• Wir hatten gestern nach dem Honig geschaut und festgestellt, dass die meisten Waben noch nicht gedeckelt sind. Also warten wir noch etwas ab.
    Da kommt gleich die Frage nach dem Fuettern auf.


    Muss ich auf jeden Fall gleich nach der Honigentnahme Zuckersirup fuettern oder ggf. erst spaeter, wenn zur Honigernte noch genuegend Blumen vorhanden sind, in denen die Bienen sich selber Nekatar holen koennen?


    Wieviel muss ich Beifuettern?
    Ist es zu wenig, dann verhungern die Tiere, ist es zu viel, dann habe ich im naechsten Jahr Zuckersirup im Honig!?

  • Hallo, Thomas,
    hier kriegen die Bienen direkt nach dem Abschleudern mindestens 5kg Zuckerwasser 1:1.
    Sie wissen sehr genau, wieviel Vorrat sie haben, und könnten sonst einen Schock oder Panik bekommen.
    Ich weiß zuwenig über dein Klima, um dir weiterhelfen zu können.
    Allerdings wird Überwinterungsfutter kaum umgetragen in die HR, sondern verbrütet.
    Im meinem norddeutschen und normalerweise eher mildem Winter bekommen alle 28kg (=2 Eimer fertig invertierten Sirup.
    Du kannst eher im Frühjahr Futterwaben entnehmen, als die Bienen im Februar bei minus 5 Grad nachfüttern.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo, Thomas,
    nein, die Waben im Brutraum sind heilig!
    Das ist die eiserne Reserve des Volks für ganz schlechte Zeiten, und die wird nicht angefaßt!
    Ob du mit einer Zarge oder zweien überwinterst, hängt von deiner Volksstärke ab.


    Wenn du jetzt nur mal zwischendurch den Honigraum leermachen willst, geht das auch, wenn du die leeren Waben ganz schnell wieder reinhängst.
    Geht aber nur, wenn noch genug Nektar reinkommt.
    Ist die Saison zu Ende, Honigraum weg und sofort was füttern, damit sie keinen Schock bekommen.

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    Bruce Springsteen

  • Moin Sabi(e)ne,


    sabi(e)ne schrieb:

    die Waben im Brutraum sind heilig!
    Das ist die eiserne Reserve des Volks für ganz schlechte Zeiten, und die wird nicht angefaßt!


    Nee, so kann man das ja nu nicht stehen lassen. :wink: Es gibt sehr viele gute Gründe die BR nach Honigwaben zu durchsuchen und diese gegen Leerwaben oder MW oder BauR zu tauschen. Gerade jetz vor oder in der letzten Volltracht.


    In meiner Imkerei ist das zum Beispiel der Fall, wenn ein Schwarm unter Königinnenverlust zurück gekommen ist und der gründliche und heldenhafte Schlauimker alle Zellen vernichtete, das Volk also nun erstmal dauerhaft weisellos ist. Oder wenn eine Königin versagt. Dann verreckt das rückverfüllte Rapshonigbrutnest und da muß man was tun. Schleunigst.


    Selbes Problem bei Massentracht Linde, jetzt gerade im Moment. Beim Anwandern wogen die Kisten mit leerem Honigraum schon über 50 kg, weil die o.Br. mit Beerenhonig mehr als nur angetragen waren. Da müssen aber Freiräume geschaffen werden, damit die Königinn wieder Platz zum Legen findet und da müssen dann LW rein. Und MW die sofort verhonigten müssen hoch. Läßt man die Waben drin, dann fängt man am, Wanderplatz die Schwärme nicht und die Völker kriegen wegen der Enge mindestens einen Brutknick mit den typischen Varroafolgen. Außerdem will ich ja die jüngsten MW im HR und nicht schon im nächsten Jahr unten wegsortieren.


    Heidehonigernte ist auch eine Besonderheit mit Aberntung des Brutnestes. (Ja wir Sachsen haben nicht nur die schönsten Mädchen, wie haben auch Heide)


    Wenn im o. Br. was heilig ist, dann die Außenwaben, weil die immer noch Winterfutter haben. Das gilt aber nicht bei Schwärmen im ersten Jahr. Denen klaue ich den Lindenhonig auf jeder unbebrüteten oder wenigberüteten Wabe und die Außenwaben sind fast immer unbebrütet. Denen gebe ich dann eher übergebliebene Futterwaben dunklerer Natur; stattdessen.


    Wenn eine Segeberger Beute mit 2BRZ und einem leeren HR mehr wiegt als 38,5kg (was das Einfütterungsendgewicht ist) dann ist da deutlich mehr Reserve drin, als für paar Regentage. Versprochen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • :o Sorry, die Probleme hab ich alle nicht.
    Keine reine Lindentracht, keine Heide, keine Schwärme, und immer zwei HR zuviel drauf.
    Ich sag da nix mehr zu. :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,
    wenn du so großzügig mit dem Honig bist, was ich richtig finde,
    wundert es mich, wenn die Völker noch zusätzlich 28kg Futter brauchen.
    Meine Völker sind da weit weniger verfressen.


    Unabhängig von der Rasse sollten die Bienen im Winter bei uns aus der Brut gehen, dann sind sie gesünder und haben langlebigere Bienen.
    In Jahren mit viel Sommerblüte behalten meine Völker oft soviel Honig, daß ich noch weniger als 10 kg zufüttere.
    Viele Grüße, Hermann

  • Hallo, Hermann,
    ich benutze es eher, um die Völker in die 2. Zarge runter zu drücken und mir SICHER zu sein, daß sie genug haben.
    ich hole halt lieber im Frühjahr Futterwaben raus und nehm sie für die Ableger, als daß ich auch nur das geringste Risiko eingehe, daß sie zuwenig haben.
    Und der letzte Winter hat mich bestätigt.

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    Bruce Springsteen

  • Hallo zusammen!
    Ich habe noch eine Frage zum Mischungsverhältnis von Zucker und Wasser.
    Sehr bekannt ist ja die 1:1 Mischung. Wollte aber eine höhere Zuckerkonzentration demnächst verfüttern, damit ich den Bienen die Arbeit spare, die "Verdampfungsenthalpie" aufzubringen. Kann man da theoretisch jedes Mischungsverhältnis nehmen, oder muss man was beachten? Im Bienenjournal wird immer die 3:2 Lösung empfohlen, eine 2:1 Lösung hat jedoch einen 6% höheren Zuckergehalt, was den Bienen und auch mir Arbeit sparen würde. Liebäugele deshalb mit dieser Lösung. Kann mir jemand sagen, ob das ok ist?

  • 2:1 ist schon wieder nochmal schlechter zum Auflösen, und ich hätte Angst, daß es zu schnell wieder kristallisiert noch im Eimer....
    Ich weiß allerdings nicht wirklich genau, wo die Sättigungsgrenze bei Zimmertemperatur liegt.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Guten Tag Liebe ImkerInnen.


    Die Völker auffüttern ist immer ein Thema.


    Mich interessiert vor allem wie viel Futter von einem Kg Zucker in die Waben kommen.


    Mit Imkergruss
    Edmond

    Schritt für Schritt hinterlasse ich Spuren, sie verwehen wieder so wichtig sind sie nicht. Aufgeschnappt in der Sahara.

  • Hallo Edmond!
    Wenn du davon ausgehst, dass das fertige Winterfutter in den Waben genau so viel Wasser, wie der Honig enthält, das sind so 20%, dann kannst Du Dir ausrechnen, dass 1 kg Zucker 1,2 kg Futter ergibt.