Jagd auf die Schwärme

  • Hallo Bienenfreunde!
    Wenn ich das so lese kommt mir ganz spontan der gedanke, dass sich auch in Deutschland resistente Völker entwickelt haben könnten! In Naturschutzgebieten mit alten Baumhöhlen und im Bereich der ehem. DD-Grenze möglicher weise? Gibt es da noch keine Untersuchungen oder Forschungen? Was machen die Bieneninstitute? Ganz nebenbenbei: Mir als Anfänger wurde vom Verein abgeraten Schwärme zu fangen, da man sich auf diese Art am leichtesten Faulbrut einfangen würde.
    Würde ich Verschwörungstheorien anhängen, könnte man jetzt spekulieren, dass man wilde Schwärme auf diese Art und Weise tolerant werden lassen möchte. ODER dass die Pharmaindustrie dieses Gerücht streut, um das zufällige einfangen von resistenten Schwärmen zu verhindern, damit nicht der Markt für Medikamente zusammenbricht... :wink: 
    Wäre allerdings ebenso wie die These mit nicht existierenden krankmachenden Viren in den Topf Weltverschwörung zu werfen! :wink: 
    Im Ernst: sollte nicht die Jagd auf wilde Schwärme eröffnet werden (nur durch Forscher, nicht alle, sonst gäbe es ja bald keine mehr)
    Gruß
    Kalle

    Ich bin im Forum um zu lernen und zu fragen, nicht um alles zu Wissen!

  • Hallo, Kalle,
    ein Volk, was einen Schwarm zur Vermehrung der Art (also den Vorschwarm) aussendet, ist definitiv nicht krank oder sonstwie nicht fit.
    Es gibt auch noch jede Menge anderer Schwärme, wie Hungerschwärme, Notschwärme wegen Krankheit, etc.
    Aber ein Vorschwarm kommt immer von einem Volk im Vollbesitz seiner Kräfte.
    Da brauchst du dir keinerlei Gedanken um Faulbrut o.ä. zu machen. :wink: 
    Nachdem per Institut nachgewiesen wurde, daß ein Volk mndestens 7kg sporenverseuchten Honig aufnehmen müßte, um sich anzustecken, sollte dieses Dummgeschwätz endlich mal vom Tisch.
    Eine gewisse Verschwörungstheorie hat schon Platz; überleg mal, daß Oxalsäure zu Beginn der Versuche in technischer Qualität durchaus gut genug war, und seit der Zulassung nur noch OS ad us.vet. erlaubt ist, die erheblich teurer ist.
    Dasselbe bei Ameisensäure.
    Was will die Industrie denn machen, falls sich die Puderzucker-Methode als erfolgreichste herausstellen sollte?
    Gibt es dann Puderzucker ad us. vet.? :lol:


    Nein, im Ernst, man hört gelegentlich von wild überwinternden Völkern, aber es kommt niemals was nach.
    Zumindest wird nie wieder was veröffentlicht.
    Und hohle Bäume hab ich hier in den Wäldern noch wenige gesehen, grade mal, daß es ein paar Buntspechte gibt, deren Höhlen gern benützt würden.
    Auf den HPs der beesource-Leute kannst du wilde Schwärme sehen, in Nestgrößen, daß dir schwindelig wird. Meist aus Fangaktionen in irgendwelchen Häusern oder gefällten Bäumen, wo niemand gemerkt hatte, daß dort Bienen wohnten.
    Hierzulande haben Bienen aufgrund der Agrarwüsten keine Chance mehr freilebend.
    Ich hab dieses Jahr hier wieder insgesamt 6 schöne große Schwärme gefangen, alles astreine Carni-Vorschwärme mit gezeichneter Königin in blau und keine von meinen.
    Ich habe an einem Standort mit sehr altem Buchenbestand den Verdacht, daß es dort ein wildes Carni-Volk gibt, weil laut Förster der nächste Bienenstandort 5km weit weg ist, ich dort nur Buckis habe, aber trotzdem jede Menge Carnis in den Brombeeren rumturnen.
    Nur hab ich keinerlei Möglichkeit, in größeren Höhen zu suchen, denn die Buchen sind locker 15-20m und Spechtnester liegen so 8-15m über Grund. .....*wer hat nen Leiterwagen, geländegängig?* :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Hallo,
    wenn ein Volk stark mit Faulbrutsporen infiziert ist oder auch schon erste klinische Symptome zeigt, kann es durchaus sehr stark und produktiv sein.
    Wenn es schwärmt und nicht hungert ist die Wahrscheinlichkeit auch groß, das der Schwarm an Faulbrut erkrankt.
    Solche Fälle habe ich als BSV erlebt.
    Wer sicher gehen will kann unbekannte Schwärme hungern lassen.
    Viele Grüße, Hermann

  • Hallo Sabine,
    dein Beitrag ist schon ein paar Tage her und ich habe ihn leider übersehen.


