelrecht zu "ihrer" Beute in Sturzlandeanflug gehen. Sieht einfach nur klasse aus, man sollte aber nie dort in der Mitte stehen, man wäre doch sehr im Weg :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo mpongwu,
    ich kann den Dir gegebenen Rat - aufs Anstreichen ganz zu verzichten - nur unterstützen.
    Meine Beuten aus Weymuthskiefernholz stehen mittlerweile seit 10 Jahren ungestrichen in der Landschaft und es gibt keinen Anlass anzunehmen, dass die weniger als weitere 20 Jahre halten.


    Auf zwei Dinge lege ich bei der Aufstellung aber Wert:
    1. Die Beuten müssen raus aus der Spritzwasserzone und stehen deshalb mindestens 40 cm hoch. Das lässt sich bei Imkern mittlerer Größe auch gut mit der Forderung kombinieren, dass die Oberkante des Brutraums auf Bauchnabelhöhe sein soll (...frühzeitig ans 'Kreuz' denken!).
    2. Die Beuten müssen nach allen Seiten einen guten Dachüberstand haben. Das erreiche ich mit Wellplatten, die durch alte Autoreifen beschwert werden.
    Die Autoreifen erfüllen ebenfalls einen zusätzlichen ergonomischen Zweck: Aus ihnen lässt sich leicht am Stand ein Podest für abgehobene Zargen bauen, was endlos viele Hebevorgänge mit gebücktem Rücken erspart.
    Viele Grüße,
    nassauer

  • Hallo Rudi


    Das Aotoreifenpodest klingt sehr gut. Danke für diesen Tip.


    Gruß Jörg

    Konfuzius sprach:
    Worte sollen den Menschen etwas sagen - das ist alles.

  • Hallo,


    mancher möchte seine Beuten auch farbig haben. Da verwende ich "Osmo Landhausfarbe HS". Sehr sparsam und haltbar. Da reicht 0,75l für über 20 Zanderkisten bei zweimaligem Anstrich. Gibts in 15 Farben. habe damit auch Beutengetrichen die schon mit einem älteren Leinölanstrich versehen waren.


    Zusammensetzung
    60-65% Festkörper (High Solid):
    Basis: natürliche pflanzliche Öle (Sonnenblumenöl, Leinöl, Sojaöl, Distelöl)
    Pigmente: Eisenoxid- und organische Pigmente, Titandioxid-Weißpigment, sämtlich für den Nahrungsmittelsektor zugelassen
    Additive: Sikkative (Trockner) und wasserabweisende Additive
    35-40% flüchtige Bestandteile: entaromatisiertes Testbenzin (benzolfrei, entspricht der Reinheitsanforderung des Europäischen Arzneibuches).


    Ist also durchaus "biologisch". Habe auch schon Kisten gestrichen in denen gerade Bienen waren - kein Problem.


    Noch was:
    "Osmo Landhausfarbe ist auf der Basis natürlicher pflanzlicher Öle hergestellt. Natürliche Öle dringen tief in das Holz ein. Sie halten es gesund und elastisch und lassen es nicht austrocknen. Das Holz kann atmen. Feuchtigkeit kann entweichen. Quellen und Schwinden werden vermindert."
    Stimmt kann ich bestätigen! Nein, ich habe keine Aktien von Osmo :wink:


    Also nur so als Tipp wenn jemand Farbe in die Landschaft bringen möchte :lol:

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo,


    ein bißchen verwundert bin ich schon. Da fordern die Imker maßhaltige Beuten. Der Bienenabstand soll genau eingehaltenwerden, um Verbauungen zu vermeiden. Und gleichzietig wird behauptet, Beuten bräuchten keinen Anstrich.
    Man sollte sich z.B. mal im Häuserbau umschauen. Da gibt es Forderungen an maßhaltige Bauteile aus Holz, Fenster sind da ein Beispiel. Die sind nur fachgerecht mit Anstrich.


    Wer maßhaltige Beuten haben möchte, sollte sie anstreichen.


