Feuchtigkeit und Dämmplatte

  • Bisher habe ich meistens, um die Dämmplatte vor dem Schimmeln zu hindern, eine Plastikplane zum Schutz verwendet. Gleichzeitig konnten so die Bienen Schwitzwasser aufnehmen. Mein Imkerkollege wies mich nun auf die Gefahren von Weichmachern in diesen Plastikplanen hin. Mir scheint da etwas Wahres dran zu sein und imkern nach den Bioregeln scheint so auch nicht möglich zu sein. Andererseits hatte ich eine Beute über den Winter nur mit Dämmplatte stehen gelassen und dort fand ich Schimmel an der Dämmplatte. Wie regeln diese Problematik die Bioimker?
    Bitte um Hinweise
    Gruß
    Hans-Joachim

  • Moin,


    Wachstuch. So machen es die Bioimker.


    Würde Dir einfaches Leintuch empfehlen (Einkaufstasche o.ä.). Hat den Vorteil, daß man Propolis gewinnt. Dämmplatte raus, Heu rein und ab und an auswechseln.


    Viele Grüße,


    Bernhard Heuvel

  • Hallo Hans-Joachim,


    liegt Deine Dämmplatte direkt über den Rähmchen, kein Deckel dazwischen?
    Der vernünftigste Aufbau ist ein Innendeckel, an dem die Bienen "rumarbeiten" können, und darüber eine Dämmung. Wichtig ist die Hinterlüftung der Dämmplatte, ähnlich den Wärmedämmungen an Wohnhäusern.
    Die Folie war eine Dampfsperre. Ich halte nichts von Sperren, jede Sperre wird mal undicht. Da ist gezielte Durchlässigkeit sicherer. Bernhards Heuballen ist z.B. so eine Lösung.


    Grüße, Thomas

  • Lieber Bernhard!
    Lieber Thomas!
    Danke für für Eure Hinweise und Tipps. Bernhard, soll das Leinentuch mit Wachs getränkt sein, oder machen die Bienen das selber? Es würde dann ja auf den Rähmchen aufliegen wie bisher die Folie. Falls ich die Dämmplatte weiterhin benutze, müßte ich ja nach deinem Tipp, Thomas. den Innendeckel umdrehen...? Etwas Luft bliebe dann noch zwischen Platte und Außendeckel, allerdings ohne Zirkulation, was ja wohl nicht nötig ist. Ob der umgedrehte Innendeckel dann nicht von unten arg "verpilzt"? Aus was für Materialien sind solche Dämmplatten eigentlich gemacht? Weis das jemand? Vielleicht gibt es hier ja auch noch etwas zu bedenken?
    Gruß
    Hans-Joachim

  • Hallo Hans-Joachim,


    wieso willst Du den Innendeckel umdrehen?
    EinInnendeckel ist nichts weiter als eine Platte, die durch einen Rahmen, der auf den Zargen aufliegt, im Bienenabstand zu den Rähmchenoberkanten gehalten wird. Günstig ist noch ein Loch für eine Bienenflucht darin. (s. http://www.magazinimker.de/kom…en/beespace/beespace.php4)
    Über dem Innendeckel der belüftete Zwischenraum und dann die Dämmplatte und darüber der Außendeckel. Ein bißchen Luftaustausch sollte zum Zwischenraum sein, ist bei Holz aber meist gegeben.
    Dämmplatten kenne ich aus Holzfasern (Holzfaserdämmplatte bzw. Weichfaserplatte).
    Verpilzt ist mir die Jahre noch nichts. Feuchte, da nicht hinterlüftete Dämmplatte ja.


    Grüße, Thomas

  • Ich denke daran, den Innendeckel dann umzudrehehen, da er dann die Dämmplatte auf der anderen Seite aufnehmen kann, ansonsten ist doch kaum Platz unter dem Oderdeckel, oder? Benutze die Beuten von Wagner.
    Auch befürchte ich, dass wenn ich den Innendeckel normal aufsetze, der Abstand zwischen der Oberseite des Innendeckels und der Oberkannte der Rähmchen zu groß wird und die Bienen dann ihn verbauen....
    Was meinst Du?
    Danke für die Hilfe und Gruß
    Hans-Joachim

  • Die Beuten von Wagner kenne ich nicht und die Bilder auf seiner Webseite zeigen auch keinen Deckel. Schade.
    Zwischen Oberkante Rähmchen und Innendeckel soll nur der Bienenabstand sein, so ca. acht mm. Setze den Deckel so auf, wie gedacht. :wink: 
    Bestimmt meldet sich noch ein Wagner-Kenner.


    Thomas

  • Hallo Thomas,
    Wagners Innendeckel sind ähnlich denen von Seber&Lang und anderen. Ein Holzrahmen ca. 4-5 cm hoch unten eine Sperrhozplatte drangetackert.