    Zitat

    Nachdem per Institut nachgewiesen wurde, daß ein Volk mndestens 7kg sporenverseuchten Honig aufnehmen müßte, um sich anzustecken, sollte dieses Dummgeschwätz endlich mal vom Tisch.
    Eine gewisse Verschwörungstheorie hat schon Platz;


    Sag mal, weißt du, was du mit dieser Aussage propagiertst? :evil: "Leute, schert euch nicht um das Amihonig-Faulbrut-Geschwätz. Fehlt es euch an eignem Honig zum Füttern - Scheiß drauf, nehmt Billig-Honig!"


    Auch wenn ich jetzt bewußt überzeichne, nichts anderes kann ein Anfänger, dernicht wenigstens ein wenig Fingerspitzengefühl bzw. ein wenig selektives Urteilsvermögen besitzt, daraus ableiten.


    Ich finde solche Aussagen unverantwortlich! :(


    Gruß
    Ralph

  • Moin Sabi(e)ne,


    sabi(e)ne schrieb:

    Da brauchst du dir keinerlei Gedanken um Faulbrut o.ä. zu machen. :wink: 
    Nachdem per Institut nachgewiesen wurde, daß ein Volk mndestens 7kg sporenverseuchten Honig aufnehmen müßte, um sich anzustecken, sollte dieses Dummgeschwätz endlich mal vom Tisch.


    Welches Institut war das und wie überträgt sich denn die Faulbrut dann überhaupt? Können sich also nur Völker anstecken, die bei andern faulbrutverseuchten Völkern über 7kg Honig räubern? Oder können sich Völker auch schon am Verflug einzelner Bienen infizieren? Und wenn das so ist, ist dann nicht ein Schwarm eine ganze Menge einzelner Bienen?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,
    Der durchschnittliche Sporengehalt im Importhonig ist logischerweise niedriger als in einem stark infiziertem Volk.
    Es gibt aber sicher Fälle, wo der Gehalt an Sporen auch im Importhonig höher ist.
    Außerdem Füttern solche Bienenhalter ja nur dann, wenn die Völker schon fast verhungert sind und von daher weniger Sporen abwehren können.
    Viele Grüße, Hermann

  • :roll::roll::roll: 
    nei-hein!
    Es ging bei der Studie darum, herauszufinden, ob AuslandsHoniggläser im Altglas eine Ansteckungsquelle sein können, wie vorher gerne propagiert wurde.
    Resultat: sind sie nicht, weil eben eine bestimmte Sporenmenge zur Infektion nötig ist.


    Daß man keinen Honig außer eigenem verfüttert, gehört zum Basiswissen. :evil:, schon deshalb, weil du dir über den HFM Gehalt von anderem nie sicher sein kannst, von der möglichen Sporenbelastung mal ganz abgesehen.


    Und da steht wirklich nix von "Füttert Billig-Honig"!!!!


    Wenn jemand sich über meine Aussagen nicht sicher ist, wird er nachfragen.
    Tut er es nicht, und interpretiert was rein, was da nicht drinsteht, selbst schuld.
    Falsch verstehen kann man alles.
    Ich bin NICHT verantwortlich für Leute, die den Kontext nicht sehen. :evil: 
    Soll ich jetzt nach jedem Posting bei jedem nachfragen, ob es auch richtig verstanden wurde?
    Ich finde, du übertreibst nicht nur "etwas".

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin, Henry,
    es stand letztes oder vorletztes Jahr im DBJ und hier auch irgendwo, bin zu faul zum Suchen.

    Zitat

    Oder können sich Völker auch schon am Verflug einzelner Bienen infizieren?


    Wenn das so wäre, würde das letztendlich bedeuten, daß die AFB endemisch wäre, sprich jedes Volk ist minimal infiziert (unterhalb Nachweisgrenze), und nur die schon halbtoten werden entdeckt.
    Ich persönlich halte Wabenhygiene und Bauerneuerung für wesentlich wichtiger als mir um Honiggläser im Container Sorgen zu machen.
    Und ich sehe ein wesentlich geringeres Risiko in einem fremden Schwarm als in einem Ableger mit rabenschwarzen Waben.