    Die Regeln sind recht einfach:
    Schutz gegen auftreffendes Wasser, gute Dampfdurchlässigkeit (keine Harze), möglichst pigmentiert.
    Anstriche mit natürlichen trocknenden Ölen, auch Öl-Wachs-Kombinationen, sind da hervorragend. Die Öle dringen tief in das Holz ein und verringern stark ein Quellen und Schwinden (wie schon Reiner schrieb) und damit auch ein Reißen der Zargen. Die Pigmente ("high solid") liegen auf dem Holz auf und verhindern das Zersetzen des Holzes durch UV-Strahlung (das Vergrauen ist ein Zersetzen des Holzes).


    Grüße, Thomas


    Reklame: Livos, Leinos, Kreidezeit, Osmo, ...

  • Wenn schon behandeln, würd ich meine ja gern nach der Methode von R.Zimmer frtttieren (typisch belgisch, die frittieren ALLES :lol: ), aber nicht in Paraffin, sondern eher in Jojobaöl, was ein Wachs und kein Öl ist.
    Da ich zwar genug Öl dafür hätte, aber keinen entsprechend großen Kump, wird das noch ein paar Jahre warten müssen.
    Bei meinen Leimholzbeuten hab ich übrigens kein Problem mit mangelnder Maßhaltigkeit, konnte ich feststellen. Was viel schlimmer ist, ist die Ausdehnung der RÄHMCHEN in der Luftfeuchtigkeit des Stocks. Pro 4 Rähmchen haben sie ganz locker 6mm zugelegt, was bei 12 18mm ausmachte. Von meinem eingebauten Spielraum ist da nicht viel übriggeblieben.
    Gottseidank kitten sie fast nicht :P

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • sabi(e)ne schrieb:

    Da ich zwar genug Öl dafür hätte, aber keinen entsprechend großen Kump...


    Hallo Sabi(e)ne, hast Du keine Badewanne...???:(
    Rechts und links `ne Beute, in der Mitte Du... :oops: 
    Jojoba ist doch auch gut für die Haut. :roll:


    Ach, und stell doch mal `n Foto rein... :P:P

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Gibt es Erfahrungen mit nicht härtenden Ölen? Wird das Sonnenblumenöl nicht ranzig? Leinöl härtet durch UV-Strahlung aus und bindet sich an das Holz, wie sieht es mit den anderen Ölen aus? Riecht die Beute dann nach Fischkonserve?


    Gruß
    Simon

  • Hardy : wie soll ich meine Badewanne auf Frittentemperatur bringen? 165°C?
    Und was soll ich dann da drin?
    Bin auch so noch knusprig genug 8)


    simon : Sonnenblumenöl ist eins der am schnellsten ranzenden Öle, ich rede von Jojoba, was chemisch ein Wachs ist, und von "sehr heiß" einlassen.
    Ich hab meine Arbeitsplatten aus Buche früher oft mit Olivenöl eingeschmiert, geranzt hat es nie, und ich hab mich darüber schon damals gewundert....
    Heute weiß ich, daß Olivenöl auch als Seife fast ewig hält, bloß nicht warum genau.
    Leinöl ist mir persönlich zu klebrig, und ich kann den Geruch einfach nicht ab.


    Aber ich bin erstmal gespannt, wie lange meine Billig-Bauten denn nun wirklich halten. :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • sabi(e)ne schrieb:

    Hardy : wie soll ich meine Badewanne auf
    Frittentemperatur bringen? 165°C?


    ...Feuer drunter???:roll:


    sabi(e)ne schrieb:


    Und was soll ich dann da drin?
    Bin auch so noch knusprig genug


    OK, wegen nichtnachprüfbarkeit akzeptiert..

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Thomas Hädrich,

    Thomas Hädrich schrieb:

    ein bißchen verwundert bin ich schon. Da fordern die Imker maßhaltige Beuten. Der Bienenabstand soll genau eingehalten werden, um Verbauungen zu vermeiden. Und gleichzietig wird behauptet, Beuten bräuchten keinen Anstrich.

    Wenn es in Bezug auf Masshaltigkeit etwas zu beklagen gäbe, dann hätte ich meine Beuten schon längst angestrichen.
    Aber so: Selbst der Bienenabstand stimmt noch und Verbauungen habe ich allenfalls dann einmal, wenn ich mit dem Ernten zu spät dran bin.
    Also jetzt gerade bei dem einen oder anderen Volk. ;-)
    Viele Grüße,
    Rudi