Königinnen einweiseln

  • Hallo, wer kann mir Tipps geben.


    Ich möchte mir begattete Königinnen zuschicken lassen. Danach möchte ich sie in Minivölkern einweiseln, um sie später zum umweiseln von Wirtschaftsvölkern zu benutzen.
    Meine Frage: nehme ich dazu Brutwaben oder einfach nur Waben mit Bienen, und wann bilde ich diese Minivölker.
    Ich benutze dazu die Segeberger Zargen mit Trennschied

  • Hallo, und erstmal herzlich willkommen hier! :wink:


    Deine Frage kann ich nicht so ganz nachvollziehen bzw. verstehen.
    a) warum kaufst du dir teure begattete Königinnen, wenn du die nicht sofort brauchst?
    Für Wirtschaftsvöker reichen auch unbegattete, die bei dir dann standbegattet werden.
    b) warum kannst du sie nicht sofort dort einweiseln, wo sie hin sollen?
    c) diese Minivölker bildet man mit Brutwaben plus Bienen von abgefegten Brutwaben und nennt man Ableger ;-) und läßt sie eigentlich mit den Königinnen groß werden.
    d) in die Segeberger passen nicht allzu viele Waben mit Schied, und gerade begattete Königinnen legen normalerweise sehr los mit dem Legen. Damit bremst du sie aus, bevor sie richtig angefangen hat.
    e) was willst du mit den Minivölkern anfangen, nachdem du die Königinnen wieder rausgenommen hast?
    Es wäre die nackte Verschwendung, die Waben einfach anderen Völkern zuzuhängen.


    Erklärst du es mir, bitte? :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo sabi(e)ne ,


    erstmal vielen Dank für die schnelle Anwort.
    Für meine Wirtschaftsvölker nehme ich wenn mögich immer F1 Königinnen. Wenn ich diese dann in den Kasten hänge, sind mir schon einige Kö abgestochen worden. Nun habe ich gehört, dass man diese Kö zuerst in ein Minivolk einweiselt, um sie dann später ins Wirtschaftsvolk einzuweiseln. Was sagst du dazu?


    Gruß Jens

  • Hallo,
    das hängt u.a. sehr entscheidend vom Zeitpunkt des Umweiselns ab.
    Mitten im Sommer Wirtschaftsvölker umweiseln klappt nicht ganz so gut wie im Herbst.
    Gibt aber Tricks.
    Das mit dem "erst in Minivölker" einweiseln, macht man, damit Madam voll in Eilage kommt.
    Dann macht es allerdings keinen Sinn, sie fürs Umsetzen ins große Volk erst wieder zu käfigen für drei Tage.
    Dann würd ich es an deiner Stelle machen wie Henry: alte Königin raus, und neue genau an der Stelle auf die Wabe setzen, wieder rein, und gut. In einem Arbeitsgang.
    Dann kann sie sofort und nahtlos weiterlegen, und bis das dem Volk auffällt, ist sie schon lange akzeptiert.
    Ansonsten setzt du sie zweimal dem Risiko aus, nicht angenommen zu werden.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • sabi(e)ne schrieb:

    Dann würd ich es an deiner Stelle machen wie Henry: alte Königin raus, und neue genau an der Stelle auf die Wabe setzen, wieder rein, und gut. In einem Arbeitsgang.
    Dann kann sie sofort und nahtlos weiterlegen, und bis das dem Volk auffällt, ist sie schon lange akzeptiert.

    Ich lasse sie dennoch ausfressen, aber nur damit sie nicht woanders hin rennt. Bei geschickten Königinnen kommt der Zusetzkäfig mit den Begleitbienen in die Wabengasse aus der die Alte weggefangen wurde. (man muß den nicht aufbrechen, man kann auch den Deckel 'n Stückchen hochschieben. :wink:


    Man kann auch die Alte Königin, dort wo man sie findet, in einem Transportkäfig festsetzten, wenn der Königinnenhändler anruft und die neue tatsächlich weggeschickt hat. Dann kann man ohne viel Aufregung die Königinnen austauschen und zwar dann sinnvollerweise so, daß die neue in den Käfig der alten kommt und von dort befreit werden kann.


    Mehr Schmus mach' ich auch bei gekauften Königinnen nicht. Wer viel Schmus macht macht viel Mist. Und wer nüschd macht machd och nüschd falsch.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Sabine,


    kann es sein, dass Jens ein Minivolk erstellen will um es nachher mit dem Wirtschaftsvolk zu vereinigen, so über Zeitrungspapier?


    Gruß Peter

  • Kann sein :D


    Es gibt noch eine total supersichere Einweiselungsmethode mit ganz viel Rumgebastel und Bienengeigelspaß und dennoch tatsächlich und wirklich sehr sicher.


