Welche Honigsorten hab´t Ihr so?

  • Moin,


    Ich bin vor etwa 1 3/4 Jahren umgezogen, und habe meine Bienen nun auch bei mir am Hause stehen.
    Ich kenne das Trachangebot in der Gegend noch nicht so genau. ( Kreis Minden-Lübbecke)
    An meinem bisherigen Standort kam immer nur Raps und 6 Wochen später die misch-Sommertracht. Ende.
    So bin ich irgendwan das Wandern angefangen, in die Linde, Thymian und Heide.


    Hier sieht es aus, das der Raps kommt, die Akazie bei gutem Wetter, wir haben dann noch genügend Linde... Ich weis noch nicht was noch. Letztes Jahr hatte ich auch eine recht gute Kornblumen-Honig. Da ist dem Bauern wohl die Spritzbrühe ausgegangen
     :lol: 
    Wandern brauche ich hier anscheinend nicht mehr. OK, Ich habe hier leider keine Heide, aber in der Nähe gibts ein grosses Moor, mal sehen vielleicht komme ich ja mal hin, und finde dort auch Heide.


    Schreibt mal was Ihr so an Eurem Standort habt, und aus welcher Gegend Ihr so kommt.


    Gruß aus Petershagen
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • :D Ich wohne ein paar Kilometer weiter in Norden, und hab nur Früh- und Sommertracht.
    Weide, Obst, Löwenzahn, Raps, Weißdorn, Erdbeeren, Heidelbeeren(?), Akazie, Traubenkirsche, Linde, Brombeere, Senf, Phacelia, Sommerraps, Spargel, Rübsen, und Stadthonig (weiß der Geier was drin ist, aber lecker). :wink: 
    Heide hab ich hier nicht, und im Moor ist nix interessantes.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hi,
    bin Anfänger im Ruhrpott und weiß noch gar nicht, wo die Bienen überall hingefunden haben. So in 2 km rund um den Stock gibt es eigentlich alles, was Bienenherzen höher schlagen lässt: Weiden, Haselnuss, Schlehen, alle Arten von Obstbäumen (Hoch und Mittelstamm) außer Aprikose, alle Arten von Beerenobst, Kastanien, Robinien, Linden, jede Menge Rosen und Stauden, Kräuter, Sommerblumen, Ziersträucher, Wildsträucher, Löwenzahn. Kein Raps. Nur wenig qm Heide. Wald mit Buche und Ahorn (weiß aber nicht, welcher Ahorn), Traubenkirschen..Irgendwo ist immer Futter da, aber halt keine Massentrachten, deshalb wird´s bestimmt ein interessanter Honig. Die Obstbaumblüte haben meine Bienen selbst gefuttert, gesehen hab ich sie außerdem auf Weißdorn, Himbeere, Rosen, Brombeeren, Phacelia und Thymian. An der Kastanie waren sie wohl auch. Aber die meisten verlassen meinen Garten und ich weiß nicht, was sie da reinholen. Jedenfalls nix mit Sortenhonig...

    LG
    Elke


    Bienen seit April 06, Carnica in Heroldbeute auf DNM , Gartenbienen

  • Dat sach ich Dir! :roll:


    Aber ausverkauft war ich letztes Jahr schnell. Die Kunden sind begeistert. Die fragen schon: "Wie wird der Hessenberg diesen Sommer?" und "Erntest Du wieder auf Gut Obergedern, die Frühtracht war so toll..."


    Werbung mach' ich keine, aber jeder kriegt zum Honig einen Infoflyer mit 'ner Menge Information über das, was Honig mit Wein gemeinsam hat. Und was einen guten Supermarktrotwein von der Kleinwinzer-Privatabfüllung seiner persönlichen Spitzenlage unterscheidet. Und in jedem Flyer ein Einlegeblatt über den jeweiligen Jahrgang, die Bill und Unbill des Wetters, die imkerlich-honiglichen Überraschungen und was das Besondere an der Hessenberg-Sommertracht 2005 war.


    Es macht vor allem Spaß, weil es um eine Qualität und Eigenschaft von Honig geht, die kaum einer bisher wahrgenommen hat. Und weil die Leute auf einmal den Honiglöffel viel kritischer, aber auch begeisterungsfähiger in den Mund stecken. Ich selbst ja auch; ich probier' mich durch jeden Lagenhonig, den ich ergattern kann...


    Viel Spaß, Johannes

  • Hallo Johannes,
    sollte ich dieses Jahr wirklich mal Honig ernten sag ich Dir Bescheid. Dann brauch ich Deine Adresse (für das Glas Honig und meine Drohnen, die Asylanträge haben sie schon fertig...) :wink:

    LG
    Elke


    Bienen seit April 06, Carnica in Heroldbeute auf DNM , Gartenbienen

  • Hallo Patrick,
    welchen Honig Du erntest ist sicher (auch) eine Frage des Standortes. Nur der allein ist nicht alles. Es kommt auch aufs Jahr an. Z.B. in "normalen" Jahren wird bei mir Rapshonig und Sommermischhonig im Glas sein. Dieses Jahr haben etwa 150 m vor meinen Beuten 3 hektar Raps geblüht - nur haben die das Zeug natürlich nicht in die Kiste gekriegt, weil´s einfach zu kalt und zu nass war.
    Ich finde gerade das macht die Kunden immer auf den neuen Honigjahrgang neugierig - iss also genau dasselbe wie mit dem Wein, nur macht Honig (normal) nicht besoffen.