    Faulbrut ist übel, keine Frage. Aber wenn ich wie neulich von Xare lese, daß sein 74j. Kollege nicht mal mehr seine Königinnen vorm Wabenumhängen in den HR sieht, dann frage ich mich, wer denn wohl die Hauptansteckungsquelle in D ist....
    Wohl eher nicht der Auslandshonig, sondern durchaus hunderte von unentdeckten kranken Völkern, die noch nicht krank genug sind, einzugehen oder sonstwie derbe auffällig sind.
    edit: ich erinnere nur an den Vereinskollegen, der seine vorderen Waben im Hinterbehandler seit Jahren nicht gesehen hat...


    Wo nun die kritische Grenze liegt - bitte frag beim Autor der Studie, ich meine mich zu erinnern, daß genau daran noch geforscht wird.
    Aber ich denke, daß Räuberei der Hauptfaktor ist, und 7kg sind ziemlich schnell geklaut, das weißt du so gut wie ich.. :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,
    wir haben hier im Anfängerlehrgang in Weimar (ca 50 Personen, viele jüngere Leute und Paare [denen ich natürlich zutraue, deine Postings richtig einzuordnen] aber auch Leute, bei denen ich anhand ihrer Aussagen, Fragen und ihres Auftretens davon ausgehen kann, dass sie den "Geheimtip Honig aus dem Supermarkt" als Winterfutter gern aufgreifen und damit als potentielle Faulbrutsporenschleudern einer ganzen Region gelten. Wenn diese die von mir vorhin zitierte aussage von dir in die Hände bekommen, weiß ich ,wie dann diskutiert wird. Ich gehe davon aus, dass diese Presonen (die nur einen marginalen Anteil der Teilnehmer bilden) nicht aktiv in diesem Forum lesen und schreiben, aber die Erfahrung zeigt, dass bei interessanten Themen Threads ausgedruckt in die Imkerversammlungen vor Ort kommen und gern als "ganze wahrheit" gewertet werden. Du kennst die Aussage: hat doch in der Zeitung gestanden / ist im Fernsehen gelaufen / stand im Imkerforum (! :) ) gut. Oder?


    Also finde ich, solltest du als verantwortliche Autorin gern den Nachsatz zu deinem Zitat verwenden: "Womit ich aber trotzdem davon abrate, Supermarkthonig zu verfüttern"! Dann ist es auch für die von mir ganannte Personegruppe verständlich und wird vielleicht von anderen Lesern im eigentlichen Kontext betrachtet.


    Gruß
    Ralph

  • :o Ähm,
    wer sollte angesichts des Preises jemals auf die Idee kommen, Aldi-Honig als Winterfutter zu nehmen???? :o
    Zucker oder Fertigfutter sind nun doch entschieden billiger, von daher wird wohl kaum einer in Versuchung kommen, so gesehen vermag ich deiner Argumentation nicht zu folgen.
    Und gerade in einem Anfängerkurs wird doch wohl sehr deutlich daraufhingewiesen, was AFB, HMF und Honigfütterung miteinander zu tun haben, oder etwa nicht?
    Das binde ich mir also nicht ans Bein... :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • sabi(e)ne schrieb:

    :o Ähm,
    wer sollte angesichts des Preises jemals auf die Idee kommen, Aldi-Honig als Winterfutter zu nehmen???? :o
    Zucker oder Fertigfutter sind nun doch entschieden billiger, von daher wird wohl kaum einer in Versuchung kommen, so gesehen vermag ich deiner Argumentation nicht zu folgen.


    Du glaubst gar nicht was es alles gibt.
    Manche meinen mit der Honigfütterung ihren Bienen etwas gutes zu tun.
    Als BSV habe ich bei bei einer Sperrgebietskontrolle erlebt,
    daß auf einem Volk ein Importhonigglas stand.
    Etwas zerknirscht sagte der Bienenhalter, dass er mir nicht so ein hungriges Volk zeigen wollte...
    Die Völker waren laut Futterkranzprobe stark infiziert, was aber nicht an der Fütterung gelegen haben muß.
    Viele Grüße, Hermann

  • sabi(e)ne schrieb:


