Faszination Christ'sches Magazin

  • Hallo allerseits,
    durch Zufall habe ich in dem Bienenjournal 10/2002 einen Artikel eines Dr. Otto Lücke über das Christ'sche Magazin gefunden.
    Darin wird unter anderem darauf hingewiesen, das es ein weiteres Buch von Christ gibt, das nach dessen Tod 1820 von einem Friedrich Pohl in Leipzig herausgegeben wurde. (Anweisung zur nützlichen und angenehmsten Bienenzucht für alle Gegenden 5. verm. Auflage, Hrsg v. Fr. Pohl, Mit 5 gefalt. Kupfertafeln, 322 S.
    Bienen - Christ, Joh. Ludw.
    Leipzig Fleischer 1820 für 250,00 € bei http://buecher.zeit.de/)


    Im großen und ganzen stimme das Buch mit seinen Vorgängern überein.
    Es gebe jedoch einige besondere weiterführende Erläuterungen.
    Eine sei, das es neben der bekannten Abbildung der Zarge mit den 6 festen Querhölzern auch eine Abbildung einer Zarge mit nur 2 Querhölzern gibt.
    Christ führe dazu aus:
    "Ein solcher Rost mit 6 Hölzern oder Spangen ist aber nur für das oberste Kästchen nötig, damit die Bienen nach dieser Richtung von der hinteren Wand gegen das Flugloch zu ihre Wachstafeln ansetzen und bauen, danach sie sich auch mehrenteils richten.
    Die übrigen Kästchen aber, so viel ihrer unter dem obersten zu stehen kommen, haben nur 2 Hölzer nötig, die nach eben dieser Richtung von hinten gegen vorne zu in gleicher Weise von einander abstehen. Mehrere als zwei sind nun teils nicht mehr nötig, weil die Bienen ihre Wachstafeln in derjenigen Richtung fortbauen, wie sie einmal oben angefangen haben."



    Gruß Hubert

  • Hallo zusammen,

    Zitat von Sabine

    Wir haben eine zylindrische Baumbeute mit Fenstern und Klappen gebaut, ...

    Prima, ich freu mich auf Ergebnisse!


    Zitat von sebbele

    Nur ne Mutmaßung zum thema droneninfo: Vielleicht hängts daran das die Waben seitlich angebaut sind?

    Daran habe ich auch schon gedacht, scheint aber eine Sackgasse zu sein.
    Die TBH-Imker beobachten ja das gleiche Bauverhalten wie ich in der Christ-Beute. Die schrägen Wände der TBH's verhindern aber das seitliche Anbauen.
    Der Seitenblick auf die TBH's hat noch einen weiteren interessanten Aspekt: Manche Imker versteifen ihre TBH-Waben, indem sie mittig im Top-Bar eine senkrechte Leiste anbringen. Dies scheint die Informationsübertragung im Bien nicht wesentlich zu behindern, denn der Anteil des Drohnenbaus nimmt dadurch offenbar nicht zu - im Gegensatz zu den von uns verwendeten Rahmen.


    Zitat von Hubert

    Eine sei, das es neben der bekannten Abbildung der Zarge mit den 6 festen Querhölzern auch eine Abbildung einer Zarge mit nur 2 Querhölzern gibt.

    Das beschreibt Christ auch in dem von mir angesprochenen Buch schon so. Er hat seinerzeit noch in 'echtem' Stabilbau geimkert.
    Dzierzon hat dann ca. 3 Jahrzehnte nach Christ's Tod die Oberträger mit Leitwachs eingeführt und damit den Grundstein zum Mobilbau gelegt. Hinter diesen unbestreitbaren Fortschritt wollte ich bei meinem Nachbau nicht zurück gehen.
    Christ hätte das sicher auch übernommen. :)
    Er hat die Technik mit dem Leitwachs seinerzeit einfach noch nicht verstanden. Seine Beute hätte zu diesem Zweck auch mit 7 statt 6 Hölzern ausgestattet werden müssen.


    Zitat von J.Dzierzon

    (In einer selbstverfassten Lebensbeschreibung: /rm)
    Ich richtete mir natürlich in dem ziemlich großen, aber noch ganz wüsten Garten einen Bienenstand ein, den ich mit einigen von meinem Vater herübergeholten Völkern in den bekannten Christ´schen Magazinkasten besetzte. ..., versah ich sie oben mit einem Rost und soviel zollbreiten Stäbchen, als sie Waben faßten, bei einer Weite von etwa 10 Zoll im Quadrat, also mit sieben Stäben. Ich stattete die Kästchen mit Vorbau aus, indem ich an jedes Stäbchen eine Wabe befestigte, da man bei dem Frühjahrsschnitt aus den Klotzbeuten eine Menge der schönsten Wachstafeln gewann, welche einzuschmelzen mir leid tat.