    Grüße
    Jörg

  • Hallo Bienenbauer


    Das ist das was ich meinen Kunden immer wieder erzähle, mein Rapshonig z.b. ist jedes Jahr etwas verschieden. Honig ist und bleibt nun mal ein Naturprodukt und unterliegt ganz normalen Schwankungen in Konsistenz, Geschmack und Geruch.
    So hatte ich letztes Jahr z.B. einen sehr guten Sommerhonig ( warscheinlich Kornblume), den ich dieses Jahr nicht wieder anbieten kann, da ich kein Kornblumenfeld habe. Dafür hatte ich eine recht passable Akazienernte.
    So ist es immer wieder überraschend was aus der Schleuder zur Ernte hinausfliesst.


    Diesen Umstand sehe ich als positiv für uns "kleine" Imker an. Grosse Abfüller sind auf gleichbleibende Konstistenz und Geschmack angewiesen um den Kunden an sich zu binden. Der Kunde möchte nächstes mal im Supermarkt den gleichen Honig wieder bekommen.
    Die jählichen Unterschiede kann ich als Imker mit meiner Kundschaft im persönlichen Gespräch als positive Eigenschaft hervorheben!


    Ausserdem ist es für die Kunden, die ja fast auschliesslich aus den Nähe kommen, immer wieder interressant zu erfahren, das der Honig nun gerade von dem Raps-Feld kommt, was er auch gesehen hat, oder die Bienen saßen in seinem Apfelbaum, haben den Akazienhonig von den Akazien seines Nachbarn geholt...


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Patrick Möbius schrieb:

    So ist es immer wieder überraschend was aus der Schleuder zur Ernte hinausfliesst.


    So ist es oder so ähnlich.


    Ich habe dann letzte Woche am 17. geschleudert, damit der Honig nicht in den Waben fest wird. Der 1. Honig für mich im ersten Sommer als Imker.


    19 % Wasser. Da wird nichts so schnell fest. Und eine Farbe und ein Geschmack als wie es Waldhonig wäre. Kraftvoll und flüssig.
    Seit dem 20.06 rühre ich. Jedoch keine Kristalle zu sehen. Er bleibt flüssig. Ich möchte ihn am liebsten so lassen.


    Na ja, 3 Tage halte ich das Rühren noch durch. Danach weiß ich dann, dass dieser Honig so bleiben will. Hat er eventuell viel Waldhoniganteil oder was?


    Gruß
    Harald

  • Hallo Harald!
    Das der Honig trotz mehrtägigen Rührens nicht fest bzw. cremig wurde hatte ich im letzten Jahr bei meiner ersten Honigernte auch, obwohl definitiv kein Waldhonig dabei war (mangels Wald o.ä. in der Nähe). Ich hatte 5 Tage lang jeden Tag 5 Minuten gerührt und passier war: NIX! Ich mir schon Sorgen gemacht, dass der Honig vlt zu viel Wasser enthält, war aber wohl nicht der Fall. Ungefähr 6 Wochen nach der Schleuderung war der Honig dann doch schön cremig und "streichfest" :o .
    Gruß Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • hi


    wenn ich mich recht erinnere, dann habe ich letztes jahr meine sommertracht auch vier oder fünf wochen gerührt.
    wird mir dieses jahr aber nicht nochmal passieren. werde dieses jahr die sommertracht mit rapshonig impfen.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • HO schrieb:

    19 % Wasser. Da wird nichts so schnell fest.

    Hallo, Harald,


    Mag sein, aber dann liegt's nicht am Wassergehalt. Rapshonig z. B. wird Dir garantiert fest werden, auch bei 20 %. Der kann sogar im steinharten Zustand gären.


    Zitat

    Seit dem 20.06 rühre ich. Jedoch keine Kristalle zu sehen. Er bleibt flüssig. Ich möchte ihn am liebsten so lassen.

    Mach' das doch! Der effendi hat mal geschrieben, man könne Honig totrühren. Ich finde, da ist was dran. Mit viel Rühren geht m. E. etwas vom Aroma weg. Ich rühre die rapshaltige Frühtracht, aber nur so wenig, daß im Glas die Konsistenz fest, aber streichfähig ist. So wie Schmalz etwa. Ich halte nichts mehr von "cremig, cremiger, am cremigsten". Probier' mal überrührten Rapshonig... uäh. Frühtracht gehört fest, dazu kommt sie auf die Welt. Tannenhonig würde ja auch niemand cremig wollen.


    Zitat

    Na ja, 3 Tage halte ich das Rühren noch durch.

    Anfangs, solange der Honig klar ist, mußt Du gar nicht rühren. Wenn das länger dauert, bis er trübe wird (Wochen), kannst Du Dir das Rühren auch ganz sparen und davon ausgehen, daß der Honig nicht betonhart wird. Je schneller es loskandiert, desto härter wird's im Glas.


    Zitat

    DAT ROSA MEL APIBUS

    Nein. Die dat überhaupt nicht mel, auch nicht apibus. Ist ein reiner Pollenlieferant. :wink:


    Viele Grüße, Johannes