    Das zu beweiselnde Volk wird entweiselt und sein HR wird von Bienen befreit. Aus dem BR wird eine oder zwei Waben mit tatsächlich schlüpfender Brut bienenfrei in die Mitte des HR gehängt. Dazwischen oder daneben kommt die gekäfigte Königin mit einem Rapshonigverschluß der ganz zarten Sorte. Die schlüpfenden Bienen lernen so nur die neue Konigin kennen und die geschlüpften Waben geben der Königin Legeplatz. HR und BR bleiben mit bienendichter Hartfaserplatte oder dicker Zeitung 2 Tage voneinander getrennt. Honigwaben sind ja für's erste da. Bißchen Pollen ist in der schlüpfenden Wabe auch. Lüftung ist nicht nötig bei den paar Bienen. Streichholz unter Deckelrand und Fliegengitter ober beruhigt aber die imkerlichen Nerven ungemein. Erst wenn die Wabengasse voller Jungbienen ist, also eben nach 2 Tagen hängt man weitere bienenfreie schlüpfende Waben nach oben und gibt wieder Honigwaben nach unten. Jetzt soll auch ein bienendichtes Gitter unter den HR kommen. Weitere 2 Tage später werden weitere Waben hochgehängt und das bienendichte Gitter wird durch ein Absperrgitter ersetzt. Noch immer trennen Honigwaben und Absperrgitter die alten Bienen von den jungen und der Königin, die oben hoffentlich fleißig legt. Erst wenn die erste Brut der neuen Königin schlüpft, also nach 3 Wochen sind alle Waben oben angekommen. Täglich eine bei 22 Waben ... man muß also zwischendurch auch noch nach NZ schauen. Ganz unten stehen jetzt die Honigwaben und ein Abperrgitter. Drüber zwei BR mit der Königin. 3 Wochen sind um und erst jetzt setzt man die Honigwaben bienenfrei wieder nach oben.


    Das bringt doch wirklich sehr viel imkerliche Beschäftigung (alle zwei Tage rein in die Völker) und die Altbienen kommen nie in Kontakt zur neuen Königin, sondern sterben eher.


    Ich mach's trotzdem nicht so.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,
    wie schnell wird die Königin "befreit"?
    Ich habe am Mo Abend eine Kö mit Begleitbienen im Käfig unter Futterteigverschluß zugesetzt, heißt, den Käfigverschluß soweit hochgeschoben, dass die Hälfte des Futterteiges vom Volk erreichbar ist, und zwischen zwei Waben gehängt. Heute hab ich mal neugieriger Weise einen Blick hinein geworfen, und Königin und Bienen sitzten immer noch im Käfig. :oops:


    Das kann doch nicht richtig sein. Oder?


    Wie lange brauchen die in der Regel die Königin zu befreien?


    Gruß
    Ralph

  • sabi(e)ne schrieb:

    Normalerweise sollten sie nach 48-72 std draußen sein.
    Ist der Futterteig zu fest & hart?


    Danke Sabine, da ist ja noch nichts verloren. 8)


    Nein, der Futterteig ist in zartcremiger Konsistenz bei liebevoller Handknetung nur aus bestem Jahrgangshonig und Puderzucker von einem der erfahrensten Königinnenkäfigverschlussspezialisten zubereitet und angewandt. :D


    Meine Ungeduld...


    Gibt es eine Fluglochbeobachtiung an der ich erkenne, wenn sie die neue Kö angenommen haben? Ich möchte ungern zu früh drin rummehren.


    Gruß aus dem Saaletal
    Ralph

  • STOPP! - Ma, rst!


    Hast Du so einen flachen zusetzkäfig, der etwa eine Wabengassen breit ist? Dann mußt Du, wenn Du den Deckel nur hochschiebst und nicht den Ausgang ausbrichst vorher Zugang zum Futter von außen schaffen. Die flachen Transport- und Zusetzkäfige klemmen mit einem Abstand zwischen den Waben in den keine Putzbienen mehr rein paßt. Die sollen die Königin ja auch erst an den Schmalseiten kennen lernen ohne ihr die Füße abzubeißen. Wenn Du also den Verschluß nicht ausbrechen willst, dann brich etwas von der Nachbarwabe aus. Wird der Teig erst einmal hart, dann kriegen die den nie mehr raus und finden dann auch die Königin, die ja nicht legen kann nicht mehr so toll und murksen die noch im Käfig ab. Ist die Königin nach 3 Tagen noch nicht freigefressen, dann laß ich die frei. Falls sie sie dann gleich abmurksen hätte man eh nicht mehr viel tun können ...


    Es gibt zwar kein untrügliches Zeichen am Flugloch, wenn sie die neue Königin angenommen haben, aber es gibt ein 100% untrügliches, wenn sie nicht tun. Schleppen sie die neuen Königin tot im Stück oder in Einzelteilen raus oder zerren die die noch lebende raus vor die Tore, dann wollen die die ganz offensichtlich nicht. :wink: Ansonsten gilt eine Ei ist in 3 Tagen eine Larve und braucht Pollen ... Ei da, Larve da ... schöne Königin.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,
    ich habe die Waben etwas auseinander geschoben, die müßten etwas Platz haben. Ich werde aber deinen Rat befolgen und morgen noch einmal schauen und sie zur Not wie du schon sagtest, einfach freilassen. Aneinander schnuppern konnten sie ja schon eine Weile.
    Aber ein bischen Gedanken hab ich mir auch schon gemacht, ob das nicht manchmal ein bischen eng zugeht... :oops:


    Gruß
    Ralph