    Viele Grüße,
    Rudi

  • Zitat von Simon Angerpointner

    Hallo Rudi,
    werde meinen Spezi beauftragen ein paar Fotos zu machen, der hat grade mit den Bienen begonnen und seine Mama war Antiquitätenhändlerin und hatte eine Menge alter Kästen, die sie aber leider schon alle bis auf diesen
    besagten verkauft hat. Kann aber ein paar Tage dauern, vergess es aber nicht.
    Gruss Simon


    Hallo, Simon, das war im Juli 2006, könntest du da liebenswürdigerweise nochmal nachhaken? :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Zusammen,

    Zitat von Simmerl

    die Fotos hat mein Spezi Rudi geschickt. Ich kann Sie leider nicht einstellen, frag bitte Rudi, ob er sie noch hat

    ...hab Dich schon vernommen. Hier sind sie. :)


    Es ist m.E. ein schöner Nachbau aus dem Allgäu. Kein Original, aber bestimmt älter als 1900.
    Ein Exemplar mit Wandersicherung hatte ich noch nicht gesehen.
    Schade, dass die Beute nicht zu haben war. :(


    [Blockierte Grafik: http://www.blaukaut.de/forumskiste/christ-nachbau-allgaeu-01.jpg][Blockierte Grafik: http://www.blaukaut.de/forumskiste/christ-nachbau-allgaeu-02.jpg]
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    [Blockierte Grafik: http://www.blaukaut.de/forumskiste/christ-nachbau-allgaeu-05.jpg]


    Viele Grüße,
    Rudi

  • Hallo Zusammen,

    Zitat von Sabine

    was macht das Volk in der Christbeute?

    Danke der Nachfrage, dem geht es prima! :)
    Es hat auf 5 Zargen und reichlich Honig überwintert. Letztes Wochenende habe ich es um zwei Zargen mit Anfangsstreifen erweitert: Eine neue Fusszarge und eine weitere an die zweite Stelle von oben.
    Vom Wabenbau her betrachtet: Das gleiche Bild wie im letzten Jahr. An beiden Baustellen entsteht blütenweißer weiblicher Bau, Zellweite ist 5,3 mm. Nennenswerte Schwankungen in der Zellweite kann ich nicht beobachten, ich suche aber auch nicht danach.
    Anzeichen von beginnender Schwarmstimmung sind noch nicht zu sehen.


    Der Verbrauch an Winterfutter (Honig!) war gering und wenn die Tracht nicht versiegt, dann kann ich in einer Woche wieder eine vollverdeckelte Futterzarge in den Keller stellen.
    Das heisst auch: Ich muss mich ernsthaft mit der Frage auseinandersetzen, was ich mit dem derzeit reichlich eingehenden Frühtrachthonig mache. Als Wabenhonig ist er sicher nicht geeignet; wahrscheinlich werde ich die Waben in einen leeren Dadant-Honigrahmen klemmen und schleudern.


    Am Samstag nehmen wir an einem Tag der offenen Tür in einer Mühle mit angeschlossenem Naturkostladen teil. Das wird der erste PR-Einsatz der Christ-Beute für dieses Jahr.
    Natürlich geht auch noch ein 'normaler' Schaukasten mit. In dem habe ich eine Naturwaben-Baustelle vorbereitet.


    --------------------------------------------------
    Man könnte ja fast in Versuchung kommen:
    An meinen Dadant-Völkern habe ich seit der Auswinterung je viermal gearbeitet und der fünfte Einsatz steht bevor. Zwar immer nur sehr kurze Eingriffe, aber immerhin!
    Die Christ-Beute habe ich bisher nur einmal geöffnet... :)
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Guten Morgen, Rudi,
    vielen herzlichen Dank für den Statusbericht! *freu*


    Und, du kannst a) jedes beliebige Thema abonnieren, wenn du in dem gelben Balken oberhalb auf Themenoptionen klickst, oder b) bei deiner Antwort gaaanz unten "Thema abonnieren", und "sofortige e-mail-Benachrichtigung" einstellst.:wink:

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    Bruce Springsteen

  • Hallo Rudi,


    ich bin mir nicht sicher, ob ich es nicht irgendwo überlesen habe ...