    Die unter dem Rahmen getackerte Platte reicht um Wildbau zu vermeiden. Jedenfalls bei den Beuten nach der ARGE der Magazinimker. Die Rähmchenauflage ist 17 mm tief, die Rähmchenohren 10 mm. Damit bleiben zum Deckel 7 mm, mit Propolisunterlage immer noch ein Beespace von 6 mm. Unteres Limit, aber ausreichend um den Deckel nicht anzubauen.


    Gruß
    Ralph

  • Hallo Ralph und Hans-Joachim,


    die Konstruktion ist jetzt klar. Bei dieser "glatten" Konstruktion verbleibt ja nur der obere Bienenabstand von ca. 6mm. Es reicht aber, wie Du auch schreibst.
    Doch wo ist die Dämmplatte? Auf dem Deckel aufliegend wie bei Seber&Lang oder im Deckel liegend wie bei Wasinger?
    Umdrehen, mit der Öffnung nach unten, würde ich den Deckel (eigentlich eine Wanne) nicht - ergibt Wildbau.


    Grüße, Thomas

  • Hallo,


    oben machte ich einen Fehler: Den Luftzwischenraum setzte ich an die falsche Stelle. Es muß heißen:
    Innendeckel, Dämmplatte, Hinterlüftung, Außendeckel (ist dampfdicht).
    Das Glaserdiagramm zeigt, daß der direkte Übergang Holz (=Innendeckel) zur Dämmplatte unkritisch ist. Unter dem Außendeckel staut sich das Wasser.


    Ralph,
    wie findest Du die einlegbare Dämmplatte? Irgendwie unhandlich. Ich habe sie lieber am Außendeckel befestigt (mit Holzklötzchen als Abstandhalter).


    Grüße, Thomas

  • Hallo Thomas,
    ich finde die innenliegende für mich besser handhabbar. Sie ist ja nicht so formstabil und nimmt mechanische Beslastungen doch "ein wenig Krumm". 8) 
    Gruß
    Ralph


    PS: Noch auf Arbei?
    PPS: Ich freu mich auf Hofmaiers Zargen. Im direkten Test mit Thumingers! :wink:

  • rst schrieb:

    ich finde die innenliegende für mich besser handhabbar. Sie ist ja nicht so formstabil und nimmt mechanische Beslastungen doch "ein wenig Krumm". 8)


    Die lose innenliegende Platte anzufassen ist ein unnötiger Handgriff beim Abnehmen des Deckels. Die aufliegenden haben bei mir noch keinen Schaden genommen.
    Wird der Innendeckel als Bienenflucht verwendet, liegt die "aufliegende" Dämmplatte auf der Zarge auf (und verklebt nur wenig). Die "innenliegende" muß dagegen weggelegt werden. Am Außendeckel kann sie nicht befestigt werden, da sie sonst auf den Rähmchen aufliegen würde (und nicht bienendicht ist).


    Zitat

    PPS: Ich freu mich auf Hofmaiers Zargen. Im direkten Test mit Thumingers!


    Bin auch neugierig.


    Grüße, Thomas

  • Thomas Hädrich schrieb:


    Die lose innenliegende Platte anzufassen ist ein unnötiger Handgriff beim Abnehmen des Deckels. Die aufliegenden haben bei mir noch keinen Schaden genommen.
    Wird der Innendeckel als Bienenflucht verwendet, liegt die "aufliegende" Dämmplatte auf der Zarge auf (und verklebt nur wenig). Die "innenliegende" muß dagegen weggelegt werden. Am Außendeckel kann sie nicht befestigt werden, da sie sonst auf den Rähmchen aufliegen würde (und nicht bienendicht ist).
    Grüße, Thomas


    Wieso? Ich nehme den Deckel _mit_ der inneliegenden Platte ab, wogegen ich die aufliegende abnehmen muß und vor allem irgendwo ablegen muß, weil sie sonst vom ID runter rutscht.
    Wieso am Außendeckel befestigen? Das könnte man doch maximal mit der auf dem Rahmen aufliegenden Platte. Und die hätte dann zur Außenhaut keine Hinterlüftung.
    Zusammenfassung: ich nehme den Innendeckel mit innenliegender Platte ab, lege ihn zu Seite. Wenn der Außendeckel aufliegt, ist immer das erforderlich Luftpolster vorhanden und es kann nichts verschimmeln, verstocken o.ä.
    Richtig ist dagegen, dass du bei der Verwendung des ID mit Bienenflucht die ISO-Platte beiseite legen mußt. Aber das sowohl bei der innen- als auch bei der aufliegenden Platte. Oder?
    Gruß
    Ralph