    Faulbrut ist übel, keine Frage. Aber wenn ich wie neulich von Xare lese, daß sein 74j. Kollege nicht mal mehr seine Königinnen vorm Wabenumhängen in den HR sieht, dann frage ich mich, wer denn wohl die Hauptansteckungsquelle in D ist....
    Wohl eher nicht der Auslandshonig, sondern durchaus hunderte von unentdeckten kranken Völkern, die noch nicht krank genug sind, einzugehen oder sonstwie derbe auffällig sind.
    Aber ich denke, daß Räuberei der Hauptfaktor ist, und 7kg sind ziemlich schnell geklaut, das weißt du so gut wie ich.. :wink:


    Leider gehen sogar noch Vereinsvorsitzende und gar Kreisvorsitzende mit der Mär rum, dass die Bienen die Faulbrut von Glascontainern sich holen können.
    Fakt ist, dass es lt. Untersuchungen > 5 kg faulbrutsporenbelastender Honig sein müssen, damit ein Volk infiziert wird. In unserem Faulbrutsperrbezirk, in dem auch ich meine Imkerei habe, ist die Faulbrut immer bei alten Imkern oder im Verein als "Schlamper" bekannte Imker aufgetreten. Magazine, wo 3 Zargen miteinander verbaute Waben waren, die Wachsmotten den Zusammenhalt der 3 Zargen noch festigten, so sah die Ursprungsimkerei des Faulbrutbefalls aus.

  • honigmayerhofer schrieb:

    Leider gehen sogar noch Vereinsvorsitzende und gar Kreisvorsitzende mit der Mär rum, dass die Bienen die Faulbrut von Glascontainern sich holen können.
    Fakt ist, dass es lt. Untersuchungen > 5 kg faulbrutsporenbelastender Honig sein müssen, damit ein Volk infiziert wird. In unserem Faulbrutsperrbezirk, in dem auch ich meine Imkerei habe, ist die Faulbrut immer bei alten Imkern oder im Verein als "Schlamper" bekannte Imker aufgetreten. Magazine, wo 3 Zargen miteinander verbaute Waben waren, die Wachsmotten den Zusammenhalt der 3 Zargen noch festigten, so sah die Ursprungsimkerei des Faulbrutbefalls aus.


    HalloF.-X.,
    meiner Meinung nach hast Du die Untersuchung, die mir auch nicht mehr vorliegt, nicht richtig verstanden.


    Sie besagte, dass der normale Sporenbefall im Importhonig so niedrig sein soll, dass mindestens 5kg nötig sind um eine Erkrankung hervozurufen.
    Der Importhonig kommt ja nicht nur von infizierten Völkern sonder die Sporen werden stark verdünnt weil vermutlich die meisten Völker nicht infiziert sind.
    In einem stark infiziertem oder erkranktem Volk ist der Sporengehalt um ein vielfaches höher, deswegen reicht eine wesentlich geringere Menge aus um ein Volk zug efährden.
    Ansonsten wären ja auch alle Dsinfektionsmaßnahmen überflüssig denn Beuten und Rähmchen sind mit viel geringeren Sporenmengen behaftet.
    Ich habe etwas zweifel am Ergebnis dieser Studie denn ich denke, der Sporengehalt im Importhonig kann in manchen Honigen besonders hoch sein und außerdem sind die Völker im Spätsommer bei manchen Imker in schlechten Jahren in so schlechtem Zustand, dass sie wesentlich anfälliger sind als "normale" Völker.
    Da ich zeitweise als BSV gearbeite habe und dabei sehr viele Faulbrutfälle gesehen habe, kann ich Dir sagen, dass auch vorbildliche Imker mit hellen Waben und unabhängig von der gehaltenen Rasse betroffen sein können.
    Viele Grüße, Hermann


  • Es geht hier um den Ausbruchsort der AFB und der ist eben bei schlampigen Imker zu Hause, da beißt die Maus keinen Faden ab. Natürlich überschwemmen z. Teil diese zusammenbrechenden Völker auch dann noch bis dahin intakte Völker der Nachbarimker, die dann nicht mehr, mit den in normalerweiser vorhanden Sporenmengen eines jeden Volkes, zurecht kommen können. Besonders stille Räuberei wird als Infektionsauslöser angesehen und daher ist auch der sauber arbeitende Imker machtlos. Pollen z.B. kann als sehr sporenträchtig angesehen werden, diese sind ja nach Jahrzehnten und sogar nach Erhitzen des Honig noch hochinfektiös.
    Aber warum schreibe ich dir das? Du als BSV müsstest doch dies alles auswendig wissen oder etwa doch nicht? Eine sinnvolle Lektüre dazu ist das Buch: Bienenkrankheiten von Wolfgang Rittner!