    Aber hat das Christ'sche Volk eine Varroabehandlung erfahren und wenn ja, welche ?


    Vielen Dank für eine Antwort !


    Wolfgang

    Nicht alles was schön ist, kann man für Geld kaufen

  • Hallo Zusammen,
    @ Sabine:
    Danke für die Tips zur Nutzung des Forums. Die von Dir vorgeschlagenen Einstellungen unterstützen leider mein Nutzerprofil nicht so sehr.
    Wer dauernd oder oft an der Leitung hängt, der profitiert sicher davon.
    Wer sich (...wie ich...) aber nur ab und an - manchmal erst nach Tagen - ausreichend Zeit für das Forum nehmen kann, der hat nicht so sehr viel Unterstützung durch diese Features.


    Zitat von Wolfgang

    Aber hat das Christ'sche Volk eine Varroabehandlung erfahren und wenn ja, welche ?

    Ja, ich habe das Volk gegen Varroa behandelt.
    Im August einmal kurz mit AS und weil sich der Abfall von Varroa in Grenzen hielt, nur noch eine Winterbehnadlung mit geträufelter Oxalsäure.
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Hallo Zusammen,
    die Christ-Beute hat vor einer Woche geschwärmt! Sie durfte das, obwohl es zeitlich gesehen höchstens eine 50%-Chance für den Fang des Schwarmes gab. Es hat aber geklappt! Mein Sohn hat ihn aus den unteren Ästen einer Kiefer geholt und jetzt sitzt er in einer Dadant-Kiste und darf zeigen, was er dort im Naturbau schafft. Der Wabenabstand ist übrigens auf 32 mm reduziert - und ich bin gespannt.

    Der Christ-Beute habe ich wieder die obere Zarge als Winterfutter entnommen und im Keller eingelagert.
    Außerdem habe ich die Fusszarge entfernt. Sie war fast komplett ausgebaut, aber vor dem Schwarm nicht mehr bestiftet worden.
    Mich haben die Zellmaße interessiert:
    Zwischen 5,3 und 5,6 mm ist alles vertreten. Eine Regel in der Anordnung der verschiedenen Weiten kann ich nicht erkennen, weder auf den Waben noch im Raum der Zarge.
    Auch die Anordnung des Drohnenbaus (weniger als 20%) erscheint eher willkürlich: Die eiserne Imkerregel 'unten und am Rand' scheint dem Bien in der Christ Beute nicht bekannt zu sein.
    Er macht's gerade so wie es passt! :)

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    Den Schwarm hatten wir eine Nacht im Keller stehen, ging leider nicht anders.
    In dieser Zeit hat der Bien einen kleinen Wabenanfang erzeugt und ich habe natürlich auch dort das Zellmaß bestimmt. Totale Überraschung: 5,6 mm!

    Ich hatte bei dieser frei gebauten und zentralen Wabe eher das kleinstmögliche Maß erwartet. Das hätte meinem Verständnis von der bisher veröffentlichten Meinung diesseits und jenseits des Ozeans eher entsprochen.

    Falls das keine Einzelbeobachtung von mir ist, könnte das noch einmal ein anderes Licht auf die Zellweite werfen:

    • Dass unsere Bienen den eigenen Körper als Massstab verwenden, ist wohl unstrittig.
    • Dass diese Körpergröße nicht immer gleich ist, das kann man leicht beobachten. Schaut Euch die heimkehrenden Sammelbienen in einer Volltracht an und vergleicht sie mit den alten, haarlosen Tanten in einer Trachtpause.
    • Dass Schwarmbienen immer voll aufgetankt auf die Reise gehen und in diesem Zustand die ersten Wabenanfänge bauen, das ist ebenfalls klar.

    Größerer Körper = größerer Massstab = größere Zellweite? Und umgekehrt?

    Die um ein Mittelmass schwankende Zellweite also ein Spiegelbild der Ernährungs- und Trachtlage?
    Die überraschend große Zellweite der ersten Wabe im Schwarmkasten würde das erklären können.
    Und die scheinbar chaotisch verteilte Zellweite in der Fusszarge der Christ-Beute auch.
    Es bleibt spannend!
    Viele Grüße,
    Rudi